Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Plattform zum Austausch über Bücher und Themen rund ums Buch.
Forumsregeln
Kommerzielle Einträge werden ohne Kommentar gelöscht!

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon SilkeS. » Mo 24. Jan 2011, 10:10

Hallo Doris!

Denn habe ich auch vor ein paar Jahren gelesen und hatte großen Spaß daran. Ich wünsche Direin tolles Leseerlebnis an den Lausbubenstreichen und Abenteuern.

Gruß Silkes,
SilkeS.
 
Beiträge: 317
Registriert: Mi 15. Jul 2009, 09:41

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mo 24. Jan 2011, 10:19

Hallo zusammen,

bevor ich zu Eurem interessanten Lesestoff komme, hier erst mal meine :arrow: Rezension zu Gerbrand Bakkers "Oben ist es still". Das Jahr ist noch so jung, und schon durfte ich volle Punktzahl vergeben. Ein so leises Buch, das gerade deshalb so eindringlich ist. Und eine Figur, die ich nicht vergessen werde. Helmer, der Bauer wider Willen, der aufbegehrt gegen seinen Vater und sein Leben. In seinen kleinen Grenzen. Das ist so ergreifend. Helmers karges Leben ist hier in eine karge und doch so wunderschöne Sprache gefasst, dass ich das einfach nur bewundern kann. Ein ganz stilles und doch so intensives Leseerlebnis. Ich bin begeistert!

Zum Ausgleich habe ich nun wieder zu einem schottischen Thriller gegriffen. Ich war eh zu neugierig auf Peter Mays "Blackhouse", der soeben erschienen ist. Als ich anfing, war ich mir nicht sicher, ob diese Geschichte nicht zu sehr Tana Frenchs "Sterbenskalt" gleicht, als dass ich ihn so kurz nach "Sterbenskalt" lesen möchte. Denn auch hier kehrt jemand (Fin) unfreiwillig wegen Ermittlungsarbeiten in seine Heimat (Isle of Lewis) zurück und wird dort mit seiner Kindheit konfrontriert. Auch Fin wollte nie zurückkehren. Die Gründe dafür kenne ich noch nicht, außer dass sein Heimatort keine Zukunft bot und er sicher den dort starken religiösen Zwängen entfliehen wollte. Aber mehr weiß ich noch nicht dazu. Doch er hat das Angebot angenommen, da er so aus seinem häuslichen Umfeld entfliehen konnte, wo gerade seine Ehe die Basis verloren hat, da das gemeinsame Kind gestorben ist.

Meine Zweifel, ob ich jetzt kurz hintereinander zwei so ähnlich klingende Geschichten lesen will/kann, haben sich bisher zum Glück nicht bestätigt. Das reinlesen hat mich immer mehr hineingezogen in das Geschehen, so dass ich mich da nun auch nicht mehr würde lösen wollen.

Auch hier gibt es zwei Erzählstränge: Einen in der Jetzt-Zeit, einen in der Vergangenheit, also Fins Kindheit. Eine zweite Befürchtung war, dass die Kindheitserinnerungen mich nicht so fesseln würden. Denn aus einer der ersten beiden Kundenrezensionen bei Amazon klang heraus, dass dieser Erzählstrang ein bisschen das Tempo heraus nehme und ein bisschen weniger der Erinnerungen besser gewesen wäre, obwohl sie schon auch für den Krimi wichtig seien. Doch bisher haben sich meine Befürchtungen auch hier nicht bestätigt. Ich fand die ersten Szenen aus Fins Kindheit genauso ansprechend und fesselnd, wie die in der Jetzt-Zeit. Und wenn das so bleibt, dann wird mir das vielleicht besser gefallen als dem Rezensenten, da ich ein Krimi mit viel Beiwerk - wenn es denn gut gemacht ist und der Geschichte dient - eigentlich oft lieber mag, als einen zu strikten Thriller, der nach Schema F geschrieben ist. Diese Versatzstücke, aus denen solche Thriller manchmal gemacht sind, langweilen mich dann eher.

Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt. Bisher bin ich jedenfalls so richtig mitten drin und freue mich schon sehr aufs weiterlesen - in beiden Strängen!

