So, ich lasse meine Aprilliste hier. Im Gegensatz zum März ist sie für meine Verhältnisse recht überschaubar
Jasper FForde: Es ist was faul ****/***** *Mit allerlei durchsichtigen anti-dänischen Ressentiments will sich der miese Yorrick Kane mit Hilfe einer Gehirnwäsche-Apparatur der zwielichtigen Goliath Corporation zum uneingeschränkten Diktator Englands aufschwingen und das, obwohl er nur eine rein fiktive Figur ist. Glücklicherweise ist die Agentin Thursday Next wieder im Einsatz und versucht, im Verbund mit dem Dänenprinzen Hamlet und einer Schar geklonter Neandertaler den Aufstieg des Betrügers zu verhindern und in der Literatur ebenso wie in der realen Welt wieder für Ordnung zu sorgen.*
Auch der 4. Band sprüht wieder vor Witz und Einfallsreichtum. Man muss schon langsam lesen, um wenigstens die meistens Gags mitzubekommen.
Bettina von Cossel: Tod in den Dünen ***/*****Ganz Juist steckt im Cluedo-Fieber. Beim bevorstehenden Festival dreht sich alles um das bekannte Mörder-Ratespiel. Könnte es deshalb sein, dass Buddel Hansen sich den Toten nur eingebildet hat, den er nachts in einem Hotel gesehen haben will? Krimiautor Leo Marquart lässt die Sache keine Ruhe. Ist es wirklich Zufall, dass die Hotelgäste eine merkwürdige Ähnlichkeit zu den sechs Verdächtigen aus dem Cluedo-Spiel haben? Und wo ist der verschwundene Tote? Plötzlich liegt eine Leiche in der Küche.*
Ich mag ja Krimis, die an der See spielen und hier hat die Autorin den Inselgeist gut wiedergegeben. Die Krimihandlung war logisch und die Personen alle gut durchdacht.
Margaret Atwood: Alias Grace (abgebrochen)*Grace Marks ist eine historische Gestalt, deren Geschichte in Kanada um 1840 großes Aufsehen erregte. Im Alter von 16 Jahren wurde das schöne junge Mädchen des Mordes an ihrem Arbeitgeber und dessen Haushälterin und Geliebten für schuldig befunden und zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Nach langen Haftjahren wird sie, dank der Bemühungen des jungen Nervenarztes Simon Jordan, der von ihrer Unschuld überzeugt ist, in die Freiheit entlassen.*
M. Atwood gehört zu meinen Lieblingsautorinnen, aber diese Geschichte fand ich total wirr erzählt und so habe ich schweren Herzens abgebrochen.
Inge Löhnig: In weißer Stille ***/*****Ein stürmischer Oktoberabend: In seinem Wochenendhaus am Starnberger See wird ein pensionierter Kinderarzt tot aufgefunden. An eine Heizung gefesselt, ist er langsam verdurstet - ein qualvoller Tod. War es Rache oder doch nur ein Raubmord? Kommissar Konstantin Dühnfort enthüllt nach und nach den dunklen Charakter des Toten und stößt auf ein Drama, das seine längst erwachsenen Kinder bis heute verfolgt.*
Ich fand den 2. Teil zu vorhersehbar und wartete immer auf die Wendung wie in ersten Band. Solide erzählt, aber nichts besonderes mehr.
Silvia Roth: Schattenriss ******Die Täter schlagen kurz vor Schalterschluss zu. Schwer bewaffnet stürmen sie die Sparkassenfiliale in der Wiesbadener Innenstadt, erschießen einen Kassierer und nehmen die übrigen Bankangestellten und Kunden als Geiseln. Unter ihnen befindet sich zufällig auch Kommissarin Winnie Heller. Doch warum haben es die Männer auf den Filialleiter abgesehen, der gerade auf Dienstreise ist? Und warum nennen sie ihn »Malina« anstatt bei seinem richtigen Namen? Die Gangster verschanzen sich mit ihren Geiseln schließlich in einer stillgelegten Fabrik. Während Kommissar Hendrik Verhoeven und die Sonderkommission fieberhaft versuchen, die geheimnisvolle Identität Malinas zu klären, erschießen die Entführer kaltblütig die erste Geisel. Für die Gefangenen beginnt ein Albtraum.*
Ein echter Pageturner. Die Autorin schaffte tatsächlich noch eine Steigerung zum letzten Buch!
