Abgebrochene Bücher 2011

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Re: Abgebrochene Bücher 2011

Beitragvon Barbara » Mo 9. Mai 2011, 13:53

Liebe Petra,

Bücher abbrechen, ist immer schade. Auch ich mache dies immer sehr ungern und ich weiß auch wie schwer es Dir im Grunde fällt. Aber leider haben wir im Leben nicht unbegrenzt Zeit, uns mit Büchern, die uns im Grunde erfreuen und bereichern sollten, rumzuplagen. Daher finde ich toll, dass Du Dich durchgerungen hast und es abgebrochen hast.

Und schön, dass Du bereits etwas Neues zum Lesen gefunden hast. Ich wünsche Dir damit viel Freude und, dass es die richtige Wahl war.

ich selbst "tue" mich momentan auch etwas schwer mit dem Lesen. Ich beginne gerade wieder in die Phase des Lesens von Fachbüchern zu einzutauchen.
:lesen_und_nachdenken:
Liebe Grüße
Barbara
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Re: Abgebrochene Bücher 2011

Beitragvon Petra » Mo 9. Mai 2011, 15:14

Hallo Steffi und Barbara,

ja, man hadert mich sich bei einem Buchabbruch. Mir tut es meistens um die schon investierte Lesezeit leid. Aber ich kann damit inzwischen ganz gut leben. Hadere nicht allzu sehr mit mir. Dann habe ich wenigstens nicht noch mehr Zeit hineininvestiert. UND: Wenn ich mich durchquäle, verderbe ich mir auch meine Leselust. Und darum ist es mir dann noch mehr schade.

Mit meinem neu ausgewählten Buch ("Krematorium" von Rafael Chirbes) tue ich mich leider auch gerade schwer. Ich habe festgestellt, dass ich es am Wochenende wunderbar lesen konnte. Ich versank förmlich darin, allein schon in der tollen Sprache. Aber auch in den Themen, die er gnadenlos auf den Punkt bringt. Aber gestern hatte ich Migräne (leider ich leider ja sehr häufig drunter) und heute geht es auch nicht viel besser. Zudem war es morgens in der S-Bahn sehr laut, und heute Mittag in der Pause im Büro sehr unruhig. Und da merkte ich, dass das Buch dafür nicht gut geeignet ist.

Nun hadere ich wirklich mit mir. Denn einerseits will ich es so gern weiter lesen. Andererseits wird das ein schwieriges Unterfangen. Mal sehen, ob ich wieder zum parallel lesen übergehe, und das Buch zu Hause lese, in ruhigen Phasen. Und für die übrige Zeit was anderes aussuche.

Ich tue mich seit Fallada irgendwie schwer mit dem Lesestoff. Ob es auch ein wenig daran liegt, dass Fallada mich so erschüttert hat? Wahrscheinlich kommt das hinzu. Aber Chirbes verlangt seinen Lesern schon äußerste Konzentration ab.

Barbara, wie ich sehe, tust Du Dich selbst auch gerade schwer, was das Lesen anbelangt. Aber bei Dir sind es andere Gründe. Kann ich mich aber gut reinversetzen. Wenn man in Fachliteratur versinkt, dann ist nicht viel Platz daneben für Romane.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Abgebrochene Bücher 2011

Beitragvon JMaria » Mo 9. Mai 2011, 15:27

Hallo Petra,

da kam/kommt ja einiges bei dir zusammen; Migräne, ein Buch das große Aufmerksamkeit fordert und dann noch die Wahl eines Buches nach Falladas "Jeder stirbt für sich allein".

Ich war nach Fallada ein paar Tage knock out, was lesen betraf. Für mich mußte es was "Kurzes" sein, am besten auch mit einer knappen und präzisen Sprache. Mit Machfus "Karnak-Cafe" habe ich dann gut gewählt.

mit einem anderen Roman von Chirbes, nämlich Der Schuß des Jägers , hatte ich leichte Probleme, obwohl ich leise Töne mag, hat mich die etwas krude Art, wenn es um S.x. ging, gestört; erinnerte mich an Philip Roth. Auch ein Autor der ambivalente Gefühle in mir wach ruft.

