Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Fevvers » So 20. Feb 2011, 14:22

Hallo Ihr zwei,

ab und zu gibt es tatsächlich bei uns solche kleinen Projekte, aber selten. So habe ich z.B. erst kürzlich im NT tapfer Apostelgeschichte und Paulsbriefe "lesen müssen" (nicht unbedingt ein Vergnügen für moderne Frauen), um danach endlich den neuen Ralf König Comic ausgehändigt zu bekommen: "Der Antityp". Hat sich aber gelohnt. Der subversive Humor erschließt sich oft erst mit dem entsprechenden Hintergrundwissen.

Mein Mann legt bei HP ein erstaunliches Tempo vor und amüsiert sich bisher prächtig. Der Austausch hält sich in Grenzen, denn er will dabei nicht gestört werden. :roll: Mein Mitteilungsbedürfnis ist umgekehrt wesentlich größer. Am Stück werde ich den Wälzer wohl kaum bewältigen können, zwischendurch brauche ich was anderes. Da ich nur die Peter Jackson Verfilmung kenne, bin ich gespannt, wie sich die "Hau drauf, schlag's tot"-Szenen im Buch darstellen.
Liebe Grüße, Fevvers

Ich lese gerade: Florian Illies, 1913 (S.Fischer)

Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?
(G.C.L.)
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Barbara » So 20. Feb 2011, 14:26

Hallo Ihr Lieben,

nun habe ich den Franzen beendet. "Freiheit" hat mir sehr gut gefallen und ich bin beeindruckt von seiner Fähigkeit genau und treffend, einzelne Charakteren zu zeichnen und sie sich im Laufe der Geschichte entwickeln zu lassen. Zur "Korrekturen" habe ich natürlich keinen Vergleich und kann dazu dementsprechend nicht sagen. Aber ich weiß, dass ich noch ein weiteres Buch von Franzen lesen werde. Nur nicht sobald, da er sehr dicht schreibt und ich erst einmal etwas Anderes lesen möchte. Im SUB steht "Korrekturen" schon, muss aber dort noch ein wenig verweilen.

Beim Lesen kommt man sich vor, wie im richtigen Leben. Du magst bestimmte Menschen und andere magst Du gar nicht. So ging es mir auch: Die Lebensläufe und Entwicklungen von Patty, Walter und Richard interessierten mich sehr – wohingegen mich das Leben von Joey und sein Umgang mit Connie und Walters politische Arbeit, nicht so sehr interessierten und ich diese Kapitel weniger intensiv gelesen habe.

Was sein Frauenbild angeht, so kommen die Frauen weitaus besser weg als die Männer und sie sind oft die Stärkeren - und nicht nur dahingehend, dass sie die Männer bekommen, die sie wollen, sondern auch im Versuch sich zu befreien und ihr Leben selbst in die Hand zu mehmen. Sie müssen dabei zwar scheinbar durch eine härtere Schule gehen, aber sie schaffen es durch sich selbst heraus, ihren Weg zu finden.

Sehr treffend gewählt, finde ich auch den Titel des Buches und das Cover selbst. Es sind so viele kleinere und größere Bereiche innerhalb der Geschichte, in denen es um Freiheit geht und den Wunsch, sich von irgendetwas oder irgendjemandem zu befreien. Auch das ist sehr schön verknüpft und sehr gut symbolisch umgesetzt.
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Barbara
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Barbara » So 20. Feb 2011, 18:36

Hallo Ihr Lieben,

ich habe heute mit "Zwei Buchhändlerinnen in New York" begonnen.

Erzählt wird die Geschichte von Madge Jenison und Mary Mowbray Clark, die in den 20er Jahren in New York eine Buchhandlung eröffneten, was damals noch ein sehr fragwürdiges Unterfangen zu sein schien. Es ist eine wahre Geschichte und somit eine Biografie anderer Art: nicht die eines Menschen, sondern die einer Buchhandlung!
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » So 20. Feb 2011, 18:42

Liebe Barbara,

mit diesem Buch wirst Du auf jeden Fall Spaß haben. Ich habe es schon gelesen und war vom ersten bis zum letzten Wort rundherum begeistert :D
"Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."

