Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon JMaria » Di 13. Apr 2010, 09:31

Hallo zusammen,


Herr Herbert hat geschrieben: ansonsten versuche ich mich jetzt mal mit einer rezension (neudecker mit dem klavier oder roth mit der demütigung, mal sehen,was es wird...)



@Herbert,
deine Rezi zu Neudeckers "Siamesisches Klavier" ( http://www.buecher4um.de/Foren/viewtopic.php?f=8&t=1389 ) hat mir gut gefallen. Es erinnert mich etwas Haruki Murakami, manch seiner Erzählungen hat auch etwas unheimliches, magisches, phantastisches an sich. Danke fürs Aufmerksam machen.


Josie hat geschrieben:ich melde mich auch mal wieder und hoffe, Ihr habt mich untreue Tomate nicht ganz vergessen.

Ich hatte eine absolut heftige Lesekrise. Etliche Bücher angelesen und lustlos wieder weggelegt; selbst die Zeitung mochte ich nicht lesen ...


@Josie,
natürlich vergessen wir dich nicht!
Zeiten in denen man weniger liest hat doch jeder dann und wann. Schön, dass du uns trotzdem weiter besuchst und dich meldest *wink*

Von "Schätzing" kenne ich noch nichts. Doch ich habe schon oft gehört, dass er zu fesseln weiß. Vielleicht schafft er es ja auch bei dir :?:

Berichte bitte :-)

Viele Grüße
Maria
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon YvonneS » Di 13. Apr 2010, 16:49

Hallo zusammen,

da ist man mal paar Tage nicht da und schon kommt man hier mit dem Lesen nicht mehr hinterher. Ihr ward fleißig! ;)

Ich habe es gerade noch geschafft, vor meiner Abfahrt am Gründonnerstag "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser zu beenden. Das Buch hat mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, nur mit dem Schreibstil hatte ich zwischendurch meine Probleme, denn manchmal haben mich diese staccatoartigen ultrakurzen Sätze schlichtweg genervt.

Dass ich nach Dresden kein Buch mitzunehmen brauchte, war mir klar, denn bei meiner Schwester komme ich nicht zum Lesen. Wir sehen uns leider immer nur zweimal im Jahr, da gibt es viel zu ratschen, viel Neues anzusehen und jede Menge Kulturprogramm.

Nun hat mich der Alltag wieder. Ich habe meinen "Drood" wieder hervorgeholt, habe mich gefreut, Wilkie und Dicky "wiederzusehen" und war in der Geschichte auch gleich wieder drin. Außerdem habe ich mit "Die Maurin" von Lea Korte angefangen. Wir haben auf der Histo-Couch hierzu eine Leserunde mit der Autorin. Ehrlich gesagt, bin ich sehr skeptisch, was dieses Buch betrifft. Bei historischen Romanen habe ich in letzter Zeit leider oft danebengelangt. Deshalb habe ich mir das Buch auch vorsichtshalber "nur" aus der Bücherei geholt. ;) Ich lass mich überraschen!
Liebe Grüße
Yvonne



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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon JMaria » Do 15. Apr 2010, 10:47

Hallo Yvonne,

welcome back :)


Ich habe es gerade noch geschafft, vor meiner Abfahrt am Gründonnerstag "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser zu beenden. Das Buch hat mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, nur mit dem Schreibstil hatte ich zwischendurch meine Probleme, denn manchmal haben mich diese staccatoartigen ultrakurzen Sätze schlichtweg genervt.



solche Sätze liegen mir auch nicht immer, wenn ... dann sollten sie poetisch und kraftvoll sein und mir Bilder vermitteln. Dafür sind solche Sätze, solch ein Stil, wie ich finde sehr gut geeignet, aber das können nur wenige Autoren. Danke für die Warnung. Ich glaube, ich steige dann lieber aufs Hörbuch um, falls meine Bib es her tut.