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Re: Abgebrochene Bücher 2011

Beitragvon Petra » Mo 9. Mai 2011, 15:35

Hallo Maria,

dass Du mit Rafael Chirbes Probleme hattest, habe ich per Suchfunktion kürzlich auch nachgelesen. Ich kann das verstehen, denn Chirbes wird, was das betrifft, schon teils recht derb. Das stört mich meistens zwar nicht so, aber ich kann es gut nachvollziehen. In "Krematorium" spricht er über diese Dinge auch recht rüde.

Mir gefallen die Bilder, die er mit seiner Sprache brillant aufbaut, sehr! Aber man muss sich auf ihn wirklich konzentrieren. In manchen Kapiteln stärker, in anderen schwächer. Migräne, Geräuschkulisse, Ruhestörungen und ein langes sprachlich anspruchsvoll verpacktes Kapitel kamen jetzt gerade aufeinander. Und Fallada. Sehr richtig. Ich beobachte mal, wie es mir auf dem nach Hause Weg damit ergeht. Falls ich die Sätze nicht genügend zu fassen kriege, werde ich versuchen es zu Hause weiterzulesen. Vielleicht schaffe ich das Pralelllesen ja mal wieder. Eine zeitlang habe ich das ja sehr gern gemacht. Komisch, wie sich sowas manchmal ändert.

Ich hatte auf meiner Suche nach Chirbes im Forum auch entdeckt, dass auch Doris damals - für sie ebenfalls ausnahmsweise - ein Parallelbuch las (oder zumindest beabsichtigte sie das). Auch aus dem Grund, dass man "Krematorium" nicht eben mal so weglesen kann. Da würde auch wirklich zu viel an einem vorbei gehen.

Dass Du einen knock out nach Fallada hattest, ist verständlich. Scheint mir genauso zu gehen. Was das Buch mit einem gemacht hat. Erschreckend und beachtlich. Auf jeden Fall hat es mich unruhig gemacht. Diese Anspannung, diese Beklemmung. Da sucht man wirklich anschließend nach einem ruhenden literarischen Pol. Hoffentlich finde ich meinen bald.
Liebe Grüße,
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Re: Abgebrochene Bücher 2011

Beitragvon Barbara » Mo 9. Mai 2011, 16:26

Liebe Petra,



ja, genau, auch ich tue mich schwer mit dem Lesen meiner Freizeitlektüre. Aber ich genieße es momentan, Fachliteratur zu lesen und mich weiterzubilden. Auch dies braucht bei mir regelmäßig seinen Platz.
Bei mir sind es Phasen, die in regelmäßigen Abständen kommen. Es scheint, als brauche mein Gehirn dann anderes Futter.

Und nach so viel Tolstoi, Puschkin und Jane Austen, bin ich wieder bereit für den "nüchternen Alltag" und seinen Lesestoff.

Dass Du Dich nach Fallada nicht so recht auf ein neues Buch weinlassen kannst, kann ich sehr gut nachvollziehen, auch wenn ich Fallada nicht gelesen habe. Mit Sicherheit bist Du bewusst, aber auch zu einem großen Teil unbewusst noch damit beschäftigt all deine erlesenen Eindrücke zu verarbeiten. Das braucht gerade bei solch einem unter die Haut gehenden Buch Zeit. Und diese Zeit möchten sowohl Dein Kopf als auch Deine "Seele“ haben. Sie wollen zurzeit nichts Lesen, was Dich so vereinnahmt, was die Gedanken an Fallada verdrängen könnte.
Daher könnte ich mir vorstellen, dass du Dich leichter tun würdest, wenn Du zurzeit erst einmal zur Überbrückung ein leichteres Buch - eventuell einen Krimi oder so etwas, wie damals "Hingabe“, lesen würdest. Dann bist Du danach sicherlich wieder freier und aufnahmefähiger für anderes.
Das sind meine spontanen Gedanken zu Deinem kleinen „Dilemma“. Ich bin dabei von mir ausgegangen. Mir könnte dies helfen hat mir ja auch damals bei „Hingabe“ geholfen. Dank Deiner Hilfe.
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Re: Abgebrochene Bücher 2011