Und das Hörbuch zu dem Thriller habe ich auch bereits auf meinem iPod und kurz reingehört. Schade sicher in dem Fall, dass es gekürzt ist (von 460 Seiten sind 5 CDs übrig geblieben). Aber zum später die Geschichte noch mal erleben bestimmt genau richtig. Denn der Sprecher (David Nathan) hat mich auch direkt in die Geschichte reingezogen.

Ich werde weiter über mein Leseerlebnis berichten! :-)

@Maria: Ich glaube mir geht es mit Annie Proulx ähnlich. Ich habe wohl auch Angst, dass ein weiterer Roman von ihr so gar nicht mit ihren "Schiffsmeldungen" mithalten kann. Denn dieses Buch ist mir unvergessen. Ich lasse mich hier aber gerade sehr gern von Dir ermutigen! Vielen Dank auch für die Zitate. Ich habe auch den Anfang in der Leseprobe bei buecher.de nachgelesen. Doch, das klingt ganz nach einem weiteren tollen Buch von dieser ungewöhnlichen Autorin. Berichte bitte auch unbedingt abschließen, wie es Dir gefallen hat, ja? Auch im Vergleich zu "Schiffsmeldungen". Das interessiert mich sehr!

@Didonia: Da Dir der Film zu "Schiffsmeldungen" gut gefallen hat, wird Dir das Buch inhaltlich vermutlich auch liegen. Denn der Film ist erfreulicher Weise nahe an der Vorlage. Und auch die Stimmungen sind darin sehr schön eingefangen. Und um der Atmosphäre Willen schon lohnt das Buch. Einzig ist es ein Buch, für das man Zeit braucht. Denn die Geschichte ist langsam und eigenwillig erzählt. Spröde - was aber die Figur des Quoyle absolut passend in Szene setzt. Und überhaupt: auch die spröde Landschaft. Da muss man sich drauf einlassen. Aber ich finde es lohnt - sehr sogar! Schön, dass Du durch unsere Unterhaltung nun auch auf das Buch neugierig geworden bist! Für mich eines der wenigen wirklich unvergesslichen Leseerlebnisse, die man im Leben hat.

@Silke: Oh wie schön, Du liest "Winter in Maine". Ebenfalls ein Buch, das mich nie ganz loslassen wird. Es ist für mich ein ganz besonderes Buch. Und schon zu Anfang bekommt man eine Vorstellung davon, wie eindringlich es ist. Denn diese Szene mit dem Hund, trifft Julius Winsome ebenso ins Herz, wie den Leser. Am Ende des Buches konnte ich mich lange Zeit nicht von Julius Winsome lösen. So sehr hat er mich berührt.

@Doris: Oh, Du liest "Tom Sawyer". Mark Twain ist wirklich ein so toller Erzähler, dass es immer wieder eine große Freude ist! Und Figuren wie Tom Sawyer wiederzubegegnen, ist ebenfalls eine große Freude. Weiterhin viel Vergnügen mit dem Buch, liebe Doris! (Deine Januar-Liste hast Du somit dann ja schon abgearbeitet! :D )
Liebe Grüße,
Petra


Ich lese gerade: :lesen:
Ina Bhatter - Drei Tage im Schnee (HC)
- (ebook)

Ich höre gerade: :kopfhoerer:
Simon Beckett - Die ewigen Toten (ungekürzte Lesung)

Buecher4um
Hoerbuecher4um
Seifen4um
Petras SeifenKUNST
Benutzeravatar
Petra
Administrator
 
Beiträge: 14501
Registriert: Do 27. Mär 2008, 13:34

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mo 24. Jan 2011, 11:09

Tollen Lesestoff habt ihr: Annie Proulx, Tom Sawyer, ein schottischer Thriller und Winter in Maine ! Wunderbar !

