Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Binchen » Mi 27. Apr 2011, 22:22

Ach ja ... -

ich habe gerade 'Die Zahlen der Toten' beendet - die Empfehlung der Buchhändlerin aus dem Bochumer Hugendubel neulich.

Der Thriller mit der Amish-Polizeichefin, war bis zum Ende spannend - allerdings auch brutal - allerdings nicht jiliane-Hofmann - Brutal, sondern eher so, dass man sich halt vorstellen konnte, was der 'Schlächter' mit den Opfern anstellt, aber nicht unnötig detailliert (bis auf einmal) ... Für mich lange nicht so fies (bzw. unnötig fies) , wie Schändung von Jussi Adler-Olsen ...
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Do 28. Apr 2011, 10:39

Binchen hat geschrieben: Was meinst Du mit 'zu analytisch', Maria, hast Du noch Beispiele im Kopf?
Edit: Bei mir wartet ja noch ' Was ich liebte' - ich würde zu gerne auch noch mehr wissen, worauf ich mich dabei einlasse ...

Mich störte ja nur die Lyrik-Lastigkeit, die aber bei Mias Job natürlich passend war, ein wenig. Das war aber zu erwarten.



Hallo Binchen,

[Die zitternde Frau]
nur noch vage kann ich mich an einzelne Stellen erinnern und wie gesagt, ich habe abgebrochen und kann nicht für das gesamte Buch urteilen.

ich kann mich an eine Szene erinnern, da beschreibt sie einen Autounfall und ihre Familie saß im Auto, auch der Hund (glaube ich) und sie sprach nur von sich und wie sie danach diesen Unfall immer wieder erlebt (Backflash). ... sie fokussiert sich selbst und das 100%ig.

sie geht an ihr Leiden sehr zielstebig ran; rollt die Geschichte von Nervenleiden/krankheiten geschichtlich auf (wie man solch Leiden früher sah, vor und nach Freud), geht dann weiter über diverse Behandlungs- und Untersuchungsmethoden .... usw... also das nenn ich analytisch, nüchtern .... nicht uninteressant, aber sie packt ihre Gefühle eher in den Hintergrund und ich glaube, das störte mich.

Schöne Grüße
Maria
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Doris » Do 28. Apr 2011, 11:42

Hallo Maria,

ich fand sie in dem Buch "Sommer ohne Männer" garnicht analytisch. Also nicht im wissenschaftlichen Sinn. Ich fand es einfach immer nur sehr zutreffend und mir hat auch die leise Ironie sehr gut gefallen.
Leider kann ich dir gar kein Beispiel nennen, bzw. zitieren, denn ich hatte das Buch ausgeliehen.

Die zitternde Frau geht meines Wissens in eine ganz andere Richtung und hat mit ihrer üblichen Prosa nichts gemein.
Für mich war es das zweite Buch der Autorin (aber sicherlich nicht das letzte) und "Was ich liebte" liegt auf meinem SuB. Aber nicht mehr lange.
Was ich liebte soll ja wohl ihr bestes Buch sein.

Liebe Grüße
Doris
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Do 28. Apr 2011, 14:35

Doris hat geschrieben:Hallo Maria,

ich fand sie in dem Buch "Sommer ohne Männer" garnicht analytisch. Also nicht im wissenschaftlichen Sinn. Ich fand es einfach immer nur sehr zutreffend und mir hat auch die leise Ironie sehr gut gefallen.
Leider kann ich dir gar kein Beispiel nennen, bzw. zitieren, denn ich hatte das Buch ausgeliehen.

Die zitternde Frau geht meines Wissens in eine ganz andere Richtung und hat mit ihrer üblichen Prosa nichts gemein.
Für mich war es das zweite Buch der Autorin (aber sicherlich nicht das letzte) und "Was ich liebte" liegt auf meinem SuB. Aber nicht mehr lange.
Was ich liebte soll ja wohl ihr bestes Buch sein.

Liebe Grüße
Doris


Hallo Doris,

ich ahnte es, dass ich mit dem "falschen" Buch begonnen habe. Dennoch gut, dass ich nachgefragt habe und somit (fast schon) Gewissheit habe. Somit bleibt sie auf meiner Liste der Autoren, die ich gerne mal lesen möchte.

