Hallo zusammen,
zum Glück habe ich
„Die Wolfsgrube“ von Szilárd Rubin inzwischen beendet. Das Buch hat mir nicht gefallen. Es ist gleichzeitig zu viel und zu wenig in der Geschichte enthalten. Tarnungen, Enttarnungen, Doppelgänger, Agenten, Abwehragenten. Alle auf so engem Raum. Dann noch persönliche Motive, ein Mord, der hier als logisch verkauft werden soll, aber so viele Eventualitäten unberücksichtigt bleiben, und zudem ein großes Wirrwarr um den Ablauf, dass ich weder folgen konnte noch wollte (ich bin gedanklich ab einem gewissen Punkt ausgestiegen, und habe nicht mehr hinterfragt, was ich da las). Und der Ermittler (ein Agent der Spionageabwehr) sinniert über die Gründe, wie er dem Täter auf die Schliche kam vor sich hin, damit der Leser auf dem Weg darüber aufgeklärt würde, anstatt diese Erkenntnisse durch die Handlung zu vermitteln. Nein, das war wirklich nichts. Die Figuren wirkten auf mich absolut unglaubwürdig und die Handlung vollständig abstrus. Und die Aussage, die hinter diesem Roman stecken soll, nämlich dass der Mensch den Menschen stets ein Wolf ist, war gerade mal zu erahnen. Dabei hätte das solch einen schönen Stoff abgegeben: 70er Jahre, eiserner Vorhang, Agent (Doppelgänger), ein Mord, jeder misstraut jedem (in der Zeit war das sicher oft so). Aber das Potential blieb ungenutzt. Damit erklärt sich das
Zuviel in dem Roman. Das
Zuwenig fand sich in den Figuren, die eindimensional blieben, sowie in der Ausarbeitung des Motivs und des ganzen Falles, die einfach nur oberflächlich war.
Sehr schade! Von dem Buch hatte mich mir deutlich mehr versprochen, und zum Ende hin hat es mich nahezu genervt.
Ich habe das Buch bei Amazon eingetauscht. Wie mir scheint, gerade noch rechtzeitig, denn ich hatte dafür noch knapp 5 € bekommen, während es jetzt bei 2,55 € liegt. So bin ich es wenigstens los, und kann mir was anderes schönes dafür kaufen.
Eure Reisewünsche Ihr Lieben, vielen Dank für Eure lieben gute Reise-Wünsche für mich. In Österreich war es traumhaft schön! Berge, Schnee, Wellness, gutes Essen und schöne Gespräche. Herrlich!

Zum Glück bin ich da nicht viel zum lesen gekommen, denn das Buch hätte mich wirklich enttäuscht. Hat es auch so, aber im Urlaub ärgert einen das ja noch mal mehr.
@Maria: Auf „1913. Der Sommer des Jahrhunderts“ hast Du mich sehr neugierig gemacht. Ich glaube, das Buch muss ich mir näher ansehen – oder auch das Hörbuch, das eh schon auf meiner Wunschliste weilt. Soviel hatte ich mir davon gar nicht versprochen, wie es anscheinend geben kann. Ganz lieben Dank für die Eindrücke, die Du uns durch Deinen Bericht vermittelt hast.
Und „The Titanic Murders“ von Max Allan Collins scheint auch sehr interessant gewesen zu sein. Schade, dass es keine deutsche Übersetzung gibt.
Deine aktuelle Lektüre begeistert mich ebenfalls, da ich von Joyce Carol Oates auch gern mal was lesen möchte. Ich bin gespannt, welche Eindrücke Du bei „Niagara“ noch sammelst. Bei mir kommen in die engere Auswahl „Geheimnisse“, „Blond“ und „Du fehlst“.
@Steffi: Dass Dir „Der Besucher“ so gut gefallen hat, höre ich gern, denn Du hast mich darauf neugierig gemacht, und so freut mich natürlich, dass es bis zum Ende hin überzeugen kann. Dass das Ende in der Tradition der englischen Gothic-Romane stimmig ist, reicht mir dann vielleicht auch. Gut, dass Du es erwähnst, dass es Dir zwar nicht ganz gefallen hat, es aber durchaus zum Genre passend ist.
Von Halldor Laxness möchte ich auch gern mal was lesen. Auch ich bin gespannt auf Deine Eindrücke zu „Die Islandglocke“, und auch darauf, wie notwendig es ist, mit den Island-Sagas vertraut zu sein.
@Shaftoe: Auf „Mein Name ist Legion“ hast Du mich wirklich neugierig gemacht. Ich habe reingelesen, und der eigenwillige Stil verunsichert mich, ob es mir auf die lange Strecke gefallen würde. Aber ich denke, ich würde das gern mal versuchen, denn es ist neben der Eigenwilligkeit auch sehr reizvoll!
@Bonny: Schön, dass Du Dich noch weiter in den Shetland-Zyklus von Ann Cleeves vertiefen willst. Dann war es ja ein gelungenes Lesevergnügen. Deinen Bericht habe ich genossen.
@Manuela: "Das Leben kleben" klingt interessant. Wenn es gut gemacht ist, mag ich den humorigen Kontrast zu einem ernsten Thema.
@DorisV: Toll, was Du über die Tony Bennett-Biografie schreibst, und über ihn als auch im hohen Alter noch so neugierigen Menschen.
Und aus dem Buch über die Stadtbahnbögen in Wien ein Fotoprojekt für Dich zu machen, finde ich eine reizvolle Idee!
@Didonia: Von Adalbert Stifters „Bergkristall“ habe ich mal die Lesung von Erich Ponto gehört, die mir sehr gut gefallen hat. Ich zitiere hier mal aus meiner
Rezension von damals:
„So ist Erich Pontos Stimme ruhig, friedlich und warm wie eine verschneite Winterlandschaft aus der warmen Stube heraus betrachtet, aufgewühlt und rau wie ein Schneesturm, feierlich, festlich wie das Fest der Weihnacht. Er erfasst somit die Schönheit und Dramatik Adalbert Stifters Geschichte, als auch die von Stifter verwendete Symbolik, die den ursprünglichen Sinn der Weihnacht ins Gedächtnis rufen will.“