Liebe Grüße
Maria
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Petra » Do 15. Apr 2010, 13:31

Hallo zusammen,

ich habe „Mord unter Freunden“ von Maria Ernestam beendet. Da es schon eine Rezension (von Binchen) gibt, möchte ich nur hier meine Meinung dazu kundtun. Mir hat es mäßig gefallen. Klar, die Autorin kann erzählen. Und die Figuren des Romans sind auch wieder typisch Ernestam. Jedoch hatte ich nach „Die Röte der Jungfrau“ damals zum Ende das Buch an mein Herz gedrückt, weil ich die Hauptfigur noch nicht loslassen wollte. Ich stellte das Buch noch ein paar Tage nicht zurück ins Regal. Mir ist die Geschichte doch deutlich näher gegangen als jetzt die um Mari, Anna und Fredrik. Und auch die Handlung von „Mord unter Freunden“ kommt für mich nicht an „Die Röte der Jungfrau“ heran. Doch lassen wir den Vergleich zu diesem Highlight-Buch mal außenvor und konzentrieren uns auf „Mord unter Freunden“. Auch ohne Vergleich hat mir der Handlungsverlauft nicht behagt. Besonders aufgefallen ist mir, dass die Autorin unbedingt die Handlungen jeder einzelnen Figur (bis hin zu Fredriks Mutter, Annas Schwester etc.) psychologisch erklären wollte. Das mag ich normaler Weise auch sehr gern. Aber mir war es hier so erzwungen. So kurz abgehakt. So werden am Schluss noch einige Personen aufgesucht und der Leser merkt, dass der einzige Zweck daran ist, die Beweggründe der Menschen zu erklären. Aber in ultra-kurz und somit oberflächlich. Und nicht elegant.

Eleganz – das trifft es vielleicht am meisten, was mir hier fehlte. Sie kann es besser (hat sie in „Die Röte der Jungfrau“ bewiesen). Viele psychologische Beweggründe hätten sich mehr von selbst erklären sollen. Das wäre mir viel lieber gewesen! Gefallen hat mir hingegen das Grundthema. Schein und Sein (der Titel „Kleopatras Kamm“ wäre besser gewesen als die plumpe deutsche Titelgebung). Schön war auch, dass sich das Thema in in vielen Figuren und Szenen wiederfand. Aber leider hat die Autorin es letztlich auch überladen. Aber jetzt wird gespoilert, deshalb in Spoilerschrift:

Ganz schlecht fand ich die Szene wo Fredrik sich dann mit Stella von jetzt auf gleich die Liebe schwor und sie bat mit ihm nach Berlin zu gehen und ihn zu heiraten. Hallo? Die zwei hatten sich erst einmal zuvor gesehen! So schnell ist in Liebesdingen ja nicht mal mein Bruder (und da wundert man sich manchmal schon)! Das fand ich völlig unglaubwürdig. Und es hat der Geschichte was unnötig tragisches verliehen – arme Stella! Die Hoffnung auf ein erfülltes Leben in Zweisamkeit gemacht zu bekommen und dann bringt Fredrik sich – letztendlich – um.

Auch der Täter. Bzw. die Täter. Das war mir zu viel des Guten! Ich hatte leider am Ende jetzt doch das Gefühl, dass Maria Ernestam um jeden Preis den Leser auf die falsche Fährte locken wollte. Hat sie auch gut hinbekommen, denn der einzige, der letztendlich niemanden getötet hat (ich denke nicht mal seinen eigenen Vater, da habe ich seine Mutter wegen der einen Andeutung im Verdacht) war Fredrik. Den ich – in Gestalt von Miranda – als einzigen ernsthaft in Verdacht hatte. Dass aber nun alle drei einen Mord begehen (bzw. Fredrik letztendlich dann doch nicht zur Tat schreitet, sondern sich selbst umbringt), strapazierte die Glaubwürdigkeit für meinen Geschmack doch allzu sehr über. Toller Clou… aber schon die Begründung nur teils ok (Mari die erste Tat – allerdings als Rache an David? Das war mir zu abstrakt! Anna konnte ich verstehen – wegen ihres Vaters und weil diese Frau im Koma ja gar nicht mehr so recht lebte.). Und außerdem: Will eine Maria Ernestam wirklich ein Buch um eines Clou willens schreiben? Ich hatte sie so eingeschätzt, dass sie ihr Thema vermitteln möchte. Das hat sie hier zwar auch gemacht, aber in meinen Augen viel zu übertrieben. Und zu konstruriert. Anfangs ergab sich noch alles ganz gemächlich, so wie ich es mir gewünscht hätte. Fredriks Situation z. B. zu Hause. Die Gründe, warum er sich in Frauenkleidern wohl fühlte. Das fand ich einen sehr guten und gelungenen Ansatz. Aber Mari und David… nee, da hat die Autorin ein oder sogar zweimal zuviel mit mir gespielt. Erst ist er lebendig und lebt mit Mari zusammen in Stockholm, dann ist er auf einmal tot. Sie hat sogar seine Asche. Dann war das doch nur ein verbranntes Bild. Und dann sucht sie ihn auch noch auf und will ihn umbringen. Und die Schlussszene der beiden. Er liebt sie noch, will seine Verlobte verlassen, um mit Mari neu zu beginnen, um wieder er selbst zu werden und wieder ein echter Künstler zu werden. Dabei wollte sie ihn gerade umbringen. Und er, der sie damals hat umbringen wollen, lässt sie jetzt so einfach davon kommen? Ach nee, das war mir zu viel und das konnte und wollte ich dann auch nicht mehr so recht verstehen!

