Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Di 24. Mai 2011, 14:50

Hallo zusammen,

@Steffi @Maria: Zola habe ich schon bei unserer Fallada-Leserunde im Hinterkopf abgespeichert. Ihn jetzt hier in diesem Zusammenhang erneut erwähnt zu sehen, wühlt dies natürlich jetzt wieder auf. Vermutlich war das Absicht. :mrgreen:
Familiengeschichten... jetzt mmuss ich doch mal auf die Suche nach Zola gehen.

Die Geschichte mit dem "Totschläger" ist wirklich nett! :)

Dass Ihr mit meinem Vergleich Korrkturen/Chautauqua was anfangen könnt, freut mich sehr. Ich kann nach wie vor „Die Korrekturen“ sehr empfehlen!

Mein Gedächtnis ist gar nicht mal so gut. Aber bei Büchern macht es irgendwie meistens eine Ausnahme. ;-) (Aber auch da habe ich schon kleine Verschlechterungen festgestellt. Keine Sorge also. :mrgreen: )

So langsam werden in „Abschied von Chautauqua“ die Probleme und Sorgen der einzelnen Figuren deutlicher. Ganz schlimm finde ich Margarets Situation. Es muss schlimm sein, nach so langer Zeit ohne den Partner auszukommen. Bei ihr durch Trennung. Bei Emily durch Tod. Aber Emily scheint mir da zur Zeit robuster. Margarets Verzweiflung ist so spürbar. Auch wenn sie selbst an der Situation schuld sein soll. Das setzt beim lesen schon zu. Und Ella, die ihre Cousine so bewundert. Auch das kann ich so gut verstehen. Und Ken, der beruflich nichts auf die Reihe bringt. Und als Fotograf nichts herausragendes schafft. Eher Handwerk als Kunst.

@Trixie: Vielen Dank für Deine Eindrücke zu „Die Tote im Badehaus“, an denen ich auch weiter interessiert bin.

Der Blick einer Außenseiterin auf dieses Volk und seine Mentalität ist sicher sehr interessant. Ich kann mir das gut vorstellen. Die Verschlossenheit, mit der kein Mensch wirklich sympathisch wirken kann. Allein deshalb schon interessiert mich dieses Buch, bzw. diese Reihe.

Ich habe mal „Die Umarmung des Todes“ von Natsuo Kirino gelesen. Ein ebenfalls sehr interessantes Buch. Es wirft ebenfalls ein kühles Licht auf die Figuren. Da ist so viel Härte und so wenig Herz. Hier ist es die Sicht einer Japanerin auf ihr Volk. Auf die einfachen Frauen ihres Volkes von heute. Wie sie leben, wie sie fühlen. Auch verpackt in einen spannenden Krimi, den ich ausgesprochen gelungen fand und sehr gern gelesen habe. Und den ich zudem halt wegen des Blickes auf die Japaner zusätzlich interessant fand.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Di 24. Mai 2011, 15:52

Hallo Petra,


Petra hat geschrieben: So langsam werden in „Abschied von Chautauqua“ die Probleme und Sorgen der einzelnen Figuren deutlicher. Ganz schlimm finde ich Margarets Situation. Es muss schlimm sein, nach so langer Zeit ohne den Partner auszukommen. Bei ihr durch Trennung. Bei Emily durch Tod. Aber Emily scheint mir da zur Zeit robuster. Margarets Verzweiflung ist so spürbar. Auch wenn sie selbst an der Situation schuld sein soll. Das setzt beim lesen schon zu. Und Ella, die ihre Cousine so bewundert. Auch das kann ich so gut verstehen. Und Ken, der beruflich nichts auf die Reihe bringt. Und als Fotograf nichts herausragendes schafft. Eher Handwerk als Kunst.



wie empfindest du die Nebengeschichte, des verschwundenen Mädchens von der Tankstelle? Ich habe ja den Verdacht, dass O'Nan erst während des Schreibens die Idee hatte, daraus eine separate Geschichte zu machen und greift dieses Thema nochmals auf, etwas verändert allerdings, in "Alle, alle lieben dich" , und thematisiert was das Verschwinden eines Kindes aus einer Familie macht.

Zola:
einen etwas gemässigteren Zola findest du in der Geschichte "Paradies der Damen". Finde ich als Einstieg geeignet, wenn man noch nicht mit aller Wucht Zolas Naturalismus abbekommen möchte.

