Hallo zusammen,
gestern habe ich
„Ausnahme“ von Christian Jungersen in Empfang genommen. Das hatte mir kürzlich ja die unsichtbare Anja (*liebwink* - falls sie es liest) empfohlen, da sie davon ganz beeindruckt war und dachte, dass das gut was für mich sein könnte. Da scheint sie sehr recht zu haben. Ich ahnte es bei ihren Beschreibungen schon.
Es geht darin im vier Frauen, die im Dänischen Zentrum für Information über Völkermord arbeiten. Sie verstehen sich sehr gut untereinander, besonders zwei von ihnen sind auch privat befreundet. Eines Tages erhalten einige von ihnen per E-Mail eine Morddrohung. Zunächst liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem Absender um jemanden handelt, den sie durch ihre Arbeit für Völkerrecht im Visier hatten. Doch schon bald greifen die Verdächtigungen auch innerhalb des Kollegenkreises um sich.
Wie Anja mir erzählte, ein psychologischer Roman, der seine Figuren genau studiert. Eine Geschichte über Freundschaften, Mobbing, Genozide. Und das – wie mir bislang scheint – sehr präzise und lebensnah geschrieben. Man findet sich inmitten des Büro- und Alltagslebens dieser vier Frauen wieder. Die Szenen wirken sehr authentisch. Das mag auch an der unspektakulären Sprache liegen, die Jungersen hier findet. Bevor ich das Buch angefangen habe, habe ich im Internet – neben den zahllosen begeisterten Kritiken – auch eine Kritik an der absolut prosafreien Sprache des Buches gefunden und der Tatsache, dass die 670 Seiten non-stop im Präsens gehalten sind. So sorgte ich mich zunächst, wie das auf mich wirkt. Ich halte das für beabsichtigt und für überdies gut gewählt. Denn es lässt die Szenerie unglaublich real wirken.
Die Geschichte ist aus den verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Auch das tut dem Roman gut, da die Entstehung von Mobbing hierdurch sicher noch viel klarer wird. Man lernt die verschiedenen Positionen kennen und bekommt ein komplexes Bild.
Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das weiter aufbaut. Ich kann allerdings sagen, dass ich schon jetzt sehr angetan bin! Ein für mich sehr interessantes Thema, mit dem ich gerade sehr gern näher befassen möchte. Und sehr gut umgesetzt, wie ich bisher finde.
Unwichtig, aber dennoch schön: Meine gebundene Ausgabe (übrigens wirklich ein neues Exemplar für das kleine Geld – eine zusätzliche Freude!) mag ich sehr. Ein Leineneinband in gedecktem blau. Sehr schön!
Ich meine hier die Tage gelesen zu haben, dass auch Binchen in das Buch reingelesen hat und es vielversprechend fand. Liest Du es auch bald?
Dafür habe ich „Rückkehr aus Missing“ zur Seite gelegt. Ich habe mich dazu entschieden es als Hörbuch weiter zu hören. Ich schwankte sowieso zwischen Buch und Hörbuch. Und so schön die Geschichte auch erzählt ist, und so liebevoll der Autor seine Figuren schildert – ich höre lieber die gekürzte Version, auch auf die Gefahr hin, dass ich doch einiges von dieser wundervollen Geschichte verpasse. Es ist sehr oppulent. Und für mich vielleicht ein Tick zu oppulent. Ich glaube in abgespeckter Form ist mir das leichter zugänglich. Ich hatte im Internet schon unzählige positive Kritiken gefunden. Aber auch den Punkt, dass Abraham Verghese sehr lange in Abschnitten verweilt. Und genau darüber bin ich persönlich gestolpert.
Aber ich möchte es allen, die es interessiert, dennoch sehr ans Herz legen. Ein ganz besonders liebevoll erzähltes Buch, mit Figuren, die einem sehr ans Herz wachsen. Ich freue mich darauf, sie im Hörbuch wiederzutreffen, da ich unbedingt wissen möchte wie es ihnen weiter ergeht.
Und nun zu Euren Lesestoffen:
@Doris: Vielen Dank für Deine genauere Beschreibung von „Skippy stirbt“! Ich hatte mich beim reinlesen in Anjas Exemplar schon davon überzeugt, dass das allerliebst erzählt ist. Dass es auch im Verlauf der Handlung nicht kindisch wird, beruhigt mich! Das zerschlägt meine restliche Sorge. Ich habe es am Wochenende in Empfang genommen und freue mich sehr darüber, es in meinem Besitz zu haben. Und ich denke auch, dass die Einteilung in 3 Bände das Lesen gefühlt verkürzen. Schön auch dies von Dir erwähnt zu sehen. War auch mein Gedanke.

Und dass die Bücher dieses Genres eigentlich nie kindlich geschrieben sind, ist eine wertvolle Information für mich. Denn ich hatte im Laufe der Zeit schon mehrere Bücher des Genres im Auge. Damit kann ich nun meine Hemmschwelle wohl überwinden.
Ich werde berichten, wenn es soweit ist!
@Doris @Rachel: Ihr macht mich immer neugieriger auf “Homer & Langley“. Was bin ich froh, dass ich es inzwischen zu Hause habe!
@Fevvers: Vielen Dank für Deinen Bericht über Alex Capus’ „Léon und Louise“. Du machst Lust darauf – wie überhaupt auf den Autor. Aber das ja schon länger. Gern weiter so!
@Britti: Oh wie schön, Du liest jetzt „Sterbenskalt“! Wir treffen uns im entsprechenden Thread.