Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Manuela » Do 16. Mai 2013, 13:07

@ Petra: Mir hat das Buch "Der Kindersammler" ganz gut gefallen.
Ich denke von der Autorin möchte ich noch mehr lesen, kenne nur "Die Totengräberin" von ihr.

Mal sehen was ich nun als nächstes lesen werde....ist ja nicht so, das ich nicht genug da hätte... :oops:
Was tun die Personen in einem Buch, wenn es gerade niemand liest?
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Do 16. Mai 2013, 23:32

Hallo zusammen,

@Yvonne: Du hast mich sehr neugierig auf „Ein Brief aus England“ von Brigitte Beil gemacht. Berichte bitte auch abschließend wie es Dir gefallen hat, ja? Das Thema finde ich sehr interessant. Wir alle werden u. a. dadurch geformt, wie wir aufgewachsen sind. Einige Verhaltensweisen werden angelegt, und andere fataler Weise nicht. Welche Auswirkungen z. B. eine lieblose Kindheit haben kann, ist interessant. Und eine Figur zu begleiten, die versucht in diesen Punkten an sich zu arbeiten. Hast Du schön entdeckt. Und mir geht es wie Dir: den Büchern von btb traue ich auch immer viel zu. :-)

@Manuela: Dass Du von Sabine Thiesler noch mehr lesen möchtest, zeigt, dass sie Dich gut unterhalten konnte. Welches Buch Du als nächstes aussuchst, darauf bin ich gespannt. Ich wünsche Dir dabei ein ebenfalls glückliches Händchen. :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mo 20. Mai 2013, 12:39

JMaria hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich habe nun mit Der Besucher von Sarah Waters begonnen zu lesen. Der Ich-Erzähler ist ja bereits als 10jähriger von dem Haus fasziniert, einem Drang nachgebend entfernt er grob die Eichel im Stuck, in Erwartung daß es Marmor ist, enttäuschenderweise ist es nur Gips. Auffallend dass ab diesem Zeitpunkt der Niedergang des Hauses erzählt wird und als er als 40jähriger zurückkommt und als Arzt einen Patientenbesuch macht, ist er sehr schockiert über die Verwilderung.

Der 1. Satz verbreitet Atmosphäre:

Ich sah Hundreds Hall zum ersten Mal im Alter von zehn Jahren, in dem Sommer nach Kriegsende. Zu jenem Zeitpunkt besaß die Familie Ayres noch einen Großteil ihres Vermögens und zählte zu den wichtigen und einflussreichen Familien in unserer Gegend.


Die Fixierung auf ein herrschaftliches Haus erinnert mich an Rebecca von Daphne du Maurier, auch der Erzählstil.



Die letzten Tage habe ich wieder das lesen von "Der Besucher" aufgenommen.
Ein Fest auf Hundreds Hall, das die Witwe Ayers mir ihren Kindern Roderick und Caroline veranstaltet, endet in einer Katastrophe, als das kleine Nachbarmädchen vom Hund des Hauses gebissen wurde, obwohl es normalerweise ein alter, sanfter Hund ist. Dann gibt es noch den Landarzt Dr. Faraday, der sich immer mehr in die Familiengeheimnisse verstricken lässt, aber sich der Familie und den Vorfällen im Haus nicht entziehen kann.

Die Autorin gibt dem Leser so einige Rätsel auf,; was sind Wahnvorstellungen, was Spuk. Peu a peu steigert sich die Spannung.

Was mir sehr gut gefällt, ist die Beschreibung der gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Krieg.

Dem Ich-Erzähler, Dr. Faraday, trau ich jedoch nicht, obwohl er immer als Freund auftaucht, dafür ist er mir zu fixiert auf das Haus, seit seinem Kindheitserlebnis.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon DorisV » Mo 20. Mai 2013, 21:59

schon wieder einige Zeit vergangen...

gelesen habe ich in der Zwischenzeit:

Otto SCHENK: Warum mir so fad ist...
Ich liebe Otto Schenk, und ich denke, er ist ein begnadeter Erzähler. Trotzdem war das nicht sein Bestes..

Douglas AUSTIN: Churchill and Maltas War 1939 - 1944
auch da: ich habe schon bessere Bücher über Malta im 2. Weltkrieg gelesen. Es war nicht uninteressant, aber es hat nicht über die maltesische Bevölkerung berichtet und war daher einfach nur ein Buch über Kriegsführung

Jeanine FROST: Der sanfte Hauch der Finsternis
der 4. Band einer Serie, ein Geschenk meines Mannes. Wider Erwarten hat es mir gefallen und die Spannung auch über die 400 Seiten angehalten. Leichte, lockere Unterhaltung und perfekt für ein Wochenende. Die ganze Serie werde ich mir aber wohl nicht antun.
Schlimm genug, was die Spoiler über das Ende von Sookie Stackhouse sagen...

