Hallo zusammen,
@Alle: Gestern habe ich Leon de Winters "Das Recht auf Rückkehr" beendet. Ich bin mit Befürchtungen an dieses Buch dran gegangen. Da er diesmal sehr politisch wird und sich zudem sein Lieblings-Thema ausgesucht hat (Israel), zu dem er sich ja auch gern in der Öffentlichkeit äußert (und oft auch hier und da aneckt), habe ich befürchtet, dass er mir zu radikal oder einseitig herüberkommt und mich abstößt. Abgestoßen hat er mich nicht, radikal ist er trotzdem mit der hier erzählten Geschichte. Aber auch nachdenklich stimmend. Ein wenig hat - wie ich befürchtet habe - sein großes Erzähltalent gelitten unter dem großen Thema, das er hier in den Mittelpunkt rückt (sonst hat er es in seinen Romanen ja auch immer mal einfließen lassen - aber immer nur nebenher). Aber wirklich nur ein wenig. Nur in so fern, dass mir z. B. "Sokolows Universum", "Leo Kaplan" und "Malibu" mehr am Herzen liegen, weil die Figuren noch unvergesslicher sind als die Figur des Bram hier. Aber es ist hier kein totaler Absturz seiner Erzählkünste, es handelt sich nur um leichte Einbußen zugunsten des Themas.
Alles in Allem hat er mir aber wieder große Lesefreude bereitet und mich spannend unterhalten. Und zu Gedanken um dieses brisante Thema hat er mich angeregt. Gut fand ich, dass er ein Zukunftsszenario gewählt hat und die Geschichte nicht im Hier und Jetzt spielt. Denn das würde dann zu sehr in einer Unterstellung ausarten. So ist es nur
eine Vision von
vielen möglichen. Eine nicht so undenkbare - schon heute nicht. Somit auch mutig es anzusprechen, es zum Thema zu machen. Solange man weiß, dass es nur
eine Möglichkeit ist, finde ich es letztendlich schon lesens- und durchdenkenswert.
Wer mehr wissen will, sollte sich lieber meine
Rezension durchlesen. Da gehe ich noch mehr in die Tiefe.
Gestern Abend musste ich mir dann schnell ein neues Buch aussuchen und meine Wahl ist auf "Frankie Machine" von Don Winslow gefallen. Das gefiel mir in der Buchhandlung ja schon beim reinlesen so gut. So wollte ich meine Neugierde darauf nicht länger zügeln und habe heute morgen die ersten Seiten angefangen. Sehr vergnüglich bisher. Ich werde weiter berichten. Meine ersten Eindrücke dazu möchte ich gleich noch im Thread
Literarische Weltkarte - wo befindet ihr euch? schildern.
Übrigens: Ich habe mein Bewertungssystem bei den Rezensionen noch ein weiteres Mal durchdacht, da ich auch mit 5 möglichen Sternchen nicht zufrieden war. Es verdeutlicht die Abstufungen meiner Begeisterung immer noch nicht ausreichend. Und wenn ich die Bewertung schon ändere, so dachte ich mir, dann mache ich es auch richtig. Somit habe ich mich jetzt entschieden nicht mehr Sternchen, sondern Punkte zu vergeben - max. 10.
Für meine Highlights des Jahres habe ich mir vorgenommen, dass die Wertung über 9 Punkte liegen muss. Also mindestens 9,1. Nicht jedes Highlight muss 10 Punkte haben. Die Highlights waren auch ein Grund, warum ich noch mal umgedacht habe. Denn bei den 5 Sternchen, die ich kürzlich als maximal gesetzt hatte, hätten es mir gefühlsmäßig schwer gemacht, einen Roman mit 4 Sternchen oder 4-5 Sternchen als Highlight zu werten. Dennoch hatte ich bereits mit "Winter in Maine" ein Buch, dem ich nicht die volle Punktzahl geben möchte, aber fast die volle. Dieser größere Spielraum (bis max. 10 Punkte) macht mir das jetzt gefühlsmäßig leichter. Nun bin ich zufrieden!
@Josie: Das ist ja schade, dass Du in den letzten Tagen dann doch nicht die erhoffte Lesezeit hattest und dann auch noch die Bücher vergebens mit Dir herum geschleppt hast. Das tut dann noch mehr weh, wenn sie so nah sind und man sich doch nicht damit befassen kann! Umso schöner, dass Du Dich anscheinend dann gestern mit Charlotte MacLeod auf die Couch verkrümeln konntest!

"Der Club Dumas" war für mich wirklich ein unvergessliches Leseerlebnis! Dumas
Musketiere muss man davor nicht lesen. Kannst sofort mit Perez-Reverte anfangen! Den Tipp habe ich Dir sehr gern gegeben - dieses Buch empfehle ich wirklich von Herzen! Wie schön, dass er so hervorragend in Dein Beuteschema passt!
@Binchen: Au ja, in die anderen Reihen von Elizabeth Peters würde ich gern mal reinschauen! Bitte bringe sie bei Gelegenheit doch mal mit!

Von der Vicky Bliss-Reihe sind (zumindest die ersten Bände) noch lieferbar. Oder wieder... denn die Reihe ist ja aus den 70er Jahren, wenn ich das recht im Kopf habe. Und die wurden vor ein paar Jahren noch mal neu aufgelegt.
@Trixie: "Das Haus der bösen Ahnungen" kenne ich schon. Fand ich auch gut, wenn es auch schon zu lange her ist um genauer sagen zu können worum es da ging und warum es mir gefallen hatte. Es ist noch dieses Sofa-Kuschel-Leseerlebnis im Hinterkopf. Ebenso bei "Die Spur der Rose", der mir damals auch gut gefallen hat. Danke für den Link zu Deinen Rezis - ich schaue sie mir gleich mal näher an. Freue mich drauf!
Du bist also im kunsthistorischen Sektor bewandert. Klar, dass die Vicky Bliss-Reihe dann etwas für Dich ist! Sag: Der erste Band spielt in Rothenburg auf Schloss Drachenstein. Gibt es dieses Schloss wirklich? Ich wollte es mir gestern im Internet ansehen und habe darüber nichts gefunden, was mich sehr gewundert hat. Weißt Du dazu was (oder sonst jemand hier)?
Die Jacqueline Kirby-Reihe machst Du mir aber auch schmackhaft! Ich mag nämlich seltsame Figuren. Und Humor (ist natürlich immer eine Gratwanderung bzw. dann letztendlich im Einzelfall Geschmacksache) auch.
Die Einzelromane scheinen aber auch sehr interessant zu sein! Von denen wusste ich noch nichts. Danke für den Hinweis darauf! (Und natürlich an die Erinnerung an die Autorin M.M. Kayes!)
Die Amelia Peabody-Reihe habe ich Ende letzten Jahres als Hörbuch begonnen. Bereits der erste Teil hat mir wirklich gut gefallen, so dass ich die Serie gern weiter verfolgen möchte. Mangels Lesezeit aber wohl als Hörbuch. Zumal die weiteren Bände auch von Dagmar Heller gesprochen werden, die mir in Band eins wirklich ausgezeichnet gefallen hat. Ich denke sie unterstreicht passenden den Charme der Peabody-Reihe. Vielleicht auch eine Möglichkeit für Dich wieder in die Reihe einzusteigen: Die ersten Bände sind als Hörbuch verfügbar.