Danke, Maria
Von dem Buch, das ich jetzt lese, bin ich regelrecht begeistert:
Ein altes Haus am Hudson River von Edith Wharton.
Vance Weston ist ein Sohn aus wohlhabendem Hause; der Vater ist Immobilienspekulant. Nach einer Krankheit fährt er zur Erholung zu entfernten Verwandten. Dort bekommt er Zugang zu einem alten Haus am Hudson River mit einer Bibliothek, wie er sie noch nie gesehen hat. Und er bekommt die Möglichkeit, sich dort aufzuhalten, zu stöbern und zu lesen. Bis eines Tages einige wertvolle Bücher verschwunden sind und er in den Verdacht gerät, sie gestohlen zu haben. So verlässt er die Verwandtschaft und macht sich auf nach New York, wo er seinen Traum, Schriftsteller, Dichter zu werden, verwirklichen möchte.
Doch Vince muss feststellen, dass es nicht so einfach ist. Er hat nur wenig Geld in der Tasche, auf Hilfe des Vaters braucht er nicht hoffen. Arbeit bei einer Zeitung findet er nicht. Eine Chance bleibt ihm noch: Mr. Frenside, den er bei der Verwandtschaft kennenlernte und der bei dem Intellektuellenblatt "Die Stunde" arbeitet.
Doch nachdem dieser die zerknüllten handgeschriebenen Zettel, auf denen Vance eigene Gedichte und einen begonnenen Roman notiert hatte, gelesen hat, schüttelte dieser den Kopf. Gedichte sind ein Luxus, wie ein Auto, davon kann man sich nicht den Lebensunterhalt verdienen.
Kurzgeschichten, damit hätte er eine Chance. Aber so etwas hat Vance noch nicht geschrieben.
Als er in seiner Pension war, fand er doch noch etwas Geschriebenes: "Ein Tag" - er schrieb es kurz nach seiner Krankheit wie im Wahn, als er den Revolver seines Vaters nicht fand. Den Mut, noch einmal direkt bei Mr. Frenside vorzusprechen, hatte er nicht, so steckte der es in den Briefkasten und bekam drei Tage später schon Antwort: Seine Erzählung soll veröffentlicht werden; anbei liegt ein Check über 50 Dollar. Und von Frenside der Tipp: "Fahren Sie heim und schreiben Sie noch mehr so Zeug."