Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Petra » Fr 22. Okt 2010, 09:04

Guten Morgen zusammen,

"Der Hass der Liebenden" gestaltet sich gut. Der Kriminalfall ist interessant. Die Figuren auch - wer könnte es gewesen sein? Motive gäbe es für einige.

Sprachlich bleibt das Buch besonders. Der Sprache vermittelt einen vornehmen Eindruck. Die Sätze sind zuweilen lang, aber erhalten dadurch ihren eigenen Charme. Und ein wenig Humor ist zwischenzeitlich auch aufgeblitzt. Ein sich durch einen Schlagabtausch ergebender, unaufgeregter Humor, der mich aber gerade dadurch noch mehr amüsiert hat.

Die Stimmung im Buch ist auch besonders. Dieses abgelegene Hotel an der Atlantikküste, der Sandsturm, der selbst die Sicht durch die Fenster nimmt. Die dicke Luft in den Räumen. Das Gefühl sich unter Wasser (es ist eigentlich ja Sand) zu befinden, einem U-Boot gleich, dass sich in den Meeresgrund bohrt... sehr eigenwillig. Aber gut.

Zahlreiche Anspielungen - auch literarischer Natur. Das dürfte Dich, liebe Maria, wirklich sehr freuen. Michael Innes, Thomas Mann, Franz Kafka, Victor Hugo...

Es gibt auch viele Anspielungen auf andere Dinge. Das macht diesen Roman recht intellektuell. Allerdings kann ich mit den meisten Anspielungen nicht viel anfangen. Sie sind in den Anmerkungen erklärt. Aber ich habe zu wenig Wissen über sie, um dem Text damit mehr Sinn zu geben. Finde sie auch manchmal nicht 100%ig passend. So mag es sein, dass sie ein wenig zu gewollt sind. Die Autoren unbedingt ihr Wissen über alles Mögliche einfließen lassen wollten und sich auch mit zweitklassigen Möglichkeiten dazu zufrieden gegeben haben. Ich kann aber auch keineswegs ausschließen, dass ich sie einfach nur nicht vollends erfasse und sie mir deshalb auch mit Erklärung in den Anmerkungen noch nicht 100%ig zur jeweiligen Szene passend erscheinen. Maria, Du bist in so etwas bewanderter und geduldiger. Vielleicht kannst Du, wenn Du das Buch mal liest, sagen, ob sich wirklich jede Anspielung vollends passend in den Text einfügt. Ich glaube bei zwei oder drei Anspielungen ist das nicht der Fall. Aber da würde ich mich gern eines besseren belehren lassen. Denn ehrlich: Abschließend kann ich das nicht beurteilen.

Fest steht für mich aber, dass das überhaupt nicht stört. Man kann die Anspielungen auch einfach völlig überlesen. Man versteht den Text trotzdem absolut. Ich verbeiße mich deshalb auch nicht unnötig in die endgültige Klärung, da mir das weiterlesen wichtiger ist. Wenn dann ein paar Anspielungen an mir vorbei gehen, dann sei es drum.

Andere Anspielungen sind aber auch interessant und lehrreich. Die literarischen gefallen mir natürlich. Aber auch welche aus der Homöopathie. Und wie gesagt: Die anderen stören auch absolut nicht!

Bei meinen Eindrücken überwiegt auf jeden Fall die eigenwillige Stimmung, die so eigenen Figuren und der interessante Kriminalfall. Macht mir viel Freude. Deshalb habe ich auch nur noch 50 Seiten (und das Nachwort von Heinrich Steinfest, auf das ich mich auch schon sehr freue!) vor mir. Hat aber auch nur rd. 190. Und viele Kapitel. Und ein sehr angenehmes Schriftbild. Also keine Hexerei... für mich dennoch ein äußerst flottes Lesetempo - so eine neu gewonnene abendliche Lesezeit hat schon was! :mrgreen:

@Silke: "Der Hass der Liebenden" würde ich Dir auch nicht empfehlen. Ich schätze Dich so ein, dass dieses Buch eher nicht Dein Ding wäre. Du siehst es anhand meiner Beschreibung genauso. Action ist da definitiv nicht allzu viel.

