Hallo zusammen,
“Die Stunde des Mörders“ von Stuart MacBride gefällt mir genauso gut, wie damals der 1. Band der Logan MacRae-Reihe („Die dunklen Wasser von Aberdeen“). Mir kommt alles in Erinnerung, wofür ich den 1. Band so geliebt habe, denn der 2. steht ihm in nichts nach:
Die Figuren sind herrlich! Schräg, und doch irgendwie bei alle dem glaubhaft. Mit Eigenheiten, die einfach zu köstlich sind (das gilt besonders für die beiden Vorgesetzten – DI Insch und DI Steel), ohne ins alberne abzudriften, was bei der Ausprägung der Macken schon eine Gradwanderung ist.
Im Mittelpunkt steht auch hier wieder die Polizeiarbeit. Und auch in diesem Band überzeugt mich das. Denn Stuart MacBride gelingt es, das alles überhaupt nicht trocken wirken zu lassen. Der Leser begleitet DS Logan MacRae und das Team, dem er zugeordnet ist, bei seinen Ermittlungen. Routinearbeiten, Verfolgung von konkreten Hinweisen, Vernehmungen, etc.. Das ist alles sehr interessant und glaubhaft geschildert, zumal nicht jeder Versuch gleich zum Erfolg führt. Das wäre etwas, was mich viel mehr langweilen würde, denn dann wirkt ein Krimi allzu schnell konstruiert und heruntererzählt. Das ist hier absolut nicht der Fall. Stuart MacBride nimmt einen mit
auf Streife.
Auch sagen muss man über diese Serie, dass sie stellenweise sehr Brutal ist. Aber ich habe nie den Eindruck, dass es um Effekthascherei geht. Es ist die bittere Realität, die hier an manchen Stellen geschildert wird. Z. B. wenn man ein Opfer findet, das sich in zwielichtigen Kreisen bewegt, und nun deshalb sein unschönes Ende gefunden hat. Da auch diese Szenen nicht gewollt sondern gekonnt wirken, und nicht deplatziert sind, stören sie mich überhaupt nicht, sondern gehören für mich zu dieser Reihe, die die tägliche Polizeiarbeit schildert.
Und keinesfalls unerwähnt bleiben darf Stuart MacBrides Humor. Manchmal hauen seine Figuren Sprüche raus, die einfach nur klasse sind! Ich lese diese Reihe mit dem größten Vergnügen, und muss mir in nächster Zeit unbedingt den 3. Band zulegen, damit ich im Februar gerüstet bin (da spielt der nächste Band). Ich passe mich ja gern den Wetterverhältnissen an. *g* Aber ein Weilchen bleibe ich noch im sommerlichen Aberdeen, denn ich bin noch nicht ganz bei der Hälfte. Bin ja nicht so schnell. Musste aber unbedingt berichten, da es solch ein großer Lesespaß ist!
@Maria: Es klingt ganz wundervoll, was Du über „Kleine Tierkunde Ostafrikas“ berichtest. Mich erinnerst Du damit an „Kleine Vogelkunde Ostafrikas“ – das Buch wartet schon lange auf mich. Die liebevollen Charaktere dürften mich gewiss auch berühren. Ich freue mich auf Deinen weiteren Bericht, und ich hoffe, dass es genauso reizend wird, wie das erste Buch, von dem Du damals ja auch ganz entzückt warst.
@Steffi: Dein Bericht bestärkt mich in den Qualitäten, die ich in Hilary Mantels „Falken“ (und „Wölfe“) vermute. Ihr Stil nahm mich beim reinlesen direkt sehr gefangen. Ich muss „Wölfe“ endlich bald vom SUB befreien. Das auch „Falken“ überzeugen kann, ist schön. Und die historischen Ereignisse und Intrigen, die sie mit diesem Roman aufgreift, interessieren mich auch sehr. Auch gut, dass sie aufzeigt, wie vorsichtig man in solch einem Umfeld sein musste, um nicht selbst in die Intrigen verstrickt zu werden.
Ich sehe in Deiner Signatur, dass Du jetzt „Die Spiegelbeichte“ liest. Ich bin sehr gespannt auf Deine Eindrücke. Das Buch könnte interessant sein. Das Cover finde ich übrigens auch toll – ausdrucksstarke Frau.
@Trixie: Uhi, ein John Dickson Carr. Da freust Du Dich aber, dass Du von einem Deiner Lieblings-Autoren Lesestoff am Wickel hast, nicht wahr?

Und recht ist’s: Die Sommergewitter eignen sich hervorragend für einen Cozy-Krimi.
@Turni: Ian McEwan – von ihm muss ich auch unbedingt mal wieder was lesen. Stimmt, „Am Strand“ passt schön zum Sommer. Viel Spaß!
@Didonia: Bücher, die einen nicht fesseln abzubrechen, ist eine gute Entscheidung. Die Lesezeit in unserem Leben reicht nicht für alle Bücher, die uns interessieren, deshalb lieber die Bücher weglegen, die einen nicht fesseln.
Von Stefanie Zweig hörte ich damals die Hörbücher zu „Nirgendwo in Afrika“ und „Irgendwo in Deutschland“. Mich hat diese Geschichte ihrer Familie, die wegen der Nazis vorübergehend ein Leben auf einem fernen und fremden Kontinent führen musste, beeindruckt. Auch die Verfilmung von „Nirgendwo in Afrika“ hat mir sehr gut gefallen. Ich möchte mir den Film noch mal anschauen. Ich habe ihn auf DVD zu Hause, und ich denke, das ist auch was für meinen Mann. Dass sie nun ein weiteres Buch herausbringt, in dem sie uns an ihren persönlichen Erinnerungen aus der Zeit teilhaben lässt, wusste ich nicht. „Nirgendwo ist Heimat“ habe ich mir nun vermerkt, ich danke Dir für die Info Didonia!
Dir Rothschildallee-Bücher hingegen kenne ich nicht. Haben sie auch einen Bezugs zu Stefanie Zweigs Familiengeschichte?
@NatiFine: Genau, ein schönes Leseerlebnis nicht durch Kritiken kaputt machen lassen!
Ich wünsche Dir weiterhin einen schönen Urlaub! Und es freut mich sehr, dass Du Dich hin und wieder blicken lässt, trotz dass Du unterwegs bist.
