Momos Lesetagebuch

Plattform zum Austausch über Bücher und Themen rund ums Buch.
Forumsregeln
Kommerzielle Einträge werden ohne Kommentar gelöscht!

Re: Momos Lesetagebuch

Beitragvon Momo111 » So 5. Aug 2012, 13:36

"Das Lesen eines Buches ist die Zwiesprache mit der eigenen Seele!"

Das ist aber schön gesagt, Barbara. Gefällt mir sehr. Kann ich voll unterschreiben... .
Momo111
 
Beiträge: 294
Registriert: Sa 4. Aug 2012, 16:13

Re: Momos Lesetagebuch

Beitragvon Momo111 » So 5. Aug 2012, 14:36

Die Tigerfrau, die letzten Seiten spare ich mir. Wie oben schon erwähnt finde ich keinen wirklichen inneren Bezug zu dem Buch oder vielmehr zu den Literaturfiguren, und ich bin sicher, dass das daran liegt, weil ich die Kultur aus dem ehemaligen Jugoslawien zu wenig kenne... . Zu viele Szenen von Aberglauberei, dem die junge Autorin sicher selbst kritisch gegenübersteht, weshalb sie solche magischen Themen in ihrem Buch thematisiert. Ausgegrabenen Toten werden die Beine amputiert, damit sie nicht mehr laufen können, um den Lebenden ihre Krankheiten zu bringen :mrgreen: . Auch der Großvater, wie er gelebt hat..., das kommt mir irgendwie nicht authentisch genug rüber... . Die Tigerfrau tritt mir auch viel zu schwach auf, einfach auch nur, weil viel über die Protagonisten erzählt wird, als dass man selbst an bestimmten Handlungen dabei sein könnte... . Für mich alles Scheinwesen... .

Und der Mann der nicht sterben kann, fand ich erst interessant, aber dann habe ich schon wieder den inneren Bezug zu ihm verloren... . Mir sind es in dem Buch einfach zu viele Hauptpersonen... .

Der Krieg wird meiner Meinung nach auch viel zu schwach dargestellt... .

Aber keine Sorge, bei http://www.perlentaucher.de hat das Buch eine recht gute Kritik erhalten... .
Momo111
 
Beiträge: 294
Registriert: Sa 4. Aug 2012, 16:13

Sarah Kuttner / mängelexemplar

Beitragvon Momo111 » So 5. Aug 2012, 19:17

Bild

ISBN: 978-3-596-51189-1
309 Seiten
9,00 € im Fischer-Verlag

Klappentext

Karo lebt schnell und flexibel. SIe ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, selbstironisch, liebenswert. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da."

Autorenportrait im Klappentext

Sarah Kuttner wurde 1979 in Berlin geboren und arbeitet als Moderatorin. Sie wurde mit ihren Sendungen ›Sarah Kuttner – Die Show‹ (VIVA) und ›Kuttner.‹ (MTV) bekannt und arbeitete mehrfach für die ARD, zuletzt war sie dort mit ›Kuttners Kleinanzeigen‹ und ›Ausflug mit Kuttner‹ zu sehen. Aktuell moderiert sie auf ZDF.neo ihr neues Großstadtmagazin ›Bambule‹. Ihre Kolumnen für die Süddeutsche Zeitung und den Musikexpress wurden im Fischer Taschenbuch Verlag veröffentlicht. Sarah Kuttner lebt in Berlin.

Die Autorin ist mir unbekannt, mal sehen, was sie mir bringen wird... .
Momo111
 
Beiträge: 294
Registriert: Sa 4. Aug 2012, 16:13

Sarah Kuttner / mängelexemplar

Beitragvon Momo111 » Mo 6. Aug 2012, 21:55

Guten Abend, ihr Lieben,

ich habe die letzten fünfzig Seiten vor mir, die ich heute Abend noch schaffen möchte, so dass ich morgen Abend näheres zu dem Buch schreiben werde.

Das Buch ist recht salopp geschrieben, liest sich demnach leicht und zügig. Man kann nebenbei, neben des Lesens noch anderen Gedanken nachgehen, ohne viel vom Inhalt zu verpassen :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: .

Einen schönen Abend euch allen und eine gute Nacht!
Momo111
 
Beiträge: 294
Registriert: Sa 4. Aug 2012, 16:13

Re: Sarah Kuttner / mängelexemplar

Beitragvon JMaria » Di 7. Aug 2012, 10:47

Momo111 hat geschrieben:
Das Buch ist recht salopp geschrieben, liest sich demnach leicht und zügig. Man kann nebenbei, neben des Lesens noch anderen Gedanken nachgehen, ohne viel vom Inhalt zu verpassen :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: .



