Hallo zusammen,
„Ausnahme“ von Christian Jungersen ist ein wirklich sehr interessantes Buch. Inzwischen hat sich mein anfänglicher Verdacht bewahrheitet, dass die Themen Genozid und Mobbing in diesem Buch nicht zufällig nebeneinander gestellt sind. Die sachlichen Einschübe über die Völkermorde bieten genau die richtige Grundlage, um den beschriebenen Kleinkrieg des Mobbings mit analytischem Blick betrachten und Parallelen ziehen zu können. Das ist gut gemacht, gibt Denkanstöße und zeigt auf, wie es zu Ausgrenzungen kommt und welche Mechanismen dadurch in Gang gesetzt werden. Oder auch umgekehrt zeigt es Mechanismen, die die Ausgrenzung herbeiführen und verstärken. Sehr interessant.
Aber so trocken wie sich das jetzt anhört, ist es nicht. Denn erzählt wird hier vor allem eine spannende Geschichte von vier Frauen in ihrem Büroalltag, ihrem Privatleben und ihrem Verhältnis zueinander. Freundschaften, Empfindlichkeiten – und natürlich auch der Kern der Geschichte: Die Drohmails und was dahinter steckt.
Einen Teil der Woche werde ich noch mit dem Buch verbringen. Mal sehen, was ich dann als nächstes lese.
Und nun zu Euren Leseerlebnissen – da hat sich ja wieder vieles angesammelt:
@Didonia: Mir haben meine festen Lesezeiten geholfen, nach langer, langer Zeit wieder zu einem schönen Maß an gelesenen Büchern zu verschaffen. Ich möchte meine festen Lesezeiten nicht missen und rücke auch nur ungern davon ab. Muss manchmal ja sein, z. B. wenn abends was anderes (z. B. eine Verabredung) auf dem Programm steht, dann ist es mir zu spät zum lesen. Aber das sind Ausnahmen. Ansonsten halte ich fest an meinen Lesezeiten und es sind auch schöne tägliche Ruheoasen für mich, auf die ich mich immer freue.
Bei „Am Ende ein Anfang“ reizt mich auch besonders, dass es sich um eine Liebe zwischen zwei alten Menschen handelt. Das stelle ich mir sehr reizvoll vor. Und ich werde bei Gelegenheit in das Buch reinlesen. Sehr schön, dass Du mit Deiner Rezension darauf neugierig gemacht hast!
Du fährst Richtung Nürnberg um eine Bücherfreundin zu besuchen? Den Weg habe ich auch öfters aus denselben Gründen! *g*
Bring viele Eindrücke und Bücherkäufe mit! Und wer weiß, vielleicht ja auch eine neue Besucherin fürs Forum hier?!

Und bis dahin schon mal schöne freie Tage zu Hause – mit viel Lesezeit!
@Doris: Bist Du mit „Jacob beschließt zu lieben“ durch? Wie fällt Dein abschließendes Urteil aus? Deine Zwischenbilanz war ja schon mal sehr gut, denn die Attribute, die Du nennst, versprechen eine reiche Mischung.
@Barbara: Das freut mich sehr, dass Dir „Freiheit“ so gut gefallen hat und Du solch einen positiven Eindruck von Jonathan Franzen gewinnen konntest. Ich habe ihn ja auch erst kürzlich für mich entdeckt. Und so wollen wir beide mindestens noch ein Buch von ihm lesen. Du das, was ich gerade gelesen hatte („Die Korrekturen“ sind Dir sehr zu empfehlen), und ich das, was Du gerade gelesen hast. Aber auch ich möchte Zeit ins Land ziehen lassen, bis ich mich wieder Franzen widme. Denn er schreibt zu dicht und intensiv, als dass ich zwei Bücher zu nah aneinander von ihm lesen wollen würde. Den hebe ich mir auf!
Mit Deinen Beschreibungen machst Du mir sehr viel Lust auf das Buch, mit all seinen Themen rund um das Hauptthema Freiheit. Ich kann mir schon denken, was Franzen alles daraus macht. Sein Thema in „Die Korrekturen“ (Lebens-Korrekturen) greift er auch immer wieder auf.
Mit "Zwei Buchhändlerinnen in New York" wünsche ich Dir nun viel Vergnügen! Ich habe es auch – aber noch nicht gelesen. Umso neugierig bin ich darauf, wie es Dir gefällt! Ich glaube auch, dass es ganz entzückend sein müsste. Und wie ich sehe, kennt Didonia es schon und fand es richtig gut und Britti wartet wie ich auf Lesezeit dafür. Hoffentlich kann ich diesen SUB-Bewohner demnächst auch mal befreien. Berichte bitte, wie sie Dir gefällt, diese Biografie über eine Buchhandlung!
@Steffi Dass Dir „Freiheit“, bis auf das Ende, auch so gut gefallen haben, freut mich sehr zu hören. Zumal Du es mit den zeitgenössischen Romanen ja eher nicht so hast. Das heißt schon was.