Und nun meine Leseliste für März
Karsten Lund: Mond über St. Croix **
*Die Aushilfslehrerin Anne-Birgitte Hansen reist nach St. Croix auf den Westindischen Inseln, um dort für eine historische Arbeit über den Sklavenaufstand von 1759 zu recherchieren. Die frühere dänische Kolonie ist aber auch aus einem anderen Grund interessant für sie: Hier kam nämlich vor etlichen Jahren ihr Vater auf mysteriöse Weise ums Leben. Eines Morgens fand man ihn tot am Strand. Opfer eines Verbrechens, dessen Umstände nie geklärt wurden. Anne war damals drei Jahre alt. Nun, als junge Frau, läßt ihr die Sache einfach keine Ruhe mehr: Wer um Himmels willen hatte Grund, den angesehenen, unbescholtenen Buchhalter der Westindischen Kompagnie, dem damals größten dänischen Handelsunternehmen vor Ort, zu ermorden?*
Der Klappentext hörte sich spannend an, das Buch war nur verwirrend und die Protagonistin handelt ziemlich irrational. Es wurde nur kein Abruch, weil ich wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht.
Susanne Graf: Der Bildermacher **/***
*Wie ein Kunstwerk sitzt er auf einem Stuhl, von oben bis unten gelb lackiert. Es handelt sich um den bekannten Künstler Broski. Doch er ist tot. Für die junge Kriminalkommissarin Carmen Henning ist dies der erste große Fall, bei dem ihr ausgerechnet der verhasste Kollege Albert Schneider zugeteilt wird. Während sie den Kreis der Verdächtigen eingrenzen und sich mit Bildhauern, Schauspielern und Galeristen herumschlagen, taucht die zweite Leiche auf. Diesmal ist sie grün. Schneider jagt wie ein Zombie mit seinen zweifelhaften Ermittlungsmethoden stur hinter den Verdächtigen her. Derweil versucht Carmen neben der zeitraubenden Polizeiarbeit ihr mittelmäßiges Privatleben im Griff zu behalten. Als es nicht bei den zwei Leichen bleibt, wird es Carmen allmählich im wahrsten Sinne des Wortes zu bunt.*
Die Kriminalgeschichte war schon spannend. Leider hat die Autorin den Machtkampf zwischen den beiden verhassten Kollegen so stark in den Vordergrund geschoben, dass ich wenig Spaß an dem Krimi hatte.
Heinrich Böll: Irisches Tagebuch ****/*****
*Eine Reise nach Irland: Heinrich Böll stattete mit diesen Aufzeichnungen den Dank ab an eine Landschaft und ihre Menschen, denen er sich seit seinem ersten Besuch auf der Insel im Jahr 1954 wahlverwandtschaftlich verbunden fühlte.*
Böll schafft es, mit wenigen Worten viel zu erzählen. Auch 2010 noch lesenswert!
Bruce Alexander: Hinter verschlossenen Türen ****/*****
*1768, London zur Zeit King Georges III. In der von brodelndem Leben erfüllten Stadt blüht auch das Verbrechen: Spieler, Dirnen und nur allzu zwielichtige Gestalten bevölkern die Straßen. Und einer von ihnen scheint es auf den ebenso wohlhabenden wie berüchtigten Lord Richard Goodhope abgesehen zu haben. Denn Goodhope wird hinter den verschlossenen Türen seiner Bibliothek ermordet aufgefunden.*
Ich stehe historischen Krimis eher skeptisch gegenüber, aber der 1. Krimi um den blinden Richter Sir John Fielding (den es tatsächlich gegeben hat), gefiel mir so gut, dass ich mir gleich den 2. Band besorgt habe.
Clemence de Biéville: De Frau aus seinem Buch ****
*Marge Bérard wäre lieber die Heldin in einem Roman als in ihrem eigenen Leben. Als sie den Schriftsteller Georges, erfolgreicher Autor, kennen lernt, scheint ihr Traum in Erfüllung zu gehen: sie sieht der Heldin seiner Bücher zum Verwechseln ähnlich. Georges nimmt sie mit nach Paris und bald lebt Marge wie in einem Spiegelkabinett, und was als Liebesgeschichte begann, wird zum Kriminalroman.*
Locker und leicht zu lesen. Nette Lektüre für einen verregneten Nachmittag.
Nancy Goldstone: Baby Emily auf heißer Spur ***
Emilys Mutter geht mit den falschen Männern ins Bett und wird zur Hauptverdächtigen in einem Mordfall. Mit Hilfe ihrer Tochter Emily macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Mörder.
Nett zu lesen, muss man aber nicht kennen *g*.