Thematisch reizt mich "Sommer ohne Männer" eher als "Was ich liebte".

Liebe Grüße
Maria
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Do 28. Apr 2011, 17:14

Hallo zusammen,

ich hatte endlich genügend Ruhe dazu, eine :arrow: Rezension zu meinem jüngsten Jane Austen-Lesevergnügen "Emma" zu schreiben. Darüber bin ich sehr froh, denn es war mir ein Anliegen, meine Eindrücke noch niederzuschreiben, solange sie frisch sind.

Derzeit bin ich noch ganz vertieft in Hans Falladas "Jeder stirbt für sich allein". Fallada entwirft ein großangelegtes Bild der einfachen Leute im Nazideutschland. Ganz toll! Auch unsere Leserunde nebenan ist sehr bereichernd.

Soweit zu meinen Leseerlebnissen. Nun zu Euren.

@Fevvers: Sehr interessant Fevvers. Dann ist es also so, dass jeder Autor einen Protagonisten unter seiner Obhut hat. Das macht die ganze Angelegenheit ja noch interessanter und spannender. Das hat unglaublich viel Potential. Schade, dass es nicht an allen Stellen - besonders in den Telefon-Dialogen (darin sehe ich auch das größte Potential) - gänzlich ausgeschöpft wird. Einen großen Reiz sähe ich nachdem was Du erzählst übrigens auch in den Zusammentreffen der beiden Hauptfiguren. Hoffentlich schaffen die Autoren es, diesen Szenen in künftigen Bänden mehr Profil zu geben.

Interessant an diesem Duo ist auch, dass Bielefeld seine Figur so anders aufbaut wie Hartlieb die Ihre. Dass hier also gar nicht erst versucht wird, ein Gesamtbild zu schaffen, sondern die zwei Welten auch unterschiedlich darzustellen. Bielefeld seinen einsamen Wolf. Und Hartlieb ihre emotionale, chaotische, aber durchsetzungsfähige Chefinspektorin. Das hat wirklich einen ganz eigenen Reiz.

Interessant auch was Du über den Fehler vieler Autoren schreibst, die regionale Krimis schreiben. Schade, dass Bielefeld ihn so auffällig begeht.

Schön jedoch, dass Du insgesamt den Krimi doch sehr gern gelesen hast, und er schon auch was besonderes ist. Und finde ich auch: So reizvoll auch die ganzen Bayern-/Alpen-/Allgäukrimis sind, so schön ist es auch, mal aus anderen Regionen was zu lesen.

Auf das Buch machst Du mich jedenfalls nun noch neugieriger. Und auf Herrn Puchers Verwirrspiel ebenfalls. Ich danke Dir für Deinen ausführlichen Bericht. Ich habe ihn sehr genossen! Deine Mühe hat sich also gelohnt!

@Doris: Du hast Fevvers schon aufgeklärt, wo sie Deine allmonatlichen Bücherstapel finden kann. Ich finde das ja nach wie vor klasse! Schön, dass Du die Idee beibehältst. Ich schaue immer so gern Deine Stapel an! :-)

Vielen Dank auch für Deine Rezension zu "Der Sommer ohne Männer". Das Buch gewinnt dadurch für mich noch zusätzlich an Reiz. Auch was Du an Maria dazu noch geschrieben hast, steigert mein Interesse. Mir scheint, dass Siri Hustvedt eine wirklich lohnenswerte Autorin ist, die ich endlich mal für mich entdecken sollte. "Was ich liebte" subt bei mir ja noch. Und richtig, das habe ich auch gehört: Es soll ihr bisher bestes Buch sein.

