Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Plattform zum Austausch über Bücher und Themen rund ums Buch.
Forumsregeln
Kommerzielle Einträge werden ohne Kommentar gelöscht!

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mo 10. Okt 2011, 09:46

JMaria hat geschrieben:Hallo zusammen,

"Ein Mord, den jeder begeht" von Heimito von Doderer habe ich gestern beendet. Das Finale hat mich überrascht. Ein Buch das man am Ende nochmals von vorn beginnen könnte und aus dem Gesichtspunkt des wissenden Lesers zu neuen Erkenntnissen kommt.


Freut mich, dass dir das Buch gefallen hat, das Ende ist schon ziemlich interessant, finde ich - typisch Doderer. Mit gefällt, dass er zwar im Stil und Atmosphäre immer sehr gradlinig und akribisch ist, die Handlung jedoch verschlungen und überraschend, trotzdem ergibt es ein harmonisches Gesamtbild. Und ja, ich werde es bestimmt irgendwann auch nochmal lesen. Doch zunächst ist ja Die Wasserfälle von Slunj dran, sobald ich mit Nana fertig bin.
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
Benutzeravatar
steffi
 
Beiträge: 5280
Registriert: Mi 2. Apr 2008, 12:56

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Mo 10. Okt 2011, 11:15

Hallo ihr,

ich habe im Urlaub tatsächlich 2 Bücher geschafft, obwohl wir die meiste Zeit superschönes Wetter hatten. Aber wie schon vorher gesagt, man kann auch gut am Ostseestrand sitzen und lesen ;) .

Ich habe Rachesommer von Andreas Gruber und Erbarmen gelesen.

Der Rachesommer war ganz in Ordnung, allerdings insgesamt ein bisschen vorhersehbar. Man hatte recht schnell den Bogen raus, und dann war es nicht mehr ganz so spannend. Zudem ging es um ein ganz abscheuliches Verbrechen an Kindern, und das hat mir ziemlich zugesetzt. Insofern würde ich persönlich das Buch nur bedingt weiterempfehlen.

Erbarmen hingegen hat mich restlos überzeugt, das war wirklich ein super Tipp von dir, liebe Petra! Das Buch hat mir sehr, sehr gut gefallen. Die Atmosphäre des Buches hat mich sehr angesprochen. Es war von der Handlung her spannend genug ;) , wobei man ja auch hier schon nach ca. zwei Dritteln des Buches wusste, worum es geht, aber das hat dem Rest und der Spannung keinen Abbruch getan.
Mehr als einmal musste ich über Carl und Assad und ihre Beziehung schmunzeln, das Buch hat also auf jeden Fall ein paar Humorpunkte verdient. Meine Urlaubsbegleiter sahen mich immer ganz verständnislos an, wenn ich lachen musste, wo ich doch eigentlich einen Thriller las ;)

Jetzt möchte ich natürlich auch gerne die Fortsetzungen lesen, wobei ich beim Stöbern hier im Forum schon gesehen habe, dass Schändung nicht ganz so gut wegkommt, weil es wohl ziemlich heftig sein soll... Das dritte Buch Erlösung soll ja dann wieder besser sein. Ich denke aber, dass ich sie alle drei gelesen haben möchte, auch um die weitere Beziehung der Protagonisten nachvollziehen zu können. Also, die Reihe ist ein wirklich guter Tipp, vielen Dank nochmal!

Als nächstes habe ich mir nun Die geheime Geschichte vorgenommen, bin aber noch nicht über den Prolog hinaus, das habe ich dann in den 10 Urlaubstagen doch nicht mehr geschafft :)
Liebe Grüße,
Sabine

:lesen_und_nachdenken:
Buch:
Tess Gerritsen - Blutzeuge (Rizzoli & Isles, Band 12)
Stevens, Chevy - Ich beobachte dich

E-Book:
Celeste Ng - Kleine Feuer überall
Benutzeravatar
Bonny
 
Beiträge: 1118
Registriert: Mi 22. Jun 2011, 11:31
Wohnort: Rhein-Sieg-Kreis

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mo 10. Okt 2011, 15:13

Hallo zusammen,

ich hatte zwei Wochen Urlaub, eine mit meinem Schatz zusammen, und eine, wo wir getrennt verreist sind. War beides sehr schön!