Dass Anna zu Greg zurückkehrt fand ich hingegen sehr schön. Dass die Autorin dann aber unbedingt noch eine Begründung abliefern musste, warum Annas Schwester damals einfach in die USA abgehauen ist, fand ich überflüssig. Zumal in der Kürze. Das wirkte so aufgesetzt für mich. Jetzt ziehe ich den Leser noch mal kurz hier hin, um dies zu erklären und dorthin (zu Fredriks Mutter) um jenes zu beleuchten. Auch so was: Der Besuch bei Fredriks Mutter schien mir so aufgesetzt. In der Szene als Anna darüber nachsinnt, welche Gründe ihre Schwester hatte, hat Maria Ernestam diesen gedanklichen Ausflug geschrieben, wie ich in Briefen schreibe wenn ich als außenstehende Person etwas über X und Y erzählen will: X sagte dies, darauf erwiderte Y das. X fand das nicht gut, und sagte das sei nicht relevant, daraufhin äußerte sich Y so und X konnte es halbwegs verstehen. So geht das seitenlang, damit der Leser auf die Schnelle auch das noch mitbekommt. *grummel*

Und zum krönenden Abschluss muss Maria Ernestam auch noch Elsa Karlsten und Martin Darnelius zusammenkommen. Außerdem hat Elsa damals die Tiere ausgestopft, nicht etwa ihr Mann. Um auch hier wieder zu zeigen: NICHTS ist wie es scheint. Aber auch wirklich GAR NICHTS! Stella will mit Jo "Kleopatras Kamm" weiter führen (bzw. den Namen übernehmen). Und dann betritt Lukas Karlsten noch kurz per Brief die Bühne und Mari erhofft sich eine Zukunft mit ihm. Nur um bei David dann doch vielleicht noch weich zu werden. Aber auch nur vielleicht. Was ja noch ganz gut und realistisch wäre. Aber dass David sie nun unbedingt zurück haben will und sie anfleht… nee, also ehrlich!

Ich bin jetzt froh, dass ich durch bin. Gerade im letzten Viertel hat das Buch für mich noch mal unheimlich verloren. Ich fand es bis dahin schon etwas wackelig. Aber das wurde leider nur immer schlimmer.

Schade, die Grundidee ist gut. Die Figuren auch interessant, besonders Fredrik. Und auch Anna. Mari war viel zu überladen für mich. Und das drumherum und die gewollte überraschende Auflösung auch.


Das Buch bekommt von mir nur 5 von 10 Punkten. Allenfalls mittelmäßig und zum Ende hin leider für mich völlig versagend. Für dies Jahr bislang die niedrigste Wertung von mir. Schade, da hatte ich mir mehr erhofft! Es war zwar besser als „Caipirinha mit dem Tod“. Aber für mich auch um EINIGES schlechter als „Die Röte der Jungfrau“. Und nun zieht die Entschuldigung nicht mehr, die bei „Caipirinha mit dem Tod“ galt: Denn das Buch war ja in Schweden ihr Debüt. Aber „Mord unter Freunden“ kam nach „Die Röte der Jungfrau“. Hoffentlich lässt sie nicht dauerhaft nach, sondern kann mal wieder an „Die Röte der Jungfrau“ anknüpfen. Das hatte mir einzigartig gut gefallen und es war auch stimmig und rund und nicht so konstruiert erzählt und auch nicht voller klischeehafter psychologischer Begründungen, die ich leider hier (in „Mord unter Freunden“) doch einmal zu häufig fand.