Hallo Momo,

aber lohnt sich dann das Lesen ? :roll:

(= keine Kritik an deinem Lesestoff und du meinst es auch ironisch, das kommt schon rüber, dennoch steckt ja auch ein Stück Ernst deinerseits dahinter, vermut ich mal)
Schöne Grüße, Maria
Aktuell:

250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann (24. Jan.)
100. Geburtstag Siegfried Lenz (17. März)
100. Geburtstag Ingeborg Bachmann (25. Juni)
100. Todestag von Rainer Maria Rilke (29.Dez.)


Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden ( Tacitus )
Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang v. Goethe)
Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe (Rainer Maria Rilke)
JMaria
Moderator
 
Beiträge: 16899
Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07

Re: Sarah Kuttner / mängelexemplar

Beitragvon Momo111 » Di 7. Aug 2012, 16:52

JMaria hat geschrieben:
Momo111 hat geschrieben:
Das Buch ist recht salopp geschrieben, liest sich demnach leicht und zügig. Man kann nebenbei, neben des Lesens noch anderen Gedanken nachgehen, ohne viel vom Inhalt zu verpassen :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: .



Hallo Momo,

aber lohnt sich dann das Lesen ? :roll:

(= keine Kritik an deinem Lesestoff und du meinst es auch ironisch, das kommt schon rüber, dennoch steckt ja auch ein Stück Ernst deinerseits dahinter, vermut ich mal)


Ja, das Lesen lohnt sich allemal, Maria. Da ich beruflich psychiatrisch vorbelastet bin, und über Fachkenntnisse verfüge, lese ich das Buch nochmal anders... . Ich werde heute Abend mehr berichten, hatte gestern Abend es doch nicht geschafft, das Buch zu Ende zu lesen. War zu müde... .

Bis später!
Momo111
 
Beiträge: 294
Registriert: Sa 4. Aug 2012, 16:13

Sarah Kuttner / mängelexemplar

Beitragvon Momo111 » Di 7. Aug 2012, 21:09

Ich habe soeben das Buch zu Ende gelesen, und man kann es nicht als ein literarisches Werk im herkömmlichen Sinne bezeichnen, wohl eher als ein Erlebnisbericht der Autorin, wie ich durch Nachforschungen herausfinden konnte. Eine Art Autobiografie. Die Autorin spricht von ihrer psychischen Erkrankung - Depression - , Angst- und Panikattacken, aus ihrer eigenen Betroffenheit heraus und über ihre Bewältigungsmechanismen, aber getarnt als die 27jährige Erzählerin namens Karol, die aus der Ich-Perpektive spricht. Man erfährt, wie die Krankheit ausgebrochen ist, und über den (kritischen) Umgang mit den verabreichten Medikamenten, und am Schluss ist offen geblieben, ob sie von ihrer Erkrankung geheilt wurde oder nicht... , aber man kann sich denken, wie der Verlauf sich weiter entwickelt. Positiv zu lesen war allerdings, dass die Ängste und die Depression mit Hilfe des Antidepressivum in den Griff zu bekommen waren, allerdings erlitt Karol Rückschläge, nachdem das Medikament wieder abgesetzt wurde... .

Die Sprache ist, wie oben schon erwähnt, recht nonchalant, einfach und witzig geschrieben, aber auch sehr reflektiert.

Einige Dinge in dem Buch waren mir zu überspitzt ausgedrückt und manches nicht wirklich überzeugend genug... .

Die Therapeuten und Ärzte waren immer verfügbar, sobald Karol diese benötigte. Und hier sage ich Vorsicht, in der Realität sollte man nicht die gleiche Erwartung hegen, denn sonst tut man diesen Psycho-Profis einfach nur Unrecht und selbst ist man enttäuscht... . Sie können nicht immer verfügbar sein... . Die Psychologin verteilt Rescue - Tropfen an ihre Patienten, die sie als Homöopathie bezeichnet, obwohl es Bachblüten sind und so viel ich weiß, dürfen Psychologen solche Verbreichungen gar nicht vornehmen... , aufgrund der Gefahr von Unverträglichkeit bei den Patienten, so können sie im schlimmsten Fall deswegen sogar belangt werden... .

