Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Hermy » Do 22. Sep 2016, 10:00

Viel Freude beim Lesen von Königsalle, steffi. Ich habe den humoristischen Roman sehr gemocht und ihn auch mehrfach verschenkt. Man muss garnicht die Werke von Thomas Mann gut kennen, um bei diesem Ausflug ins Düsseldorf der Nachkriegszeit Gefallen zu finden.
Beste Grüsse
Hermy


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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Do 22. Sep 2016, 14:18

Moin, ihr Lieben,

kennt ihr den Privatermittler Karl Kane? Garantiert kein Cozy-Krimi, kann ich euch sagen. Ich hab mal eine kleine Rezi geschrieben: viewtopic.php?f=9&t=5730
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Do 22. Sep 2016, 18:37

Hermy hat geschrieben:Viel Freude beim Lesen von Königsalle, steffi. Ich habe den humoristischen Roman sehr gemocht und ihn auch mehrfach verschenkt. Man muss garnicht die Werke von Thomas Mann gut kennen, um bei diesem Ausflug ins Düsseldorf der Nachkriegszeit Gefallen zu finden.


Danke, hermy !
Gruss von Steffi

:lesen:
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Fr 23. Sep 2016, 11:18

steffi hat geschrieben:
Hermy hat geschrieben:Viel Freude beim Lesen von Königsalle, steffi. Ich habe den humoristischen Roman sehr gemocht und ihn auch mehrfach verschenkt. Man muss garnicht die Werke von Thomas Mann gut kennen, um bei diesem Ausflug ins Düsseldorf der Nachkriegszeit Gefallen zu finden.


Danke, hermy !



hab ich auch noch im SUB

:lesen_und_nachdenken:
Schöne Grüße, Maria
Aktuell:

250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann (24. Jan.)
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100. Geburtstag Ingeborg Bachmann (25. Juni)
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Fr 23. Sep 2016, 17:05

Moin miteinander,

ich lese mein drittes Buch von Petra Oelker. Von Buch zu Buch mag ich die Schriftstellerin mehr und habe bei Skoobe jede Menge E-Books gefunden, die ich von ihr noch lesen kann.

Nun ist erst mal Das glücklichste Jahr dran.

Am 8. Oktober 1776 gaben sich eine Frau und ein Mann in Jork bei Hamburg das Jawort. Die kluge Seidenhändlerin und der Dichter. Passten sie zusammen? Auf den ersten Blick nicht. Sie war die Witwe eines Hamburger Seidenhändlers und eine tüchtige Kauffrau mit vier Kindern (eine Tochter und drei Söhne) - Eva König. Er sollte Pfarrer werden. Doch er wurde Schriftsteller und ist jetzt herzoglicher Bibliothekar und Hofrat - Gotthold Ephraim Lessing. Die jüngsten sind sie beide nicht mehr: er 47, sie sieben Jahre jünger.
Ist diese Hochzeit vernünftig? Wohl nicht. Wenn sie vernünfitg heiraten wollten, sollte sie sich besser einen strebsamen, tüchtigen, gebildeten Bürger suchen. Doch sie liebt ihren Lessing. Und sie hat Jahre darauf gewartet, ihn endlich heiraten zu können.
Sie passen wohl doch ganz gut zueinander. Doch viel Zeit, ihre Ehe zu genießen, sollen sie nicht haben.

Petra Oelker hat anhand von Briefen, Dokumenten und genauen Recherchen eine der größten Liebesgeschichten der deutschen Literaturgeschichte nachgezeichnet.