Markus Gasser
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Barbara » So 20. Feb 2011, 18:46

Liebe Didonia,

das glaube ich sofort. Die ersten Kapitel haben mich schon begeistert.
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Britti » So 20. Feb 2011, 22:49

Hallo zusammen.

@Barbara und Didonia: Das Buch wartet auch noch auf mich.
Ich hatte Weihnachten schonmal reingelesen und war sehr angetan und ich freue mich schon sehr drauf.
Viel Vergnügen liebe Barbara!
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mo 21. Feb 2011, 10:12

Hallo Barbara,

ich habe ja auch erst letzte Woche das Hörbuch "Freiheit" zu Ende gehört. Du hast es ganz treffend beschrieben. Ich mochte eigentlich alle Lebensläufe ganz gerne, nur das Ende hat mich etwas gestört, weil ich es zwar nachvollziehen konnte, aber ich fand es, im Gegensatz zum Rest zu dramatisch-plakativ, nicht so sorgfältig erzählt. Vielleicht lag es aber einfach auch an der faktischen Länge der ganzen Geschichte und ich habe ein bißchen die Geduld verloren. Trotzdem auch von mir eine klare Empfehlung !
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mo 21. Feb 2011, 17:18

Hallo zusammen,

„Ausnahme“ von Christian Jungersen ist ein wirklich sehr interessantes Buch. Inzwischen hat sich mein anfänglicher Verdacht bewahrheitet, dass die Themen Genozid und Mobbing in diesem Buch nicht zufällig nebeneinander gestellt sind. Die sachlichen Einschübe über die Völkermorde bieten genau die richtige Grundlage, um den beschriebenen Kleinkrieg des Mobbings mit analytischem Blick betrachten und Parallelen ziehen zu können. Das ist gut gemacht, gibt Denkanstöße und zeigt auf, wie es zu Ausgrenzungen kommt und welche Mechanismen dadurch in Gang gesetzt werden. Oder auch umgekehrt zeigt es Mechanismen, die die Ausgrenzung herbeiführen und verstärken. Sehr interessant.

Aber so trocken wie sich das jetzt anhört, ist es nicht. Denn erzählt wird hier vor allem eine spannende Geschichte von vier Frauen in ihrem Büroalltag, ihrem Privatleben und ihrem Verhältnis zueinander. Freundschaften, Empfindlichkeiten – und natürlich auch der Kern der Geschichte: Die Drohmails und was dahinter steckt.

Einen Teil der Woche werde ich noch mit dem Buch verbringen. Mal sehen, was ich dann als nächstes lese.

Und nun zu Euren Leseerlebnissen – da hat sich ja wieder vieles angesammelt:

@Didonia: Mir haben meine festen Lesezeiten geholfen, nach langer, langer Zeit wieder zu einem schönen Maß an gelesenen Büchern zu verschaffen. Ich möchte meine festen Lesezeiten nicht missen und rücke auch nur ungern davon ab. Muss manchmal ja sein, z. B. wenn abends was anderes (z. B. eine Verabredung) auf dem Programm steht, dann ist es mir zu spät zum lesen. Aber das sind Ausnahmen. Ansonsten halte ich fest an meinen Lesezeiten und es sind auch schöne tägliche Ruheoasen für mich, auf die ich mich immer freue.

Bei „Am Ende ein Anfang“ reizt mich auch besonders, dass es sich um eine Liebe zwischen zwei alten Menschen handelt. Das stelle ich mir sehr reizvoll vor. Und ich werde bei Gelegenheit in das Buch reinlesen. Sehr schön, dass Du mit Deiner Rezension darauf neugierig gemacht hast!

Du fährst Richtung Nürnberg um eine Bücherfreundin zu besuchen? Den Weg habe ich auch öfters aus denselben Gründen! *g*
Bring viele Eindrücke und Bücherkäufe mit! Und wer weiß, vielleicht ja auch eine neue Besucherin fürs Forum hier?! :-)
Und bis dahin schon mal schöne freie Tage zu Hause – mit viel Lesezeit! :-)

@Doris: Bist Du mit „Jacob beschließt zu lieben“ durch? Wie fällt Dein abschließendes Urteil aus? Deine Zwischenbilanz war ja schon mal sehr gut, denn die Attribute, die Du nennst, versprechen eine reiche Mischung.

