Hallo zusammen,
das Oster-Wochenende haben wir u. a. dafür genutzt, ein paar schöne Filme anzuschauen.
Zum einen war das die
2. Staffel von „Whitechapal“. In der ersten Staffel ging es ja um einen Killer, der Jack The Ripper imitierte. In der 2. Staffel geht es um die Gebrüder Kray, die mit ihrem Syndikat in den 50er und 60er Jahren London unsicher machten. Offenbar imitiert jemand der Verbrechen. Uns hatte die 1. Staffel schon so gut gefallen. Die 2. stand dem in nichts nach. Absolut spannend und unterhaltsam. Ich freue mich schon auf die
3. Staffel, die Anfang 2012 (Erstausstrahlung) in UK lief. Hoffentlich kommt sie auch demnächst wieder ins deutsche Fernsehen.
Dann habe ich noch die Verfilmung von
Anna Karenina mit Sophie Marceau und Sean Bean geguckt. Sie hat mir besser gefallen als erwartet. Erwartet hatte ich mir aus verschiedenen Gründen nicht viel davon. Zum einen kann man in der Kürze eines normalen Spielfilms das komplexe Werk Tolstois nicht abbilden. Zum anderen hatte ich von der Verfilmung schon viele negative Kritiken, die in diese Richtung gingen, gelesen.
So war ich – vielleicht auch weil meine Erwartungen so gering waren – sehr angenehm überrascht. Zum einen hält sich der Film dicht an die Vorlage. Gut, in seiner Komplexität kann er natürlich nicht mit dem Roman mithalten, das liegt in der Natur der Sache. So wird die Untreue Stiwas nur kurz angerissen, Karenins komplexer und interessanter Charakter ist auch gestutzt. Aber Lewins Sinnsuche wird durchaus ein klein wenig Raum gegeben. So wurde die Verfilmung nicht gänzlich auf Anna und Wronski reduziert. Hinzu kommt, dass die Bilder opulent und überzeugend sind. Die Kulissen, die Kostüme – herrlich! Und Sophie Marceau ist für mich rein optisch schon Anna Karenina. Überrascht hat mich aber, dass sie auch ihre Seele gut erkannt hat, und es wunderbar versteht sie nach außen zu spiegeln. Ihre Gefühle, ihre Verzweiflung, all das kam für mich bestens herüber. Ich habe ihr das alles, bis hin zum Selbstmord, der für sie unausweichlich schien, abgenommen. Wronski hätte ein wenig lebendiger wirken können, aber da gibt es eigentlich auch nicht wirklich was zu meckern. Die Bilder, die Stimmung, der Drehort (es wurde tatsächlich in St. Petersburg gedreht) stimmen. Ich habe den Film sehr gern angesehen, da das Buch noch so frisch bei mir ist.
Auf die Neuverfilmung, die im Herbst 2012 in die deutschen Kinos kommt, bin ich trotzdem gespannt. Auch wenn mir Keira Knightley als Anna Karenina nicht behagt. Ihr einseitiges Mienenspiel (Enten-Schnütchen ziehen) wirkt auf mich selten authentisch und oft übertrieben und darauf reduziert sexy auszusehen. Auch ist sie mir zu schmal, Anna wird im Roman eher als weiblich beschrieben. Auch gefiel mir an Sophie Marceau besonders, dass sie so reif wirkte. Dazu ist Keira Knightley in meinen Augen noch zu mädchenhaft. Aber vielleicht vertue ich mich ja auch, und sie überrascht mich.
Eben habe ich noch zufällig gesehen, dass es eine Verfilmung mit Mads Mikkelsen und Bruno Ganz geben soll von
Kleists „Michael Kohlhaas“. Ich verlinke mal zu dem
Artikel.