Hallo zusammen,
"Ausnahme" gestaltet sich weiterhin sehr interessant. Man steigt tief ein in das momentane Leben der drei (eigentlich vier, aber eine ist bisher noch nicht in den Mittelpunkt gerückt) Frauen. Der Leser erfährt von ihren persönlichen Problemen in ihrem jeweiligen Alltag. Besonders aber die Konflikte, die sie miteinander haben, sind und bleiben das zentrale Thema. Und das ist wirklich hochgradig interessant in Szene gesetzt. Wie Situationen und Verhaltensweisen fehlgedeutet werden und die Intrigen dadurch immer größere Kreise ziehen, welcher Teufelskreis diese gegenseitigen Angriffe darstellen und welche Gefühle dieses Ausgrenzungen auslösen - wirklich ausgesprochen interessant!
Ebenso die Einschübe von Artikeln, die Arbeit der Frauen im Zentrum für Information über Völkermord betreffend. Diese nüchterne Art die Fakten darzulegen, birgt eine ganz eigene Art von Schrecken. Was Menschen anderen Menschen antun können. Im Großen oder (im Büro) im Kleinen, darüber kann man in diesem Buch viel erfahren.
@Britti: Schön, dass Du das Buch auch interessant findest! Ich könnte mir vorstellen, dass es Dir auch zusagt. Auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema! Und ansprechend aufbereitet.
@Fevvers: Oh, der neuste von P.J. Tracy. Wie hat Dir "Sieh mir beim Sterben zu" denn gefallen? Auch im Vergleich zu den vorherigen vier Bänden? Ich habe nach Band 2 ja noch nicht weitergelesen. Du erinnerst mich aber daran, dass ich das bei Gelegenheit mal machen sollte/möchte.
Dass Du nach etwas Lockerem gern auch wieder was mit Biss hättest, kann ich sehr gut verstehen! Ich brauche diesen Wechsel auch oft! Vielleicht wird es ja wirklich der Bakker. Je mehr Zeit verstreicht, seit ich "Oben ist es still" gelesen habe, umso intensiver wirkt es auf mich. Es hat wirklich sehr viele Gedanken und Gefühle in mir ausgelöst. Für mich wirklich ein ausgesprochen interessantes Buch, sehr eigenwillig erzählt. Ich bin gespannt - wann immer es bei Dir dran ist - wie es wohl auf Dich wirken mag.
Und nun noch einen Tadel! Warum? Deswegen:
Du schriebst an Doris hat geschrieben:A pros pos Adoleszenz: Kennst Du "Tschick" von Wolfgang Herrndorf? Ich fand's großartig und habe mich gefreut, dass W.H. damit für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden ist.
Da war ich ja förmlich gezwungen, doch mal die Inhaltsangabe des Buches zu lesen. Ich bin sonst immer trotz interessierten Blick auf Cover und Titel wunderbar daran vorbei gekommen - damit war es nun aus, aufgrund Deines Postings. Das klingt sehr reizvoll! Und da Du so begeistert davon warst, reizt es umso mehr! Mangels Lesezeit habe ich nun zunächst mal das Hörbuch ins Auge gefasst, das auch sehr gut gelungen sein soll. Es befindet sich auf meiner Wunschliste. Und bei Amazon ist es derzeit auch noch runtergesetzt. Da kann ich wohl nicht lange widerstehen! Du hast mich sehr neugierig darauf gemacht. Und es ist auch noch für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden - interessant! Danke für die Info.
Und stimmt, für Doris könnte das auch etwas sein! Der Inhalt klingt ganz danach. Stifte sie nur an - sie macht das andersherum ja auch immer ohne Rücksicht auf Verluste!
@Doris: "Abschied von Rock Harbor" klingt sehr interessant. Es hat sich zwischen Deinen Februar-Stapel geschmuggelt, richtig? Und richtig, auch wenn es in einer reifen Liebesgeschichte zu münden scheint, so entspringt die Geschichte doch einer unbekümmerten Liebelei mit zwei Männern in jugendlichen Jahren. Wie aus etwas Unbeschwertem irgendwann eine ernsthafte Entscheidung für den einen und gegen den anderen entsteht, ist gewiss interessant. Bitte berichte, wie es Dir gefällt, ich bin sehr neugierig!
Und hab vielen lieben Dank für Deine Rezension zu "Die Farben der Träume". Ich war sehr neugierig darauf, näheres zu dem Roman von Rose Tremain zu erfahren. Den Wunsch hast Du mir damit erfüllt. Es wird eher nicht das erste Buch sein, das ich von ihr lese, wenn für mich die Zeit für diese Autorin mal kommt. Aber wenn mir ihre Bücher gefallen, dann könnte dieses auch irgendwann mal an die Reihe kommen.
@Didonia: Auch Dir vielen lieben Dank für Deine Rezensionen! "Zwei alte Frauen" klingt für mich aus zwei Gründen sehr verlockend. Erstens: Die Indianer als Thema, bzw. ihre Ur-Eigenschaften. Darüber ließ ich mich, wenn auch in anderer Form, von Joseph Boyden in "Durch dunkle Wälder" im letzten Jahr faszinieren. Allerdings ging es da um die Cree-Indianer in Kanada (Ontario). Zweitens: Mich lockt sehr, was Du über die Sprache Velma Wallis' schreibst! Dieses reduzieren auf das allernötigste finde ich manchmal nahezu faszinierend. Wenn es gut gemacht ist, kann das eine sehr intensive Wirkung haben.
Magst Du noch eine Wertung (Sternchen o. ä.) Deinen Rezensionen hinzufügen? Ich fände es sehr interessant, wie gut sie bei Dir innerhalb einer Skala abschneiden.
@Barbara: Ich denke Du liegst sehr richtig damit, dass man Franzen und seinen Romanen Zeit schenken muss. Das habe ich bei "Die Korrekturen" auch festgestellt. Und war wirklich froh, den richtigen Zeitpunkt für dieses Buch erwischt zu haben! Ich hatte gerade diese Ruhe in mir, die es braucht, um sich diesem umfassenden Buch von Jonathan Franzen zu widmen. Und genau das nehme ich mir auch für "Freiheit" vor. Du bestätigst mich darin, dass man gut daran tut! Es freut mich sehr, dass es Dir gefällt. Und hoffe, dass Du bald wieder etwas mehr Lesezeit hast! Solche Phasen sind immer bedauerlich - man möchte und kann nicht.