Aus Büchern lernen

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Re: Aus Büchern lernen

Beitragvon Britti » Sa 11. Jun 2011, 15:30

Liebe Petra,

Oh ja, vielen Dank für den Tipp Tiere essen. Ich habe mich schon viel mit diesem Thema auseinander gesetzt, aber Reportagen zum Thema oder auch Bücher schockieren mich auch immer wieder. Dennoch möchte ich mich damit konfrontieren.
EHEC hat mich mal wieder bestärkt und ich mümmel hier gerade zufrieden meinen selbstgezogenen leckeren Salat :lol: Das ist schon fein und die Mühe hat sich gelohnt denn es schmeckt ja doch viel besser.

Aber deine genannten Bücher werde ich mir gleich mal näher anschauen und Haben und Sein wird sicher mit in den Einkaufskorb wandern. Vielleicht greife ich bei Tiere essen eher zum Hörbuch.

Das es in Ausnahme eine Verbindung zwischen Mobbing und Genozid gibt finde ich grandios vom Autor das zu vermitteln.
Denn ich kann mir gut vorstellen wie aus einem ganz kleinen Problem eine riesen Sache entwickeln kann und sogar ein Krieg entstehen kann. Hierzu fällt mir auch noch ein passender Titel ein:
Hotel Ruanda war damals auch sehr lehrreich. Wie schnell sich plötzlich Nachbarn die friedlich Tür an Tür wohnten zu Monstern entwicken können die sich gegenseitig umbringen und das nur weil es ihnen einer einimpft.
Mich wundert immer wie es zu solchen Phänomenen kommen kann, aber jetzt wo ich Ausnahme lese und die entwicklung sehe wundert mich langsam nichts mehr...

Genau dafür sind solche Bücher geschrieben. Damit Menschen sie lesen, darüber nachdenken und sich ein klein wenig daraus für den eigenen Weg mitnehmen!
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Re: Aus Büchern lernen

Beitragvon Petra » So 12. Jun 2011, 12:59

Hallo Britti,

schön, dass ich Dir mit "Tiere essen" einen brauchbaren Tipp geben konnte. Und ich denke auch, dass das Hörbuch ein guter Griff wäre.

Dass Ihr Euren eigenen Salat mümmeln könnt, ist wirklich toll. Geschmacklich, aber besonders auch aus gesundheitlichen Gründen. Gerade bei Euch in der Ecke, gerade jetzt zur (EHEC-)Zeit.

Nicht wahr? Der Bogen von Mobbing zu Genoziden ist in "Ausnahme" sehr gut und nachvollziehbar gespannt. Ich fand an dem Buch auch sehr gut, dass man die Mechanismen von Mobbing, aber auch den Genoziden verstehen kann. Wie sich aus wenig ganz viel entwickelt. Und welches Wörtchen ganz einfach die Psychologie dabei mitzusprechen hat. "Ausnahme" hat mich ja auch dazu verleitet, die Autobiografie von MRR zu lesen. Ich wollte mehr über den Völkermord lesen, der hier vor so kurzer Zeit stattgefunden hat.

Aber auch mit "Ein gewöhnlicher Mensch" ("Hotel Ruanda") von Paul Rusesabagina erwähnst Du ein ganz tolles und wichtiges (Hör)Buch. Wirklich erschreckend dort mitanzusehen, wie sich Menschen von Nachbarn in Blutsfeinde verwandeln. Wie sie ohne Gnade die anderen verfolgen und ermorden. Und auch hier gibt es eine Ausnahme: Paul Rusesabagina. Ein gewöhnlicher Mensch. Und wenn man genauer schaut, doch so ungewöhnlich. Denn all die anderen vermeidlich gewöhnlichen Menschen sind zu Monstern mutiert. Aus animalischen Instinkten heraus. Oder aus Angst.