@Barbara: Das freut mich sehr, dass Dir „Freiheit“ so gut gefallen hat und Du solch einen positiven Eindruck von Jonathan Franzen gewinnen konntest. Ich habe ihn ja auch erst kürzlich für mich entdeckt. Und so wollen wir beide mindestens noch ein Buch von ihm lesen. Du das, was ich gerade gelesen hatte („Die Korrekturen“ sind Dir sehr zu empfehlen), und ich das, was Du gerade gelesen hast. Aber auch ich möchte Zeit ins Land ziehen lassen, bis ich mich wieder Franzen widme. Denn er schreibt zu dicht und intensiv, als dass ich zwei Bücher zu nah aneinander von ihm lesen wollen würde. Den hebe ich mir auf!

Mit Deinen Beschreibungen machst Du mir sehr viel Lust auf das Buch, mit all seinen Themen rund um das Hauptthema Freiheit. Ich kann mir schon denken, was Franzen alles daraus macht. Sein Thema in „Die Korrekturen“ (Lebens-Korrekturen) greift er auch immer wieder auf.

Mit "Zwei Buchhändlerinnen in New York" wünsche ich Dir nun viel Vergnügen! Ich habe es auch – aber noch nicht gelesen. Umso neugierig bin ich darauf, wie es Dir gefällt! Ich glaube auch, dass es ganz entzückend sein müsste. Und wie ich sehe, kennt Didonia es schon und fand es richtig gut und Britti wartet wie ich auf Lesezeit dafür. Hoffentlich kann ich diesen SUB-Bewohner demnächst auch mal befreien. Berichte bitte, wie sie Dir gefällt, diese Biografie über eine Buchhandlung! :-)

@Steffi Dass Dir „Freiheit“, bis auf das Ende, auch so gut gefallen haben, freut mich sehr zu hören. Zumal Du es mit den zeitgenössischen Romanen ja eher nicht so hast. Das heißt schon was.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon DorisV » Mo 21. Feb 2011, 22:10

Hallo und schönen Abend,

die "Zwei Buchhändlerinnen in New York" warten auch noch auf mich.

Derzeit lese ich:
Greg Lawrence: Jackie as Editor - The Literary Life of Jacqueline Kennedy Onassis

Ich habe bisher etwas mehr als die Hälfte gelesen und bin schwer begeistert. Das Buch beschreibt den letzten Lebensabschnitt von Jacqueline Kennedy Onassis, in dem sie als Verlegerin zuerst bei Viking und dann bei Doubleday gearbeitet hat. Zugleich ist es natürlich auch eine Geschichte des Verlagswesens in dieser Zeit und der Bücher, die Jackie herausgegeben hat.

Dabei ist sie nur bei zwei Büchern genannt, denn sie wollte, das der Autor und das Buch die Aufmerksamkeit bekommen, und nicht ihr Name.

Natürlich trifft man auch alte Bekannte - sei es Autoren, Verleger, oder Personen aus der Klatschpresse. Ich mag das Buch.

Liebe Grüße,
DorisV
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Barbara » Di 22. Feb 2011, 12:33

Liebe Doris,

das hört sich sehr interessant an. Klingt, als könne es auch etwas für mich sein. Ich bin auf Dein abschließendes Urteil gespannt und wünsche dir noch viel Spaß damit.

"Zwei Buchhändlerinnen in New York" kann ich Dir nur empfehlen. Es ist schön, den beiden Damen lesender Wiese zu lauschen, wenn sie die eine oder andere Anekdote hinter ihrer Entwicklung zum Besten geben.
Vieles kann man heute noch so sehen, manches wird aufgrund der Fülle an Neuerscheinungen so heute nie mehr möglich sein.
:lesen_und_nachdenken:
Liebe Grüße
Barbara
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