Hallo zusammen,
“Das Herz ist ein einsamer Jäger“ fesselt mich nicht so wie gedacht. Ich überlege, ob ich es weiterlese. Eigentlich breche ich Bücher nicht gern ab, von denen ich weiß, dass sie objektiv betrachtet lesenswert sind, und schon über so viele Jahre Bestand haben. Aber ich denke, dass ich es trotzdem tue. Das Thema Einsamkeit hat Brian Moore in „Die einsame Passion der Judith Hearne“ ansprechender behandelt. Oder auch Richard Yates hat mich in „Easter Parade“ vor kurzem mit diesem Thema berührt, und im letzten Jahr F. Scott Fitzgerald in „Der große Gatsby“. Aber Carson McCullers kommt nicht recht an mich heran. Ihre Schilderungen sind authentisch und haben durchaus Tiefe. Und doch berührt es mich nicht genügend, als dass ich die Figuren auf ihren einsamen Wegen weiter verfolgen möchte. Schade. Aber ich kann mir vorstellen es irgendwann als Hörbuch zu hören. Das fällt mir ja immer leichter.
Ich könnte mir aber vorstellen, es noch mal mit Carson McCullers zu versuchen. Denn auch wenn mich das Buch inhaltlich nicht fesselt, weiß sie doch mit ihrem Erzählstil zu fesseln. Sonst hätte ich gar nicht so weit gelesen. „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ hat sie ja sehr jung geschrieben, und es war ihr Debüt. Vielleicht liegt mir ein späteres mehr. Und da Du, Maria, von
"Spiegelbild im goldnen Auge" begeistert warst, habe ich das mal ins Auge gefasst. Vielleicht hast Du recht, und dieses Buch findet zu wenig Aufmerksamkeit gegenüber ihrem bekanntesten Roman.
Interessante finde ich, dass es Steffi mit Carson McCullers Figuren in ihren Erzählungen ähnlich ging. Dir sind also in
“Madame Zolensky und der König von Fnnland“ auch nicht nahe gekommen. Mir fehlt auch ein wenig die Erklärung dafür.
@Trixie: Genau den Gedanken hatte ich auch, als ich mich fragte, was ich anstatt von Carson McCullers lesen könnte. Und ich tendiere zu einem Cozy. Irgendwas freundliches unterhaltsames, um meine Stimmung positiv zu beeinflussen, und ein wärmendes und aufheiterndes Gefühl beim Lesen auslöst und Lust macht, weiterzulesen. Das hat auch viel mit dem Wetter zu tun. Auch ich fühle mich langsam depressiv bei dem Wetter. Es freut mich, dass Du für Dich die passende Lektüre gefunden hast, und die Krimis von K.K. Beck hören sich interessant an.
Dass K.K. Beck mit Michael Dibdin verheiratet war, ist eine schöne Information, Maria! Ich mag es, von solchen Verbindungen zu erfahren.

Den Film „Die Mumie“ (und die folgenden Teile) fand ich auch toll! Haben wir alle auf blu-ray, und es ist ein besonderes Vergnügen sie auf Leinwand zu schauen. Tolle Effekte, spannende Geschichten. Die schauen wir uns gern öfters an.
@Steffi: „Homer & Langley“ interessiert mich auch sehr; ich stelle mir ihre Symbiose auch gespenstig und damit faszinierend vor.
Und „Der Unberührbare“ von Banville subt schon viel zu lange bei mir. Danke für den Bericht, das Buch scheint wirklich zu lohnen.
@Maria: Die Lady Alexia Bücher interessieren mich durchaus auch, seit Ihr davon hier mal geschwärmt und ich reingelesen habe. Leider ist die Lesezeit ja immer begrenzt, so dass es dann doch wahrscheinlich eher nicht dazu kommt, dass ich sie lese. Umso erfreuter war ich, als ich kürzlich drüben im Hoerbuecher4um an Deine Info erinnert wurde, dass es die Lady Alexia Bücher als Lesungen bei Audible gibt. Das wäre meine Alternative.
@Didonia: Das finde ich auch – in Falladas „Jeder stirbt für sich allein“ kommen einem die Menschen und die Schicksale viel näher, als es in einer Dokumentation der Fall sein kann. Aus diesem Grund empfinde ich das Buch als ausgesprochen wichtig.
Ja, auch mir setzt immer sehr zu, zu was Menschen fähig sind, wenn ich davon lese. Erschreckt hat mich da auch das (wirklich tolle!) Buch „Ausnahme“ von Christian Jungersen. Denn hier werden die Themen Genozide und Mobbing miteinander vermischt. Und es wird dadurch ganz erschreckend klar, dass wir im Kleinen (z. B. Mobbing im Büro oder in einer Clique) schon zu großen Grausamkeiten fähig sind. Geschweige denn im Großen, wenn uns die Macht gegeben wird. Dass es auch im Kleinen immer und überall passieren kann und passiert, hat auch Bonny in ihrem Beitrag gut aufgegriffen.
Solche Zeiten können sowohl die schlechtesten als auch die besten Eigenschaften im Menschen hervorrufen. Die einen werden zu Bestien, die anderen zu wahren Helden.
„Jeder stirbt für sich allein“ sprach meine Gefühle so intensiv an, dass ich eines Nachts sogar davon träumte. Ein Buch, das mir sehr zugesetzt hat, ich aber nicht missen möchte.
Didonia, dass Du bei Enno Kluge einen Hals bekommst, kann ich gut verstehen. Ging mir auch so. Aber es zeigt auch wie unglaublich authentisch Fallada seine Figuren angelegt hat. Solchen Menschen begegnen wir immer und allerorts. Wie sie sich in solch schwierigen Zeiten einfügen und welche Dinge sie nach sich ziehen, ist ausgesprochen spannend. Hans Fallada hat für jeden Typus einen Stellvertreter geschaffen. Ihm ist das ganz toll gelungen.
@Bonny: Wie oben erwähnt, vielleicht wäre dann für Dich „Ausnahme“ von Christian Jungersen auch was. Daran fand ich auch faszinierend, dass es immer und überall passieren kann, und auch immer und überall passiert ist. Wir haben den Focus immer auf unsere eigene schreckliche Vergangenheit gerichtet. Darüber gehen weitere Genozide in anderen Teilen der Welt zu anderen Zeiten schnell unter. Aber dass sie passieren, hat ganz viel mit Soziologie zu tun. Und genau das ging mir beim Lesen von „Ausnahme“ auf. Ein tolles und wie ich finde thematisch auch wichtiges Buch. Es zeigt auch auf, dass auch wir dazu fähig wären. Im Kleinen lässt man sich auch oft von einer Gruppe mitreißen. Man kommt ans überlegen.
Auf „Der Besucher“ bin ich nun sehr gespannt. Ich denke, im nächsten Herbst könnte das eine geeignete Lektüre für mich sein. Dass Du wegen einer spannenden Stelle darin nicht einschlafen konntest, zeigt ja auch, dass es ein intensives Lesen ist. Sowas mag ich immer. Schön, wenn man richtig in eine Geschichte einsteigen kann. Das ist genau das, was mir derzeit bei meiner aktuellen Lektüre fehlt.
@Shaftoe: „Die nachhaltige Pflege von Holzböden“ – was für ein origineller Titel! Bei Amazon wurde ich nicht recht schlau daraus, um was es genau geht. Magst Du ein bisschen berichten?
@Alle: Nun möchte ich mich Turni und den anderen anschließen, und Euch allen ein frohes Osterfest wünschen! Schöne freie Tage!