Meine Reise führte mich an die Mosel, wo ich wunderbare Natur, herrliches Wellness, und viel für gesundheitliche Optimierungen tun konnte. Ich glaube, ich war noch nie so entspannt, erholt und erfrischt, wie dieses Mal! Sogar braun bin ich geworden, da wir zwei Tage Sonne hatten. Mein Schatz sagte gestern, dass ich brauner sei als er, obwohl es in der Türkei noch sehr warm war. Aber er war fast nur drinnen, Verwandte besuchen. ;-)

An der Mosel habe ich „Nana“ von Émile Zola ausgelesen, das wir gemeinsam in einer Leserunde ja derzeit lesen. Meinen Kindle hatte ich also mit. Aber auch zwei Bücher (ich konnte nicht widerstehen), von denen ich dachte, dass sie das richtige für meine Zeit dort seien. „Die Finkler-Frage“ von Howard Jacobson und “Schändung“ von Jussi Adler-Olsen. Beide hatte ich ca. 40 Seiten lang angelesen, aber so recht wollte es nicht zünden. Ich weiß nicht, ob es an mir lag. Mag sein, dass mir einfach nicht danach war. Ich konnte mich auf dem Kindle für nichts neues entschließen. Habe unzählige Leseproben gelesen, und nichts war das Rechte für mich. Aber ein wenig lag es glaube ich auch an den Büchern.

Bei „Die Finkler-Frage“ fand ich die Art, wie die Geschichte erzählt wurde, etwas eigentümlich. Manchmal erschloss sich nicht direkt, wer oder was gemeint war, in einem Satz, und musste den Satz ein zweites Mal lesen. Das lag aber nicht daran, dass es solch eine komplizierte Sprache wäre. Ich finde, das hätte man auch anders gestalten können. Vor allen Dingen aber wurde ich mit Treslove nicht warm. Seine Besessenheiten wirkten mir zu überstrapaziert. Und ich fürchte, dass das auch nicht anders wird. Ich habe es erst mal zur Seite gelegt. Vielleicht bekommt es aber noch mal eine Chance. Ich habe gesehen, dass Doris in ihrer Wertung dem Buch eine 1 gegeben hat. Das motiviert mich wiederum. Und Rachel hatte es zunächst auch sehr gefallen. Bist Du inzwischen durch, Rachel? Kannst Du mehr dazu sagen? Die Themen des Romans interessieren mich durchaus. Und eigentlich fand ich auch von der Beschreibung her, dass sie geschickt aufgegriffen wurden. Einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus.

Der zweite Band von Jussi Adler-Olsen kam ja eh nicht so besonders gut weg. Und ich fürchte nach den ersten 40 Seiten, dass es sich für mich ziehen würde. Solange die Geschichte bei Carl und Assad verweilt, gefällt es mir. Kimmie finde ich auch interessant. Aber die anderen der damaligen Clique liegen mir so gar nicht. Einerseits, wegen der ganzen Grausamkeiten. Andererseits aber langweilt mich solch eine Anreihung von bösen Taten auch. Das ist mir zu sehr schwarz-weiß.

Beides habe ich erst mal weggelegt. Vielleicht bekomme ich doch noch mal Lust darauf. Bei Jussi Adler-Olsen stecke ich in der Klemme, denn Band 3 soll ja wieder richtig gut sein. Und ich möchte den 2. Band auch nicht auslassen. Vielleicht hilft mir ein Schwenk aufs Hörbuch. Mal sehen.

Jetzt lese ich "Bonbontag" von Markus Nummi. Mal sehen, ob das jetzt bei mir zündet. Ich hoffe es, und werde berichten.