Dass Du und Deine Freundin so sehnsüchtig auf "Nebelsturm" warten, kann ich gut verstehen! "Öland" war zu vielversprechend, um dem Erscheinen (als TB) des nächsten Bandes nicht entgegen zu fiebern. Ich finde die Geschichte hört sich auch wieder interessant an!

@Lucy: Dass "Nebelsturm" bei Dir schon auf dem SUB liegt, ist fast zum neidisch werden! ;-)
Passt aber auch zur kommenden Jahreszeit. Kann ich also gut verstehen, dass Du den bald lesen willst! Berichte dann bitte, wie er Dir gefällt, ja?

Dass Dich Tana French mit "Totengleich" in Bann gezogen hat, kann ich nur allzu gut verstehen. Man versinkt in ihrer Welt. Cassie, Daniel und die anderen... Das war auch für mich ein sehr intensives Lesevergnügen! Richtig, die Frau kann erzählen! Deshalb freue ich mich auch schon sehr auf Dezember, wenn "Sterbenskalt" erscheint. Zwar mag ich Franky nicht so gern. Aber ich traue Tana French zu, dass sie mich dennoch wieder so richtig kriegt! Viel Spaß noch!
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Petra » Fr 22. Okt 2010, 22:26

Hallo zusammen,

"Der Hass der Liebenden" war toll!

Hier verwischen die Grenzen wirklich - wie in einem Sandsturm. Rollen (oder besser Schein und Sein) vertauschen sich, in einer Form, wie ich es noch nie gelesen habe. Das hat mir wirklich sehr gefallen! Auch überhaupt so manche Figur lässt einen, kommt die Geschichte erst mal in Gang, den Mund offen stehen. Und in der Tat, bleibt die Frage stehen, ob man einen Menschen lieben kann, den man für einen Mörder hält. Aber auch das ist am Ende viel verquerer als ich anfangs dachte. Und doch am Ende so klar, wie die Landschaft nach dem Sandsturm, als er sich gelegt hat.

Und der Plot wäre m. E. einer Agatha Christie würdig. Und trotzdem ganz eigen. Ebenso wie die Figuren. Unvergesslich, auf eine sehr entrückte und doch so präsente Weise. Als würde man sie mal deutlich sehen und mal nicht greifen können, wie wenn man sie durch Sandwirbel wahrnehme.

Und trotz der eigentlich verräterischen Inhaltsangabe, war ich auf der völlig falschen Spur, was die Anspielungen mit Schein und Sein, verwischenden Realitäten und die Frage (ob man jemanden lieben kann, den man für einen Mörder hält) anging. Nach der Lektüre sehe ich diese Dinge in einem völlig anderen, viel interessanteren und sehr deutlichen Licht.

Die Anspielungen mit den erklärenden Anmerkungen, die die Autoren hier einbauen, haben mir immer besser gefallen. Ich werde mir die Mühe machen, die wenigen, die ich nicht 100%ig passend fand, zu ergründen. Das sind mir diese intelligenten, besonderen Autoren nun wert - nach Abschluss der Lektüre.

Ein großer, literarischer Spaß, den ich nicht verpasst haben möchte! Für jeden Liebhaber klassischer Krimis ebenso zu empfehlen, wie denen, die gern eine besondere (eigene) Sprache mögen und/oder Anspielungen auf Literatur und andere Gebiete. Und eine eigenwillige Atmosphäre - der Sandsturm ist toll geschildert. Das möchte ich noch mal wiederholen. Man fühlt beinahe, wie sie dort während des Sandsturms in dem Hotel an der argentinischen Küste festsitzen, und der Sand vollkommen die Sicht nimmt. Ist doch mal vollkommen etwas anderes als die eingeschneiten Opfer und Verdächtigen in den englischen Krimi-Klassikern. ;-)
Und das schöne ist, dass es so eigen gemacht ist, dass man gar nicht das Gefühl hat, dass es eine Abwandlung ähnlich gearteter Krimis ist.

Allein schon der Detektiv... der Detektiv... da könnte ich schon glucksen vor Vergnügen! Nein... mehr darf man da nicht sagen - tut mir leid! :mrgreen:

Da das Buch aus dem Jahr 1946 ist, sollte jeder, der gerne Krimi-Klassiker liest, diesen nicht außer acht lassen. Ich bin dem Manesse Verlag sehr dankbar für dieses Kleinod, das ca. 65 Jahre auf die deutsche Übersetzung warten musste!