Petra hat geschrieben:Genau dafür sind solche Bücher geschrieben. Damit Menschen sie lesen, darüber nachdenken und sich ein klein wenig daraus für den eigenen Weg mitnehmen!


Ja, für mich sind dies auch die besonderen Bücher, die mehr können, als unterhalten. Sie zeigen uns neue Aspekte, andere Sichtweisen, andere Kulturen, und Dinge, die wir lernen können und sollten.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Aus Büchern lernen

Beitragvon JMaria » So 19. Jun 2011, 09:16

Petra hat geschrieben:
Dass Dich das Thema Ernährung, bzw. Nahrung, stark interessiert, finde ich immer wieder gut. Denn das ist auch so etwas, worüber man sich leider viel zu wenig Gedanken macht. Du solltest unbedingt mal :arrow: "Tiere essen" von Jonathan Foer lesen. Das ist ganz bestimmt was für Dich! Ich selbst habe noch zu viel Angst vor dem Buch. Ich fürchte, ich verkrafte die Wahrheit nicht, bzw. kann danach mit meinem Handeln (bestimmt durch Bequemlichkeit und Gewohnheit) noch schlechter leben.


Hallo Petra,

geht mir auch so; ich trau mich an dieses Buch nicht heran.

Das erinnert mich an ein anderes Buch, das mit Nahrung zu tun hat und eine Veränderung in der Industrie herbei führte.

Der Dschungel von Upton Sinclair.

Darüber heißt es:

Es ist ein Tatsachenroman aus den Schlachthöfen Chicagos (1906), zur Recherche hatte Sinclair sieben Wochen lang im Armour Trust, einer der größten Fleischfabriken Chicagos, gearbeitet, er gilt seitdem als Erfinder der Sozialreportage.

Nach dem Erscheinen des Dschungel sank der Absatz amerikanischer Fleischkonserven schlagartig, als man von den kriminellen Zuständen auf den Schlachthöfen las. Arbeiter mit TBC hatten ins Fleisch gehustet. In Ermangelung von Toiletten und wegen der Akkordarbeit wurde ins Fleisch gepinkelt. Arbeiter fielen in Bottiche, ertranken und wurden eingedost. Die direkte Folge des Dschungel war ein neues Lebensmittelgesetz.

Die Qualität der Konserven wurden damit verbessert, leider nicht die Arbeitsbedingungen. Aber immerhin.

Sinclair sagte: "Ich zielte auf das Herz und das Gewissen der Amerikaner, aber ich traf sie nur in den Bauch."

Gruß,
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Re: Aus Büchern lernen

Beitragvon Britti » So 19. Jun 2011, 09:42

Liebe Maria, liebe Petra

Das ist ja heftig was du da über den "Dschungel" schreibst liebe JMaria.
Da wird einem ja bei den paar Zeilen schon übel...

Ich habe Tiere essen jetzt als Hörbuch und bin sehr gespannt was mich da erwartet. Ich beschäftige mich nun schon seit einiger Zeit mit dem Thema und denke ich bin gerüstet ;) Mals sehen. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Auf dem demeter Hof wo ich mittlerweile fast nur noch einkaufe kann man auch beim schlachten zusehen. Ich denke das mache ich auch demnächst mal. Neulich war ich bei der Geburt eines Kälbchens dabei und zum Leben gehört nunmal auch der Tod, von daher werde ich auch da mal bei sein.
Mich hat das sehr viel weiter gebracht in meinem Bewusssein Fleisch zu essen. :)
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Re: Aus Büchern lernen

Beitragvon Petra » So 19. Jun 2011, 11:48

Hallo zusammen,

Eure Beteiligung an dem Thread freut mich sehr, Maria und Britti. Gerade da Ihr Euch zu dem so wichtigen Thema äußert.