@Bonny: Schön, dass Du wieder zurück bist, und so viel Freude mit „Erbarmen“ hattest! Ahnte ich es doch! :D
Schön ist aber, dass ich mich nicht getäuscht habe, als ich ihn Dir empfahl. Denn mir schien er wirklich was für Dich zu sein. Es freut mich sehr, dass ich richtig lag. Wie Du oben sicher schon gelesen hast, hatte ich mit Band 2 etwas zu kämpfen. Aber lasse Dich nicht entmutigen. Denn bisher ist er absolut nicht schlecht. Nur lese ich auch nicht mehr so häufig Thriller. Wenn ich dem Genre mehr zugetan wäre, würde ich das sicher schon anders sehen. Und richtig: Band 3 soll wieder richtig gut sein, und die persönlichen Entwicklungen will man auch nicht verpassen. Genau mein Dilemma. ;-)

Dass Dich die anderen schon mal verdutzt angeguckt haben, weil Du laut lachen musstest, ist klasse. :mrgreen:

Nun wünsche ich Dir viel Vergnügen mit „Die geheime Geschichte“. Der Prolog spielt ja im Winter. Aber im ersten Teil spielt es dann im Herbst. Ich finde, es passt gerade sehr schön zur beginnenden Herbstzeit, die wir alle ja so herbeigesehnt haben. Ich bin gespannt, ob es Dich packen wird. Berichte unbedingt.

@Steffi: Danke für die Rezension zu „Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy“. Das Buch könnte wirklich etwas für mich sein, deshalb bin ich dankbar für Deine genauen Eindrücke.

Ebenso freut mich, dass Du „Wölfe“ von Hilary Mantel liest. Da bin ich sehr gespannt auf Deinen näheren Bericht, denn ich habe eigentlich auch vor, es im Herbst zu lesen. Durch den kühlen Stil wollte ich es lieber in der kühlen Jahreszeit lesen. Beim reinlesen hat mich der Stil sehr angesprochen.

Auch habe ich mich gern mal wieder neugierig auf Thomas Hardy machen lassen, von dem ich noch immer nichts kenne. Wird Zeit, das mal zu ändern.

@Maria: Auf "Ein Mord, den jeder begeht" von Heimito von Doderer hast Du (und Steffi) mich noch mal richtig neugierig gemacht. Das möchte ich lesen! Danke für Deinen Bericht, und schön, dass Du solch ein schönes Leseerlebnis damit hattest!

Wie Dir Arno Surminskis „Amanda oder Ein amerikanischer Frühling“ gefällt, darauf bin ich gespannt. Das Buch sagte mir nichts, aber die Inhaltsbeschreibung klingt reizvoll.

@NatiFine: Dass Du ein so gutes Buch über das Segeln, das Leben an Bord, gelesen hast, freut mich. Ich kann mir vorstellen, dass es für Dich genau das richtige ist, da Du damit ja selbst sehr viel Erfahrung hast.

@Didonia: Von Nora Roberts kenne ich nichts, deshalb kann ich dazu nichts sagen. Aber Euren (Du und Maria) kleinen Austausch darüber habe ich gern gelesen.
Liebe Grüße,
Petra


Ich lese gerade: :lesen:
Ina Bhatter - Drei Tage im Schnee (HC)
- (ebook)

Ich höre gerade: :kopfhoerer:
Simon Beckett - Die ewigen Toten (ungekürzte Lesung)

Buecher4um
Hoerbuecher4um
Seifen4um
Petras SeifenKUNST
Benutzeravatar
Petra
Administrator
 
Beiträge: 14500
Registriert: Do 27. Mär 2008, 13:34

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Rachel » Mo 10. Okt 2011, 15:40

Hallo Petra,

schön zu hören, dass Du einen schönen Urlaub hattest, wenn auch schade, dass Du mit deiner Lektüre kein rechtes Glück hattest.

Petra hat geschrieben:Bei „Die Finkler-Frage“ fand ich die Art, wie die Geschichte erzählt wurde, etwas eigentümlich. Manchmal erschloss sich nicht direkt, wer oder was gemeint war, in einem Satz, und musste den Satz ein zweites Mal lesen. Das lag aber nicht daran, dass es solch eine komplizierte Sprache wäre. Ich finde, das hätte man auch anders gestalten können. Vor allen Dingen aber wurde ich mit Treslove nicht warm. Seine Besessenheiten wirkten mir zu überstrapaziert. Und ich fürchte, dass das auch nicht anders wird. Ich habe es erst mal zur Seite gelegt. Vielleicht bekommt es aber noch mal eine Chance. Ich habe gesehen, dass Doris in ihrer Wertung dem Buch eine 1 gegeben hat. Das motiviert mich wiederum. Und Rachel hatte es zunächst auch sehr gefallen. Bist Du inzwischen durch, Rachel? Kannst Du mehr dazu sagen? Die Themen des Romans interessieren mich durchaus. Und eigentlich fand ich auch von der Beschreibung her, dass sie geschickt aufgegriffen wurden. Einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus.