@Maria: Ich schließe mich Doris an: "Die zitternde Frau" soll wirklich ein ganz anderes Buch sein, als die, die sie sonst so schreibt. Vielleicht versuchst Du es mit der Autorin noch mal mit einem anderen Buch. Ah, ich sehe, Du hast Dir Doris' Hinweis schon zu Herzen genommen.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Fr 29. Apr 2011, 15:09

Hallo zusammen,

„Jeder stirbt für sich allein“ setzt mir gerade sehr zu. Ich befinde mich im vierten und letzten Teil des Buches. Hans Fallada entschuldigt sich schon in seinem kleinen, aber so feinen Vorwort dafür, dass in diesem Roman viel gequält und gestorben würde. Aber, so meint er, zu den Zeiten und in den Kreisen, von denen der Roman erzählt, war das leider so. Es habe ihm selbst missfallen, ein so düsteres Gemälde zu entwerfen. Mehr Helligkeit hätte jedoch Lüge bedeutet. Wahre Worte! Und dass ihm selber unwohl war, davon zu schreiben, davon berichtet auch das Nachwort, das auf die Hintergründe zu dem Buch (und der Neuausgabe) eingeht. Zwar wurde er gebeten, über das Ehepaar Hampel (im Roman heißt es Quangel) zu schreiben, lange jedoch hat er sich davor gesträubt. Wie gut, dass er es schließlich doch über sich gebracht hat. Dass er sich sehr unwohl gefühlt hat, in seinem eigenen düsteren Gemälde, glaube ich ihm gern.

Gerade zum Schluss hin verdüstert sich das Bild enorm. Aber mit etwas anderem war auch nicht zu rechnen. Bis dahin jedoch entwirft Fallada auch ein sehr stimmiges Bild Berlins in Zeiten des Nationalsozialismus. Er skizziert vortrefflich die einfachen Leute und findet Grautöne. Hier wird nicht von den wenigen Helden erzählt, die Widerstand gegen das Hitler-Regime leistete. Sondern von den ganz normalen Menschen, die – teils unbedarft, teils nicht ganz ohne Überzeugung – mitgemacht haben. Ein kleines Rädchen in der Großen Mord-Maschinerie waren. Denen aber auch Zweifel kamen. Dem einen mehr, dem anderen weniger. Dem einen früher, dem anderen später. Ein sehr realistisches Bild, das Fallada uns hier entworfen hat.

Faszinierend besonders in den Punkten, die (besonders jetzt zum Ende des Romans) verdeutlichen, wie ein Außenbild entstehen konnte, dass die Deutschen allesamt als Hitler-Anhänger zeigt. Dabei hatte man, wenn einem das eigene Leben und das seiner Angehörigen lieb war, gar keine Wahl. Und jeder Widerstand, und sei er noch so klein, wurde niedergekämpft. Verdächtige (oh, wie schnell man unter irgendeinen Verdacht geraten konnte. Allerorts wurde Misstrauen gesät. Vertrauen war ein Fremdwort, Verrat an der Tagesordnung) schuldig geredet. Das alles hat Hans Fallada auf eine ganz einzigartige Art eingefangen.

Ich wünsche diesem Buch noch viele Leser! Und bin sehr froh, dass man uns in Deutschland auch endlich die unveränderte ursprüngliche Fassung Falladas zur Verfügung gestellt hat. Dieses Buch wird in jedem Fall eines meiner Highlights des Jahres.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Binchen » Fr 29. Apr 2011, 20:09

Huhu in die Runde,

nachdem ich nun soviele Thriller hatte, hab ich mal meine Einkäufe vom letzen Jahr beäugt und -Julia- erblickt. Das musste ich nach der Besprechung in der DB-Zeitschrift damals unbedingt haben - und nun liest es sich nett und leicht - sommerlich leicht - an - Toskana - eine Erbschaft - und eine Familienfehde - der Anfang ist schon sehr unterhaltsam. Ich bin gespannt auf die nächsten 500 Seiten .

