Hallo zusammen,
die Lage in "God's Pocket" spitzt sich zu. Die einzelnen Szenen werden immer interessanter. Egal ob es um Mickey geht - der ganze Kerl -, dessen kleinjungenhafte unbeholfene Art Jeanie einst anzog. Jetzt, wo sie ihn braucht, da ihr Sohn gestorben ist, fühlt sie sich jedoch allein gelassen. Mickey selbst hingegen ist machtlos. Er geht einfach. Ganz egal wohin. Hauptsache er entkommt der trauernden Jeanie, da er einfach nicht weiß wie er sich verhalten soll. So macht er alles falsch. Und weint innerlich, weil er große Angst hat, dass er Jeanie verlieren könnte. Das nie wieder alles in eine Ordnung kommt. So ist es oft zwischen Mann und Frau. Das ist so toll eingefangen. Ohne Erklärungen, es erklärt sich durch die Figuren und ihre Handlungen selbst. Ebenso die anderen Verstrickungen, in die das Personal des Romans gerät. Mit jeder Seite fesseln sie mich mehr, diese langsam erzählten Szenen aus dieser fiktiven Vorstadt Philadelphias. Mit ihren kaputten Typen, ihren verlorenen Seelen, ihren Träumern, Zockern und Kriminellen.
@Fevvers: Und schon wieder macht jemand auf Florescu neugierig. Aber nicht schlimm, das lasse ich mir gern gefallen. „Zaira“ scheint ein sehr lohnenswertes Lesevergnügen. Bist Du inzwischen durch? Wie hat es Dir weiter gefallen?
@Barbara: Colettes „Erwachende Herzen“ scheint ein sinnliches Buch gewesen zu sein. Ich liebe es, wenn man Gerüche meint wahrzunehmen, sich in Stimmungen einfühlen kann und Geschmäcker erkennen. Auch was Du über die behutsame Auseinandersetzung mit der
Pubertät schreibst, ist vielversprechend. Danke für Deinen Bericht, Barbara.
Peter Brauns „Dichterhäuser“ habe ich auch. Und auch schon einige Behausungen darin aufgesucht. Richtig, das muss man nicht an einem Stück lesen, ich habe es dann auch wieder weggelegt. Schön, dass Du es nun ganz gelesen hast und den zweiten Band vielleicht noch anschließen willst.
@ Didonia: Mit „Wilde Dichter - Die größten Abenteurer der Weltliteratur“ hat Steffi Dir aber was aufregendes aus dem SUB gezogen! Das klingt sehr interessant! Allein schon, was Du über Herman Melville schreibst… seinen „Moby Dick“ habe ich noch als Hörbuch (ich meine ungekürzt) zu Hause liegen. Wollte ich gern mal hören. Muss ich irgendwann mal in die Tat umsetzen. Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich es auch noch als Hörspiel. Schön zu wissen, dass Melville wusste, wovon er schrieb!
@Binchen: Liest Du die weiteren Bände von Inge Löhnig auch noch? Oder hat Dir „Der Sühne Sold“ gereicht? Schön, dass es Dich fesselnd unterhalten hat.