Ich hoffe, ich konnte einige auf das Buch neugierig machen. Und bin abermals sehr dankbar für Marias Hinweis auf dieses Buch im Argentinien-Thread!

Ich gehe jetzt voller Neugierde das Nachwort von Heinrich Steinfest lesen.

Ach, und Maria. Du sagtest ja schon, dass Du dem Buch wohl nicht mehr lange widerstehen kannst und willst. Wenn mich nicht alles täuscht, dann wirst Du dieses Buch wirklich lieben! Aber das ahnst Du wahrscheinlich selbst, sonst hättest Du (z. B. mich) gar nicht erst auf das Buch aufmerksam gemacht.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon JMaria » Sa 23. Okt 2010, 10:23

Hallo Petra,

"Der Hass der Liebenden"
also jetzt hast du mich endgültig ;-)
gerade habe ich mir das Buch bestellt.

mir gefällt deine Metapher mit dem Sandsturm und wie er die Grenzen verwischt. :)

Liebe Grüße
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Petra » Sa 23. Okt 2010, 14:02

Hallo zusammen,

nach der erstaunlichen und so interessanten Lektüre von "Der Hass der Liebenden" habe ich mir heute morgen nun "Schlafende Engel" von Michael Collins gegriffen. Der Autor gehört zu meinen Entdeckungen des letzten Jahres und ich wollte dies Jahr unbedingt ein weiteres von ihm lesen. Ich hatte im Sommer schon eines von ihm in der Hand, merkte beim reinlesen in seine verschiedenen Romane aber, dass mich dieser hier genauso reizt. Und da hatte ich die Lektüre auf den Herbst verschoben, da es zur Halloween-Zeit spielt. Seither freue ich mich auf das Buch. Und jetzt habe ich es mir endlich vom SUB geholt und die ersten Seiten gelesen.

Es hat mich sofort wieder in seinen Bann gezogen - der Autor kann das einfach! Er zoomt seine Figuren ganz nah an den Leser heran. Man kann (und will) nicht mehr wegschauen. Fühlt sich mit ihnen verschmolzen und verfolgt das Geschehen wie aus erster Hand. Seine Figuren sind Menschen, die vom Leben nicht verwöhnt wurden. In diesem Fall begleiten wir einen Polizisten, der schwer daran zu knabbern hat, dass seine Ehe zerbrochen ist, und er seinen Sohn kaum mehr zu Gesicht bekommt. Er vermisst ihn. Und auch sein Hund Max hat an der Trennung sehr zu leiden. Nicht viele Autoren können so etwas ohne Kitsch, in wenigen Szenen so deutlich beschreiben und vor allem emotional nahe bringen, ohne gefühlsduselig zu werden.

Hier mal eine kleine Szene aus den allerersten Seiten (es wird also noch nichts verraten, ich möchte nur die besondere Stimmung, die der Autor immer vermittelt, verdeutlichen). Der Polizist hat Dienst an Halloween im Einkaufscenter der Kleinstadt in Indiana, in der er lebt. Er soll wegen wegen eines Anschlags vor zwei Jahren dort die Süßigkeiten der Kinder scannen. Das natürlich unauffällig, damit den Kleinen der Spaß im Einkaufscenter nicht verdorben wird. Deshalb ist er als Obi-Wan-Kenobi verkleidet und scannt gerade mit einem Stab, der wie ein Lichtschwert aussehen soll, die Süßigkeiten eines als E.T. verkleideten Jungen ab. Und hier die Szene:

"Die Verkleidung des Jungen war perfekt - zumindest, bis ich aus den Sehschlitzen seiner Maske die Augen meines Kindes herausstarren sah. In dem Moment erkannte ich Eddy, aber er ließ sich nichts anmerken. Er wandte sich ab, drehte sich aber noch einmal um. Er wusste nicht, was er tun sollte, so als bekäme er Schwierigkeiten, bloß weil er mit mir sprach. Ich war heute nicht an der Reihe, ihn zu sehen. Er wirkte verlorener als der Außerirdische, für den er sich ausgab, trotzdem wollte ich ihn nicht enttarnen."