Val McDermid: Nacht unter Tag ****/******Ungelöste Fälle sind ihre Spezialität, doch dieser führt DI Karen Pirie an ihre Grenzen: Ein Mann wird als vermisst gemeldet - nach über zwanzig Jahren. Karens Ermittlungen im schottischen Glenrothes stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Ähnlich ergeht es einer Journalistin, die ehrgeizig über eine fast vergessene Entführung recherchiert. Bald landet auch dieser alte Fall auf Karens Schreibtisch - zusammen mit einem neuen Mord*
Mal wieder ein besseres Buch der Autorin. Die Geschichte war spannend mit einigen überraschenden Wendungen und lud zum Miträtseln ein.
Eva Almstädt: Ostseeblut ****/******Bei einem Orientierungslauf an der Ostseeküste wird einer der Läufer aus dem Hinterhalt erschossen. War das Opfer nur zur falschen Zeit am falschen Ort oder steckt ein persönliches Motiv dahinter? Die Spur führt Pia Korittki zu einem ehemaligen Mädchenerziehungsheim, in dem vor vielen Jahren ein angeblicher Selbstmord nie ganz aufgeklärt wurde. Haben neben alten Freundschaften auch alte Feindschaften überdauert? Pia Korittki, die privat vor einer schweren Entscheidung steht, findet Hinweise, dass der Täter erneut zuschlagen wird.*
Den Täter hatte ich schnell im Visier, aber der Krimi ist gut erzählt und so langsam wächst mir die sperrige Kommissarin ans Herz

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Elisabeth Herrmann: Die letzte Instanz ***** (geliehen)
*Zunächst traut Joachim Vernau seinen Augen nicht. Eben noch hatte er den obdachlosen Gauner, den Ex-Junkie Hellmer, vor Gericht vertreten, und nun schießt eine alte Dame aus Görlitz vor dem Landgericht auf den armen Schlucker. Besonders treffsicher ist sie nicht - Hellmer verschwindet, und die Schützin stirbt wenig später im Krankenhaus. Vorher aber kann Vernau sie noch als Mandantin gewinnen und macht sich auf die Suche nach dem Motiv. Seine Suche führt ihn zunächst nach Görlitz. Dort entdeckt er Hinweise auf ein dunkles Familiengeheimnis, in dessen Zentrum ihr verstorbener Sohn zu stehen scheint. Die so genannte Wende, die nicht alle Ostdeutschen zu Gewinnern machte, ist dabei die Musik, die im Hintergrund spielt. Dann verschwinden plötzlich die Dokumente, und Vernau weiß, dass er dabei ist, sich eine Menge Feinde zu machen.*
Eins meiner Monatshighlights. Elisabeth Herrmann kann einfach gut erzählen. Neben der spannenden Geschichte gibt es auch immer wieder etwas zum Schmunzeln.
Donna Milner: Der Tag, an dem Marilyn starb ***** (geliehen)
*Am Todestag Marilyn Monroes wird auch die Familie Coulter von einer Katastrophe erschüttert. An diesem Tag erfährt die 11-jährige Ethie, aus deren Sicht das Buch erzählt ist, vom Tod ihrer Mutter. Lucy Coulter, die nie einen Tropfen Alkohol anrührte, und ihre Freundin Marlene sind auf deren Segelboot tot aufgefunden worden, offenbar in der Kabine erstickt durch ausgetretenes Kohlenmonoxid, vor dem sie sich aufgrund eines enorm hohen Blutalkoholspiegels nicht mehr zu retten in der Lage waren. Ein tragischer Unfall. Doch was hat Lucy auf diesem Boot gemacht, und warum war sie so betrunken?*
Ich war nach *River* sehr gespannt auf das 2 Buch der Autorin und sie hat mich nicht enttäuscht: Nach und nach werden die sorgsam gehüteten Familiengeheimnisse ans Licht gezerrt und am Ende versteht man auch, wie es zum Tod der Mutter gekommen ist und über die Qualen der kanadischen Soldaten in japanischen Kriegsgefangenenlagern.
HörbücherTamara McKinley: Anemonen im Wind ****Ein netter australischer Familienroman über starke Frauen auf einer Farm im Outback. Sehr schön vorgelesen von Joseline Gassen
Mirka Pradelski: Und dann kam Frau Kugelmann ***/*****Zippy Silberberg muss wegen einer Erbschaft von Frankfurt nach Tel Aviv reisen. Dort schneit auf einmal Bella Kugelmann in ihr Hotelzimmer. Die Anekdoten der alten Dame über ihre Jugend im polnischen Städtchen Bendzin gehen Zippy zunächst auf die Nerven, schlagen sie dann aber in ihren Bann. Denn die Welt, die Frau Kugelmann heraufbeschwört, ist auch Teil von Zippys Vergangenheit.*
Ich fand die Geschichte zwar sehr interessant, aber zu lang. Außerdem war die Protagonistin mir etwas zu durchgeknallt *g*. Iris Berben hat mir als Vorleserin sehr gut gefallen.