Aber Steffi kann dir besser raten, wenn es um eine Familiengeschichte geht. Vermutlich ist dann "Der Totschläger" und der Nachfolgeband "Nana" besser geeignet. :-)

Liebe Grüße
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Di 24. Mai 2011, 19:26

Hallo Maria,

vielen Dank für Deine Zola-Einstiegs-Empfehlung. Auf Steffis Empfehlungen freue ich mich auch. Nur raus damit. ;-)

Zu O'Nan: Dass er auch aus dem verschwundenen Mädchen eine weitere Geschichte entwickelt hat in "Alle, alle lieben dich", finde ich ausgesprochen interessant. Solche losen Fäden (wie hier halt thematische) mag ich gern. "Alle, alle lieben dich" hatte mich auch sehr gelockt, wenn es nicht von O'Nan gewesen wäre. Nun, da ich ihm aber ja eine zweite Chance gegeben habe, und er mir bisher nun sehr gefällt, rückt dieses Buch auch wieder in mein Blickfeld.

Zu dem verschwundenen Mädchen in "Abschied von Chautauqua" kann ich noch nichts sagen, denn noch weiß ich nicht, dass ein Mädchen verschwunden ist. Sie haben beim vorbeifahren auf der Rückfahrt erst die Absperrbänder gesehen, wissen aber noch nicht was los ist. Die Szene müsste aber bald kommen. Ich melde mich deswegen wieder.
Liebe Grüße,
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Doris » Mi 25. Mai 2011, 07:35

Guten Morgen an alle,

gestern habe ich mit dem neuen von Roger Smith angefangen

Staubige Hölle

und dieser ist genau wie die beiden Vorgänger hart, schnell, kompromisslos und nichts für schwache Nerven!

Grüße
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mi 25. Mai 2011, 10:09

Meine Zola-Empfehlung ist für eine Familiengeschichte tatsächlich "Der Totschläger"; das Schöne, man lernt Nana, die Hauptperson des folgenden Romans und einer der bekanntesten Zolas als Kind kennen. Zola thematisiert (er hat ja im Prinzip für jedes Buch ein großes Thema) die Alkoholsucht und deren Auswirkungen. Er fokussiert dabei nicht auf die Einzelpersonen sondern mehr auf das, was dann mit der Familie passiert, auf den gesellschaftlichen Abstieg und den Verlust aller Hoffnungen. Zola geht es meistens nicht so sehr um die Personen, also ganz anders als z.B. O'Nan oder auch Fallada, sondern um die Mechanismen der Gesellschaft. Oft bringt ein kleiner Zufall das gesamte Leben aus dem Gleichgewicht.

Ach, schade dass ich es erst gelesen habe, eine Leserunde wäre bestimmt super geworden !!
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mi 25. Mai 2011, 15:49

Hallo zusammen,

erst einmal ein großes Lob für Eure Rezension, Steffi und Doris. Steffi, Du machst mir ganz große Lust auf "Pferde stehlen". Du hast das Buch ganz toll eingefangen. Spiegelst sowohl die Ruhe, als auch die Intensität mit Deinen Worten wider. Ich bin beeindruckt. Und froh, das Hörbuch bereits auf meinem iPod zu haben, denn das wird es in meinem Fall wahrscheinlich werden, anstatt des Buches. Hast Du gesehen, dass was neues von Per Petterson angekündigt ist? "Ist schon in Ordnung" erscheint im Juli 2011.

Und Doris, Du machst mir noch mehr Lust auf Paula Fox. Sowohl auf die Bücher ihr Leben betreffend, als auch auf ihre sonstigen Romane. Aber auch auf die Biografie von Conrad, Bernadette. Dafür danke ich Dir.

An Roger Smith erinnerst Du mich auch. Ich hatte "Kap der Finsternis" schon mehrfach in der Hand, bei der Auswahl neuen Lesestoffs. Gern möchte ich es im Sommer lesen. Und sommerlich ist es inzwischen ja längst. Wird vielleicht also nicht mehr allzu lange dauern.