Martin GOTTFRIED: All His Jazz - The Life and Death of Bob Fosse
eine sehr ausführliche Biographie, vor allem was Tanz, Choreographie, Auditions etc. betrifft. Aber für mich perfekt, denn es beginnt mit Schultheater, Vaudeville bis zu seinen größten Erfolgen. Privatleben und die Rolle, die seine 3. Ehefrau Gwen Verdon gespielt hat und ihr Einfluß auf den Erfolg von Bob Fosse. "All that Jazz" mit Roy Scheider war auch lange Zeit einer meiner Lieblingsfilme in den 80ern.

Liebe Grüße,
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mo 20. Mai 2013, 22:56

Moin miteinander,

ich hoffe, ihr hattet ein schönes Pfingstfest. Obwohl ich die drei Tage viel lesen wollte, bin ich erst heute dazu gekommen, da ich an meinem Blog gearbeitet habe.

Eigentlich wollte ich ja mit einer Sherlock-Holmes-Geschichte beginnen. Allerdings war das Büchlein so von Fehlern gespickt, dass ich nach acht Seiten abgebrochen habe.

Von dem Buch, das ich mir nun heute ausgesucht habe, Allein aus Freundschaft von Nicci Gerrard, habe ich schon 120 Seiten gelesen. Und obwohl es ein wenig wirr beginnt, ist es unheimlich spannend.
Zu Anfang begegne ich den beiden Freundinnen Gaby und Nancy. Sie gehen noch zur Schule. Gaby hängt in einem Baum fest, schafft es nur noch mit der Hilfe von Nancy.

Schnitt

Jahre später. Gaby und Connor lernen sich kennen. Auf dramatische Weise. Bei einem Autounfall. Und sie verlieben sich ineinander. Natürlich ohne es vom anderen zu wissen.

Schnitt

Gaby sitzt in einem Zug, auf der Suche nach Nancy. Sie denkt daran, wie sie gerade ihren Sohn Ethan mit dem Auto zur Uni gebracht hat. Sie erzählte ihm von Nancy, seiner Patentante, und dass diese mit Gabys Bruder Stefan zusammen war. Aber sie verschwand ganz einfach, kurz nach Ethans Geburt.

Die Handlung springt laufend von einem Schauplatz zum anderen. Zwischendurch tauchen auch Tagebucheinträge auf, die von einer Frau gelesen werden. Die kann ich noch gar nicht zuordnen.
Aber es ist doch interessant und spannend, dass ich wirklich wissen möchte, wie sich das alles zusammenfügt.

Die Autorin veröffentlicht übrigens mit ihrem Ehemann unter dem Pseudonym Nicci French seit vielen Jahren Krimibestseller.
"Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."

Markus Gasser
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Manuela » Mi 22. Mai 2013, 19:47

Ich lese derzeit "Im Land der Orangenblüten" von Linda Belago und
"Der Museumsmörder" von Earlene Fowler, welches so witzig geschrieben ist das ich dabald durch bin.
Was tun die Personen in einem Buch, wenn es gerade niemand liest?
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Do 23. Mai 2013, 09:07

Petra hat geschrieben:Dass der Inhalt von „Das Mädchen auf den Klippen“ mit dem schönen Cover nicht ganz mithalten kann, ist schade. Aber vielleicht hat es sich ja doch noch überraschend entwickelt.

Naja, nicht ganz... Die Handlung an sich war nicht schlecht. Es ging um die Geschichte zweier Familien und ihrer Verbindungen über mehrere Generationen. Vor allem die Handlungen in der Vergangenheit haben mir gut gefallen und waren auch irgendwie besser geschrieben als die Gegenwart. Die Dialoge, vor allem in der Gegenwart, waren oft sehr platt, es wurden viele Klischees bedient und vieles, auch die Personen, blieb sehr oberflächlich. Die Personen taten auch oft sehr unverständliche Dinge. Es war einfach nicht so richtig gut geschrieben, schade, denn der Stoff war interessant. Laut Amazon-Rezensionen sollen andere Bücher der Autorin besser sein. Mal sehen, ob sie noch ne Chance bekommt, erstmal jedenfalls nicht.