Schade, dass Du in "Die Finkler Frage" nicht so recht hinein gekommen bist, aber in so einem Fall ist es dann wohl wirklich besser das Buch abzubrechen. Ich persönlich kann mich Doris nur anschließen, mir hat das Buch auch abschließend sehr, sehr gut gefallen und wird definitiv eines meiner Jahreshighlights. Ein bisschen war ich ja selbst überrascht, wie gerne ich es gelesen habe, nachdem ich ja schon viel Negatives über das Buch gelesen hatte, aber doch, ich war begeistert. Doris Rezi kann ich eigentlich nichts mehr hinzufügen.

Was Du über den eigentümlichen Stil des Romans schreibst, habe ich überhaupt nicht so empfunden. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich irgendwann nicht wusste, wer oder was gemeint war, ganz im Gegenteil, ich fand das Buch sprachlich sehr ansprechend. Eventuell ist das ein Problem der deutschen Übersetzung?

Vielleicht hast Du ja wirklich den falschen Zeitpunkt für das Buch erwischt, auf der anderen Seite kann man, denke ich, nach 40 Seiten schon recht genau sagen, ob einem das Buch liegen wird, oder nicht. Und dass es ein Buch ist, das nicht jedem liegt, zeigen ja schon die vielen unterschiedlichen Meinungen dazu.

"Bonbontag" klingt interessant, hoffentlich hast Du damit mehr Glück.

Edit: Ich habe eben online in die deutsche Übersetzung der "Finkler-Frage" hineingelesen und zumindest die ersten Seiten lesen sich längst nicht so rund wie im Original. Teilweise erkennt man auch noch, wie der Satz im Original ausgesehen hat, nur dass das dann auf Deutsch eben nicht immer 1:1 genauso klappt... Mag sein, dass das nur daran liegt, dass ich eben die englische Fassung gewohnt bin, aber in meinen Augen liest sich die deutsche Übersetzung deutlich umständlicher, als das Original, vielleich lagen deine Schwierigkeiten mit dem Stil also daran.
Liebe Grüße,
Rachel

Aktuelles Buch: Ian Rankin: The Hanging Garden
Neil MacGregor: A History of the World in 100 Objects
Aktuelles Hörbuch: C. W. Ceram: Götter, Gräber und Gelehrte
Rachel
 
Beiträge: 1753
Registriert: So 6. Apr 2008, 11:15

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Di 11. Okt 2011, 08:26

Hallo Petra,

dein Urlaub klingt wirklich sehr schön, das freut mich! Die Mosel ist ja auch wirklich traumhaft schön.
Ich habe mir in diesem Urlaub auch überlegt, einfach mal ein paar Tage ganz allein zu verreisen, einfach mal ein paar Tage wirklich nur das tun, was ICH möchte und mich nicht nach anderen richten müssen.

Schade, dass die Urlaubslektüre nicht so gepasst hat, aber manchmal ist das einfach so, dass man keinen Einstieg findet. Ich hatte das Problem auch schon, dass ich mehrere Bücher angefangen habe, und keines hat mich angesprochen. Vielleicht war es einfach nicht der richtige Zeitpunkt für die Bücher oder überhaupt für das Lesen. Vielleicht hat es einfach nicht sollen sein.
Ich wünsche dir, dass du mit deinem neuen Buch nun mehr Glück hast!

Ja, mit Erbarmen hast du wirklich meinen Geschmack sehr gut getroffen :D.
Ich werde die anderen Bände auf jeden Fall beide lesen und bin schon mal gespannt, wie sie mir gefallen und ob ich den zweiten auch so schlimm finde.

