Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » So 31. Mär 2013, 15:30

Hallo Petra


“Das Herz ist ein einsamer Jäger“ fesselt mich nicht so wie gedacht. Ich überlege, ob ich es weiterlese. Eigentlich breche ich Bücher nicht gern ab, von denen ich weiß, dass sie objektiv betrachtet lesenswert sind, und schon über so viele Jahre Bestand haben. Aber ich denke, dass ich es trotzdem tue. Das Thema Einsamkeit hat Brian Moore in „Die einsame Passion der Judith Hearne“ ansprechender behandelt. Oder auch Richard Yates hat mich in „Easter Parade“ vor kurzem mit diesem Thema berührt, und im letzten Jahr F. Scott Fitzgerald in „Der große Gatsby“. Aber Carson McCullers kommt nicht recht an mich heran. Ihre Schilderungen sind authentisch und haben durchaus Tiefe. Und doch berührt es mich nicht genügend, als dass ich die Figuren auf ihren einsamen Wegen weiter verfolgen möchte. Schade. Aber ich kann mir vorstellen es irgendwann als Hörbuch zu hören. Das fällt mir ja immer leichter.

Ich könnte mir aber vorstellen, es noch mal mit Carson McCullers zu versuchen. Denn auch wenn mich das Buch inhaltlich nicht fesselt, weiß sie doch mit ihrem Erzählstil zu fesseln. Sonst hätte ich gar nicht so weit gelesen. „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ hat sie ja sehr jung geschrieben, und es war ihr Debüt. Vielleicht liegt mir ein späteres mehr. Und da Du, Maria, von "Spiegelbild im goldnen Auge" begeistert warst, habe ich das mal ins Auge gefasst. Vielleicht hast Du recht, und dieses Buch findet zu wenig Aufmerksamkeit gegenüber ihrem bekanntesten Roman..


“Das Herz ist ein einsamer Jäger“ kenne ich ja noch nicht, doch Ihren lakonischen Erzählstil bleibt die Autorin treu. Für mich transportierte gerade diese karg beschriebene Gefühlswelt das Scheitern und die Einsamkeit und mir genügte es als Leser den Beobachter zu spielen ohne eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen. Auch erklärt Carson McCullers nichts. Da ist Scott Fitzgerald natürlich sehr viel mitteilsamer.

Aufs Hörbuch umzusteigen, ist eine gute Alternative :)
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » So 31. Mär 2013, 17:27

Trixie hat geschrieben:Da habe ich doch gleich mal gestöbert. Der erste Fall, A Test of Wills, klingt schon mal spannend. Ich überlege nur, ob ich es mir in Englisch als Ebook besorge oder in Deutsch als Papierausgabe, falls es meiner Mutter auch gefallen könnte.

Hinter Charles Todd verbirgt sich, wie ich sehe ein Mutter-Sohn-Autorengespann, nämlich Caroline und Charles Todd. Ein Fall für den Schriftsteller-Familien-Thread.



Interessant, danke für die Info.
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Shaftoe » Mo 1. Apr 2013, 10:41

Petra hat geschrieben:
@Shaftoe: „Die nachhaltige Pflege von Holzböden“ – was für ein origineller Titel! Bei Amazon wurde ich nicht recht schlau daraus, um was es genau geht. Magst Du ein bisschen berichten?


das ist schnell getan: ein Chaot (der dem Alkohol nicht abgeneigt ist) soll auf die Wohnung eines Perfektionisten aufpassen (besonders auf den sündhaft teuren Holzboden). In der Edelbude wohnen auch noch zwei Katzen ! - Das kann nicht gut gehen, tut es auch nicht.

War ein nettes Buch für zwischendurch, die Sprache und der Humor waren genau auf mich zugeschnitten (woher die ganzen schlechten Rezis bei Omozan kommen kann ich mir nicht erklären, mir hats gefallen).

Grüße

S.
Als wir unser Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten verdoppelten wir unsere Anstrengungen Mark Twain
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mo 1. Apr 2013, 22:48

Hallo miteinander,
Hallo Petra,

dass Du schlecht geträumt hast, das kann ich Dir absolut nachempfinden.

Hir mal noch eine kleine zusammenfassung on mir zu dem Buch:

Erstmals erschien das Buch 1947 im Aufbau-Verlag. Fallada schrieb das Buch anhand der authentischen Geschichte des Ehepaars Otto und Elise Hampel. Sie hatten von 1940-42 in Berlin Postkarten gegen Hitler verteilt und wurden verraten. Allerdings wurde diese Ausgabe aus politischen Gründen stark gekürzt. Ich kann mir vorstellen, welche Kürzungen da stattfanden. Sicher viele derbe und rohe Sätze und auch das Verhalten der Jungkommunisten, mit denen Trudel Baumann eine Widerstandszelle gründen wollte.

Fallada hat es unwahrscheinlich gut die Angst beschrieben, die die Menschen, die sich gegen das System auflehnten, gefangen hielt. So beklemmend habe ich das noch nie gelesen. Und die Darstellung der Machthaber, ich hatte das Gefühl, beim Lesen immer kleiner zu werden.