Wer von Maria Ernestam noch nichts kennt, dem kann ich "Die Röte der Jungfrau" wirklich wärmstens ans Herz legen. Aber sonst würde ich sagen: Die anderen sind verzichtbar.

Mal sehen welches Buch dann heute Abend mit in die Tasche darf. Ich freue mich drauf, endlich frischen Lesestoff zu bekommen, denn mit Ernestam habe ich mich zum Schluss hin dann doch gequält, weil mir das dann allzu doof wurde. (Ist ja auch immer schön, ein neues Buch auszuwählen und die ersten Seiten zu lesen. Ich freue mich drauf – welches auch immer es werden wird!)

Und nun zu Euren Leseerlebnissen und Postings.

@Doris: Auf Richard Yates freue ich mich wirklich sehr! Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, welches als erstes das Rennen machen wird: „Easter Parade“ (Deine Ermunterung wirkt jedenfalls) oder „Ruhestörung“ (habe ich ja doch ganz schnell gekauft, weil es mich thematisch und vom reinlesen her interessiert).

@Herr Herbert: „Shutter Island“ lockte mich auch schon mehrfach (besonders als Hörbuch, was dem Buch aber ja sehr nahe kommt). Die nicht so guten Kritiken (und die Begründungen zu den Kritikpunkten) ließen mich jedoch annehmen, dass mir die Verfilmung mit Leonardo de Caprio besser gefallen könnte als die Vorlage. Du sprichst gerade dieselbe Vermutung aus, dass der Film dem Buch gegenüberbetrachtet besser abschneiden könnte. Wer weiß, vielleicht findet dieser Titel ja wirklich in dem neu eingerichteten (durch Dich inspirierten) Thread Platz? Wie hat Dir das Buch denn jetzt weiter (bzw. abschließend) gefallen? Würde mich sehr interessieren.

Auf Deine Eindrücke vom neuen Coetzee bin ich sehr gespannt! Von diesem Autor habe ich als nächstes „Zeitlupe“ zu lesen geplant. Es subt schon bei mir zu Hause. Das hatte ich mit rd. 5,- € sehr günstig als gebundenes Exemplar (Ladenpreis aufgehoben) bei Amazon bekommen. Wie ich sehe gibt es das inzwischen bei Amazon für den Spottpreis 3,47 €. Wer es noch nicht hat, sollte zuschlagen – der Autor lohnt!

Deine Rezension habe ich durchgelesen. Sie gefällt mir sehr gut! Du gibst Informationen an die Hand (man weiß, was man sich unter den Geschichten vorzustellen hat), verrätst aber nicht zu viel. Die Formulierung finde ich auch sehr gut. Auch gibst Du an die Hand, wie man die übersinnlichen Aspekte hier einzuschätzen hat. Für mich war das wichtig, denn mit Übersinnlichem/Fantasy kann ich literarisch leider nichts anfangen. In der Form hier, wäre es eine Überlegung wert. (Mangels Lesezeit zwar nicht ernsthaft, aber ein Grundinteresse hast Du geweckt durch Deine Rezension – Danke für den schönen Text zu dem interessanten Buch!)

Hier fand ich auch den Vergleich von Maria mit Haruki Murakami interessant. Nach allem was ich über diesen Autor hier gehört habe, könnte das stimmen. Danke Maria, für den Vergleich.

@Josie: Aber natürlich haben wir Dich nicht vergessen! Wie Maria schon schrieb: Schön ist, dass Du Dich trotz Leseflaute meldest und hier und dort beteiligst! Das liegt mir auch am Herzen – ich freue mich drüber!