Polina Daschkowa: Club Kalaschnikow ****/*****
*Katja Orlowa hat nicht den besten aller Ehemänner. Obwohl sie eine attraktive Primaballerina ist, wird sie von ihrem Mann Gleb ständig betrogen. Als reicher Casinobesitzer und Sohn eines berühmten Schauspielers hat Gleb Zugang zu den höchsten, aber auch zwielichtigsten Kreisen der Moskauer Gesellschaft. Eines Abends wird er vor ihrem Haus von einem Unbekannten erschossen. Die Miliz präsentiert schnell eine Verdächtige: Glebs Geliebte. Bei ihr wird die Tatwaffe gefunden. Katja beginnt an der Schuld der jungen Frau zu zweifeln. Doch erst ein anonymer Anruf bringt sie auf die richtige Spur.*
Die Autorin ist nicht zu Unrecht eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen Russlands. Auch in diesem Krimi zeigt sie auf spannende Weise ein gutes Bild über das Leben im modernen Russland.
Hannes Nygaard: Todesküste ***
*Auf dem Heider Marktfrieden, dem historischen Fest Dithmarschens, wird ein Mann getötet. Kriminalrat Lüder Lüders vom polizeilichen Staatsschutz in Kiel schaltet sich ein, da die außergewöhnliche Mordmethode auf einen politischen oder terroristischen Hintergrund schließen lässt. Als in der Husumer Marienkirche ein weiteres Opfer gefunden wird, bildet Lüders mit Oberkommissar Große Jäger ein Team, um den Geist zu jagen, dessen grauenvolles Aussehen jeden Zeugen erstarren lässt.*
Ich lese die Hinterm-Deich-Krimis zwar gerne, aber diesmal war mir die Handlung *too much*.
Jutta Profijt: Kühlfach 4 *****
Die Handlung ist sicherlich bekannt. Ich habe mich mit Pascha und Martin köstlich amüsiert und freue mich schon auf den nächsten Band.
Sheila Quigley: Ein Mörder in unserer Stadt *****
*Eine junge Frau allein auf dem Heimweg durch die kleine Stadt Houghton-le-Spring. Es ist mitten in der Nacht, und ihre hohen Absätze klappern laut auf dem Pflaster. Sie glaubt, ganz allein zu sein, und zu Hause wartet ihr kleiner Sohn. Aber als er am nächsten Morgen erwacht, ist seine Mutter nicht mehr am Leben. Sie wird nie mehr nach Hause kommen, denn die Straßen waren keineswegs so verlassen, wie sie gedacht hat. Drei Frauen sterben in kürzester Zeit, und während sich die kleine Stadt auf das große Oktoberfest vorbereitet, ist Detective Inspector Lorraine Hunt auf der Suche nach einem Mörder.*
Die Kurzrezi bei a.mazon trifft genau meine Meinung:
*Wieder gelingt es Sheila Quigley, die Sorgen und Ängste der sogenannten einfachen Leute milieugerecht aufzuschreiben. Die Liebe eines Vaters zu seinem Kind, die Tapferkeit einer alten Frau und die Wärme und Hilfsbereitschaft von Freunden und Nachbarn sind ihr dabei allemal wichtiger als ein effizienter Polizeiapparat oder raffinierte Ermittlungsmethoden.*
Michael Robotham: Dein Wille geschehe ****/*****
*Der renommierte Psychotherapeut Joe O’Loughlin wird zu einem erschreckenden Vorfall gerufen: Im strömenden Regen steht eine Frau nackt auf der Clifton Bridge in Bristol, High Heels an den Füßen und ein Handy am Ohr. Auf Joes beschwichtigende Worte reagiert sie nicht, sondern springt direkt in den Tod - ferngesteuert und willenlos. Der erfahrene Psychologe Joe steht vor einem Rätsel. Wurde die Frau tatsächlich von ihrem Anrufer in den Selbstmord getrieben? Als wenige Tage später die Geschäftspartnerin der Toten erfroren aufgefunden wird, an einen Baum gekettet, unbekleidet und mit einem Handy zu ihren Füßen, hat Joe Gewissheit: Hier ist ein gefährlicher Psychopath am Werk, ein Experte für Menschenmanipulation, der die Seele seiner Opfer bricht. Weil der mysteriöse Unbekannte jedoch keine Spuren hinterlässt, bleibt Joe nur eines: Er muss seinen Freund und Vertrauten, den pensionierten Detective Vincent Ruiz um Hilfe bitten.*
Wieder ein spannender Krimi mit dem ungleichen Ermittlerduo.
Helene Tursten: Die Tote im Keller ***
*In einer eisigen Göteborger Winternacht stoßen Polizisten in einem alten Erdkeller auf die Leiche eines Mädchens. Offensichtlich wurde es über längere Zeit gefangen gehalten, missbraucht und brutal ermordet. Wer war die Tote, die niemand zu vermissen scheint? Die Ermittlungen führen Irene Huss ins Göteborger Rotlichtmilieu. Mit Hilfe ihrer Kollegin vom Dezernat für Menschenhandel kommt sie dem Kopf eines internationalen Mädchenhändlerrings auf die Spur, der sich gerade in der Stadt aufhält.*
Solide schwedische Krimikost. Bei Helene Tursten gefällt es mir, dass sich ihre Protagonisten weiter entwickeln.