Bei der geheimen Geschichte bin ich jetzt schon ein bisschen weiter und es hat mich auch schon gepackt, war also auch ein guter Tipp! Das Buch ist wirklich schön geschrieben und ich möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ich bin aber immer noch ziemlich am Anfang, gerade hat Richard von Julian die Mitteilung bekommen, dass er in seine Klasse aufgenommen wird.
Schön, dass das Buch im ersten Teil gut in den Herbst passt, denn der wird ja nun endlich kommen, unsere Lieblingsjahreszeit :)
Liebe Grüße,
Sabine

:lesen_und_nachdenken:
Buch:
Tess Gerritsen - Blutzeuge (Rizzoli & Isles, Band 12)
Stevens, Chevy - Ich beobachte dich

E-Book:
Celeste Ng - Kleine Feuer überall
Benutzeravatar
Bonny
 
Beiträge: 1118
Registriert: Mi 22. Jun 2011, 11:31
Wohnort: Rhein-Sieg-Kreis

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Di 11. Okt 2011, 09:32

Hallo Petra,

schön, dass du einen wundervollen Urlaub hattest und da macht es doch nicht wirklich was, wenn man nicht so recht in die Bücher reinkommt. Ich habe im Urlaub auch eher Schwierigkeiten, mich auf etwas umständlichere oder schwierigere Bücher einzulassen, da ist meine Konzentration eben nicht so hoch und die Ablenkungen dafür umso größer. Daher nehme ich in den Urlaub bevorzugt bewährte Autoren oder spannende Krimis mit. Ich wünsche dir aber bei Bonbontage viel Spaß ! Und Hercule Poirot ist natürlich sowieso super für den Herbst, da hat JMaria recht !
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
Benutzeravatar
steffi
 
Beiträge: 5280
Registriert: Mi 2. Apr 2008, 12:56

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Di 11. Okt 2011, 10:10

Bei mir ist es oft eher umgekehrt, ich komme im Urlaub mehr zum lesen als zu Hause. Ich habe im Urlaub einfach mehr Ruhe und Zeit, und mir gehen nicht so viele andere Dinge durch den Kopf. Ich kann mich da mehr auf die Lektüre einlassen, auch weil ich besser dranbleiben kann. Zu Hause sind es leider oft nur die paar Seiten, die ich vor dem Einschlafen noch schaffe...
Liebe Grüße,
Sabine

:lesen_und_nachdenken:
Buch:
Tess Gerritsen - Blutzeuge (Rizzoli & Isles, Band 12)
Stevens, Chevy - Ich beobachte dich

E-Book:
Celeste Ng - Kleine Feuer überall
Benutzeravatar
Bonny
 
Beiträge: 1118
Registriert: Mi 22. Jun 2011, 11:31
Wohnort: Rhein-Sieg-Kreis

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Di 11. Okt 2011, 15:00

Hallo zusammen,

mit “Bonbontag“ von Markus Nummi habe ich nun tatsächlich ein Buch ausgewählt, das mich dranbleiben lässt. Erst musste ich mich etwas einlesen, was aber sicher an mir liegt. Die letzten Tage kam so gar nichts recht an mich heran. Doch jetzt bin ich drin.

Erzählt werden verschiedene Geschichten. Mittelpunkt ist der neunjährige Tomi, der in seiner Fantasie Doc Kilmore ist, und eine Prinzessin zu retten hat. In Wahrheit ist Tomi ein vernachlässigter Junge, und die Prinzessin ist ein Mädchen aus der Nachbarschaft, das ihrerseits von ihrer Mutter auf eine andere Art vernachlässigt wird. Die Mutter hat die Trennung von ihrem Mann zu verarbeiten, und ihre Karriere nimmt ihre Zeit in Anspruch. Dass sie dem Kind nicht mehr gerecht werden kann, überfordert sie. Und so sperrt sie das Mädchen als Bestrafung für einen (in ihren Gedanken) begangenen Vertrauensbruch tagelang in ihrem Zimmer ein. Der soziale Dienst wird von Doc Kilmore über die Gefangenschaft des Mädchens benachrichtigt. Doch dieser nimmt den Hilferuf nicht ernst. Denn wer ist schon Doc Kilmore? Ganz sicher ein Kind. Es muss ein Scherz sein, und die Infos sind auch zu dürftig, um einer Spur nachgehen zu können.

