Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Di 25. Jan 2011, 10:54

Hallo zusammen,

"Postkarten" von E. Annie Proulx habe ich beendet. Im Wikipedia habe ich die Info gefunden, dass es ihr erster Roman war und brachte ihr den begehrten PEN/Faulkner Award ein.

Mir hat die Geschichte um die Farmerfamilie Blood berührt; insbesondere hat mir Jewells (Mutter der Protagonisten) späte Emanzipation gefallen. Der Grundton des Romans ist melancholisch.

Nun habe ich zu den "Abenteuer des Kornél Esti" von Dezsö Kosztolányi (1885–1936) gegriffen und dieses Buch ist in kurzen Erzählungen eingeteilt. Darin enthalten sind Abenteuer und Weisheiten eines schillernden Helden. Gefällt mir gut.

Gruß,
Maria
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon SilkeS. » Di 25. Jan 2011, 11:17

Hallo zusammen!

DAnke an Petra & Steffi!

Danke für Eure Einschätzung und zusammenfassung mit dem Buch.
Ich glaube ich bin dann doch mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen,
etwas irritiert bin ich durch die Einsamkeit vs Bücher. Ein Mensch der leidenschaftlich liest und viel liest, kann doch nicht einsam sein. Schade finde ich daß hier niemand Julius Liebe zu dem Hund und den Verlust nach seinem Tod mit als Grund für die Thematik sieht. Klar war es der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, nur Julius hatte doch freiwillig das Leben in der Einsamkeit gewählt und er hatte doch, zumindest im Sommer, Arbeit und kam dabei unter Menschen. So einsam kann er doch nicht gewesen sein.
Also verständlich und nachvollziehbar finde ich alles nicht.


Von den Gefühlen, die das Buch in mir hinterläßt bin ich stark an
Maren Haushofer: Die Wand erinnert.

Gruß SilkeS.
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Di 25. Jan 2011, 11:59

Hallo zusammen,

@Silke @Steffi: Das mit dem Namen von Hobbes und dem Naturzustand ist wirklich passend und sicher kein Zufall. Schön entdeckt, Steffi! Und ja, die Frage ist wirklich, wie weit (und ob überhaupt) wir Menschen von diesem Naturzustand weggekommen sind. Denn auch wie er hier über das Töten erzählt, zeigt, die Natur in uns, das Animalische. So z. B. beim Töten im Krieg (Verteidigung der eigenen Rasse).

Silke, ich glaube auch, dass Du da mit den falschen Erwartungen heran gegangen bist. So sehr ich verstehe, dass Du in dem Verlust des Hundes den Grund der Thematik sehen möchtest, so wenig glaube ich, dass Gerard Donovan es so gemeint hat. Somit verständlich, dass sich die Geschichte für Dich dann ein wenig verläuft.

Ich denke schon, dass ein Mensch, der leidenschaftlich liest, einsam sein kann. Bücher können einem vieles geben. Sie können einen auch trösten. Aber Bücher können das Leben nicht ersetzen. Können Menschen (und andere Lebewesen) nicht ersetzen. In Zeiten, wo ich richtige Verluste erleide, vermögen Bücher mich auch nicht zu trösten. Ich könnte mich nicht mal mehr auf eines einlassen (habe ich schon erlebt). Leider.

Die Art wie er mit seiner Geliebten umging (für mich ein, oder sogar DER Grund, warum sie ihn verließ), zeigte mir einen Menschen, der schon viel zu lange allein gewesen war. Er hat Grundzüge des sozialen Verhaltens nicht gelernt und konnte ihr deshalb seine große Liebe nicht zeigen. Das hätte er aber machen müssen, um sie halten zu können. Die Einsamkeit hat ihn zerfressen, auch wenn er keine äußeren Anzeichen dafür gezeigt hat. Die haben sich - m. E. - erst in seiner Tat gezeigt.

Es gibt Menschen, die sind unfähig, Beziehungen einzugehen, weil sie es nicht gelernt haben. Nicht gelernt haben, auf andere Menschen zuzugehen. Seelische Krüppel, sozusagen. Sie sehnen sich aber sicher nicht weniger nach Nähe als andere. Das fatale ist, dass sie jedoch unfähig sind sie zu suchen und vor allem zu halten oder gar zuzulassen.

Edit:

@Maria: Zu früh abgeschickt! Ich wollte doch noch was zu "Postkarten" sagen. Danke für Deine abschließenden Eindrücke. Das macht mich wirklich sehr neugierig. Und interessant, dass es ihr erster Roman war. Das wusste ich gar nicht.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon SilkeS. » Di 25. Jan 2011, 13:23

Hallo zusammen!

Im Großen Bücherforum bei Nimue habe ich eben entdeckt, daß dort auch Leser das Buch ähnlich empfunden haben wie ich und mit den gleichen Fragen und Unklarheiten dort aufgetaucht sind.
Habe ihnen dann (natürlich mit Verweis auf das Forum hier) die Info mit dem Hundenamen gesagt. Vielen Dank Steffi hierfür.

Ich glaube aber dass ich das zweite Buch des Autors dann doch nicht mehr lesen werde. Die Kost ist mir dann doch irgendwie "zu schwer".

Gruß SilkeS.
SilkeS.
 