Gerade ist es auch als TB erschienen.
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Sa 30. Apr 2011, 16:56

Hallo zusammen,

ich habe etwas vergnügliches eingeschoben:
Georg Büchner: Leonce und Lena

ich liebe darin die Wortspiele. Beispiel:

Valerio
Und Sie Prinz, sind ein Buch ohne Buchstaben, mit nichts als Gedankenstrichen. Kommen Sie jetzt meine Herren! Es ist eine traurige Sache um das Wort kommen, will man ein Einkommen, so muß man stehlen, an ein Aufkommen ist nicht zu denken, als wenn man sich hängen läßt, ein Unterkommen findet man erst, wenn man begraben wird, und ein Auskommen hat man jeden Augenblick mit seinem Witz, wenn man nichts mehr zu sagen weiß, wie ich zum Beispiel eben, und Sie, ehe Sie noch etwas gesagt haben. Ihr Abkommen haben Sie gefunden und Ihr Fortkommen werden Sie jetzt zu suchen ersucht


oder

Erster Bedienter
Alles Fleisch verdirbt vom Stehen. Auch der Hofprediger ist ganz abgestanden, seit er heut Morgen aufgestanden.



:-)

Gruß,
Maria
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » So 1. Mai 2011, 15:41

Hallo Maria,

das klingt vergnüglich und sehr geistreich! Schön, dass ich auf dem Wege auch mal auf etwas von Georg Büchner aufmerksam und neugierig gemacht werde. Ein kleiner erster Funken, den Du durch Deine Zitate ausgelöst hast.

Ich kann gut verstehen, dass Du was vergnügliches zwischengeschoben hast. "Jeder stirbt für sich allein" bedrückt sehr. Heute Nacht hat es mich selbst im Traum nicht losgelassen. Das passiert mir selten!
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Barbara » Mo 2. Mai 2011, 09:18

Hallo Ihr Lieben,

ich wollte mich nur schnell zurückmelden, bevor ich alles hier auf Vordermann bringe und meine leider sehr mit Arbeit gefüllte Woche vorbereite.

Wie erwartete habe ich nicht sehr viel gelesen. ;) "Eat, Pray, Love" habe ich jedoch gelesen. Allerdings ist es nicht unbedingt als Urlaubsbuch geeignet. Es liest sich zwar sehr leicht, aber es ist mehr ein Lebensbericht. Daher denkt man sehr mit - was ich grundsätzlich an Büchern mag - und kann daher nicht wirklich abschalten. Es ist kein Buch, dass einen sofort in einen Lesesog zieht - zumindest mich nicht.

Was mich auch ein bisschen gestört hat, ist die Tatsache, dass die Autorin eine Situation schildert, z.B. das viele Reisen, dass schon sehr eine Ausnahme darstellt. Ferner sind die Wege, die sie begeht und die Schlussfolgerung, die sie für ihr Leben zieht nicht fremd oder ungewöhnlich. Ob ich dafür einen Guru brauche, bezweifle ich. Viele dieser Ziele, Schlussfolgerungen und Wege findet jeder, der sich viele Gedanken um sich und sein Leben macht irgendwann zwangsläufig selbst und findet die Lösung in sich selbst.
Bei all dem "Guru-Gerede" frage ich mich immer, ob diejenigen, die so etwas brauchen, nicht einfach nur wieder jemanden suchen, auf den sie die Verantwortung für sich selbst ablegen und auf den sie sich verlassen können, damit sie sich finden. Letztendlich, finde ich, sollte man sich immer auf sich selbst verlassen und den Weg in sich selbst suchen, und damit sich selbst mit sich selbst auseinandersetzen. Das kostet allerdings Mut und Kraft und vor allem enorme Ehrlichkeit zu sich selbst.
Aber, bevor dies jemand falsch versteht, ich verurteile und belächele niemanden, der Gurus braucht. Ich bräuchte nur keinen, da ich viele dieser Erkenntnisse auch ohne Hilfe bereits längst gefunden habe.

Mir brachte das Buch nun keine neuen Erkenntnisse, aber interessante Einblicke. Man kann es lesen, muss es aber nicht, denn man hat nichts verpasst, wenn man das Buch nicht kennt.
Dass so viele amerikanische Stars darauf abfahren, kann ich gut verstehen, da die Autorin genau in dieser Spur fährt.

Kennt denn jemand hier das Buch bereits ? Wenn ja, welchen Eindruck hattet Ihr davon?

Was ich nun lese, weiß ich noch nicht genau. Aber sicherlich etwas aus meinem SUB. ;)

Schön wieder hier bei Euch zu sein!! :P Nachlesen werde ich so nach und nach und auch antworten.
:lesen_und_nachdenken:
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