Dann ist da noch Ari, ein Schriftsteller und Drehbuchautor, der nicht recht vom Fleck kommt. Er wird in die Geschichten hineingezogen, als er Tomi eines Tages an der Kasse eines Supermarkts begegnet, und ihm aushilft, weil er kein Geld für einen Schokoriegel hat. Und eine Sozialarbeiterin begleiten wir durch ihren Alltag. Da kristallisiert sich so langsam heraus, dass sie sich für das Wohl der Kinder einsetzt, und ihren Job auch sehr ernst nimmt. Doch ihre eigenen Kinder laufen nur so nebenher. Sie liebt ihren Job, und erfüllt ihre Pflicht an den Kindern. Aber ebenso oft vertröstet sie sie auch.

In den Kapiteln wechselt immer der Blickwinkel. Mal wird aus Tomis Sicht berichtet, mal aus dem Blickwinkel der überforderten Mutter. Mal folgen wir Ari, oder der Sozialarbeiterin. Sehr schön gelungen ist, wie sich innerhalb der einzelnen Kapitel die Leben der Figuren des Romans einander streifen. Auch den leisen, eher kühlen Ton des Romans finde ich angebracht. Sprachlich hätte es sicher noch etwas ausgefeilter sein können. Markus Nummi beschäftigt sich in „Bonbontag“ mit einem sozialkritischen Thema: Vernachlässigung von Kindern, aber auch Lieblosigkeit in der Gesellschaft.

Jetzt wo ich drin bin, freue ich mich sehr aufs weiterlesen.

Dann habe ich mich gestern auch endlich, nach unzähligen angefangenen Leseproben, endlich für ein neues ebook entschieden. Mir war noch mal nach einem Klassiker, habe ich festgestellt. Da jetzt die kühle Jahreszeit beginnt, ist der richtige Zeitpunkt, um mit “David Copperfield“ von Charles Dickens zu beginnen. Da das Buch 1.000 Seiten umfasst, und ich nur sporadisch mit dem Kindle lese, wird es einige Zeit in Anspruch nehmen. Das ist mir aber gerade recht. Denn ich möchte dieses Buch lange schon lesen, und unbedingt in der Winterzeit. Und dahin werde ich es garantiert mitnehmen. Auch freue ich mich, wenn ich dann in der Weihnachtszeit oder aber im Januar die BBC-Verfilmung sehen kann. Denn die hatte ich vor Jahren mal im TV gesehen, und war so begeistert. Leider aber hatte ich nur den ersten Teil aufgenommen, da ich nicht wusste, dass es einen zweiten gibt, da die Verfilmung sehr ausführlich ist. Das habe ich sehr bedauert! Nun ist genug Zeit verstrichen. Ich weiß nicht mehr viel von der Verfilmung, und habe nicht mehr das Gefühl, die Geschichte schon halb zu kennen. Ich freue mich aufs lesen, und habe gestern angefangen. Aber nur wenige Seiten. Besonders freut mich auch, dass diesem kostenlosen ebook die Übersetzung von Gustav Meyrink zugrunde liegt. Diese entspricht auch der Buchausgabe, die ich zu Hause habe, und ich würde darauf nicht verzichten wollen. Man sagt ihm nach, der beste Dickens-Übersetzer zu sein, und bisher mochte ich seine Übersetzungen sehr.

@Rachel: Ja, ich finde es auch sehr schade, dass ich in „Die Finkler-Frage“ nicht so recht hinein gekommen bin. Interessant, was Du bei Deinem Vergleich Original/Übersetzung festgestellt hast. Das könnte wirklich ein Grund sein, warum ich die Sprache manchmal unnötig kompliziert fand. Aber ich denke, ich werde dem Buch irgendwann noch mal eine zweite Chance geben. Denn ich hatte solch eine ungewöhnliche Urlaubswoche, dass ich auch irgendwie den Kopf nicht frei hatte. Denn auch auf dem Kindle hat mich ja nichts gelockt. Manchmal ist es sicher besser, ein Buch erst mal zur Seite zu legen. Bleibt nur noch, wie ich beim erneuten lesen mit Treslove zurecht komme. Seine Art ist natürlich wichtig, um den Roman überhaupt so aufbauen und die Fragen so anders angehen zu können. Ob es mir dann bei einem erneuten Versucht liegt, wird sich zeigen. Denn richtig: die vielen negativen Rezensionen zum Original zeigen auch, dass man das Buch unterschiedlich empfunden hat.

