Hallo zusammen,
nach anfänglicher Skepsis, ob ich den richtigen Lesezeitpunkt für
“Tod in den Anden“ erwischt habe, bin ich nun ganz gefangen in Llosas Welt voller Rätselhaftigkeiten, Gewalt und Angst inmitten der Naturgewalten (Berge, Witterung). Ein tolles Buch, und ein toller Schriftsteller, von dem verdienter Maßen noch weitere Bücher in meinem SUB liegen. Ich komme auch besser voran als ich gedacht habe. Dreiviertel sind nun fast gelesen. Ich werde abschließend dann noch mal im Mario Vargas Llosa-Thread berichten, sobald ich durch bin.
@Steffi: Du liest
“Ausnahme“ von Christian Jungersen, das begeistert mich sehr. Und auch Deine Eindrücke, die Du schilderst. Denn sie decken sich mit den meinen. Ich denke noch sehr oft an das Buch zurück. Noch nie habe ich das Thema Mobbing eindrücklicher und realistischer geschildert vorgefunden als hier. Man versteht durch die wechselnden Blickwinkel sehr gut wie so etwas zustande kommt, und sich das fast von selbst hochschaukelt. Ich fand das hochinteressant. Und da diese Frauen im Institut für Genozide arbeiten, vermischt sich das Thema Mobbing auf eine sehr anschauliche Weise mit dem Thema Genozid. Wie ähnlich sich beides ist, wird dadurch wunderbar herausgearbeitet. Der Völkermord (Ausgrenzung und Verfolgung einer Gruppe) spiegelt sich in der Ausgrenzung einer einzelnen Person. Hochgradig interessante Thematik absolut überzeugend dargestellt.
Berichte bitte unbedingt weiter. Es ist toll auf dem Weg das Buch noch mal Revue passieren zu lassen. Mich hatte das Buch damals auf mein Buchprojekt Nationalsozialismus gebracht. Denn ich war dadurch plötzlich sehr interessiert daran, wie es damals zur Judenverfolgung in Deutschland kommen konnte. Ich las somit im Anschluss an „Ausnahme“ die Autobiografie von Marcel Reich-Ranicki, die ja vor allem über seine Zeit im Warschauer Ghetto erzählt. Und kurz darauf las ich mit Euch zusammen „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada. Eine sehr intensive Lesezeit war das für mich.
Ich habe mich auch noch mal nach dem Thema „Mobbing“ in der Literatur umgesehen, aber nicht allzu viel gefunden. Am ehesten könnte mich „Mobbing“ von Annette Pehnt. Aber vielleicht hat hier ja jemand einen Tipp für mich.
Mit „Ausnahme“ hast Du Dir ein tolles Buch ausgesucht, und es freut mich sehr, dass es für Dich die Tendenz zum Top 2013-Buch hat.
@Bonny: Ich bin gespannt, ob
“Der Besucher“ von Sarah Waters noch an Spannung zulegt. Bist Du inzwischen etwas weiter gekommen? Ich kann mir vorstellen, dass der Spannungsaufbau eher langsam passiert. Ich freue mich auf Deinen weiteren Bericht.
@Didonia und Luna: Ihr hattet dieselbe Lektüre wie ich sehe, beide Rosenzauber von Nora Roberts.

Didonia, ich denke schon, dass es normal ist, wenn man mal ein kleines Foren-Tief hat. Am besten ist es bei Tiefs jeglicher Art sich zu nichts zu zwingen. Die Lust kommt meist von ganz alleine wieder. Schön aber, dass Du hin und wieder reinschaust.
Ganz begeistert bin ich darüber, dass Du gerade mit dem Buch
“Der wiedergefundene Freund“ von Fred Uhlman begonnen hast. Für mich ein unvergessliches Buch, was ich während des Lesens gar nicht gedacht hätte. Aber wenn man den letzten Satz (bloß nicht vorblättern!) gelesen hat, durchdenkt man noch mal das ganze Buch. Mich hat das sehr berührt. Meine Faszination habe ich damals in dieser
Rezension festgehalten.
@Manuela: Das mit Deiner Hündin tut mir auch von Herzen leid. Ich weiß wie es ist, wenn man einen kleinen lieben Kameraden einschläfern lassen muss. Der einzige Trost ist, dass man das Tier erlöst hat, an einem Zeitpunkt, da es sich nur noch gequält hätte, und man dabei war und Beistand leisten konnte. Und irgendwann dann die schönen Erinnerungen, wenn die erste große Traurigkeit ein wenig weicht.
Lenk Dich so gut es geht ab!
@Sandra: Schade, dass Du einige Lese-Enttäuschungen hattest. Umso besser aber, dass Boris Johnson Dich mit seinen schrägen Typen ein wenig entschädigen konnte. Klingt in der Tat amüsant.
@DorisV: Über den österreichischen Humor hatte ich letztens eine Unterhaltung mit meiner Freundin, als wir ein paar Tage in St. Johann unseren Wellness-Urlaub gemacht haben. Sie erzählte mir, dass sie mit ihrem Bruder mal im Kabarett war, wo 3 österreichische Kabarettisten aufgetreten sind. Sie konnten mit dem Humor nichts anfangen, und fragen sich seither ob es an der Auswahl der Kabarettisten lag, oder an dem ungewohnten Humor. Das Buch von Georg Markus könnte ich ihr ja mal empfehlen.