Vorerst verweile ich aber noch eine Weile im sommerlichen Chautauqua. Die Woche schreitet voran. Die Probleme entfalten sich. Ich kann die Figuren alle gut verstehen. Sogar die aggressive Margaret. Auch Justin mit den Sorgen eines heranwachsenden Jungen. Wie er sich vor dem Wasser des Sees scheut. Von seiner Mutter kein Verständnis, sondern nur bösen Spott bekommt. Das ist alles sehr authentisch geschildert.

Steffi, ich danke Dir für Deine Zola-Empfehlung. "Der Totschläger" reizt mich nun auch sehr. Thematisch (Auswirkungen von Alkoholismus auf eine Familie) und zum kennenlernen der Nana. Aber auch Marias Tipp habe ich näher unter die Lupe genommen und für interessant befunden. Somit habe ich auch "Paradies der Damen" im Hinterkopf. Ich würde gern mal in die Bücher reinlesen. Wenn ich demnächst im Sternverlag bin, halte ich mal Ausschau.

Wirklich schade, dass Du "Der Totschläger" gerade erst gelesen hast, denn eine Leserunde könnte ich mir dazu auch interessant vorstelle.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Binchen » Mi 25. Mai 2011, 21:39

Hallo in die Leserunde,

nachdem bei mir Der geheime Brief von Maria Ernestamgleich aus dem Umschlag auf meinen Nachttisch umgezogen und ausgelesen wurde, habe ich nun Nele Neuhaus neuestem Buch 'Wer Wind säht' einen ähnlich kurzen Weg gegönnt. Zu verlockend war das hereinlesen: Tierschützer, ein Windpark im Taunus und zwei Leichen ;) : ein ehemals niedlicher Hamster & ein fieser Hausmeister - was haben die zu bedeuten?

Schnell zieht Nele Neuhaus mich als Leser in die Geschichte. Früher ein Geheimtipp - heute Spiegelbestsellerautorin. Hoffentlich hebt sie nicht ab? Bisher nicht *strahl* - nur die Aufmachung im Softcover zu 14,95 Euro ist da so ein bisschen auf dem Tripp - aber das war schnell vergessen.
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Do 26. Mai 2011, 09:16

Petra hat geschrieben:Steffi, ich danke Dir für Deine Zola-Empfehlung. "Der Totschläger" reizt mich nun auch sehr. Thematisch (Auswirkungen von Alkoholismus auf eine Familie) und zum kennenlernen der Nana. Aber auch Marias Tipp habe ich näher unter die Lupe genommen und für interessant befunden. Somit habe ich auch "Paradies der Damen" im Hinterkopf. Ich würde gern mal in die Bücher reinlesen. Wenn ich demnächst im Sternverlag bin, halte ich mal Ausschau.


Ich hoffe, dass der Sternverlag da etwas mehr als die üblichen Zola-Romane vorrätig hat - bei den meisten findet sich nämlich immer nie was, allerhöchstens noch Nana !

Ich habe gestern noch mit "Paris Trout" angefangen, wow, was für ein Buch. Richtig gruselig (he, ihr hättet mich da warnen können :mrgreen: ) und nichts für Zartbesaitete wie mich *ggg* Weiteres schreibe ich dann im Pete Dexter-Ordner.
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Do 26. Mai 2011, 14:15

Hallo zusammen,

ich habe "Letzte Reise" von Anna Enquist beendet und es war sehr befriedigend, diesen historischen Roman zu lesen. Das Thema handelt über das Leben der Elizabeth Cook, die Frau des berühmten englischen Helden und Weltumseglers James Cook. Die meiste Zeit ihres Lebens war sie alleine, zwischen den Ankünften und Abfahrten ihres Mannes schwanger werdend, um doch alle 6 Kinder, die sie zur Welt bringt, zu überleben. Bei keinem Ableben eines der Kinder war James Cook da, um ihr Trost zu zusprechen, nur einmal bei einer Geburt anwesen, die seines jüngsten Sohnes.

Da kommt die Frage auf, wer wirklich der Held war !

Besonderheit ist die Erzählform die die Autorin wählt. Fast der gesamte Roman ist innerer Monolog, kaum Dialoge. Das mag vielleicht ungewöhnlich sein. Doch wenn man es genau überlegt, ist es raffiniert durchdacht. Denn wie kann man in einer solchen Fernbeziehung bestehen? Wie seinen Mann, der am Ende seiner "letzten Reise" sich seltsam benahm, näherkommen und begreifen. Wenn, dann doch nur in der Form eines inneren Monologs, um Gedanken zu transportieren, auch wenn es kaum Antworten auf Elizabeths Fragen gibt, dennoch am Ende mehr übers Leben verstehend, mehr vielleicht als ihr Mann jemals verstanden hat.