Vincent Overeem: Misfit **/***
*Seit Wochen liegt brütende Hitze über der Stadt. Die Menschen sind träge, das Leben verläuft wie in Zeitlupe, und Kaat, die schöne Freundin des Ich-Erzählers, lungert nur noch, kaum verhüllt, auf dem Bett herum. Mit ihm schlafen will sie nicht mehr. Obwohl sie doch zuletzt nichts anderes im Kopf hatte. Nun stöhnt sie über die Hitze. Und vom Haus gegenüber spähen die Dachdecker ins Zimmer. Die schöne Kaat mit den feurigen Augen. Sie ist ihm ein Rätsel. Und je schärfer er sie beobachtet, desto undurchschaubarer wird sie. Hat Kaat eine Affäre mit Stadig, seinem gutaussehenden Vermieter, den sie doch angeblich nicht ausstehen kann? Und warum lehnt sie es ab, Fotos von seinem Bruder Krijn anzusehen? Während das Misstrauen des Erzählers wächst, beginnt man sich zu fragen, ob nicht auch er etwas verbirgt.*
Für dieses Buch war ich wohl zu alt *g*. Ich hatte wenig Lust auf die Befindlichkeiten eines 18jährigen, aber die Rahmengeschichte war gut und spannend erzählt.
Eva Almstädt: Tödliche Mitgift ****
*In einer Hotelsuite in Umbrien wird eine junge Frau bestialisch ermordet aufgefunden. Die Spuren weisen nach Lübeck, wo die Tote vor kurzem in eine hoch angesehene Familie eingeheiratet hat. War ihr Reisebegleiter tatsächlich ihr Ehemann? Kommissarin Pia Korittki ermittelt in Deutschland und Italien und stößt auf ein schier unglaubliches Motiv. Aber dann nimmt der Fall auch für sie selbst eine dramtische Wendung.*
Eva Almstädts Bücher werden immer besser und auch bei ihr entwickeln sich die Protagonisten weiter.
Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome ***
*Kommissar Jensen beschäftigt ein höchst rätselhafter Fall: Ein amerikanischer Tourist hatte um Hilfe gebeten, weil er sich bedroht fühlte. Am nächsten Tag findet man ihn tot auf der Straße. Seine Obduktion deutet auf einen Mord, der menschliche Fähigkeiten übersteigt. Was haben seine zehnjährigen Zwillingssöhne damit zu tun, die spurlos verschwunden sind? Oder deren mysteriöse Kinderfrau, der seherische Fähigkeiten nachgesagt werden? Und wie soll Jensen das herausfinden, wenn ihm eine mysteriöse Blinde immer wieder dazwischenfunkt?*
Ich habe so gar keinen Bezug zur Physik und daher die Abhandlungen allesamt überflogen. Die Krimigeschichte war gut erzählt, aber teilweise unlogisch. Dem Nachfolgeband gebe ich aber noch eine Chance.
Joan Anderson: Ein Jahr am Meer *****
Anstatt mit ihren Mann umzuziehen, reist die Autorin in ihr Ferienhaus am Cape Cod, um über sich und ihre Ehe nachzudenken. Sehr eindrucksvoll erzählt sie von ihrem einsamen Leben und ihren Gedanken zum Sein. Ich habe sie sehr beneidet *g*.
Minette Walters: Der Schrei des Hahns ***
*1925 geht ein spektakulärer Mord durch die britische Presse, der als »Hühnerfarm-Mord« die Gemüter erregt: Eines Tages entdeckt Scotland Yard die Leiche von Elsie Cameron auf dem Gelände der Hühnerfarm ihres Verlobten Norman Thorntons. Zwar hatten Elsie und Cameron kurz zuvor ein böses Zerwürfnis, doch Norman beteuert seine Unschuld. Zudem häufen sich die Stimmen, die von Elsies schwerer Persönlichkeitsstörung berichten. Dennoch spricht das Gericht ein Todesurteil aus.*
Minette Walters beschäftigt sich mit einem wahren Kriminalfall. Schnell und gut zu lesen, aber nichts Besonderes.
Hörbücher
Jean-Marie Le Clezio: Der Afrikaner ****
*Er habe, sagt Le Clézio, der Vielgereiste, in seinem Leben nur eine wirkliche Reise gemacht. Von ihr erzählt er hier: Sie führte ihn 1948 im Alter von acht Jahren mit Mutter und Bruder nach Afrika, wo er zum ersten Mal seinem Vater begegnete. Und er erzählt die Liebesgeschichte seiner Eltern, die in Kamerun vor seiner Geburt spielt, als der Traum eines von Krankheit und Fremdherrschaft befreiten Afrikas noch realisierbar schien.*
Eine schön erzählte Geschichte. Leider hat der Sprecher Michael Krüger das Hörvergnügen durch oftmals falsche Betonungen ein wenig beeinträchtigt.
Ross McDonald: Gänsehaut ****
*Am Morgen nach der Hochzeitsnacht verschwindet Alex Kincaids junge hübsche Frau Dolly. Kincaid beauftragt Privatdetektiv Lew Archer, sie wiederzufinden.*
Hier sorgt der sehr gute Sprecher Christoph Lindert für gute Unterhaltung.