Ich wünsche Dir ganz doll, dass Deine Leselust ganz bald wieder kommt! Wo es mit Charlotte MacLeod schon nicht gelungen ist, so doch vielleicht jetzt mit Herrn Schätzing. Wäre ja sehr schön! :-)

Ich kann Dich aber gut verstehen! Wenn man lange nicht mehr arbeiten war (und zudem nun immer noch nicht so fit ist!), ist das eine enorme Umgewöhnung! Ich kenne das Gefühl, abends zu müde zu sein, um zu lesen. Das ist dann total bedauerlich, aber eben auch nicht zu ändern. Ich wünsche mir für Dich von Herzen, dass es Dir bald wieder besser gelingt und Du den Entspannungs-Effekt des Lesens für Dich wiederentdeckst.

„Tod und Teufel“ kenne ich – allerdings als Hörbuch (ungekürzte Lesung). Hat mir sehr gut gefallen, obwohl die historischen Romane ja nicht so meins sind. Historische Krimis (wozu dieser ja zählt) gehen schon eher. Aber da er im Mittelalter angesiedelt ist, ist es echt nicht mein bevorzugtes Genre. Und doch hat mich dieser historische Krimi richtig begeistert. Ich hoffe, er kann Dich so richtig in seinen Bann ziehen.

@Yvonne: Schön, dass Du aus Dresden (die Stadt wollte ich immer schon besuchen – wenn es mal soweit ist, weiß ich ja wen ich fragen kann, was besonders sehenswert ist) zurück bist! Und dann auch noch mit solch interessanten Lese-Berichten! Interessiert habe ich Deine Meinung zu „Am Anfang war die Nacht Musik“ gelesen.

Und dass Du direkt wieder in „Drood“ drin warst, macht mir noch mehr Laune auf das Buch (oder Hörbuch – ich bin noch nicht entschlossen).
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Turni » Do 15. Apr 2010, 18:29

Ich habe gerade "Der Trakt" von Arno Strobel gelesen.

Kurzbeschreibung
»Und wer bist du wirklich?«
Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch
trauen?


Meine Meinung:

Ein super spannender Thriller. Wenn man sich das vorstellt, so etwas passiert tatsächlich :o

Wirklich sehr gut beschrieben, der Leser wird immer wieder auf die falsche Fährte gejagt und man weiß am Ende nicht wem man vertrauen soll. Ja, auch das ist wie so oft im wirklichen Leben.
Ending a novel is almost like putting a child to sleep—it can't be done abruptly.

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Petra » Fr 16. Apr 2010, 08:23

Guten Morgen zusammen,

nachdem ich gestern ja endlich mein frustrierendes Leseerlebnis mit "Mord unter Freunden" beenden konnte, habe ich mir gestern ohne lange zu fackeln den Auftakt zu Ian Rankins neuer Serie geschnappt.

Heute morgen in der Bahn habe ich die ersten Seiten von "Ein reines Gewissen" gelesen und habe den Eindruck, dass man aus der Serie viel machen kann! Die Ausgangssituationen geben viel denkbaren Stoff für kommende Bücher her. So z. B. trinkt Malcom Fox ja (anders als Rebus) keinen Alkohol. Nicht mehr, besser gesagt. Er wird aber doch gewiss im Verlauf der Reihe mal in Versuchung kommen.

Auch sein Vater im Heim, und sein Verhältnis zu ihm, interessieren mich auf Anhieb.

Aber auch seine Tätigkeit als interner Ermittler gibt viel Stoff her, das kann man jetzt schon erahnen.

Kurz und gut: Die ersten Seiten sind gelesen und ich bin schon mitten drin. Mir auch die Art wie das Buch geschrieben ist. Alles sehr plastisch bisher. Ich kann mir die Szenen allesamt sehr intensiv ausmalen. Foxy (so nennt man ihn) hat mich schon! ;-)

Außerdem schön, mal wieder in Schottland unterwegs zu sein! In Edinburgh. Aber die Grampian Police von Aberdeen fand auch schon Erwähnung (in Aberdeen soll es gründlich stinken... das riecht nach einem Fall). Da besuche ich demnächst wieder Detective Sergeant Logan McRae (Stuart MacBride). ;-)

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten, wie mir Fox gefällt! Ich weiß doch, dass schon einige ganz neugierig auf Eindrücke sind! :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Doris » Fr 16. Apr 2010, 08:29