Elizabeth Cook wurde 94 Jahre alt.

mich hat der Roman beeindruckt.

http://www.randomhouse.de/webarticle/we ... p?aid=8735

Gruß,
Maria
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Do 26. Mai 2011, 15:01

Hallo zusammen,

hier wimmelt es wieder von interessantem Lesestoff! Bevor ich zu Euren Büchern komme, noch meine neusten Eindrücke von "Abschied von Chautauqua":

Manchmal stockt mir der Atem. Z. B. als Emily in dem Sommerhaus die Mülltonne rausstellt und dazu das Garagentor öffnet und an den Stahlschienen entlang wuchtet. Das hat bei mir ein ganz intensives Bild ausgelöst. Das tat ich auch oft in meinem Elternhaus. Komisch, wie solche kleinen unbedeutenden Details einen in eine frühere Zeit, an einen anderen Ort versetzen können. Auch an meine Oma fühlte ich mich schon häufig erinnert. Z. B. als Emily den Jungs Maisfladen zum Frühstück macht. Bei uns waren des Pfannkuchen, aber die Art, wie meine Oma uns verwöhnen wollte, kommt der Emilys so gleich. Auch meine Oma war kein einfacher Mensch. Und auch sie hätte Arlene (also ihrer Schwägerin) Anweisungen gegeben, ob und wo sie helfen kann. Interessant, wie dieses Buch Gefühle auslöst oder zumindest (wenn keine eigenen Erinnerungen damit verknüpft sind) Empfindungen heraufbeschwört.

Ich lese relativ langsam. Das liegt nicht nur am Migränewetter (aber auch). Sondern auch daran, dass diese letzten Sommertage dort in Chautauqua selbst eine Langsamkeit ausstrahlen. Da treibe ich in O'Nans Tempo mit. Ganz gemächlich. Und genieße die Zeit dort. Ein eigenwilliges und intensives Leseerlebnis.

@Steffi: Da husche ich doch gleich mal im Anschluss in den Pete Dexter-Thread. Ich bin sehr gespannt auf Deine Eindrücke zu "Paris Trout". Dieses Buch von ihm kenne ich noch nicht, deshalb bin ich natürlich nicht schuld, dass Du nicht gewarnt wurdest. Ich zeig mal auf Maria: ;) ---> :?

Ich habe von ihm "God's Pocket" gelesen - und zwar sehr begeistert! So begeistert, dass ich mir direkt alle auf deutsch erhältlichen Titel von ihm gekauft habe. Einer der wenigen Autoren, von denen ich wirklich alles lesen will. Oder ersatzweise als Film gucken (bei "Deadwood" könnte das passieren).

@Maria: NatiFine hatte mich auf das Hörbuch von Anna Enquists "Letzte Reise" schon mal sehr neugierig gemacht. Deshalb habe ich das Hörbuch auf meinem iPod. Doch wie das so oft ist, es geriet auch wieder in Vergessenheit. Du erinnerst mich nun nicht nur daran, sondern machst mich auch noch neugieriger darauf, als ich es je war.

Ganz toll, wie Du das Buch einfängst. Der innere Monolog als Erzählform scheint mir auch viel Sinn zu machen. Denn nach Deiner Beschreibung frage ich mich, mit wem sie sich auch groß in einem Dialog hätte austauschen sollen, über die Dinge, die ihr auf dem Herzen brennen? Solch ein Leben muss viel inneren Monolog herbeiführen. Sehr geschickt gewählt somit, die Erzählform, wie mir scheint. Schön beobachtet, Maria!

Und dann Deine berechtigte Frage: Wer wirklich der Held war? Ja, die Antwort liegt fast klar auf der Hand: James Cooks Frau. Was muss das für ein Gefühl sein, so allein mit dem ganzen Leben zu sein, trotz dass man verheiratet ist. Du sagst es: Die Schwangerschaften, herbeigeführt, wenn er mal da war. Und zu Ende gebracht, wenn er weg war.

Danke fürs hier mit uns teilen. Mich hast Du damit gekriegt. Das Hörbuch will ich hören.
Liebe Grüße,
Petra


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