Und so begann sie:

Eva Katharina wurde am 2. März 1736 in der Heidelberger Judengasse geboren. Vater und Mutter, eine Schwester und drei Brüder hofften, dass sie gesund bliebe. Einige Kinder waren in der Familie schon gestorben.
Gut 100 Jahre später erhielt die Judengasse einen anderen Namen, weil sich die Hausvermieter beschwerten, keine Wohnungen mehr an Studenten vermieten zu können.
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Sa 24. Sep 2016, 10:54

Didonia hat geschrieben:Moin, ihr Lieben,

kennt ihr den Privatermittler Karl Kane? Garantiert kein Cozy-Krimi, kann ich euch sagen. Ich hab mal eine kleine Rezi geschrieben: http://www.buecher4um.de/Foren/viewtopic.php?f=9&t=5730



danke für die Rezi, Didonia
eine Zeitlang las ich oft Hardboiled Krimis. Das Cover sieht stark aus!
:lesen_und_vortrag_halt:

https://www.amazon.de/dp/B01GU697MY/ref ... TF8&btkr=1
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Sonja » So 25. Sep 2016, 12:03

Gestern Abend habe ich Der schönste Grund, Briefe zu schreiben beendet und bin total begeistert. Genau das richtige Buch für die ersten schönen Herbsttage :buecher_boden:
Es hat mich auf andere Bücher neugierig gemacht und an Autoren erinnert, die ich schon länger mal lesen wollte: Borges, Neruda, Briefe an Milena von Kafka.
Neben Büchern und Briefen spielt auch die Bibliothek des Ortes eine Rolle und es gibt eine schöne Liebesgeschichte, an der Bücher eine kleinere bis größere Rolle spielen. So, mehr verrate ich nicht :mund_zu:

Selten greife ich nach einem Buch, das mich so begeistert hat, direkt zum Nächsten. Gestern wollte ich aber unbedingt noch ein bisschen lesen und ich nahm Jeden Tag, jede Stunde von Nataša Dragnić aus dem Regal und bislang mag ich es sehr. Heute Morgen habe ich gleich weitergelesen.

Der Distelfink - ja, mit ihm bin ich noch nicht durch. Nach der anfänglichen Begeisterung, tue ich mich seit dem Auftreten einer bestimmten Figur schwer mit ihm. An die Seite legen mag ich ihn aber auch noch nicht, vielleicht wird das ja wieder was mit uns.
Liebe Grüße, Sonja

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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » So 25. Sep 2016, 14:25

Das glückliche Jahr

Ganz anders erging es da Gotthold Ephraim Lessing. Er wurde 1729 im sächsischen Kamenz geboren. Der Vater war lutherischer Prediger und Archidiakon an der Marienkirche. Einige Vorfahren des Vaters waren Handwerker, doch zumeist waren sie Pastoren, Ratsherren, sogar Bürgermeister. Und sie hatten alle studiert.
Gotthold hatte einen überwachen Geist. Auch er wurde zuerst zu Hause unterrichtet. Mit acht Jahren kam er an die Lateinschule in Kamenz. Doch diese Schule konnte ihm schon bald nicht mehr genug an Wissen bieten.
Auf Bitten des Vaters beim sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. konnte Gotthold dann die traditionsreiche Fürstenschule St. Afra in Meißen besuchen. Dort eröffnete sich ihm eine ganz andere Welt.

Petra Oelker hat genau recherchiert. Doch nicht für alles gibt es Fakten. Für das, was nicht hundertprozentig belegt ist, zeigt sie uns verschiedene Möglichkeiten auf, wie es gewesen sein könnte.

Auch wie sich Engelbert König und Eva Katharina Hahn kennenlernten, ist nicht überliefert. War es zufällig und Liebe auf den ersten Blick? Oder war es, wie damals üblich, doch eher eine geplante Ehe? Petra Oelker spielt hier einige Möglichkeiten durch. Dabei erfahren wir auch einiges darüber, wer in der Stadt Geschäfte machen durfte und sich auch in die politischen Belange einmischen durfte.

Engelbert und Eva lebten nun in Hamburg. Was für ein Unterschied zu dem kleinen Heidelberg. Alles Negative dieser Zeit - üble Gerüche, Laster, Verbrechen und Pestilenz - vervielfachtn sich hier.