Hallo an alle,

ich freu mir ein Loch in den Bauch - habe ich es doch tatsächlich geschafft an einem englischen Original dranzubleiben und es komplett zu Ende zu lesen und es auch verstanden zu haben. :D
Die ganze Zeit habe ich ja immer einen großen Bogen um englische Originale gemacht, weil ich einfach zu lange dran sitze. Nicht so bei diesem hier:

http://www.amazon.de/Making-Toast-Roger ... 078&sr=1-1

das war ein zwei Nachmittagen gelesen und hat mich sehr berührt. Rosenblatt erzählt die Geschichte wie er in das Haus seiner Tochter zieht, die frühzeitig verstorben ist, und sich zusammen mit seiner Frau um die drei kleinen Kinder kümmert. Wie sich ihr Leben von Grund auf ändert, sie Termine für Spielverabredungen ausmachen, die Kinder zum Klavierunterricht bringen, Essen zubereiten. Und in Rückblicken erzählt er von seiner Tochter. Sehr bewegend.

Und gestern Abend habe ich mit diesem hier angefangen, kann aber ehrlich gesagt noch keinen roten Faden finden:

http://www.amazon.de/Argumente-f%C3%BCr ... 315&sr=8-1

Herzlichst, Doris
"Das richtige ist das intensive Buch. Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt und nicht mehr los läßt - bis zum Ende nicht, lies oder stirb! Dann liest man lieber." Kurt Tucholsky
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Doris » Fr 16. Apr 2010, 08:31

Petra hat geschrieben:
Ich werde Euch auf dem Laufenden halten, wie mir Fox gefällt! Ich weiß doch, dass schon einige ganz neugierig auf Eindrücke sind! :-)


oh ja Petra, unbedingt :)

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon steffi » Fr 16. Apr 2010, 09:25

Ich habe mit Wolf Haas und dem ersten Teil der Brenner-Krimis angefangen: Auferstehung der Toten. Es ist ein Krimi nach meinem Geschmack, mit viel Lokalkolorit, viel über den Brenner und wenig über das Verbrechen. Dazu ist es in einem Stil geschrieben, wie wenn der Erzähler am Stammtisch neben einem sitzt und erzählt. zum Teil also unvollständige Sätze oder direkte Anrede. Das alles natürlich in österreichischer Einfärbung und mit ironischen Anklängen, sodass ich oft grinsen musste - zu herrlich das Ganze. Mal eine kleine Kostprobe:

Der Brenner hat eine komische Gewohnheit gehabt. Der gehört zu den Leuten, die, also wenn die eine Wurstsemmel essen, dann wickeln sie sie nur zur Hälfte aus dem Papier aus. Weil an der Seite, wo das Papier noch drauf ist, da halten sie dann die Semmel. Ich muß ehrlich sagen, ich hab von einer Semmel noch nie schmutzige Finger bekommen, aber bitte ! Wolf Haas: Auferstehung der Toten

Ein bißchen erinnert mich der Brenner an Dürrenmatts Komissar Berlach, ob das evtl. an der Alpenkulisse liegt ?

@Petra: du musst nicht warten, bis wieder Schnee liegt, denn die eigentliche Handlung spielt im September.
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon JMaria » So 18. Apr 2010, 11:44

steffi hat geschrieben:Ich habe mit Wolf Haas und dem ersten Teil der Brenner-Krimis angefangen: Auferstehung der Toten. Es ist ein Krimi nach meinem Geschmack, mit viel Lokalkolorit....


Der Brenner hat eine komische Gewohnheit gehabt. Der gehört zu den Leuten, die, also wenn die eine Wurstsemmel essen, dann wickeln sie sie nur zur Hälfte aus dem Papier aus. Weil an der Seite, wo das Papier noch drauf ist, da halten sie dann die Semmel. Ich muß ehrlich sagen, ich hab von einer Semmel noch nie schmutzige Finger bekommen, aber bitte ! Wolf Haas: Auferstehung der Toten


Hallo Steffi,

der Auszug klingt gut. Ich bin mein Krimiregal durchgegangen und habe tatsächlich zwei Brenner-Romane gefunden. Den, den du gerade liest [Auferstehung der Toten] und "Der Knochenmann".

Ich könnte theoretisch sofort von den bayrischen Alpen [Föhnlage von Jörg Maurer] über die Grenze in die österreichischen *Grins*

Gruß,
Maria
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