Hallo Barbara,
Barbara hat geschrieben: Auf mich wirken Erzählungen und Kurzgeschichten immer wie literarisches „Fastfood“, es ist mir zu schnelllebig, keine Chance länger zu verweilen und auch keine Chance während des Lesens nachzudenken. Sie wirken hektisch, zu hektisch, genau wie unser Alltag. Ich möchte die Möglichkeit haben, auch einmal aus dem Alltag zu entschwinden und in ein anderes Leben, Jahrhundert, Land … einzutauchen. Diese Gelegenheit habe ich allerdings nur auf mehr als 80 Seiten.
och , och, schmerz , poch - leb ich noch? Du hast mir einen Dolch durchs Herz gestossen !
Fastfood ?
Bitte nicht !
Das ist sooo , so ohne Nährwert ! Das ist zu hart, Barbara. Es spricht nichts gegen deine Vorliebe für Romane, wegen dem Eintaucheffekt und der Identifikation die du suchst. Doch eine gute Erzählung ist was ganz besonderes. Es kann eine Perle, ein Schmuckstück, ein Kleinod sein. Natürlich sollte man sich auch gute Schriftsteller raussuchen. Die besten auf diesem Gebiet (Erzählungen und Kurzgeschichten) sind Tschechow, Katherine Mansfield, Stephen Crane u.a. nur um ein paar wenige zu nennen. Das ist eine ganz besondere Kunst, keinesfalls Fastfood, auch nicht literarisch. Hier gelten ganz andere Kriterien, die von den Autoren beachtet werden. Finde ich persönlich sehr spannend, darin einzutauchen.
nun insbesondere zu Keyserling:
die von dir gelesenen Erzählungen kenne ich noch nicht. Bisher fand ich ihn auch in seinen kürzeren Werken sehr feinsinnig und hat die Gesellschaft gut getroffen und er handhabt es irgendwie federleicht.
Doch das ist auch Geschmacksache. Das kann ich verstehen.
Ich hoffe, du kannst es auch verstehen, dass ich bei Fastfood fast ohnmächtig geworden bin.
Liebe Grüße
Maria