"Der Dschungel" sagte mir nichts. Umso erfreuter bin ich über Deinen ausführlichen Bericht über Upton Sinclair. Ein Mann, der sich für sehr wichtige Dinge einsetzt, wie ich sehe. Es ist dringend notwendig, dass Aufklärung über derartige Themen stattfindet. Auch wenn Upton Sinclair (ein schönes Zitat) die Leser nur in den Bauch getroffen hat. Immerhin!

Es ist doch auch erschreckend, wie wir Menschen uns trotz des Wissens winden, so dass wir dem Herzschuss immer noch ausweichen. Mit WIR meine ich auch MICH.

Umso vorbildlicher finde ich Deinen Umgang mit dem Thema, Britti. Du traust Dich an das (Hör-)Buch "Tiere essen" heran. Und kannst das sogar mit gutem Gewissen, da Du Dein Fleische-Essverhalten längst angepasst hast. Ganz großes Kompliment!

Bei einer Schlachtung dabei sein, könnte ich wohl nicht. Das würde mir sehr zusetzen. Aber auch das finde ich bewundernswert. Denn auch das ist eine Tatsache: Tiere werden getötet, damit wir sie essen. So ist es - und damit sollte man sich auseinander setzen, dann wird das Verhältnis zu tierischer Nahrung sicher von allein schon ein Stück weit zurecht gerückt. Betonung liegt auf sollte, machen würde ich es leider nicht.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Aus Büchern lernen

Beitragvon Josie » So 19. Jun 2011, 12:21

Liebe Britti,

bitte berichte, wenn du das Buch liest. Ich überlege mir auch schon eine ganze Weile, ob ich das Buch lesen soll oder nicht. Andererseits beschäftige ich mich fast täglich mit solchen und ähnlichen Dingen, da ich in der Freizeit im Tierschutz aktiv bin, so dass ich nicht weiß, ob ich mir das während meiner ohnehin knapp bemessenen Entspannungsphasen dann beim Lesen auch noch antun möchte. Ich brauche, gerade, wenn es mal wieder heftige Zeiten sind oder wenn Einzelschicksale einem an die Substanz gehen, Luft und Abstand davon. Daher wäre es interessant zu wissen, ob es lohnenswert ist, das Buch zu lesen, um sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Hochachtung, dass du dir die Schlachtung persönlich ansehen möchtest. Ich schaue mir das zwar sehr bewusst und oftmals mit Überwindung per Film an oder lese darüber, aber live möchte ich bei einer Schlachtung dabei sein. Ich selber esse seit drei Jahren kein Fleisch mehr und da würde ich vor Ort komplett durchdrehen.
Liebe Grüße
Claudia


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Re: Aus Büchern lernen

Beitragvon Petra » Mo 20. Jun 2011, 21:25

Hallo Josie,

toll, dass Du Dich aktiv für Tierschutz einsetzt. Die armen Wesen haben keine Anwälte. Wirklich toll! Wollte ich nur gerade mal gesagt haben.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Aus Büchern lernen

Beitragvon Josie » Do 23. Jun 2011, 12:43

:oops: Das ist sehr nett, dass du das schreibst, danke schön. Ist mir jedoch etwas peinlich, weil es - zum Glück - ganz viele Menschen gibt, die sich dafür einsetzen und das in einem wesentlich größeren Ausmaße als ich.
Liebe Grüße
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Re: Aus Büchern lernen

Beitragvon Petra » Do 23. Jun 2011, 23:00

Liebe Josie,

es gibt immer Menschen, die noch mehr tun. Aber bedenke: Es gibt immer auch Menschen, die noch viel weniger tun. Mich z. B.! Muss ich leider gestehen.

Und jedes Tröpfchen hilft. Auch das Quäntchen, das Du dazu tust! Ich finde es toll von Dir!!

*josiedasrotvondenwangenwisch* ---> vorher = :oops: nachher = :P
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Aus Büchern lernen

Beitragvon Josie » Fr 24. Jun 2011, 11:02

:lol: Danke schön, bin schon nur noch rosa.
Liebe Grüße
Claudia


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