Hallo zusammen,
“Der Gesang der Fledermäuse“ löst zwiespältige Gefühle in mir aus. Ich befinde mich inzwischen fast in der Mitte des Buches. Es passiert nicht viel. Es werden ein paar Tote gefunden – Menschen, aber auch (wilde) Tiere. Zwischendurch begleitet man die verschrobene ältliche Janine durch ihren Alltag und in ihren Gedanken. Manchmal übersetzt sie mit einem ehemaligen Schüler Gedichte von Blake, erstellt Horoskope oder sinniert über die Astrologie und deren Einfluss auf die Menschen. Dann kümmert sie sich um die im Winter verlassenen Häuser, oder fährt in die Stadt, um ihre Englisch-Schüler zu unterrichten. Gern hält sie sich auch bei der Polizei auf, um denen auf die Nerven zu gehen, weil wieder ein Tier gewildert wurde. Somit plätschert die Handlung eigentlich dahin. Komisch daran ist aber, dass ich nicht in Versuchung bin, das Buch abzubrechen. Würde ich bei einem Buch, das einfach nur dahinplätschert, sonst sofort machen. Irgendwas muss mich also festhalten. Und ich kann mir nicht erklären, was. Es muss die Atmosphäre sein. Und wohl auch Janines Gedanken. Sie sind nicht vernünftig und scheinen auch nicht fundiert. Einfach eine verschrobene Alte, der man nur unaufmerksam und fluchtbereit zuhören würde. Und dann kommt schließlich wieder ein Gedanke Janines, der doch die Wahrheit trifft, und nachdenklich stimmt.
So langweile ich mich nicht beim lesen, freue mich auch immer aufs weiterlesen. Einfach weil ich mich dort gern aufhalte, auch wenn ich wirklich nicht verstehe, warum. Denn eigentlich wäre es ein Buch, das mich nicht genug fesselt.
Dass es ein ungewöhnlicher Thriller ist, steht außer Frage. Aber so herausragend wie ich gedacht hatte, ist er auch nicht. Wer das Buch also noch nicht hat, und ohnehin unschlüssig ist, sollte sicher meinen weiteren Bericht noch abwarten. Ich bin selbst gespannt, wie lesenswert ich es abschließend finden werde.
@Josie: Du liest gerade „Grabesgrün“?! Das ist schön – ich höre gerade das Hörspiel!

Ich bin ja eine derjenigen, die ganz begeistert von dem Buch waren. Überhaupt von den Büchern Tana Frenchs. Von ihren Geschichten geht immer eine ganz eigene und sehr intensive Atmosphäre aus. Dafür liebe ich diese Bücher. Und ich kann Dir sagen: Wenn Dir „Grabesgrün“ (besonders wegen der dichten Atmosphäre) weiterhin gefällt, so lohnen sich auch die beiden anderen Bücher der Autorin. Sie sind wieder ganz anders als „Grabesgrün“ (eine Stärke der Autorin: Sie erzählt nicht mehrmals ein und dieselbe Geschichte, sondern hat wirklich immer was ganz Neues), haben aber eine ebenso unvergessliche Atmosphäre, in der man sich total verliert, und die einen in ihren Bann zieht.
Auf die Krimis von M. M. Kaye. bin ich nun schon so oft hier im Forum neugierig gemacht worden. Irgendwann bin ich so weit, und kaufe sie mir. Scheint ebenfalls viel Atmosphäre zu haben. Ich liebe so was.