Ich habe heute morgen mit Salambo von Flaubert angefangen. Es ist ja ein historischer Roman über Karthago und ich muss sagen, es fällt mir als Leser von historischen Romanen schon sehr schwer, mich auf diesen einzulassen. Denn natürlich merkt man ihm den Klassiker an - die Sprache, der Einstieg, im Vergleich zu heutigen historischen Romanen schon sehr viel umständlicher und holpriger, auch etwas sehr pathetisch ;) Ich hatte schonmal mit einem anderen Klassiker im historischen Gewand, Pompeji von Bulwer-Lytton meine Schwierigkeiten und mit scheint, das ist jetzt wieder so. Ich hoffe, ich kann mich noch daran gewöhnen.
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
Benutzeravatar
steffi
 
Beiträge: 5280
Registriert: Mi 2. Apr 2008, 12:56

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mo 24. Jan 2011, 11:17

steffi hat geschrieben: Ich habe heute morgen mit Salambo von Flaubert angefangen. Es ist ja ein historischer Roman über Karthago und ich muss sagen, es fällt mir als Leser von historischen Romanen schon sehr schwer, mich auf diesen einzulassen. Denn natürlich merkt man ihm den Klassiker an - die Sprache, der Einstieg, im Vergleich zu heutigen historischen Romanen schon sehr viel umständlicher und holpriger, auch etwas sehr pathetisch ;) Ich hatte schonmal mit einem anderen Klassiker im historischen Gewand, Pompeji von Bulwer-Lytton meine Schwierigkeiten und mit scheint, das ist jetzt wieder so. Ich hoffe, ich kann mich noch daran gewöhnen.



oh, hoffentlich mußt du dich nicht durchquälen, denn trotz der Pathetik ist es auch eine kraftvolle, oft grausame Sprache. Wirkte auf mich fesselnd; aber ich mags ja auch ganz gern pathetisch und altmodisch.

Liebe Grüße
Maria
Schöne Grüße, Maria
Aktuell:

250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann (24. Jan.)
100. Geburtstag Siegfried Lenz (17. März)
100. Geburtstag Ingeborg Bachmann (25. Juni)
100. Todestag von Rainer Maria Rilke (29.Dez.)


Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden ( Tacitus )
Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang v. Goethe)
Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe (Rainer Maria Rilke)
JMaria
Moderator
 
Beiträge: 16903
Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon lucy » Mo 24. Jan 2011, 18:10

Hallo zusammen!

Ich habe Wölfe von Hilary Mantel erst einmal zurück gestellt. Mein Privatleben ist momentan zu hektisch, um mich auf die Geschichte einzulassen. Die Sprache hat mir sehr gut gefallen. Das Buch war nur geliehen, ich werde es mir demnächst selbst zulegen.

Zur Ablenkung musste wieder ein Krimi ran, der 2. Band von Brian McGilloway. Eine Leiche macht noch keinen Sommer war wieder sehr gut. Er spielt wieder in den Borderlands, dem Grenzgebiet zwischen Irland und Nordirland.
" An all die Bücher zu denken, die mir noch zu lesen bleiben, macht mich glücklich!" (J. Renard)
***********************************


Hilde Artmeier: Die Tote im Regen
N.N.: Mord am Hellweg (Bettbuch)
Arno Geiger: Alles über Sally (Hörbuch)
Benutzeravatar
lucy
 
Beiträge: 256
Registriert: Mo 31. Mär 2008, 14:54

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon SilkeS. » Di 25. Jan 2011, 09:37

Hallo zusammen!

ich bin fertig mit Winter in Maine und zwiegespalten.
Aus Vorsicht vor Spoilern, markiere ich den unten stehenden Text mal:

Zum einen finde ich es super traurig und realistisch geschrieben, von
den Gefühlen bei der Angst um den Hund, den Schock über das Auffinden
des angeschossenen Tieres, das Bangen, ob der TA ihm helfen kann und
dann die Trauer, Hilflosigkeit, Wut über den Tod.
Diese letzten Gefühle lassen ihn dann einfach gefühlgeleitet reagieren,
zuerst das Aufhängen von Plakaten, die immer und immer wieder mit
blöden Sprüchen bekritzelt werden und schließlich zur Tat, in dem er
einfach los geht und Leute abschießt, wie eben sein Hund abgeschossen
wurde - aus, in seinen Augen: Unschuldigkeit. Von der Grundidee her
nicht schlecht und von der Gefühllage auch nachvollziehbar, jedenfalls
für mich.
Es gibt dann ein Katz und Maus spielt im Ort, die Männer des Ortes
wollen den Täter fassen und er, der Täter mischt sich darunter umd nah
am an der quelle zu sein und somit besser reagieren zu können.
Dieses Teil fand ich dann doch wieder spannend. Das Ende geht es dann
ziemlich offen zu Ende. Stellt er sich,
hat er den Täter in dem einen Mann wirklcih gefunden, wie geht das Buch
aus?????