In der zweiten Stunde ist die Psychologin mit der Patientin schon beim "Du", nachdem sie es ihr angeboten hatte, und Karol, zwar etwas verdutzt erst, sie das Du schließlich angenommen hatte. Auch das ist nicht wirklich realistisch, denn Therapeut und Patient benötigen mindestens fünf Stunden (Probatorische Sitzungen), um sich besser kennenzulernen (Aufbau einer Vertrauensbasis), und um zu entscheiden, ob eine Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Patient vorstellbar ist. Das "Du" in einer Psychotherapie, und schon gar nicht in der zweiten Stunde, finde ich arg gewagt und nicht wirklich professionell... . Aber man weiß nicht, was an dem Buch wahr ist und was dazu gedichtet wurde... .

Karol stürzt sich von einer Beziehung in die nächste. Sobald sie mit einem Mann näher zu tun hat, lässt sie sich gleich wieder auf eine Beziehung ein, ohne die letzte wirklich verarbeitet zu haben. Sie spricht zwar über die Erlangung von mehr Selbstständigkeit, doch meiner Meinung nach schafft sie es nicht wirklich, es mir sich alleine auszuhalten, wenigstens für eine bestimmte Zeit, bis die letzte in die Brüche geratene Beziehung verarbeitet ist. Und ich fragte mich, ob sie nicht irgendwelche Ansprüche an den Partner hat, dass sie so schnell wieder in die Arme eines Mannes fällt... . Und ihre Therapeutin und Psychiater loben sie auch noch für die neue Beziehung... .

Allerdings ist Karol ziemlich reflektiert, mit Witz und Humor nimmt sie sich selbst oft auch auf die Schippe. Ich habe mich amüsiert bei dem Begriff so sind wir jungen Konservativen. Sicherheitsbedürftig, faul und feige, als es darum ging, sich von ihrer unglücklichen Partnerschaft zu trennen:

Jeder von uns denkt regelmäßig an Trennung, keiner hat den Arsch in der Hose. Ich denke, wir haben einfach Angst, allein zu sein. Lieber eine Beziehung mit Streit und fehlenden gemeinsamen Interessen als keine Beziehung. (2012, 20)

Karol litt nicht nur an negativen Gefühlen., sondern auch in glücklichen Situationen baute sich in ihr emotionaler Stress auf, was sich bei vielen psychisch kranken Menschen beobachten lässt. Viele leiden bei besonders guten Erlebnissen sogar unter Schlafstörungen :mrgreen:, dies nicht nur bei Karol:

Gefühle sind Stress. Natürlich ist man sich einig, dass Trauer, Schmerz und Enttäuschung sehr, sehr schlimm sind. Das weiß jeder. Aber auch Glück ist anstrengend. Ich finde nichts frustrierender, als neben einer auserwählten Person zu liegen und das Bedürfnis zu haben, ihr so nah wie möglich zu sein. Man kann sich umarmen und festknoten, bis man schwarz wird, man hat immer das Gefühl, noch näher sein zu wollen. Das so genannte In - den - Partner - reinkriechen - Wollen. Aber man kann nun mal, von bestimmten Sexualpraktiken abgesehen, nicht in den Partner rein kriechen. Man wird nie nah genug sein. (2012, S.16)

Dies fand ich eine schöne Textstelle, drückt eigentlich auch gleichzeitig so richtig gut dieses unstillbare Bedürfnis nach Nähe aus bei Menschen wie Karol.

Karol hat auch eine gute Psychiaterin, die versucht, ihr ihre psychischen Probleme bildlich darzustellen, in der Form, dass ein ausgeglichenes Leben sich auf fünf Säulen stützt:

Familie, Liebe, Wohnung, Beruf und Freunde. Brechen mehrere Säulen auseinander, so verursacht dieses Auseinanderbrechen dann quasi das Ungleichgewicht in der Psyche, so dass im schlimmsten Falle betreffende Personen daran erkranken können, was bei Karol der Fall ist, die zudem auch ihren Job verloren hat, und die Miete monatlich von ihrer Großmutter bezahlt bekommt.

Hier mache ich nun Schluss, und verweise auf das Buch, da ich nicht mehr verraten möchte.
Zuletzt geändert von Momo111 am Mi 8. Aug 2012, 16:47, insgesamt 1-mal geändert.
Momo111
 
Beiträge: 294
Registriert: Sa 4. Aug 2012, 16:13

Re: Momos Lesetagebuch

Beitragvon JMaria » Mi 8. Aug 2012, 10:07

Hallo Momo,

das Für und Wider in deiner Buchbesprechung, gibt mir einen guten Einblick in "Mängelexemplar". Danke schön :-)
Schöne Grüße, Maria
Aktuell:

250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann (24. Jan.)
100. Geburtstag Siegfried Lenz (17. März)
100. Geburtstag Ingeborg Bachmann (25. Juni)
100. Todestag von Rainer Maria Rilke (29.Dez.)


Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden ( Tacitus )
Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang v. Goethe)
Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe (Rainer Maria Rilke)
JMaria
Moderator
 
Beiträge: 16899
Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07

Re: Momos Lesetagebuch

Beitragvon Momo111 » Mi 8. Aug 2012, 16:42

JMaria hat geschrieben:Hallo Momo,

das Für und Wider in deiner Buchbesprechung, gibt mir einen guten Einblick in "Mängelexemplar". Danke schön :-)


Dankeschön, Maria, freut mich sehr... . :D
Momo111
 
Beiträge: 294
Registriert: Sa 4. Aug 2012, 16:13

Hans Fallada / Wolf unter Wölfen

Beitragvon Momo111 » Mi 8. Aug 2012, 20:17

Bild

Broschur, 1243 Seiten
Aufbau Taschenbuch
12,99 €
978-3-7466-2743-4


Klappentext

Der große Epochenroman

Auf dem Höhepunkt der Inflation: Drei ehemalige Soldaten versuchen im hektischen Berlin und auf dem Rittergut Neulohe trotz rasender Geldentwertung ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. – Hans Fallada hat den Roman über die Schrecken der Inflation geschrieben, eine epische Chronik jener dramatischen Zeit, in der viele ihr Glück suchten, aber nur wenige es fanden.

»Eine raffinierte Reportage, bestechend in ihrer Schilderung menschlicher Abgründigkeiten.« Der Spiegel




Autorenportrait im Klappentext

RUDOLF DITZEN alias HANS FALLADA (1893–1947), zwischen 1915 und 1925 Rendant auf Rittergütern, Hofinspektor, Buchhalter, zwischen 1928 und 1931 Adressenschreiber, Annoncensammler, Verlagsangestellter, 1920 Roman-Debüt mit "Der junge Goedeschal“. Der vielfach übersetzte Roman "Kleiner Mann – was nun?" (1932) machte Fallada weltberühmt. Sein letztes Buch, „Jeder stirbt für sich allein“ (1947), avancierte rund sechzig Jahre nach Erscheinen zum internationalen Bestseller. Weitere Werke u. a.: »Bauern, Bonzen und Bomben« (1931), »Wer einmal aus dem Blechnapf frißt« (1934), »Wolf unter Wölfen« (1937), »Der eiserne Gustav« (1938). »Alles in meinem Leben endet in einem Buch.«

Ich habe alle Fallada-Bücher bei mir zu Hause liegen, da ich ein großer Fan von ihm bin. Ähnlich wie bei Remarque schätze ich auch bei ihm so sehr die Menschlichkeit, auch wenn Fallada nicht über eine akademische Sprache verfügt... . Seine Bücher sind trotzdem recht anspruchsvoll, geprägt von einer starken und sensiblen Beobachtungsgabe... . Ich habe schon einige Bücher von ihm gelesen aber einige eben noch nicht.

Das vorliegende Buch ist ein Mammut-Werk, das aus ganzen 1243 Seiten besteht. Dicke Bücher schaffe ich von meiner Konzentration her hauptsächlich nur in Zeiten zu lesen, wenn ich arbeitsfrei bin. Aktuell habe ich nur noch zwei Arbeitstage vor mir, dann habe ich drei Wochen Urlaub, so dass ich getrost mich nun schon langsam in die Lektüre einlesen kann.

Sicherlich werde ich aus dem Buch mehrere Buchbesprechungen abhalten. Bei den Klassikern gibt es für mich immer so viel zu sagen... . Entweder weil der Schreibstil so toll ist, oder weil gewisse
Textpassagen betroffen machen, und ich diese gerne festhalten möchte.

Nun habe ich heute Morgen im Bus ein paar Seiten gelesen und denke, dass ich gut in die Thematik hineinkommen werde.

Alles weitere folgt in den nächsten Tagen, spätestens am kommenden Wochenende in meinen Buchbesprechungen!
Momo111
 
Beiträge: 294
Registriert: Sa 4. Aug 2012, 16:13

VorherigeNächste

Zurück zu Diskussionsforum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 18 Gäste

cron