Ich liebe das Buch und seine Figuren jetzt schon. Zumal ich weiß, zu was Michael Collins im Stande ist. Er liebt seine Figuren, so verloren sie auch stets sind. Vielleicht macht die Szene ja den ein oder anderen neugierig. So wie Doris mich letztes Jahr glücklicher Weise auf diesen Autor neugierig gemacht hat.

@Maria: Das freut mich sehr, dass ich Dich überzeugen konnte, dass "Der Hass der Liebenden" unbedingt zu Dir will! ;-)
Vielleicht vertue ich mich ja (ich hoffe nicht). Aber ich glaube wirklich, dass es Dir mindestens so gut gefallen wird wie mir. Ich wünsche Dir jetzt schon ganz viel Freude damit! Und die Grenzen verwischen in dem Buch, wie als wenn man durch einen Sandsturm gerade mal nicht klar sieht. Lässt der Wind für einen Moment nach, stellt sich das Bild wieder scharf - und man merkt, dass es sich verändert hat. Aber auf eine ganz eigene Art. Schwer zu beschreiben. Selbst Heinrich Steinfest tut sich im Nachwort schwer, das unfassbare zu greifen. Kaum hat er es, entschlüpft es ihm sofort wieder. Somit ist das Nachwort voller interessanter Gedanken zu dem Buch. Aber dennoch sprunghaft und nicht ganz rund. Macht nichts. Denn es IST schwer das Buch zu beschreiben! :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Josie » Sa 23. Okt 2010, 15:02

Hallo zusammen,

vergangenes Wochenende habe ich "Der bunte Schleier" von Maugham beendet und bin restlos begeistert. Was für eine wunderschöne, minimalistische Erzählweise, die dazu führt, dass man von einer eigentlich völlig banalen Geschichte gefesselt ist.

Da ich die Woche über nicht viel Zeit hatte, ein neues Buch zu beginnen, habe ich in meinem dicken englischen Maugham-Wälzer, der mehrere seiner Bücher enthält, gestöbert. Er schreibt in absolut leicht verständlichem Englisch, ideal, wenn man diesbezüglich etwas aus der Übung gekommen ist. So werde ich das nächste Buch von ihm, was garantiert folgen wird, im Orginal lesen.

Ansonsten habe ich gestern Abend den ersten Band der "Bis(s)"-Romane begonnen. Dass ich eines dieser Bücher überhaupt mal ernsthaft in der Hand halten würde, hätte ich niemals gedacht. Vampire, Liebesgeschichte... :| Eigentlich so gar nichts für mich. Aber meine Kollegin meinte, ich würde mich gewaltig täuschen und sie würde mir das Buch ausleihen, nur einen Leseversuch müsste ich unbedingt starten. Nun ja, das tue ich jetzt. Die ersten Seiten hauen mich nun noch nicht wirklich vom Hocker, sind aber auch nicht so schlecht, dass ich es zur Seite lege. Insofern lese ich einfach mal noch ein bisschen weiter; vielleicht vermag es mich ja doch entgegen meiner Vorurteile zu überzeugen und in Vampirfieber ausbrechen zu lassen.
Liebe Grüße
Claudia


Aktuelle Lektüre:
Clarín (Leopoldo Alas): Die Präsidentin

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon SilkeS. » Sa 23. Okt 2010, 20:26

Hallo Josie!

Seufz! ich beneide Dich, daß Du diese Bücher noch vor Dir hast.
Ich habe sie letztes Jahr um diese Zeit gelesen und dabei ist mir was ganz für mich untypisches passiert,
Ich habe Band 1 gelesen, jede Minute die ging habe ich lesend verbracht. DAS ist nicht untypisch aber als ich den Band durch hatte und ihn in die Bibl. zurückbrachte. wollte ich gleich Bd. 2 ausliehen.
Man sagte mir der Band sei leider verschwunden.
Damals war grad der Schuber mit allen 4 Büchern im Laden erhältlich und ich stürmte gleich los und mir ihn zu kaufen.
€ 70,- für diese Bücher habe ich bezahlt, ich bin jemand der Bücher leiht, gebraucht kauft und nur selten nigelnagelneu kauft,...
Ich habe gleich als ich zu Hause kam mit Bd. 2 angefangen und diesen in 4 Stunden durchgelesen!!!!!!
Gleich am nächsten Tag griffe ich zu Bd. 3... und so weiter bis ich alle gelesen hatte.
Es ist so untypisch und ungewöhnlich für mich, daß ich meherer Teile einer Reihe direkt hintereinander weg lesen. Sowas habe ich noch nie gemacht.
Nachdem ich alle 4 Teile gelesen habe hatte kein KEINERLEI Luft auf irgendein Buch. Ich habe glaube ich 1 Woche kein Buch oder nur ein Wort gelesen, weil KEIN Buch einfach meine Lust weckte.
Ich bin ja soooooo neugierig, ob Dir es ähnlich geht.

