Hallo zusammen,
meinen monatlichen Mindest-Klassiker-Einkauf für Februar (habe ich mir ja für dieses Jahr vorgenommen) habe ich vorgezogen getätigt. Die Wahl fiel mir gar nicht schwer, denn ich habe gesehen, dass dieses Manesse-Buch derzeit nicht lieferbar ist. Eventuell kommt ein Nachdruck raus. Aber davon möchte ich mich nicht abhängig machen. So bin ich froh, dass ich noch ein neues Exemplar ergattert habe von
Nathaniel Hawthorne „Das Haus mit den sieben Giebeln“Auf Eindrücke zu „Der englische Patient“ hier im Forum wäre ich auch sehr interessiert. Den Film fand ich auch nicht so dolle. Ging mir ähnlich wie Steffi: zu schnulzig für mich. Aber ich habe vor einigen Jahren das Hörbuch gehört, das mir besser gefiel als der Film. Sein neuster Roman, „Katzentisch“, klingt auch interessant.
Und "Parrot und Olivier in Amerika" interessiert mich auch sehr. Ich bin ganz gespannt, welche Eindrücke Du beim Lesen dieses Romans von Peter Carey gewinnst, NatiFine!
Nicht wahr, Maria? Die Novelle „Ein Diebstahl“ von Saul Bellow klingt wirklich interessant. Dass sie Dir auch gefallen könnte, freut mich zu hören. Ich habe drüben im Hoerbuecher4um gerade berichtet, dass ich mir die Sendung des Literarischen Quartetts bei Youtube für den iPod heruntergeladen und umgewandelt habe, in der auch diese Novelle besprochen wurde. Ich bin schon gespannt darauf, was man beim Literarischen Quartett dazu geäußert hat.
Steffi, "Emily allein" ist inzwischen auch eingetroffen. Das reinlesen macht schon viel Freude. In der Literaturbeilage der NZZ steht auch etwas über den Roman. Ob ich mich der Kritik anschließen werde, bezweifle ich noch. Es wird Stewart O’Nan zum Vorwurf gemacht, dass er zu viele Klischees über das Alter aufgreift. Ich zitiere:
Was der 50-jährige Autor vorlegt, ist ein Klischee von Alter. Auf den 350 Seiten kommt alles vor, was man mit dem Alltag einer betagten Frau assoziiert: Vergesslichkeit, Angst vor Stürzen «beim Auffüllen des Vogelhäuschens», das Wählen der republikanischen Partei auch nach Bush, Schlaflosigkeit, Abhängigkeit von Nachbarn, Fixiertsein auf ein Haustier, Hang zu Paranoia, Arztbesuche, Testamentschreiben, Beerdigungen, verklärte Erinnerungen. Es fehlen die unerwarteten Einzigartigkeiten, die eine Figur lebendig machen. Nur Ansätze dazu sind zu erkennen: Etwa wenn Emily merkt, dass man ihr in ihren geliebten viktorianischen Filmen die Nebenrolle der schrulligen Alten geben würde, während sie sich selber immer noch in der Hauptrolle sieht. (Alles lesen)So reizvoll ich auch die hier erwähnte eingestreute Einzigartigkeit finde, so wichtig finde ich auch, dass man dieses Thema ehrlich aufgreift. Was nützt mir eine spektakuläre Emily, wenn das Alter eben von diesen Dingen und Ängsten begleitet wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass es die Gedanken und Gefühle wirklich vieler alternder Menschen sind. Wenn ich das Buch gelesen habe, werde ich dazu natürlich erst wirklich was sagen können. Ich freue mich sehr, Emily auf dem Weg einer ganz normalen alten Dame begleiten zu können, mit all ihren Sorgen und Nöten. Ich traue Stewart O’Nan da sehr viel zu.