Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Rachel » Mi 14. Sep 2011, 10:59

Hallo Ihr Lieben,

Maria, das ist ja schön, dass Du direkt zu einem Roman von Mario Vargas Llosa gegriffen hast. "Tod in den Anden" habe ich ebenfalls noch hier liegen, zusammen mit "Das Fest des Ziegenbocks". Auch wenn mich letzterer eigentlich noch ein Stückchen mehr interessiert, wird mein erstes Buch von Vargas Llosa wohl auch "Tod in den Anden" werden". Das ist nicht ganz so dick. :)

Ich selbst habe im Moment leider kaum Zeit zum Lesen, habe aber am Wochenende sehr begeistert "A Lie About My Father" beendet. Tolles Buch, ich war sehr beendruckt von John Burnsides Umgang mit Sprache und wie er sein eigenes Leben reflektiert.

Jetzt widme ich mich ganz "The Finkler Question", das hatte nämlich neben "A Lie About My Father" in der letzten Zeit nicht wirklich eine Chance.
Liebe Grüße,
Rachel

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 14. Sep 2011, 14:03

Petra hat geschrieben: Die Figur der Janine in "Gesang der Fledermäuse" ist schrullig angelegt. Sie hat ja diesen Astrologie-Tick. Der soll sicher nicht so gedacht sein, dass Janines Gedanken zur Astrologie richtig sind. Sie meint das natürlich auf jeden Fall. Aber ich schätze sie eher ein, wie eine, die sich von der Astrologie, den Horoskopen und Sternzeichen gern beeinflussen lässt, und die Ereignisse in ihrer Umgebung dann entsprechend deutet. Das kann man ja immer irgendwie. Fundierte Einblicke erwarte ich mir nicht von einer Person wie Janine. Aber mal sehen, ob sie mich noch erstaunen kann. Ich halte es bislang nur als Beiwerk zu dieser schrulligen Figur.



Als schrulliges Beiwerk würde ich das okay finden. :-)
Danke für die ersten Eindrücke.
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Doris » Mi 14. Sep 2011, 16:15

Hallo alle zusammen,

so! Homicide ist beendet und in den nächsten Tagen folgt eine Rezension. Vorab: sehr lesenswert, wenn auch zwischendurch langatmig

Nun mache ich heute mit diesem hier weiter:

Fische retten - Annelies Verbeke

"'Glauben Sie an das Paranormale?', fragte der Mann. Monique schüttelte den Kopf. Sie glaubte nicht einmal an das Normale."

Seit sie von ihrer großen Liebe Thomas verlassen wurde, hat für die Schriftstellerin Monique Champagne das Schreiben seinen Sinn verloren. Um der inneren Leere zu entkommen, stürzt sie sich mit Leidenschaft in eine neue Herausforderung: den Kampf gegen die Überfischung. Ihr glühendes Plädoyer zum Thema in einer Zeitung bleibt nicht unbeachtet. Sie erhält die Einladung, Fischkongresse in ganz Europa durch poetische Beiträge aufzulockern, und bricht auf zu einer Reise, die sie nach Tallinn, Lissabon, Athen, Istanbul und an die Ufer von acht Meeren führt - bevor sie am Ende auf sich selbst zurückgeworfen wird und sich der Frage stellen muss: Wie lange kann man sich hinter Lachs und Thunfisch verstecken?

Annelies Verbekes Sinn für Situationskomik und ihr lakonischer Humor lassen sie auch über Hochdramatisches mit großer Leichtigkeit schreiben und machen diesen Roman, der in Verbekes Heimat als ihr literarischer Durchbruch gefeiert wird, zu einem temporeichen, irrwitzigen Abenteuer.

Euch allen einen schönen Abend :)
"Das richtige ist das intensive Buch. Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt und nicht mehr los läßt - bis zum Ende nicht, lies oder stirb! Dann liest man lieber." Kurt Tucholsky
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Do 15. Sep 2011, 08:06

Hallo zusammen,

@Rachel: In beide Bücher habe ich gestern reingelesen. In „Lügen über meinen Vater“ bei buecher.de und in „Die Finkler-Frage“ per Leseprobe über den Kindle. Und ich muss ehrlich sagen: Beide reizen mich nun noch mehr. Auch was Du über die schöne Sprache sagst, die John Brunside benutzt, verstärkt mein Interesse. Und in der Leseprobe konnte ich mir davon auch schon einen guten Eindruck verschaffen. Das könnte wirklich sehr schön sein. Ebenso hat mir das reinlesen in „Die Finkler-Frage“ sehr gefallen. Der Erzählstil, die Stimmung, die Themen. Das Buch liegt gemeiner Weise auch noch in meiner kleinen Ortsbuchhandlung aus. Der Griff ist so nah! ;-)

Ich bin umso gespannter auf Deinen weiteren Bericht zu dem Buch.