Auf jeden Fall habt Ihr – Doris und Du – mich ermuntert, das Buch noch mal zur Hand zu nehmen, wenn ich einen besseren Zeitpunkt erwische. Denn Doris’ Höchstwertung, und Deine Aussage, dass es eines Deiner Jahreshighlights ist, machen schon neugierig. Und falls es auch beim zweiten Anlauf nicht klappt, dann weiß ich, dass es mir nicht liegt.

Auf „Bonbontag“ wurde ich auch wieder durch Doris aufmerksam. ;-)

@Bonny: Schön, dass Du in “Die geheime Geschichte” so gut reingekommen bist. Da es ja sehr dünne Seiten sind, bist Du ja doch schon relativ weit gekommen, in dem dicken Buch. Ja, Donna Tartts Beschreibungen der Umgebung sind so atmosphärisch, dass auch der Herbst (und später Winter) so richtig schön auf mich übergriff. Genau richtig also für unsere Lieblingsjahreszeit – genau! :D

Weißt Du, was ich lustig fand? Dass die Zwillinge Camilla und Charles heißen. Als Donna Tartt das Buch schrieb, konnte sie ja nicht wissen, dass Prinz Charles seine Camilla mal ehelichen würde. :mrgreen:

Mein Urlaub war wirklich sehr schön, bzw. auch vor allen Dingen ungewöhnlich erholsam! Ich zehre noch davon, und kann mir gut vorstellen, dass die gesammelte Kraft erst mal anhält. Ich hatte das auch nötig. Gut, dass ich es so gut angetroffen habe, an der Mosel. War wirklich herrlich! Und so viel schöne Natur. Verreis ruhig mal alleine. Ich weiß, was Du meinst. Das ist manchmal sehr Kraft spendend. Da ich nicht so gern mit auf Familienbesuch gehe, wenn mein Freund in seine Heimat reist, da ich die Sprache kaum verstehe, und die sich so viel zu erzählen haben, da sie sich so lange nicht gesehen haben (und die Familie ist riesengroß), bietet sich so manche Zeit dafür an. So braucht er kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mich nicht mit unterhalten kann. Und ich habe eine erholsame Zeit für mich, und kann mich dann auch mal ganz um mich kümmern. :-)

@Steffi @Bonny: Ja Steffi, geht mir auch im Urlaub immer so. Ich komme kaum zum lesen, bzw. raffe mich dazu nicht so gerne auf. Dabei liebe ich das im Alltag doch so. Aber irgendwie ist das auch mal gut. So kann man sich mal ganz anderen Dingen zuwenden. Eigentlich hätte ich es wissen müssen, da es mir bei Heim-Urlauben auch nicht anders geht. Warum sollte es anders sein, wenn ich verreise. Einen Krimi hatte ich ja auch bei. Der zündete aber auch nicht. Und auf dem Kindle habe ich auch ganz viele Leseproben zu Krimis gelesen, die mich eigentlich sehr interessieren. Aber nichts konnte mich locken. Alles ermüdete mich direkt. Ich hätte es einfach sein lassen sollen. ;-)

Und noch besser wäre gewesen, wenn ich die Bücher auch nicht mitgeschleppt hätte. Denn meinen Koffer habe ich alleine schon gar nicht die Treppen rauf und runter bekommen. Geschweige denn ins Gepäcknetz. Aber ich habe überall Hilfe bekommen, und so haben sich sehr schöne Gespräche ergeben, die die Fahrten noch verschönt haben. Wozu Bücher alles gut sind! :mrgreen:

Aber richtig, wenigstens „Nana“ habe ich zu Ende lesen können. Das ging dann wiederum erstaunlich gut. Aber wahrscheinlich, weil ich da schon mitten drin war.