Kurzentschlossen habe ich mich dann gestern dem dritten Thriller von Linda Castillo, Wenn die Nacht verstummt, zugewandt. Es geht, wie immer bei dieser Autorin, um Mord in einer Amisch-Gemeinde in Ohio.
Liebe Grüße,
Sabine

:lesen_und_nachdenken:
Buch:
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Stevens, Chevy - Ich beobachte dich

E-Book:
Celeste Ng - Kleine Feuer überall
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Do 23. Mai 2013, 10:46

Hallo Bonny und Manuela

Earlene Fowler und Linda Castello:
beide Serien lese ich sehr gerne. Viel Spannung wünsch ich :-)

ich komme mit dem "Besucher" von Sarah Waters gut voran. Gute Unterhaltung, mit klassischen Schauerelementen und guter Milieustudie. Die Autorin kann sehr gut erzählen. (Allerdings habe ich Probleme mit dem Ich-Erzähler, nicht gravierend, aber vorhanden).
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon YvonneS » Do 23. Mai 2013, 10:56

Petra hat geschrieben:Hallo zusammen,

@Yvonne: Du hast mich sehr neugierig auf „Ein Brief aus England“ von Brigitte Beil gemacht. Berichte bitte auch abschließend wie es Dir gefallen hat, ja?

Hallo Petra und alle anderen,

"Ein Brief aus England" habe ich mittlerweile beendet. Es hat nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllt, die ich zu Beginn der Geschichte hatte, aber es war trotzdem ein sehr schönes Buch. Gefallen hat mir der zurückgenommene und schnörkellose Erzählstil fernab jeder Sentimentalität oder übertriebener Emotionen. Manchem mag er vielleicht zu nüchtern sein, meiner Meinung nach passte er jedoch sehr gut zum Charakter der Hauptfigur. Da die Autorin diese ihre Geschichte in Ich-Form selbst erzählen lässt, hat sie natürlich die Möglichkeit, tief in das Seelenleben ihrer Protagonistin einzudringen und die geheimen Winkel ihres Denkens auszuleuchten. Ich konnte mich lange Zeit mit der Protagonistin nicht anfreunden, ihre frostige Art und ihre Gefühlskälte wirkten auf mich manchmal regelrecht abstoßend. Doch je weiter sich die Geschichte entwickelte und man mit der Vergangenheit der Protagonistin konfrontiert wurde und mit den Umständen, die sie zu einem so harten und verschlossenen Menschen gemacht haben, je mehr sich die Protagonistin öffnete, sich ihrer Vergangenheit stellte und die Mauern um sie herum Risse bekamen, umso greifbarer und sympathischer wurde sie. Psychologisch ausgefeilt und tiefgründig, klug und mit vielen Momenten, die zum Nachdenken anregen – alles in allem ein wirklich schönes und lesenswertes Buch.

Leider gab es zwischendrin auch mal die eine oder andere Länge, deshalb ist dieses Buch letztendlich für mich knapp am TOP-Buch vorbeigeschrammt.

Jetzt mache ich weiter mit einem weiteren Buch aus dem btb-Verlag: „Die Hummerschwestern“von Beverly Jensen.

Nachtrag

„Die Hummerschwestern“ habe ich nach gut 200 Seiten abgebrochen, Stil und Sprache sind einfach nicht meins. Sorry, aber ein Buch, in dem nahezu auf jeder Seite geflucht wird und die Wörter „gottverdammt“ und „verflucht“ die meistverwendeten Adjektive sind, möchte ich nicht lesen.

Während der 1. Teil (von insgesamt 4) noch gut und vielversprechend war, driftete die Erzählung ab dem 2. Teil nur noch in eine Aneinanderreihung von Episoden im Leben hauptsächlich der älteren Schwester Idella ab. War sie in einem Kapitel noch ein 19jähriges Dienstmädchen, das zum ersten Mal in die Oper geht, ist sie im darauffolgenden Kapitel drei Jahre älter und tollt mit einem Mann am Strand herum, der wohl ihr künftiger Ehemann werden soll. Wo und wann sie in kennengelernt hat, erfährt man in einem kurzen Nebensatz. Im nächsten Kapitel ist sie dann bereits ein paar Jahre verheiratet und muss sich mit der ungewollten Schwangerschaft ihrer Schwägerin auseinandersetzen usw. Die jüngere Schwester taucht nur hier und da mal auf.

Die Anhäufung von Klischees ist kaum zu ertragen, die Figuren sind farblos und schablonenhaft. Da ich dieses Buch unmittelbar nach „Ein Brief aus England“ gelesen habe, fallen seine Defizite natürlich um so stärker auf.