@Maria: Schön, dass ich Dir mit meiner Einschätzung helfen konnte. Ich werde den Gesichtspunkt beim lesen weiter im Auge behalten, und abschließend auch noch mal drauf eingehen, wie diese astrologischen Aspekte ernst zu nehmen sind. Weiterhin (habe jetzt ein Drittel des Buches durch) halte ich es für bloße Schrulligkeiten der Hauptfigur. Auch glaubt sie daran, dass sich die Tiere des Waldes sich rächen, und die Todesopfer dadurch zu erklären sind. Ich teile diese Auffassung nicht mit ihr.

@Doris: Dein Fazit zu „Homicide“ hilft mir schon mal bei einer Einschätzung. So weiß ich, dass es wirklich so lesenswert ist, wie ich es mir erhoffe, aber ich einige Längen hinnehmen muss, wie ich befürchtet habe. Auf Deine Rezension bin ich schon sehr gespannt. Übrigens war auch Deine letzte („Der Geruch der Erinnerung“) sehr schön. Zwar werde ich das Buch wohl nicht lesen (einfach nur weil nicht für alles Zeit ist), aber so konnte ich ein wenig teilhaben, und kann Deine Bewunderung darüber verstehen, dass die Autorin Dir die Bedeutsamkeit des Geruchssinns hat nahebringen können. Denn recht hast Du: Man nimmt ihn als selbstverständlich hin, und weiß ihn gar nicht zu schätzen.

„Fische retten“ klingt auch gut. Auch der von Dir zitierte Satz gefällt mir: „'Glauben Sie an das Paranormale?', fragte der Mann. Monique schüttelte den Kopf. Sie glaubte nicht einmal an das Normale."
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Turni » Do 15. Sep 2011, 12:27

Hallo, gibt es hier Iris-Kämmerer-Fans? Ich habe gerade bei den Büchereulen gelesen, dass es eine Unterschriftenliste zur Rettung von Iris Kammerers Cinna-Trilogie.


http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=61503
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Josie » Do 15. Sep 2011, 15:02

Hallo zusammen,

melde mich, wie immer derzeit, zwischendurch. Nachdem ich nun mal zwei Wochen Urlaub habe, konnte ich mich allmählich mal so weit runterfahren, dass ich auch mal Muße zum Lesen hatte und habe dann auch innerhalb von zwei Tagen "Tod in Kenia" beendet. Wieder ein toller, ruhiger Krimi, der die Stimmung und die Atmosphäre der Umgebung und Charaktere mal wieder hervorragend einfängt, ganz klar einer der Stärken von M. M. Kaye.

Nun habe ich mich, da hier ja doch einige davon schwärmen, an "Grabesgrün" von Tana French gemacht und bislang gefällt mir das Buch, vor allem wegen des herrlich langsamen, gemächlichen Aufbaus, sehr gut.

Und nun gehe ich mal wieder etwas im Forum stöbern.
Liebe Grüße
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Do 15. Sep 2011, 16:34

Hallo Josie,

M.M. Kaye schreibt wirklich stimmungsvolle Krimis. Sehr empfehlen kann ich dir noch "Die Spur führt nach Berlin" (auch unter dem Titel "Tod in Berlin" erschienen) und "Es geschah auf Zypern".

Ähnliche, stimmungsvolle Krimis schreibt auch Mary Stewart. Also wenn du noch ein paar Tipps brauchst :)
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Josie » Do 15. Sep 2011, 20:26

Auch hier lieben Dank für die Büchertipps, Maria.

Gut zu wissen, dass M. M. Kaye noch weitere Bücher mit dieser besonderen Atmosphäre geschrieben hat. Diese werde ich mir auf jeden Fall auch noch kaufen. Inzwischen gehört sie eindeutig zu meinen Wohlfühlautorinnen.