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Rachel » Di 25. Jan 2011, 16:04

Hallo Petra,

ich bin sehr gespannt, was Du weiterhin über "Blackhouse" schreiben wirst. Das Buch würde mich nämlich auch sehr reizen. Mal schauen, ob es dann letztendlich in meinen Einkaufswagen hüpfen darf. :)
Liebe Grüße,
Rachel

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Fevvers » Mi 26. Jan 2011, 11:18

Hallo zusammen,

ich habe gestern mit Reginald Hills "Ein nasses Grab" begonnen. Dalziel ist von der ersten Seite an in Höchstform. Er hält eine Rede auf Pascoes Hochzeit. Alle, die ihn bereits kennen, wissen, was das bedeutet. ;-)

Nachdem ich schon dazu übergegangen war, die neueren Krimis der Dalziel/Pascoe-Reihe auf englisch zu lesen, veröffentlicht Knaur mal wieder was auf deutsch. Es handelt sich um einen der frühen Bände der Reihe, erstmals veröffentlicht 1975, was man der Atmosphäre im Buch aber nich so sehr anmerkt. (Schweigen wir an dieser Stelle über die merkwürdige Reihenfolge der Neuausgaben und das Verlagswirrwarr.)
Liebe Grüße, Fevvers

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Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Doris » Mi 26. Jan 2011, 11:20

Hallo alle zusammen,

nachdem Tom Sawyer wieder gut zuhause angekommen ist habe ich gestern Abend zu Richard Yates

Ruhestörung

gegriffen. Und es brauchte keine fünf Seiten um mich komplett gefangen zu nehmen.

Liebe Grüße
"Das richtige ist das intensive Buch. Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt und nicht mehr los läßt - bis zum Ende nicht, lies oder stirb! Dann liest man lieber." Kurt Tucholsky
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mi 26. Jan 2011, 12:06

Hallo zusammen,

ich halte Dich gern auf dem Laufenden bezüglich Peter Mays "Blackhouse", Rachel. Bisher lese ich es sehr gern. Die Ähnlichkeiten des Inhalts mit "Sterbenskalt" scheinen mir bislang zufällig. Und die Gründe, warum Fin wegging und nicht mehr zurückkehren wollte, waren - wie ich das bisher erkennen kann - andere.

Die Atmosphäre der Insel kommt sehr gut rüber. Der tiefhängende, oft von silbernen Wolkenfetzen überzogene, Himmel, die schäumenden Wellen an den Klippen, die Torflandschaft. Da bauen sich Bilder auf - ähnlich wie :arrow: diese (auch bis ganz nach unten scrollen). Ein toller Ort für eine literarische Reise. Und Fins Kindheit interessiert mich. Ebenso die Ermittlungen in der Gegenwart. Die Figuren kann ich mir alle sehr gut vorstellen. Und das Leben dort auf der nördlichsten und größten Insel der Äußeren Hebriden. Ich werde weiter berichten.

Mensch, habt Ihr aber auch alle interessanten Lesestoff!

@Fevvers: Auf Reginald Hill macht mich Binchen auch immer sehr neugierig hier, seit sie die Serie für sich entdeckt hat! Und Du schaffst das gerade auch! :-)
Der Autor steht in meinem SUB-Gerangel, mal sehen, ob es dies Jahr was mit ihm wird.

Und wie ich Deiner Signatur entnehme, liest Du gerade "Oben ist es still". Lass uns an Deinen Eindrücken teilhaben, sobald Du welche gesammelt hast. Ich bin sehr neugierig!

@Doris: Ahhh, "Ruhestörung" will ich auch unbedingt lesen! Und nun bist Du auch noch direkt so gefangen genommen. Wenn man doch nur alles gleichzeitig lesen könnte, was einen brennend interessiert! :mrgreen:

Ganz viel Spaß mit Deiner Lektüre, und berichte bitte! Da hat sich ja was ganz interessantes an den Januar-Stapel angeschlossen! :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Doris » Mi 26. Jan 2011, 12:37

Petra hat geschrieben:@Doris: Ahhh, "Ruhestörung" will ich auch unbedingt lesen! Und nun bist Du auch noch direkt so gefangen genommen. Wenn man doch nur alles gleichzeitig lesen könnte, was einen brennend interessiert! :mrgreen:

Ganz viel Spaß mit Deiner Lektüre, und berichte bitte! Da hat sich ja was ganz interessantes an den Januar-Stapel angeschlossen! :-)


Ruhestörung ist, zumindest am Anfang, ein verstörender Roman. Der Protagonist wird wegen akuten Schlafmangels und offensichtlicher psychischer Störungen von einem Freund in die Klinik eingewiesen worden. Die Beschreibungen der psychiatrischen Station (es spielt in den 1960er Jahren) ist schon sehr beklemmend.

Und ja, das hast du gut beobachtet meine Liebe, das hat sich an den Januar-Stapel angeschlossen. Ich war ja nun mit meiner "Soll-Liste" ;) durch und jetzt ist bis Monatsende noch ein geschenkter Platz, oder vielleicht auch zwei, hinzugekommen.
So hatte ich mir das auch vorgestellt und ich glaube damit komme ich ganz gut zurecht. Mein Februar-Stapel liegt auch schon mehr oder weniger bereit.

Liebe Grüße
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 26. Jan 2011, 14:20

Hallo Doris,

Doris hat geschrieben: Ruhestörung ist, zumindest am Anfang, ein verstörender Roman. Der Protagonist wird wegen akuten Schlafmangels und offensichtlicher psychischer Störungen von einem Freund in die Klinik eingewiesen worden. Die Beschreibungen der psychiatrischen Station (es spielt in den 1960er Jahren) ist schon sehr beklemmend.



Sanatorium?
Da höre ich doch sofort auf. Aber ich vermute das ist kein dauerhaftes Thema im Buch?


Doris hat geschrieben: Mein Februar-Stapel liegt auch schon mehr oder weniger bereit.




super - ich sehe, der neue Doctorow ist in deiner Februarliste. Freu mich schon auf deine Meinung.

@Steffi,
hast du gesehen, Doris hat einen australischen Autor in ihrer Februarliste: "Atem - Tim Winton".

Ein Autor der mich ebenfalls interessiert.

Liebe Grüße
Maria
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