Hallo zusammen,
von mir auch endlich mal wieder was!
Aber erst mal ein liebes Willkommen zurück, liebe Bonny!

Ich habe mich sehr gefreut von dir zu lesen. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, dass du so lange nicht mitgeschrieben hast, und eher Mitlesend hier unterwegs bist. Das Leben lässt einen phasenweise einfach nicht. Und manchmal sind es lange Phasen. Schön ist aber, dass du uns nicht vergisst.
Ich habe eben ein bisschen hier gelesen, was ihr aktuell so lest. Wieder mal sehr interessant, und sowohl mit "Wölfe" als auch mit Philip Roth weckt ihr Leselust in mir, auch wenn der Roman von Philip Roth dich noch nicht so zu packen vermag, Steffi.
Wegen einer ambulanten Reha habe ich derzeit täglich Bahnfahrten, was mir Lesezeit beschert. So wohltuend, mal täglich ein paar Minuten Lesezeit zu haben.
So habe ich genau zum passenden Zeitpunkt (Fußball-WM) Gelegenheit gehabt,
Barbi Markovićs „Piksi-Buch“ zu lesen. In diesem „Fußball-Buch“ über den Fußballer Dragan Stojković, bekannt unter dem Spitznamen Piksi, geht es fast nicht um Piksi, und eigentlich auch nicht um Fußball. Sondern Barbi Marković erzählt anhand des Fußballs die Geschichte über den Zerfall Jugoslawiens. Und sie erzählt im Piksi-Buch nicht viel von Piksi, sondern macht sich selbst zur Hauptfigur der Erzählung, und das auf typisch unnachahmliche Barbi Marković-Art.
Barbi Marković muss dafür die Geschichte gar nicht verbiegen. Denn der Jugoslawienkrieg lässt sich anhand der Ereignisse im Fußball des Landes zu dieser Zeit tatsächlich sehr gut erzählen, wie man feststellt, wenn man die Begebenheiten recherchiert. Und Barbi Markovićs Kindheit lässt sich an diesen Ereignissen (im Fußball und im Zerfall Jugoslawiens) mühelos erzählen. Was diese ihre Geschichte zu einer sehr Traurigen macht. Aber Barbi Marković wäre nicht Barbi Marković, wenn das nicht auch alles irre komisch erzählt wäre. So geben sich hier Fußball und Krieg genauso die Hand, wie Lachen und Weinen. Ich bin wieder einmal sehr begeistert von ihrem Text! Sie hat meine absolute Bewunderung.
Wie gut, dass Slobodan Marković (Barbis Vater) ihren Kopf mit Piksi-Staub bestreut hat; dieser Aktion haben wir wundervolle Bücher zu verdanken. (Diese Anmerkung verstehen diejenigen, die das Buch gelesen haben.)
Eine interessante Entdeckung habe ich gemacht: Es gibt einen Profifußballer namens Slobodan Marković. Dieser ist jedoch nicht Barbis Vater, da sie 1980, er 1978 geboren ist. Es wäre jedoch möglich, dass sie denselben Vater haben, falls der Vater des Profifußballers denselben Namen hatte, und an seinen Sohn weitergegeben hat, was in Serbien wohl nicht selten vorkommt. Da Barbis Vater wohl viele Kinder hatte, ist das denkbar. Da Barbi Marković ihren Vater auch in Interviews Slobodan Marković nennt, scheint das sein echter Name zu sein. Alles Spekulationen, aber ich fand diesen Zufall der Namensgleichheit bemerkenswert.
Für mich ist das "Piksi-Buch" mein erstes Lese-Highlight in diesem Jahr!
Vorher habe ich übrigens einen Krimi-Klassiker gelesen.
"Die Wendeltreppe" von
Mary Roberts Rinehart aus dem Jahr 1908. Ich lese ihre Krimi-Klassiker immer sehr gerne. Dieser war etwas verwirrend, und für mich auch nicht ihr bester. Aber dennoch sehr gut. Es war ihr erster Krimi.
Jetzt lese ich
"Die Reisenden der Hankyu-Bahn" von
Hiro Arikawa. Eine passende Lektüre, da ich ja derzeit viel Bahn fahre.
In dem Buch aus dem Jahr 2008 (hier erst vor kurzem erschienen) werden warmherzige Geschichten aus dem Zug zwischen Kyoto und Osaka erzählt, und darüber, was im Leben wirklich wichtig ist. Ich bin heute dem ersten "Fahrgast" begegnet. Ich werde berichten.