Beitragvon Petra » Mi 11. Mai 2011, 11:26

Hallo liebe Barbara,

ich habe Deinen Tipp beherzigt, und nun erst mal einen Thriller zwischen geschoben. Von Nicci French - für mich eine nahezu sichere Bank. Ich finde die Thriller immer sehr lebensnah geschildert, und kann eigentlich immer sehr gut darin versinken. Eine gute Mischung für mich aus Lesesog und einfache Unterhaltung, genau das brauche ich wohl im Moment. Ohne Deine Erinnerung an meinen Tipp an Dich mit "Hingabe", um wieder in einen Lesesog zu kommen, hätte ich es vielleicht nicht gemacht. Aber ich fand, Du hast doch sehr recht. Und die Rechnung scheint aufzugehen. Ich bin schon mitten drin in der Geschichte und es fluppt wieder. ;-)

An Rafael Chirbes ist mir aufgefallen, dass sein "Krematorium" sich wirklich einfach nicht eignet, um es unkonzentriert (also mit Geräuschkulisse unterwegs) zu lesen. Auch eignet es sich nicht, am Stück gelesen zu werden. Man sollte es nach einem Kapitel erst mal wieder zuklappen, damit man die ganzen Gedanken, die er hineingelegt hat, erst mal verarbeiten kann. Sonst geht es zu sehr an einem vorbei, was sehr schade wäre. So werde ich es mir jetzt einfach immer mal zwischendurch schnappen.

So ist es zwar schade, dass die ganzen Bücher, die zu Hause liegen und mich locken, gerade nicht an mich herankommen. Aber lese ich sie wenigstens nicht zu einem falschen Zeitpunkt, und beschäftige mich nun erst mal mit dem Thriller. Und auch danach werde ich in mich horchen, ob ich wieder bereit für neues gehaltvolles Lesefutter bin. Ansonsten habe ich noch andere reizvolle Thriller und Krimis, die ich sowieso gern an den warmen/heißen Tagen lese, wo die Gedanken zäher fließen.

Alles hat seine Zeit. Wenn man das erkennt, und danach lebt, macht man es sich einfacher, stelle ich mal wieder fest.

Danke für die Unterstützung! :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Abgebrochene Bücher 2011

Beitragvon Barbara » Do 12. Mai 2011, 06:09

Liebe Petra,

das freut mich sehr, dass ich Dir mit meinem Tipp helfen konnte. Zumal ich zurzeit nichts Interessantes an Literatur hier beisteuere.
Alles hat seine Zeit. Wenn man das erkennt, und danach lebt, macht man es sich einfacher, stelle ich mal wieder fest.

Genauso sehe ich es mittlerweile auch und es stimmt: Man lebt wirklich um einiges leichter. Das kann ich bestätigen.

Ich wünsche dir noch viel Freude mit Nicci French.
:lesen_und_nachdenken:
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Re: Abgebrochene Bücher 2011

Beitragvon Petra » Do 12. Mai 2011, 08:18

Hallo Barbara,

Barbara hat geschrieben:Genauso sehe ich es mittlerweile auch und es stimmt: Man lebt wirklich um einiges leichter. Das kann ich bestätigen.


Die Erkenntnis ist in jedem Fall gut. Denn sonst stresst man sich doch nur unnötig mit Dingen, die man doch gerade nicht ändern kann.

Barbara hat geschrieben:Ich wünsche dir noch viel Freude mit Nicci French.


Dankeschön. Der liest sich einfach so weg. Somit genau richtig! :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Abgebrochene Bücher 2011

Beitragvon JMaria » So 19. Jun 2011, 09:42

Hallo zusammen,

in diesem Jahr gabs bei mir zwei Abbrüche:

-Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer
-Michael Collins: Der Bestseller-Mord

Gruß,
Maria
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Re: Abgebrochene Bücher 2011

Beitragvon Petra » So 19. Jun 2011, 11:40

Hallo Maria,

zu Michael Collins habe ich Dir eben schon im M. Collins-Thread geschrieben. Gut, dass Du die Bücher hier auch verzeichnest. Ich finde die Sammlung an abgebrochenen Büchern hier immer sehr interessant.

Siri Hustvedts "Der Sommer ohne Männer" hatte mir beim reinlesen letztens besser gefallen, als ich gedacht hatte. Aber ich glaube auch, dass es ein Buch ist, das man nicht unbedingt gelesen haben MUSS. Das Thema finde ich sehr interessant, aber sie hätte sicher mehr heraus holen können, so mein Eindruck beim reinlesen. Wenn ich es also mal lese, dann mit nicht so ganz hohen Erwartungen. Vielleicht ist das eine gute Einstellung zu dem Buch.
Liebe Grüße,
Petra


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