Hallo Maria,
ich habe gestern
Soulless ausgelesen und kann dir nun, denke ich, die noch fehlenden nötigen Informationen geben, die du brauchst, um dich evtl. zum Kauf des Buches zu entschließen (Spoilerschrift):
Zu den Vampiren: Sie bleiben im gesamten Roman erhalten und wichtig, insbesondere Lord Akeldama. Beißereien gibt es bis zum großen Showdown keine, dann aber zwei Fälle (eines eher eine freiwillige "Nottransfusion"), die allerdings nicht im großen Stil beschrieben werden. Mehr Aufmerksamkeit wird -angesichts der männlichen Hauptperson verständlich- schon Werwölfen, ihre Verwandlung und ihren Gepflogenheiten gewidmet.Alexias und Lord Maccons Beziehung entwickelt sich im Handlungsverlauf etwas mehr im Stil eines Liebesromans, wobei die Szenen mit Austausch von Zärtlichkeiten selbst für mein in der Hinsicht prüdes Gemüt

nie über ein verträgliches Maß hinaus beschrieben werden.
Der Ton im Roman bleibt humorvoll, wenn diese Note auch mit Steigerung der Spannung und anderer Entwicklungen natürlich etwas zurückgefahren wird. Aber die Autorin schafft es zu amüsieren, indem sie einfach ihre Hauptfigur Alexia so herrlich britisch und auf Etikette bedacht agieren läßt. Eine gute Tasse Tee scheint übrigens in allen Lebenslagen angebracht zu sein...
Die
Steam Punk Komponente kommt immer wieder zum Vorschein, wenn z.B. diverse Gerätschaften, Maschinen und Erfindungen beschrieben werden (zum Teil als dekorative Objekte in den Häusern der Romanfiguren), und tritt verstärkt zum Vorschein, je weiter sich die Handlung entwickelt. Zum letzten Drittel des Buches hin wird sie sogar essentiell.
Mir ist beim Lesen dieser Passagen aufgefallen, wie oft in Büchern aus dieser Zeit bzw. jenen, die in dieser Zeit der gewaltigen technischen Fortschritte spielen, Wissenschaftler oder Erfinder als durchaus suspekt, wenn nicht sogar als wahnsinnig und gefährlich beschrieben werden, weil sie die Wissenschaften und Erfindungen für ihre eigenen Zwecke und Utopien mißbrauchen: Dr. Frankenstein (etwas früher), Professor Moriarty, Dr. Jekyll, Robur, selbst eine an sich positive Figur wie Kapitän Nemo... Ganz zu schweigen davon, wie oft der "wahnsinnige Wissenschaftler" in Filmen zum Bösewicht auserkoren wurde (James Bonds Gegenspieler z.B. sind welche mit Regelmäßigkeit). Über Jahrzehnte hinweg scheinen Menschen, die sich exzessiv mit Wissenschaft und Technik beschäftigten, das auserkorene Feindbild der übrigen Gesellschaft gewesen zu sein...
Als Fazit bleibt für mich stehen, daß
Soulless ein lesenswerter, neuartiger (für mich) und unterhaltsamer Roman ist, der meinem Geschmack sehr entspricht, z.B. was das Maß an Humor, Romantik oder Grusel betrifft. Ich werde auf jeden Fall die nachfolgende Geschichte lesen.
Eine Rezi werde ich, wie gewohnt, auch noch für meine HP verfassen.
Gruß,
Trixie