Hallo zusammen,
auch ich habe, man staune, mein erstes Buch 2011 bzw. mein Mitbringsel von 2010 beendet

: "Drood". Wie erwartet (wobei ich nicht damit gerechnet hätte, dass ich letztendlich so lange brauche), wurde es zeitlich mal wieder eher ein Leseprojekt, was aber in dem Falle so gar nicht schlimm war, denn ich habe bis auf ein paar wenige Seiten jede einzelne genossen und bin gerade traurig, dass es nun fertig gelesen ist.
Petra, du fragtest mich seinerzeit wegen evtl. Längen: Die Geschichte um Drood bildet die Rahmenhandlung, jedoch ohne wirklich im Vordergrund des Buches zu stehen. Allerdings schweift Wilkie Collins als Erzähler im Buch ständig ab, berichtet von Dickens, sich selbst, ihrer Beziehung zueinander, dem Leben in London im 19. Jh. und vielen Dingen mehr. Es ist, als ob Simmons ein Netz gewoben hätte, Drood in der Mitte und von dort gehen scheinbar viele lose Fäden ab, die jedoch letztendlich für die Rahmenhandlung wichtig oder zumindest interessant sind und wieder dahin zurückführen. Dabei verwischt Fiktion und Realität sehr geschickt (ich habe recht viel und intensiv im Internet gestöbert, um das unterscheiden zu können und dabei auch recht interessante Informationen über die Schriftsteller und das London zu ihrer Zeit bekommen). Es ist leichte Lektüre, übrigens nicht gruselig, auch nicht wirklich spannend, aber dennoch hat mich der Schreibstil Simmons fasziniert und in einen Lesesog gezogen. Nichtsdestotrotz kann ich durchaus verstehen, wenn jemand das Buch entnervt zur Seite legt, denn was ich als herrlich unterhaltsame Abschweifungen vom Thema empfunden habe, empfindet manch einer sicher durchaus als langweilige und unnütze Länge.
Nun stand ich, wie es so oft nach einem Buch ist, was einem sehr gut gefallen hat, vor der schweren Entscheidung, was als nächstes nur lesen? Ich gehe auf Nummer Sicher und werde mal wieder zu Charlotte MacLeod greifen und "Miss Rondels Lupinen" lesen. Charlotte MacLeod ist immer gut für zwischendurch bei einem Lesetief oder wenn man, wie jetzt, nicht genau weiß, was man sonst lesen soll.