Ich habe grad einen richtig guten Lesefluss und die Bücherseiten flutschen nur so beim Lesen dahin.
Daher waren die 206 Seiten von Winter in Maine an einem Tag gelesen.

Gestern mußte ich mir also ein neues Buch suchen und meine Wahl fiel auf:

Die Hassliste von Jennifer Brown

Ein Jugendbuch mit dem höchst brisanten Thema Amokschütze.


Ich finde es super geschrieben und auch ein "interessante" Perspektive aus Sicht einer Schülerin.
Kennt ihr jemand das Buch schon?

Gruß SilkeS.
SilkeS.
 
Beiträge: 317
Registriert: Mi 15. Jul 2009, 09:41

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Di 25. Jan 2011, 10:33

Hallo Silke und Lucy,

@Lucy: Es gibt Bücher, die eignen sich wirklich nur, wenn man die nötige Ruhe dafür hat. "Wölfe" scheint so eines zu sein. Gut also, dass Du es Dir lieber kaufen magst und später einmal liest, wenn es wieder ruhiger geworden ist. "Eine Leiche macht noch keinen Sommer" ist also ein 2. Band einer Serie. Das wusste ich gar nicht. Ich habe das Buch schon oft ausliegen sehen und fand den Titel so amüsant. ;-)

@Silke: Ich antworte Dir auf Deine Fragen zu "Winter in Maine" auch lieber in Spoilerschrift, da das wirklich zu viel verraten würde:

Ich glaube, man sollte nicht versuchen, dieses Buch wie einen Krimi zu betrachten. Ich fand es sehr gut, dass Gerard Donovan nicht durchblicken lässt, ob der Täter wirklich unter den Erschossenen war. Und was mit Julius wird. Denn das hätte zu viel von einem Krimi gehabt. Für mich war dieses Buch absolut gar kein Krimi. Und jedes Element eines Krimis hätte ihm einen kleinen Anstrich davon gegeben, was ich schade gefunden hätte.

Die Gründe von Julius Tat liegen für mich nicht so sehr in seinem Leid über den Verlust seines Hundes. Sondern viel tiefer. Die Einsamkeit, in der er lebte, der Verlust der Geliebten. Alles was ihm blieb, war Hobbes. Als man ihn abgeknallt hat, ist bei Julius der Faden gerissen. Die Grenze zwischen Recht und Unrecht verwischt. Was da aus ihm herausbricht ist eine Wut - auf die Täter, ja. Aber auch auf das Leben, auf die Verluste, auf die Einsamkeit.

Interessant ist wirklich, wie sehr man mit Julius sympathisiert. Ihm, einem eiskalten Amokläufer. Aber eiskalt ist er eben nicht. Er ist zerstört. Wie die Blumen auf dem Beet dem Winter gewichen sind, so ist auch seine Seele von Schnee bedeckt worden, bis sein Herz gefror.

Ein offenes Ende war für mich daher mehr oder minder unvermeidlich, um das eigentliche Thema nicht zu stören.

Ich denke, Julius stellt sich am Ende. Aber genau wissen kann man es nicht. Würde für mich aber am besten passen. Denn sein Leben ist beendet. Es ist nichts mehr da, für das sein Herz schlagen könnte. Alles weg.

Eines noch: In dem Buch geht es auch ums Töten. Und immer ist es ein sinnloses Töten: Im Krieg. Das Abknallen des Hundes. Und dann schließlich Julius Amoklauf. Ob Julius den Richtigen erwischt hat, verliert im Vergleich zu den anderen Arten des sinnlosen Tötens an Bedeutung, meine ich.