Bonny, dass es Dir im Urlaub so ganz anders geht, kann ich aber auch verstehen. Eigentlich ist es ja auch so, dass man im Urlaub mehr Zeit und Ruhe hat, und den Kopf frei. Bei mir ist es erstaunlicher Weise andersherum: Ich kann am besten das Lesen in meinen Alltag integrieren. Irgendwie ist mein Kopf dann im Training. Im Urlaub knipst der sich irgendwie aus.

Mich hat auch sehr gefreut, dass Du an der Ostsee doch noch so viel zum lesen gekommen bist. Denn wenn Du schon schöne freie Zeit hast, und sie nun nicht hättest nutzen können zum lesen, dann wäre es schade, wo Dir im Alltag die Lesezeit ja oft fehlt.
Liebe Grüße,
Petra


Ich lese gerade: :lesen:
Ina Bhatter - Drei Tage im Schnee (HC)
- (ebook)

Ich höre gerade: :kopfhoerer:
Simon Beckett - Die ewigen Toten (ungekürzte Lesung)

Buecher4um
Hoerbuecher4um
Seifen4um
Petras SeifenKUNST
Benutzeravatar
Petra
Administrator
 
Beiträge: 14500
Registriert: Do 27. Mär 2008, 13:34

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Di 11. Okt 2011, 15:26

Petra hat geschrieben:Weißt Du, was ich lustig fand? Dass die Zwillinge Camilla und Charles heißen. Als Donna Tartt das Buch schrieb, konnte sie ja nicht wissen, dass Prinz Charles seine Camilla mal ehelichen würde.


DAS ist mir auch sofort aufgefallen, hihi ;)

Das mit dem Alleine-Verreisen werde ich sicher mal machen, einfach auch, um mal zu sehen, wie das so ist und wie ich mit mir ganz allein so klarkomme. Im Moment stelle ich mir das sehr entspannend vor, aber wer weiß, wie es mir dann wirklich geht, vielleicht vermisse ich meinen Mann ja auch schon nach einem Tag ganz furchtbar und halte es gar nicht aus... ich hab's halt noch nie gemacht.

Das passte ja bei dir und deinem Freund gut, wenn du ohnehin nicht so gern mit zum Familientreffen wolltest. So war es für euch beide entspannter, und ihr habt euch hinterher gefreut, euch wiederzusehen :)
Liebe Grüße,
Sabine

:lesen_und_nachdenken:
Buch:
Tess Gerritsen - Blutzeuge (Rizzoli & Isles, Band 12)
Stevens, Chevy - Ich beobachte dich

E-Book:
Celeste Ng - Kleine Feuer überall
Benutzeravatar
Bonny
 
Beiträge: 1118
Registriert: Mi 22. Jun 2011, 11:31
Wohnort: Rhein-Sieg-Kreis

Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 12. Okt 2011, 10:13

Petra hat geschrieben: Wie Dir Arno Surminskis „Amanda oder Ein amerikanischer Frühling“ gefällt, darauf bin ich gespannt. Das Buch sagte mir nichts, aber die Inhaltsbeschreibung klingt reizvoll.


Hallo Petra,

der Roman handelt vom Aufbruch, aber auch vom Abschiednehmen, nämlich wenn jung und alt zusammen eine Reise unternehmen. Die Geschichte zeigt, dass ein alter Mensch einem jungen sehr viel zu geben hat. Charmant erzählt, Humor gepaart mit Melancholie. Mir hat es gut gefallen. :-)
Schöne Grüße, Maria
Aktuell:

250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann (24. Jan.)
100. Geburtstag Siegfried Lenz (17. März)
100. Geburtstag Ingeborg Bachmann (25. Juni)
100. Todestag von Rainer Maria Rilke (29.Dez.)


Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden ( Tacitus )
Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang v. Goethe)
Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe (Rainer Maria Rilke)
JMaria
Moderator
 
Beiträge: 16899
Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07

VorherigeNächste

Zurück zu Diskussionsforum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 40 Gäste