Mary Stewarts Bücher habe ich mir soeben bei Amazon mal angeschaut. Die könnten durchaus etwas für mich sein. Merci!
Liebe Grüße
Claudia


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Fr 16. Sep 2011, 09:11

Hallo zusammen,

“Der Gesang der Fledermäuse“ löst zwiespältige Gefühle in mir aus. Ich befinde mich inzwischen fast in der Mitte des Buches. Es passiert nicht viel. Es werden ein paar Tote gefunden – Menschen, aber auch (wilde) Tiere. Zwischendurch begleitet man die verschrobene ältliche Janine durch ihren Alltag und in ihren Gedanken. Manchmal übersetzt sie mit einem ehemaligen Schüler Gedichte von Blake, erstellt Horoskope oder sinniert über die Astrologie und deren Einfluss auf die Menschen. Dann kümmert sie sich um die im Winter verlassenen Häuser, oder fährt in die Stadt, um ihre Englisch-Schüler zu unterrichten. Gern hält sie sich auch bei der Polizei auf, um denen auf die Nerven zu gehen, weil wieder ein Tier gewildert wurde. Somit plätschert die Handlung eigentlich dahin. Komisch daran ist aber, dass ich nicht in Versuchung bin, das Buch abzubrechen. Würde ich bei einem Buch, das einfach nur dahinplätschert, sonst sofort machen. Irgendwas muss mich also festhalten. Und ich kann mir nicht erklären, was. Es muss die Atmosphäre sein. Und wohl auch Janines Gedanken. Sie sind nicht vernünftig und scheinen auch nicht fundiert. Einfach eine verschrobene Alte, der man nur unaufmerksam und fluchtbereit zuhören würde. Und dann kommt schließlich wieder ein Gedanke Janines, der doch die Wahrheit trifft, und nachdenklich stimmt.

So langweile ich mich nicht beim lesen, freue mich auch immer aufs weiterlesen. Einfach weil ich mich dort gern aufhalte, auch wenn ich wirklich nicht verstehe, warum. Denn eigentlich wäre es ein Buch, das mich nicht genug fesselt.

Dass es ein ungewöhnlicher Thriller ist, steht außer Frage. Aber so herausragend wie ich gedacht hatte, ist er auch nicht. Wer das Buch also noch nicht hat, und ohnehin unschlüssig ist, sollte sicher meinen weiteren Bericht noch abwarten. Ich bin selbst gespannt, wie lesenswert ich es abschließend finden werde.

@Josie: Du liest gerade „Grabesgrün“?! Das ist schön – ich höre gerade das Hörspiel! :-)
Ich bin ja eine derjenigen, die ganz begeistert von dem Buch waren. Überhaupt von den Büchern Tana Frenchs. Von ihren Geschichten geht immer eine ganz eigene und sehr intensive Atmosphäre aus. Dafür liebe ich diese Bücher. Und ich kann Dir sagen: Wenn Dir „Grabesgrün“ (besonders wegen der dichten Atmosphäre) weiterhin gefällt, so lohnen sich auch die beiden anderen Bücher der Autorin. Sie sind wieder ganz anders als „Grabesgrün“ (eine Stärke der Autorin: Sie erzählt nicht mehrmals ein und dieselbe Geschichte, sondern hat wirklich immer was ganz Neues), haben aber eine ebenso unvergessliche Atmosphäre, in der man sich total verliert, und die einen in ihren Bann zieht.

Auf die Krimis von M. M. Kaye. bin ich nun schon so oft hier im Forum neugierig gemacht worden. Irgendwann bin ich so weit, und kaufe sie mir. Scheint ebenfalls viel Atmosphäre zu haben. Ich liebe so was.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Rachel » Fr 16. Sep 2011, 11:03

Hallo Petra,

Petra hat geschrieben:@Rachel: In beide Bücher habe ich gestern reingelesen. In „Lügen über meinen Vater“ bei buecher.de und in „Die Finkler-Frage“ per Leseprobe über den Kindle. Und ich muss ehrlich sagen: Beide reizen mich nun noch mehr. Auch was Du über die schöne Sprache sagst, die John Brunside benutzt, verstärkt mein Interesse. Und in der Leseprobe konnte ich mir davon auch schon einen guten Eindruck verschaffen. Das könnte wirklich sehr schön sein. Ebenso hat mir das reinlesen in „Die Finkler-Frage“ sehr gefallen. Der Erzählstil, die Stimmung, die Themen. Das Buch liegt gemeiner Weise auch noch in meiner kleinen Ortsbuchhandlung aus. Der Griff ist so nah! ;-)

Der Burnside war für mich ein sehr intensives Leseerlebnis und definitiv eines meiner Highlights in diesem Jahr, kann ich wirklich sehr empfehlen. Ich denke, wenn einen sowohl das Thema, als auch die Leseprobe ansprechen, kann man eigentlich nicht allzu viel falsch machen. ;)

"Die Finkler Frage" gefällt mir bisher ebenfalls gut. Ich bin ja mit eher niedrigen Erwartungen an das Buch herangegangen, weil ich viel Negatives über das Buch gelesen hatte, aber bisher haben sich meine Befürchtungen nicht bewahrheitet. Ich bin gespannt, ob das so bleibt.
Liebe Grüße,
Rachel

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