Ich hoffe, meine Eindrücke zu dem Buch helfen Dir etwas weiter.


Und hier noch meine :arrow: Rezension zu "Winter in Maine".
Liebe Grüße,
Petra


Ich lese gerade: :lesen:
Ina Bhatter - Drei Tage im Schnee (HC)
- (ebook)

Ich höre gerade: :kopfhoerer:
Simon Beckett - Die ewigen Toten (ungekürzte Lesung)

Buecher4um
Hoerbuecher4um
Seifen4um
Petras SeifenKUNST
Benutzeravatar
Petra
Administrator
 
Beiträge: 14501
Registriert: Do 27. Mär 2008, 13:34

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Di 25. Jan 2011, 10:35

JMaria hat geschrieben:oh, hoffentlich mußt du dich nicht durchquälen, denn trotz der Pathetik ist es auch eine kraftvolle, oft grausame Sprache. Wirkte auf mich fesselnd; aber ich mags ja auch ganz gern pathetisch und altmodisch.


Nein, durchquälen muss ich mich nicht. Es ist nur so, dass viel mehr auf das ganze Drumherum eingegangen wird als auf die Hauptpersonen. Die bleiben bisher im Vergleich ziemlich blass. Ich mag ja grade bei historischen Romanen die Verflechtung des persönlichen Schicksals mit der Zeit. Also ein Held/Heldin im Vordergrund :D - aber sprachlich und auch die gewaltigen Bilder, die Flaubert da im Kopf entstehen lässt, das ist schon grossartig !
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
Benutzeravatar
steffi
 
Beiträge: 5280
Registriert: Mi 2. Apr 2008, 12:56

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Di 25. Jan 2011, 10:40

zu Winter in Maine:

ich stimme da Petras Eindruck zu, mir ging es so ähnlich. Die Hauptaussage des Buches steckt aber wohl im Namen des Hundes: Hobbes. Der war ja ein Philosoph und ich kopiere jetzt mal einenSatz aus wikipedia:

Wie auch später im Leviathan (1651) argumentierte er für die Übertragung aller Gewalt auf einen souveränen Herrscher, da im „Naturzustand“ ein egoistischer Krieg „aller gegen alle“ um Besitz und Ansehen herrsche, der nur durch die Angst vor der Strafe durch eine übermächtige Gewalt verhindert werden könne. Quelle: wikipedia

Und in Winter in Maine ist eben dieser Naturzustand. Es stellt sich auch die Frage, wie weit bzw. ob wir (unsere Gesellschaft, der Mensch) von diesem Naturzustand weg sind oder jemals wegkommen.
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
Benutzeravatar
steffi
 
Beiträge: 5280
Registriert: Mi 2. Apr 2008, 12:56

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Di 25. Jan 2011, 10:41

steffi hat geschrieben: Nein, durchquälen muss ich mich nicht. Es ist nur so, dass viel mehr auf das ganze Drumherum eingegangen wird als auf die Hauptpersonen. Die bleiben bisher im Vergleich ziemlich blass. Ich mag ja grade bei historischen Romanen die Verflechtung des persönlichen Schicksals mit der Zeit. Also ein Held/Heldin im Vordergrund :D - aber sprachlich und auch die gewaltigen Bilder, die Flaubert da im Kopf entstehen lässt, das ist schon grossartig !


Hallo Steffi,

die Protagonisten kommen dem Leser nicht nahe; was aber mMn gut so ist, denn ihre Schicksale sind nicht gerade einfach (untertrieben ausgedrückt, will nicht mehr verraten). Da bleibt man lieber distanzierter Beobachter.

Liebe Grüße
Maria
Schöne Grüße, Maria
Aktuell:

250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann (24. Jan.)
100. Geburtstag Siegfried Lenz (17. März)
100. Geburtstag Ingeborg Bachmann (25. Juni)
100. Todestag von Rainer Maria Rilke (29.Dez.)


Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden ( Tacitus )
Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang v. Goethe)
Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe (Rainer Maria Rilke)
JMaria
Moderator
 
Beiträge: 16903
Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07

VorherigeNächste

Zurück zu Diskussionsforum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 33 Gäste