Verhoef, Esther: Hingabe

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Verhoef, Esther: Hingabe

Beitragvon Petra » Mo 28. Jun 2010, 09:15

Verhoef, Esther
Hingabe

Bild

Genre: Psycho-Thriller
Seitenzahl: 413
Verlag: btb
Preis: 19,95 €
ISBN: 9783442752386
Bewertung: 9 Punkte
(von 10 möglichen Punkten)

Inhalt:

Margot Heijne hat gerade eine schmerzliche Trennung hinter sich. Sie versucht sich gerade aus den Trümmern ihres Lebens ein neues zu basteln und ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen, als sie dem charismatischen Kunstfotografen Leon begegnet. Inspiriert durch ihn gibt sie ihren langweiligen Job auf, macht sich selbständig und zieht schon bald nach Amsterdam in Leons Loft. Dabei merkt sie kaum, dass sie schon wieder auf dem besten Weg ist, ihr Leben nach den Maßgaben eines anderen Menschen zu gestalten. Die Veränderungen tun ihr gut, doch sie begibt sich in neue Abhängigkeiten. Doch nicht nur das, auch Leons Vergangenheit birgt ein dunkles Geheimnis. Ihre Vorgängerin Edith hat Selbstmord begangen. Und sie sah Margot sehr ähnlich…

Meine Meinung:

Dieser Thriller übte eine Sogwirkung auf mich aus. Einerseits durch die spannende Geschichte. Denn schon zu Anfang gibt es kleine Kapitel, in denen die Erzählperspektive von Margot auf den Mörder umschwenkt, der sich allzu gern an den Mord an Edith erinnert. Und in Vorfreude zergeht, dass er mit Margot bald das gleiche tun wird. So begleitet man Margot besorgt in diese neue Liebschaft. Denn der Leser merkt schneller als Margot, dass sie sich in das Gefühl (etwas Wert zu sein) verliebt, das Leon ihr verschafft. Und er weiß nur allzu gut, woran es Margot fehlt: An Selbstvertrauen.

Aber diese Liebschaft birgt noch andere Gefahren, die für mich als Leser sehr spannend zu beobachten waren: Die Abhängigkeiten, aus denen Margot sich durch die Trennung von ihrem Ex-Freund befreit hat. Die Unsicherheit, die diese Beziehung in ihr hervorgerufen hat. Den Schaden, den ihr Selbstwertgefühl genommen hat. Wie sie sich langsam – beschwingt durch die neue Liebe zu Leon – daraus erhebt. Neues Selbstvertrauen gewinnt. Ja, das konnte ich gut nachvollziehen. Manchmal braucht man einen Anstoß von jemand anderem, um seinem Leben eine völlig neue Richtung zu geben. Faszinerierend fand ich dabei aber auch zu beobachten, sie sich Margot damit in neue Abhängigkeiten begibt. Wie trügerisch dieses vermeitliche neu gewonnene Selbstvertrauen ist, da sie es gar nicht aus sich selbst heraus bezieht. Und dass sie doch allzu oft tut, wozu andere sie subtil bringen. Ein spannendes Thema, das ich fasziniert verfolgt habe.

Auch hat die Autorin einen schönen Bogen geschlagen, wie sich Margot in dieser neuen Beziehung ein zweites Mal selbst zu verlieren droht, und wie sie dies doch noch erkennt. Es gibt Büchern, bei denen man die Figuren am liebsten schütteln möchte, um sie aufzuwecken. Dass Margot hier irgendwann erkennt, dass sie erneut in die Irre läuft, ist erfreulich. Und glücklicher Weise nachvollziehbar geschildert.

Allerdings gerät sie mit dem Zeitpunkt, wo sie beginnt zu wirklichem Selbstvertrauen zu finden und eigene Entscheidungen zu fällen, in immer größere Gefahr. Denn die Entwicklungen gefallen dem psychisch kranken Mörder ganz und gar nicht…

Sprachlich muss ein Thriller für mich nicht herausragend sein. Ist dieser auch nicht. Sprachlich kann man kleine Schwächen erkennen. Aber was mir wichtig ist, ist eine authentische Erzählweise. Und die findet man hier. Sehr lebensnah schildert Esther Verhoef die Figuren, die Szenen und die Situationen. Das hat mir sehr gefallen und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Endlich mal wieder ein Thriller, der einen mitten hineinzieht und bis zur letzten Seite festhält.

Irgendwo habe ich den Vergleich gelesen, dass die Leser, die Nicci French und Simone van der Vlught gerne lesen, von Esther Verhoef begeistert sein werden. Ich kann mich dem anschließen: „Hingabe“ hält mit den besten Thrillern dieser beiden genannten Autoren problemlos mit. Und vom Erzählstil her, erinnert dieser Thriller ebenfalls an diese beiden Autoren. (Petra)

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Liebe Grüße,
Petra


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