Literatur-Kalender

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Re: Literatur-Kalender

Beitragvon Didonia » So 25. Aug 2024, 14:42

Die deutsche Schriftstellerin Amalie Marby (29.08.1834 - 25.08.1915) ist heute weitestgehend vergessen. Walter Drangosch, Cottbuser Antiquar, verglich ihre der Trivialliteratur zugeordneten Werke mit Hedwig Courth-Mahler und E. Marlitt.
Man findet im Cottbuser Stadtarchiv noch Ausgaben von "Die Salon-Fee", "Der Stern von Mostar" und "Hanka". Zudem erschien "Der Stern von Mostar" zwischen 1990 und 1991 im Cottbuser Generalanzeiger als Fortsetzungsroman. In der Cottbuser Stadtbibliothek findet man jedoch keine Werke von Amalie Marby.
Von daher wundere, freue ich mich aber auch darüber, dass es seit 2007 im Cottbuser Stadtteil Schmellwitz eine Amalie-Marby-Straße gibt.

Zu ihren Lebzeiten war sie wohl sehr bekannt. Sie wurde aufgenommen ins "Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart" (1913) von Franz Brümmer.
Und sie hat ihren Platz in Sophie Patackys "Lexikon deutscher Frauen der Feder" von 1898, in dem zu lesen steht:

"Marby, Frl. Amalie, Kottbus, Münzstrasse 13, daselbst geboren am 29. August 1835, hat eine grosse Zahl Romane und Novellen geschrieben, viele in Buchform, sehr viele in Zeitschriften veröffentlicht. Manche von ihnen, wie ,Arnold Sturm' wurden an dreissigmal nachgedruckt."
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Re: Literatur-Kalender

Beitragvon Didonia » Di 27. Aug 2024, 11:43

Am 27. August 1933 wurde eine der angesehensten Schriftstellerinnen Schwedens geboren: Kerstin Ekman. Seit 1978 war sie Mitglied der Schwedischen Akademie. Aus der zog sie sich 1989 gemeinsam mit Werner Aspenström und Lars Gyllensten zurück, weil die Akademie sich während der Attacken auf Salma Rushdie zu sehr zurückhielt. Bis 2018 konnte man die Akademie nicht verlassen. Da wurde ihr Austrittsgesuch dann endlich genehmigt.
Ihr bisher letztes Buch erschien 2021 - da war sie schon 88 Jahre alt.
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Re: Literatur-Kalender

Beitragvon JMaria » Di 27. Aug 2024, 15:45

Didonia hat geschrieben:Am 27. August 1933 wurde eine der angesehensten Schriftstellerinnen Schwedens geboren: Kerstin Ekman. Seit 1978 war sie Mitglied der Schwedischen Akademie. Aus der zog sie sich 1989 gemeinsam mit Werner Aspenström und Lars Gyllensten zurück, weil die Akademie sich während der Attacken auf Salma Rushdie zu sehr zurückhielt. Bis 2018 konnte man die Akademie nicht verlassen. Da wurde ihr Austrittsgesuch dann endlich genehmigt.
Ihr bisher letztes Buch erschien 2021 - da war sie schon 88 Jahre alt.



Eine interessante Frau. Da begleitet der Name dieser Autorin einen Jahrzehnte lang und doch war mir nicht bewußt, wie betagt die Autorin bereits ist. Ihre Romane kenne ich noch nicht. Aber ihr Buch „Wald. Eine literarische Wanderung“ habe ich noch im SuB.

Du erinnerst mich daran :lesen_und_nachdenken:
Schöne Grüße, Maria
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Re: Literatur-Kalender

Beitragvon Didonia » Fr 30. Aug 2024, 11:58

Ada Leverson (10.10.1862-30.08.1933) war eine englische Schriftstellerin und Freundin von Oscar Wilde. Durch ihre Mutter wurde sie musikalisch gefördert, spielte Klavier und komponierte kleinere Stücke. Doch ihr Interesse galt der Literatur. Die Ehe mit dem wesentlich älteren Ernest Leverson ging in die Brüche, eine kurze Liaison verband sie mit George Moore. Sie leitete einen Salon, in dem sie namhafte SchriftstellerInnen und andere KünstlerInnen empfing.
Ihr anscheinend einziges auf deutsch erschienenes Werk "Liebe auf den zweiten Blick" erschien 1916 und wurde 1998 in 1. Auflage vom Insel-Verlag herausgegeben.

Inhalt
"Liebe auf den zweiten Blick" ist die Geschichte einer in Konventionen erstarrten Ehe. Ort der Handlung: London zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Ein unerwarteter weiblicher Dauergast und das überraschende Lebenszeichen eines früheren Liebhabers bringen endlich Bewegung in das Leben von Bruce und Edith Ottely...
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Re: Literatur-Kalender

Beitragvon Didonia » Mi 4. Sep 2024, 08:50

Heute möchte ich an Valentin Senger erinnern, dessen Familie es geschafft hat, fast unbehelligt in Nazideutschland zu überleben. Er starb am 4. September 1997.

viewtopic.php?f=2&t=5334&p=43987&hilit=kaiserhofstra%C3%9Fe#p43987
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Re: Literatur-Kalender

