Hallo Didonia,
ich versuche möglichst im Vorfeld zu entscheiden ob ich lieber das Buch lesen oder das Hörbuch hören möchte. Aber manchmal hat man schon ein Buch. Dann subt es und subt, und kommt doch nie dran. Auf einmal kommt ein Hörbuch dazu raus - vielleicht sogar noch mit einem reizvollen Sprecher, den man gern hört. Und schon hat man auch noch das Hörbuch. Oder aber das Buch hat so gut gefallen, dass das Hörbuch anschließend doch noch her muss, weil man es direkt, oder nach etwas Abstand, so nochmal erleben kann.
Ich persönlich habe öfter mal beides, da ich von Verlagen auch gern mal Hörbücher zum rezensieren zugeschickt bekomme. Wenn ich mir dann aber so viel von dem Titel verspreche, kann es gut sein, dass ich es mir lieber als Buch kaufe (ich lasse mir von Verlagen keine Bücher mehr schicken, da mich das zu sehr unter Lesedruck setzt. Bei Hörbüchern geht das besser, da ich die schneller hören kann, da ich das immer nebenbei mache. Aber meine Lesezeit ist mir heilig, da will ich nicht eben mal was zwischenschieben müssen. Habe ich lange Jahre gemacht, ist mir aber gar nicht gut bekommen. Ging sehr zu Lasten meines Lesespaßes.).
Andersherum funktioniert bei mir äußerst selten. Also erst Hörbuch hören und dann noch Buch kaufen. Das mache ich nur in Ausnahmefällen. Denn ich weiß: Kenne ich erst mal die Geschichte, würde ich es nicht noch mal lesen. Ein Buch, das ich kenne anschließend noch mal hören, jedoch gern. Vorzugsweise wenn ich nicht so ganz genau hinhören kann. Vielleicht ähnlich wie Du mit den Einschlaf-Hörbüchern von Sherlock Holmes. Man weiß wohin die Geschichte geht und muss nicht 100%ig aufpassen. Z. B. habe ich Weihnachten 2008 von Charlotte Mac Leod den weihnachtlichen Krimi "Schlaf in himmlischer Ruh'" gelesen. Weihnachten 2009 habe ich es dann gehört. Ein wunderbares Wiedersehen!

Oder auch "Anne Elliot" von Jane Austen. Die hatte ich gelesen und ca. ein halbes Jahr später noch mal gehört. Mit ganz großem Vergnügen.
Ansonsten kann ich sagen, dass ich mir die Titel als Buch kaufe, die mich ganz besonders reizen. Die, die ich auch interessant finde, aber die aufgrund der wenigen Zeit dann doch nie dran kämen, weil andere einen Tick wichtiger sind, kaufe ich als Hörbuch. So kann ich mehr Titel kennenlernen, als wenn ich nur lesen würde, da ich - wie gesagt - nur höre, wenn ich gerade nebenbei was zu tun habe und eh nicht lesen könnte.
Und einige Titel funktionieren bei mir gehört besser als gelesen. Da ist die Entscheidung dann auch fürs Hörbuch. Ich weiß z. B. nicht, ob mir Albert Camus' "Der Fremde" als Buch so viel hätte geben können, wie das Hörbuch. Das lag am Sprecher: Er hat Camus absolut verstanden und verinnerlicht. Und das beim sprechen transportiert. Für solche Werke liebe ich die Hörbücher! Hier mal meine
Rezension zu "Der Fremde". Ich war damals so begeistert! Ein Hörbuch kann einem auch einen Zugang zu einem Buch/Autor verschaffen, den man von allein nicht so leicht hätte herstellen können. Das ist selten, aber in seltenen Glücksfällen passiert genau das! Und dann ist ein Hörbuch einfach spitze und unersetzlich.
Kannst Du Dir das jetzt ein bisschen besser vorstellen?