Das Buch ist aufgeteilt in drei Bücher. Gerade im ersten Buch, als es hauptsächlich um die kleinen Ganoven Enno Kluge und Emil Barkhausen ging, habe ich das Buch kurz für einen Krimi abgebrochen und auch danach musste ich öfter Pausen einlegen. So einige Seiten habe ich nur quer gelesen, um dann doch wieder zurückzublättern und genau nachzulesen. Mit welcher Selbstverständlichkeit diese beiden Typen auf Kosten anderer gelebt, sich bereichert haben. Obwohl der Barkhausen ja dann glücklicherweise zum Ende hin mehr Pech hatte und Enno Kluge ein unrühmliches Ende gefunden hat.

Ich bin froh, dass das Buch, obwohl man es nicht erwarten kann, dann doch mit einem optimistischen Hauch endet.
"Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."

Markus Gasser
von meinem Lieblingsliteratur-Podcast "Literatur ist alles"
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Di 2. Apr 2013, 10:03

Hallo ihr Lieben,

ich wünsche euch allen Frohe Ostern gehabt zu haben :)!!!

Am Wochenende habe ich nun endlich den Besucher beendet und muss sagen, das Ende war so naja... Ich bin nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe... es lässt auf jeden Fall Raum für vielerlei Spekulationen.
@Steffi, ich würde mich da gerne mal kurz mit dir austauschen?!
Abschließend kann ich aber sagen, dass der Erzählstil von Sarah Waters mir sehr gut gefallen hat. Ich kann in gewisser Weise verstehen, dass viele das Buch langweilig finden, denn über lange Strecken passiert wirklich nicht viel bis nichts... aber dennoch hat mich die Erzählweise gefesselt, so dass ich immer gerne weitergelesen habe!

Vom Osterhasen bekommen, habe ich dann gleich im Anschluss Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry von Rachel Joyce begonnen.

Zitat aus dem Klappentext:

Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.

Ein ganz außergewöhnlicher und tief berührender Roman – über Geheimnisse, besondere Momente und zufällige Begegnungen, die uns von Grund auf verändern. Über Tapferkeit und Betrug, Liebe und Loyalität und ein ganz unscheinbares Paar Segelschuhe.


Harold Fry ist 65 und führt ein langweiliges Rentnerleben an der Seite seiner Frau Maureen. Die Eheleute haben sich nicht mehr viel zu sagen und die Tage verlaufen nach "Schema F". Harold ist ein Mensch, der eigentlich eher schüchtern ist, nicht gern im Mittelpunkt steht, nichts ungeplantes oder verrücktes tut und auch "noch nie weiter als bis zu seinem Auto gelaufen ist".
Dennoch bricht er ohne Vorwarnung und ohne Plan zu seiner Reise nach Schottland auf, denn er weiß genau, wenn er nach Hause zurückkehrt, um einen Plan zu erarbeiten, gar eine Reiseroute, dann wird er nie wieder losgehen... also muss es jetzt sein oder nie!

Das Buch gefällt mir bis jetzt sehr gut! Schon jetzt ist klar, dass Harold auf seiner Reise viele Dinge erleben und tun wird, die er noch nie in seinem Leben erlebt oder getan hat. Er bricht nicht nur zu einer Reise zu Queenie auf, sondern auch zu einer Reise zu sich selbst.
Zuletzt geändert von Bonny am Di 2. Apr 2013, 15:52, insgesamt 3-mal geändert.
Liebe Grüße,
Sabine

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Di 2. Apr 2013, 10:15

Petra hat geschrieben:@Bonny: Wie oben erwähnt, vielleicht wäre dann für Dich „Ausnahme“ von Christian Jungersen auch was. Daran fand ich auch faszinierend, dass es immer und überall passieren kann, und auch immer und überall passiert ist. Wir haben den Focus immer auf unsere eigene schreckliche Vergangenheit gerichtet. Darüber gehen weitere Genozide in anderen Teilen der Welt zu anderen Zeiten schnell unter. Aber dass sie passieren, hat ganz viel mit Soziologie zu tun. Und genau das ging mir beim Lesen von „Ausnahme“ auf. Ein tolles und wie ich finde thematisch auch wichtiges Buch. Es zeigt auch auf, dass auch wir dazu fähig wären. Im Kleinen lässt man sich auch oft von einer Gruppe mitreißen. Man kommt ans überlegen.

Ja, Ausnahme könnte in der Tat etwas für mich sein, darüber habe ich mich auch schon informiert als du davon geschrieben hast. ;)
Und du hast Recht, es ist schlimm, was in Deutschland geschehen ist, aber auch in anderen Ländern geschehen Dinge, die ebenso schlimm sind, für uns aber aufgrund unserer eigenen Vergangenheit eher in den Hintergrund rücken... Es ist richtig, dass nicht vergessen werden darf, aber wir sollten uns auch nicht ewig schuldig fühlen müssen!
Liebe Grüße,
Sabine

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Di 2. Apr 2013, 14:23

Bonny hat geschrieben:
Am Wochenende habe in nun endlich den Besucher beendet und muss sagen, das Ende war so naja... Ich bin nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe... es lässt auf jeden Fall Raum für vielerlei Spekulationen.
@Steffi, ich würde mich da gerne mal kurz mit dir austauschen?!