Beitragvon Didonia » Sa 7. Sep 2024, 09:26

Karen Blixen (17.4.1885 - 7.9.1962) wurde als Tochter des Offiziers und Gutsbesitzers W. Dinesen, der 1895 Selbstmord beging, auf Rungstedlund in Dänemark geboren. Sie studierte an Kunstakademien in Rom, Paris und Kopenhagen.
Im Groben ist ihr weiteres Leben durch den Film "Jenseits von Afrika" mit Meryl Streep und Robert Redford bekannt: Sie heiratete 1914 den schwedischen Baron Bror Blixen-Finecke, mit dem sie eine Kaffeefarm in Kenia übernahm und der sie mit Syphilis ansteckte. Es folgte seine Ausschließung von der Farmleitung und die Scheidung
1918 lernte sie den Großwildjäger Denis Finch Hatton kennen, mit dem sie eine intensive Liebesbeziehung führte. Der konnte sich aber ein richtiges Familienleben für sich nicht vorstellen. 1931 kam er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ein Jahr später ging sie ins Elternhaus nach Dänemark zurück. Wo sie sich nicht wohl fühlte, da sie sich mit der Familie nicht verstand und sich wieder unterordnen musste.
In den 1950er-Jahren fiel ihr das Schreiben wegen ihres Gesundheitszustandes schwer. Viele ihrer Werke erschienen posthum.
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Re: Literatur-Kalender

Beitragvon Didonia » Mi 11. Sep 2024, 12:13

In der deutschen Wikipedia findet man kaum etwas über die wohl bei uns vergessene oder nie gekannte Astronomin und Schriftstellerin Mary Proctor. Sie hat zwar nie als Astronomin gearbeitet, schrieb aber viele Bücher zum Thema - vorrangig für junge Leserinnen*. Das brachte ihr den Spitznamen "die Kinderastronomin" ein. Die Bücher waren gut illustriert, informativ, genau und leicht zu lesen. Von vielen professionellen Astronomen wurde sie geschätzt und 1897 gewähltes Mitglied der British Astronomical Association und 1898 der American Association for the Advancement of Science. Anfang 1916 wurde sie auch noch zum Mitglied der Royal Astronomical Society gewählt.

Nach ihrem Tod am 11. September 1957 wurde der 52 km (32 Meilen) große Mondkrater Proctor nach ihr benannt.

Keines ihrer Werke wurde ins Deutsche übersetzt. Und keines ihrer Werke wurde laut der englischen Wikipedia neu aufgelegt. Das letzte Buch, "Comets, Meteors And Shooting Stars" (Kometen, Meteore und Sternschnuppen) erschien 1940.
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Re: Literatur-Kalender

Beitragvon Didonia » Do 12. Sep 2024, 13:43

Am 12. September 2010 starb die amerikanische Schriftstellerin, Akademikerin und Lehrerin Judith Merkle Riley.
Ich habe kaum Informationen zu ihr gefunden. "Ihr Großonkel war der berühmte Baseballspieler Fred Merkle, ihr Vater – Theodore Charles Merkle – betrieb das Projekt Pluto und ihr Bruder Ralph C. Merkle ist ein Pionier in asymmetrischer Kryptographie und ein Forscher und Sprecher der Molekularnanotechnologie und Kryonik.
Riley besaß einen Doktor der Philosophie-Abschluss der University of California in Berkeley. Sie war Dozentin für Politikwissenschaft am Claremont MCKenna College und an der Claremont Graduate School of California. Judith Merkle Riley war verheiratet und zweifache Mutter. Von 1988 bis 2007 schrieb sie sechs historische Romane." - Wikepedia

Ich frage mich, warum diese wenigen Informationen - wobei natürlich zuerst auf die Männer aufmerksam gemacht wird - einen Wikipedia-Beitrag rechtfertigen.

Nichtsdestotrotz habe ich mit Begeisterung die "Margaret von Ashbury"-Trilogie gelesen. Des Weiteren schrieb sie drei weitere historische Romane.
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Re: Literatur-Kalender

Beitragvon Didonia » Mo 16. Sep 2024, 10:57

Am 16. September 1992 starb die US-amerikanische Schriftstellerin und Drehbuchautorin deutscher Herkunft Victoria Wolff.

Das weiße Abendkleid
"La joie tremblante" nennt der Pariser Couturier Partout ein weißes Abendkleid, das die Frau verändert, die es trägt, und ihr bisheriges Leben in Frage stellt: von der schwedischen Filmdiva Anne Lund über das Mannequin Sonja Putilew und die Kaufmannsgattin Maria Barthoud bis hin zu der aus Wien geflüchteten ehemaligen Medizinstudentin Ilka Wahla. Vier Frauen, vier Lebensentwürfe, vier Episoden und ein Epilog aus dem Paris der 1930er-Jahre rund um Modeateliers, Filmsets, Avantgardetheater, Künstlerclubs, Bälle und Tavernen.
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Re: Literatur-Kalender

Beitragvon JMaria » Di 17. Sep 2024, 09:25

Hallo Didonia,

an Judith Merkle Riley und Victoria Wolff habe ich lange nicht gedacht. Früher las ich auch den einen und anderen Roman und „Das weiße Abendkleid“ steht sogar im Regal.
Schöne Grüße, Maria
Aktuell:

250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann (24. Jan.)
100. Geburtstag Siegfried Lenz (17. März)
100. Geburtstag Ingeborg Bachmann (25. Juni)
100. Todestag von Rainer Maria Rilke (29.Dez.)


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