“Das Herz ist ein einsamer Jäger“ fesselt mich nicht so wie gedacht. Ich überlege, ob ich es weiterlese. Eigentlich breche ich Bücher nicht gern ab, von denen ich weiß, dass sie objektiv betrachtet lesenswert sind, und schon über so viele Jahre Bestand haben. Aber ich denke, dass ich es trotzdem tue. Das Thema Einsamkeit hat Brian Moore in „Die einsame Passion der Judith Hearne“ ansprechender behandelt. Oder auch Richard Yates hat mich in „Easter Parade“ vor kurzem mit diesem Thema berührt, und im letzten Jahr F. Scott Fitzgerald in „Der große Gatsby“. Aber Carson McCullers kommt nicht recht an mich heran. Ihre Schilderungen sind authentisch und haben durchaus Tiefe. Und doch berührt es mich nicht genügend, als dass ich die Figuren auf ihren einsamen Wegen weiter verfolgen möchte. Schade. Aber ich kann mir vorstellen es irgendwann als Hörbuch zu hören. Das fällt mir ja immer leichter.
Ich könnte mir aber vorstellen, es noch mal mit Carson McCullers zu versuchen. Denn auch wenn mich das Buch inhaltlich nicht fesselt, weiß sie doch mit ihrem Erzählstil zu fesseln. Sonst hätte ich gar nicht so weit gelesen. „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ hat sie ja sehr jung geschrieben, und es war ihr Debüt. Vielleicht liegt mir ein späteres mehr. Und da Du, Maria, von "Spiegelbild im goldnen Auge" begeistert warst, habe ich das mal ins Auge gefasst. Vielleicht hast Du recht, und dieses Buch findet zu wenig Aufmerksamkeit gegenüber ihrem bekanntesten Roman..
“Das Herz ist ein einsamer Jäger“ kenne ich ja noch nicht, doch Ihren lakonischen Erzählstil bleibt die Autorin treu. Für mich transportierte gerade diese karg beschriebene Gefühlswelt das Scheitern und die Einsamkeit und mir genügte es als Leser den Beobachter zu spielen ohne eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen. Auch erklärt Carson McCullers nichts. Da ist Scott Fitzgerald natürlich sehr viel mitteilsamer.
Aufs Hörbuch umzusteigen, ist eine gute Alternative