Der Roman wurde posthum veröffentlicht und ist auch der einzige Roman der Autorin. Ob er überhaupt zur Veröffentlichung gedacht war, wage ich zu bezweifeln. Vielmehr vermute ich, dass die Erben das Manuskript im Nachlass gefunden haben und sich einen „Zugewinn“ versprochen haben, wenn sie es zur Veröffentlichung bringen. Dafür spricht wohl auch, dass zuerst nur einzelne, wahllos aus dem Ganzen gegriffene Episoden in verschiedenen einschlägigen Publikationsorganen erschienen sind– ich vermute mal als Test, wie sie aufgenommen werden, bevor das Ganze als Buch auf den Markt geworfen wurde.

Die überschwänglichen Lobhudeleien von Stephan King sind allerdings aberwitzig, ein Blick in die Danksagungen lässt vermuten, dass King wohl ein Bekannter der Familie ist und sein Lob eigentlich nur Marketingzwecken dient und die Verkaufszahlen in die Höhe treiben soll.

Um von diesem Fehlgriff erstmal wieder Abstand zu bekommen, lese ich jetzt „Tod hinter dem Stephansdom“ ,den 3. Teil der Wien-Krimi-Serie von Beate Maxian, auf den ich schon lange gewartet habe.
Liebe Grüße
Yvonne



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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Trixie » Fr 24. Mai 2013, 15:05

Hallo alle,

ich habe kurzfristig zu einem Liebesroman gegriffen von einer Autorin, die ich früher sehr gerne wegen ihrer stets "etwas anderen" und faszinierenden Geschichten gelesen habe:

Jill Barnett: Imagine

Es ist ein Roman von 1995, den ich - obwohl ich die meisten anderen ihrer Bücher besitze, damals leider nicht rechtzeitig erworben hatte (er war dann schnell als Papierausgabe vergriffen). Letztes Jahr aber erschien genau dieser Titel bei Amazon als Kindle-Ebook, noch dazu wurde er kostenlos angeboten, und das war für mich eine große Freude. Aber was für ein Glücksfall das tatsächlich war, habe ich erst jetzt festgestellt, als ich vergangene Nacht anfing zu lesen und dann wie daran geklebt habe, bis ich ein gutes Viertel der Geschichte durch hatte und notgedrungen schlafen gehen mußte.

Wenn ich hier kurz die Handlung soweit zusammenfasse, dürfte das vielleicht bei der einen oder anderen etwas klingeln lassen:

1896: Ein Schiffsuntergang wirft die beiden Protagonisten des Romans wortwörtlich in ein Boot: Als nämlich ihr Dampfer irgendwo im Südpazifik untergeht, rettet die amerikanische Anwältin Margaret Huntington Smith sich und drei Waisenkinder mit Hilfe des blinden Passagiers Hank Wyatt in eines der Rettungsboote. Kaum der unmittelbaren Lebensgefahr entgangen, muß sie feststellen, daß ihr ruppig-ungehobelter Lebensretter ein Sträfling ist, der eine spektakuläre Flucht aus dem berüchtigten Gefängnis auf jener Insel hinter sich hat, auf der das Schiff zuletzt angelegt hatte. Als die kleine Gruppe schließlich auf einer Insel strandet, geht der Geschlechterkampf aber wohl erst so richtig los...

Die perfekte Mischung aus Humor, Spannung, starken Charakteren und einer glaubwürdigen Entwicklung der Handlung macht diesen Roman für mich zu einem typischen Beispiel für die qualitativ besten Liebesromane aus den 1990ern, als die Geschichten keinem "Mainstream" folgten, weder Massenware noch austauschbar waren, sondern eine Originalität besaßen, wegen der ich mich auch fünfzehn oder zwanzig Jahre nach dem Lesen noch an sie erinnere.

Und in dem speziellen Fall von Imagine wurde ich ziemlich schnell an Filme wie Der Seemann und die Nonne oder African Queen erinnert, nich nur wegen der Handlung, sondern auch wegen der Figuren: eine Heldin, die weiß, was sie will, und dies mit sanften Mitteln wie auch verbaler Schlagkräftigkeit durchzusetzen versucht, und ein ruppiger oder gar ungehobelter Held, aus dem der gute Kern erst ein wenig zum Vorschein "herausgekitzelt" werden muß. Also eine vielversprechende und erlebenswerte Auseinandersetzung zwischen den beiden. Beim Lesen des Romans blitzen gelegentlich durchaus Bilder von Katherine Hepburn, Deborah Kerr, Robert Mitchum oder Humphrey Bogart vor meinem geistigen Auge auf. Ich hoffe, der weitere Verlauf der Geschichte bestätigt meinen ersten, begeisterten Eindruck!

Gruß,
Trixie
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Gabriela Kasperski: Juwelenraub im Schneepalast

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