Hallo zusammen,
gestern habe ich dann noch
"Schwarzer Sommer" von Camilla Way beendet (Britti, die Diskussion kann losgehen! Damit wir die anderen hier nicht so stören, eröffne ich gleich mal einen eigenen Thread wegen der Spoiler.) und eine
Rezension dazu geschrieben. Besonders gefallen hat mir an dem Buch die charismatische Erzählweise. Wie Camilla Way den Sommer beschreibt, das ist sehr intensiv und authentisch. Ebenso diese endlosen Tage in den Ferien, an denen man die Zeit totschlägt. Und die Freundschaft zwischen der pakistanischen Anita, dem dunkelhäutigen, übergewichtigen Denis und dem merkwürdigen Kyle ist sehr gut beschrieben. Wie Kinder um die Gunst der anderen werben, um dazu zu gehören. Und wie ein kindliches Gemüt sich noch beeindrucken lässt von einem geheimnisvollen Jugendlichen, all das wirkt sehr authentisch. Des Weiteren bekommt man eine spannende Geschichte erzählt, die einen Sog entwickelt.
Ich hatte ja nach dem nüchtern geschriebenen "Ausnahme" absichtlich erst mal zu diesem nicht allzu langen Thriller gegriffen, um ein weniger sachliches Buch zu lesen. Sonst hätte ich direkt zu dem Buch gegriffen, für das ich mich dann aber jetzt im Anschluss entschieden habe:
Marcel Reich-Ranickis "Mein Leben". Ich las gestern kurz rein, und wusste, das wird mein nächstes Buch. Er nimmt einen direkt gefangen, mit seiner unnachahmlichen Art zu erzählen. Er klingt einem im Ohr und man kann sich von ihm nicht lösen. Er ist einfach eine ausgesprochen charismatische und faszinierende Persönlichkeit. Wie schön, dass er mit seiner Autobiografie die Möglichkeit gibt, sich ihm zu nähern. Und wie schön, dass ich mich - wenn auch so spät (das Buch ist ja schon einige Jahre auf dem Markt) - dazu entschlossen habe, denn ich folge ihm bereits jetzt schon gern.
Noch befinde ich mich in seiner Kindheit. Seinen Anfängen in Polen, und seinen ersten Erlebnissen in Deutschland, als junger Schüler. Sein Ton gefällt mir und sein Leben beginnt schon interessant. Kaum vorstellbar, dass solch eine Jugend erst 80, 90 Jahre her ist, und doch so anders ist, als unsere war. Sehr spannend auch zu sehen, wie er zum lesen kam. Wie er als Kind zu den Büchern stand. Und was er so gelesen hat. Aber auch welche Opern er als Kind gehört hat, und für welche er Zeit seines Lebens eine Vorliebe behielt (dass er Verdi mag, hätte ich gar nicht so gedacht - aber da habe ich etwas mit ihm gemeinsam).
Ich freue mich sehr aufs weiterlesen. Was für ein interessantes Buch - jetzt schon!