Hallo zusammen,
Alfred Ostermaier "Schwarze Sonne scheine" habe ich beendet. Sprachlich ein besonderer Roman, zwischendurch empfand ich ein paar Längen, besonders die surrealistisch anmutenden Träume fand ich nicht ganz so gelungen, das können die Japaner besser. Aber wie und warum jemand zu einem Opfer wird, weil zu tief verwurzelte Autoritätsängste in einem haften, fand ich gut herausgearbeitet und wie dieser Protagonist dann seinen Schmerz und seine Enttäuschung in künstlerische Energie umleiten möchte, ist in diesem Fall unausweichlich gewesen. Vielleicht spielt sogar eine Brise Ironie mit hinein.
Jedenfalls ein interessanter Roman.
Am Wochenende beginnt ja die Leserunde "Nana" von Emile Zola, so schiebe ich nun noch eine Erzählung von Stefan Zweig dazwischen, nämlich "Der begrabene Leuchter". Eine Legende.
Kurzbeschreibung
"Es ist dies eine große Legende, angelehnt an das Schicksal des siebenarmigen Leuchters, der von Jerusalem nach Babylon wanderte, von dort zurückkam, dann wieder von Titus nach Rom gebracht wurde, von Rom geraubt wurde durch die Vandalen nach Karthago; aus Karthago wieder von Belisar erobert und nach Byzanz gebracht, die merkwürdigste Wanderung über die Erde, die ein religiöses Kunstwerk vielleicht je erlitten und von mir deshalb als Symbol der ganzen jüdischen Wanderschaft gedeutet. Nach der Historie gab Justinian dann den Leuchter zurück nach Jerusalem, feilich an eine christliche Kirche, wo er dann verschwand. In meiner Legende verwandelt sich dies Verschwinden in ein Verborgenwerden mit der Möglichkeit einer Auferstehung." Stefan Zweig