Aber es gab auch mehr Möglichkeiten, die verbleibende freie Zeit zu verbringen:

Eva las gerne, sie und ihr Mann gaben sogar Geld für Bücher aus. (Später, als sie wieder einmal ihren Haushalt auflösen und den restlichen Besitz in eine andere Stadt expedieren musste, waren auch große Bücherkisten dabei. Eine solche Menge an Büchern, schrieb ihr zukünftiger zweiter Ehemann, habe er ihr nicht zugetraut.) Nun konnte sie Bücher auch ausleihen. Nicht nur von ihren Freundinnen und Freunden, die Bibliothek der Commerzdeputation war mit 50.000 Bänden eine der größten in Europa und nur einen Katzensprung entfernt; sie konnte sie sehen, wenn sie sich aus einem Fenster ihrer vorderen Zimmer beugte. Auch die schon beachtliche, leider ziemlich vernachlässigte Bibliothek der städtischen Lateinschule Johanneum und des Akademischen Gymnasiums stand den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt offen. Romane fand sie in beiden kaum, deren Lektüre, zum Beispiel das gerade auf Deutsch erschienene Melodram 'Manon Lescaut' von Abbé Prévost, kamen in Mode, galten jedoch bei den meisten ernsthaften Menschen noch als leichtfertige Zeitverschwendung.


Zu der Zeit, als das frisch vermählte Paar in Hamburg eintraf, befand sich dort auch schon Gotthold Ephraim Lessing. Er war 27 Jahre alt, finanziell immer am Limit, doch bei lesenden Menschen war er schon berühmt.
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mo 26. Sep 2016, 23:10

Mit 25 Jahren war Eva sieben Jahre verheiratet und hat in dieser Zeit sieben Kinder geboren. Nur drei von ihnen überlebten. In den nächsten zwölf Jahren würde sie weiter vier Kinder bekommen, von denen nur drei erwachsen wurden.
Man sagt immer, früher erging es den Gebärenden besser. Sie waren mehr gewohnt als unsereins. Doch ganz im Gegenteil: Gute Hebammen waren rar gesät. Ebenso gute Ärzte. Oft wurde es mit der Hygiene bei der Geburt nicht so genau genommen.
Dazu kam, dass die Körper der werdenden Mütter geschwächt waren. Egal, aus welcher Gesellschaftsschicht sie kamen. Die, die Geld hatten, trugen enge Korsetts, wodurch ihre Brustkörbe deformiert und ihr Lungenvolumen reduziert waren.
Arme Frauen konnten sich zwar keine Korsetts leisten, aber auch keine gesunden Lebensmittel.

Ihr fragt euch sicher, wann Eva nun ihren Lessing kennenlernt. Das dauert noch ein Weilchen. Vorher erfahren wir von Petra Oelker noch einiges Geschichtliches. Was für einen Freundeskreis hatte das Ehepaar König? Nahmen Sie an Teetischen teil? Welche Zeitung lasen sie? Auch hier weiß Petra Oelker nichts Genaues, zeigt uns aber, wie es hätte sein können.

Damit ich euch nun nicht alles verrate, schließe ich hier und lege euch dieses wirklich interessante Buch ans Herz.
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon NatiFine » Di 27. Sep 2016, 10:25

Sonja hat geschrieben:Der Distelfink - ja, mit ihm bin ich noch nicht durch. Nach der anfänglichen Begeisterung, tue ich mich seit dem Auftreten einer bestimmten Figur schwer mit ihm. An die Seite legen mag ich ihn aber auch noch nicht, vielleicht wird das ja wieder was mit uns.


Liebe Sonja
, halte bitte durch. Es hat alles seinen Sinn. Mit dem Ende, das Dich erwartet, rechnest Du ganz bestimmt nicht. :ausflipp: :haare_zu_berge: :mund_zu:
Liebe Grüße
Renate

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