Gern - leg los ! Ich hab das Buch übrigens gerade JMaria ausgeliehen, mal sehen, was sie davon hält.

Ich spoilere jetzt mal ein bißchen:

Das Ende ist wirklich etwas unbefriedigend, aber insofern doch wieder schön, weil sich jeder seine eigene Lösung herbeidenken kann. Für mich ist Faraday der Verursacher, der alle in den Wahnsinn treibt, auch weil er als Ich-Erzähler auch die Leser manipulieren kann. Mich beschäftigt insoweit auch der Titel - denn zu seinem großen Ärger bleibt er ja gerade ein Besucher, obwohl er sich immer mehr mit dem Haus identifiziert.
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Di 2. Apr 2013, 15:10

steffi hat geschrieben:Gern - leg los !

Danke, dann spoilere ich mal zurück ;):
Ja, meine Theorie weist auch auf Faraday hin. Carolines Ausruf "Du!" kurz vor ihrem Tod (und in dem Zusammenhang sein Traum, in dem er aus dem Auto aussteigt und zum Herrenhaus geht...) und die letzten Sätze, in denen er beschreibt, dass er dem Geheimnis scheinbar nicht auf die Spur kommt, sondern "nur" sich selbst verzerrt im Spiegel sieht, habe ich auch so gedeutet... Und ja, der Buchtitel passt auch gut zu der Theorie!

Aber hat er das alles bewusst getan oder unbewusst? Ist er schizophren? Ist er real oder ein Geist...? Naja, letzteres wohl eher nicht... mh...

Eigentlich fand ich Faraday anfangs ganz nett, aber er wurde zusehends unsympathischer, und die ganze Geschichte mit der Verlobung und sein Verhalten, nachdem Caroline dann die Verlobung gelöst hatte, wurde immer würdeloser... Für mich war von Anfang an klar, dass das mit der Hochzeit nichts wird, Caroline hat ja gar nicht richtig "angebissen", sie hat immer nur reagiert, und das auch nur sehr zögerlich...

Ich finde ja nicht schlimm, wenn am Ende nicht immer alles lückenlos aufgeklärt wird, aber ich finde, in dem Buch wird irgendwie gar nichts wirklich aufgeklärt... insofern fehlt mir ein bisschen der Aha-Effekt. Aber wenn man sich nun auf Faraday einschießt, dann müsste man eigentlich das Buch nochmal von vorne lesen und würde dann sicherlich den einen oder anderen Hinweis mehr finden... schließlich ist er an den merkwürdigen Geschehnissen immer entweder beteiligt oder zumindest anwesend...


steffi hat geschrieben:Ich hab das Buch übrigens gerade JMaria ausgeliehen, mal sehen, was sie davon hält.

Au fein, dann wären wir ja schon drei, die fleißig spekulieren können ;)
Liebe Grüße,
Sabine

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 3. Apr 2013, 09:48

Hallo steffi und bonny,

eure Spoiler les ich natürlich NOCH nicht ;-)
und gerne spekuliere ich mit, wenn ich den "Besucher" gelesen habe.

Aber ich warne euch schon mal, mit Ich-Erzähler dem ich nicht trauen kann, habe ich immer so meine Probleme. Das sind oft Bücher die ich abbreche (oder auf die letzten Seiten schaue, wie es endet :oops: )
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mi 3. Apr 2013, 09:54

Hallo Bonny,

dann stimmen wir ja überein:

Ich denke auch, dass Faraday eine multiple Persönlichkeitsstörung hat (Schizophrenie sind eher Wahnvorstellungen), der Originaltitel lautet ja little stranger, was noch deutlicher darauf verweist. Geschickt schürt er ja die Ängste (Feuer bei Roderick, der Hund bei Caroline). Ein zweiter Gesichtspunkt wäre auch, dass er damals das Teil vom Stuck abgebrochen hat, sozusagen hat es da schon begonnen, er hat sich damals mit dem Haus verbunden. Vielleicht könnte man bei einem zweiten Lesen herausfinden, ob er bewusst oder unbewusst gehandelt hat, aber da Waters ihn ja selbst erzählen lässt, ist das auch wieder mit Vorsicht zu geniessen.

Ich habe am Anfang auch den Aha-Effekt vermisst, aber so im nachhinein gefällt mir, dass man sich doch noch einige Gedanken machen muss. Auf jeden Fall hat das Buch alle Themen eines Schauerromans.

@JMaria: Eigentlich kann man in dem Buch niemandem trauen, ich glaube ich hatte nacheinander sämtliche Personen in Verdacht.
Gruss von Steffi

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