Gruß Silkes.
SilkeS.
 
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon SilkeS. » Mo 25. Okt 2010, 09:25

Hallo !

In mein inzwischen viel zu lange zurückliegenden Urlaub im August, während dem ich eine Woche in Dresden war, kam ich in den wundervollen Genuß das Erich Kästner Musumanschauen zu dürfen.

Erich Kästner kannte ich bis dato klar vom Namen und von den vielen bekannten Kinderbücher die wir z.B. in der Grundschule gelesen haben oder als Film im Kino geguckt haben:
Das fliegende Klassenzimmer

Pünktchen und Anton

Das doppelte Lottchen

Der 35. Mai

Besonders gut gefallen hat mir damals aber das Buch
Drei Männder im Schnee

Ich habe nun mein SUB mit den tollen Werken diesen intersanten Mannesaufgestockt: Fabian, Als ich ein kleiner Junge war, Pünktchen & Anton
und heute morgen habe ich dann mal zu

Fabiangegriffen.

Das Vorwort ist wieder sehr wortgewaltig. Viele viele lange Sätze und hochtrabende Worte und was ganz normals auszudrücken und es ist sehr anstrengend zu lesen.
Eindreutig kein Buch für zwischendurch oder zum runterlesen.

Ein kleiner Eindruck über eine Leseprobe, z.B. vom Vorwort:
Leseprobe
SilkeS.
 
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon JMaria » Mo 25. Okt 2010, 09:45

SilkeS. hat geschrieben:
Fabian

Das Vorwort ist wieder sehr wortgewaltig. Viele viele lange Sätze und hochtrabende Worte und was ganz normals auszudrücken und es ist sehr anstrengend zu lesen.
Eindreutig kein Buch für zwischendurch oder zum runterlesen.

Ein kleiner Eindruck über eine Leseprobe, z.B. vom Vorwort:
Leseprobe


Hallo Silke,

"Fabian" hebt sich wirklich von seinen Werken heraus und kann man nicht mit den "Drei Männern im Schnee" , das ich ebenfalls sehr amüsant fand, vergleichen.

Fabian" spielt in Berlin der 30iger Jahre , vor Hitlers Machtergreifung. Ich glaube, man kann Fabian auch als Entwicklungsroman sehen, vom Moralisten zum Realisten. Nicht einfach zu lesen aber lohnenswert.

Ich kann dir von ihm außerdem noch "Als ich ein kleiner Junge war" empfehlen.


Grüße von
Maria
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon SilkeS. » Mo 25. Okt 2010, 10:31

Hallo Maria!

Als ich ein kleiner Junge war, subbt bei mir noch.
Das Buch hat mir meine Mutter geschenkt, nachdem wir aus dem E-K-Museum rausgegangen sind.
für das Buch habe ich also Zeit es zu lesen.
Fabian dagegen hat mir meine Mutter geliehen und ich möchte es eben nicht so lange bei mir liegen haben.

Gruß SilkeS.
SilkeS.
 
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Binchen » Mo 25. Okt 2010, 21:33

Huhu in die Kästner-Runde,

ach ja - 'Der kleine Grenzverkehr' der wäre auch noch schön, finde ich. Aber lang ist es her, dass ich ihn gelesen habe.

Ich freue mich immer, wenn ich 'Das fliegende Klassenzimmer' im Fernsehen sehe - allerdings nur die Version mit Blacky Fuchsberger und Heinz Reincke.

Bei mir hat sich heute 'Das Weihnachtsversprechen' zum Mittagspausenbuch vorgedrängelt - Reckless war angedacht. Dabei hab ich vorhin festgestellt, es gibt ein beinahe zeitgleich erschienenes Buch von Donna VanLiere mit demselben Titel ... - Titelrechte sind schon mal merkwürdig, finde ich.
Winke Binchen
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