Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Fr 16. Aug 2013, 16:05

Petra hat geschrieben:Ich sehe in Deiner Signatur, dass Du jetzt „Die Spiegelbeichte“ liest. Ich bin sehr gespannt auf Deine Eindrücke. Das Buch könnte interessant sein.


Die Spiegelbeichte von Horacio Castellanos Moya ist wirklich ein außergewöhnliches Buch. In El Salvador ist eine High-Society-Lady ermordet worden und ihre beste Freundin spricht mit einer Nina darüber. Die ersten zwei Kapitel sind somit komplett in direkter Rede und zwar nur einseitig, also wie ein Monolog, man kann erahnen, dass das erste Kapitel am Telefon sattfindet ist, das zweite ist während der Beerdigung. Nachdem zuerst die Persönlichkeit der verstorbenen Olga María durchgehechelt wird, samt etlichen Seitensprüngen, geht es nun auch um die Männer. Und man ahnt schon, dass es auch um Politik und Macht gehen könnte. Wie ich gehofft hatte, erfährt man so auch einiges über El Salvador und die Lebensverhältnisse dort. Gefällt mir bisher sehr gut !
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Sa 17. Aug 2013, 10:28

Hallo zusammen,

Steffi, Du hast mich so neugierig auf "Die Spiegelbeichte" gemacht, dass ich mir gerade eines der wenigen noch erhältlichen neuwertigen Exemplare bei Amazon Marketplace bestellt habe.

Der innere Monolog soll wohl das ganze Buch hindurch der Erzählstil sein. Ich finde das interessant. Und was Du über die Handlung schreibst, klingt ebenfalls interessant. Da es Dir bislang so gut gefällt, konnte ich nun nicht mehr widerstehen, und bin weiterhin neugierig auf Deinen Bericht.

Didonia, ok, dann sind die Rothschildallee-Romane von Stefanie Zweig wohl nicht aus dem Leben der Familie von Stefanie Zweig. Ich dachte, sie hätte darin vielleicht die Geschichte der vorherigen Generationen (ihre Groß- und Urgroßeltern) erzählt. Aber wahrscheinlich sind diese Romane frei erfunden.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Manuela » Sa 17. Aug 2013, 17:55

Nachdem ich gestern Pandablues von Britta Sabbag beendet habe und heute Beutegier von Jack Ketchum bin ich etwas ratlos was ich als nächstes lesen möchte. Aber ich denke die Beute-Fortsetzung von Jack Ketchum könnte es werden.
Was tun die Personen in einem Buch, wenn es gerade niemand liest?
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » So 18. Aug 2013, 20:56

Den ersten Teil von der Rothschildallee habe ich ausgelesen. Während es ja anfangs nur so dahinplätscherte, wurde es mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs doch interessanter.

Richtig lebhaft, es sind die 20er-Jahre, beginnt der zweite Teil, Die Kinder der Rothschildallee.
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Sandra » Mo 19. Aug 2013, 14:51

Hallo,

@Petra, Die Stunde des Mörders könnte was für mich sein. Ich suche grad Lesematerial für den Urlaub zusammen und hab das mal mit auf meine Liste gesetzt!

@Steffi, freut mich dass dir Ashenden gefallen hat! Ja dieses leicht Naive und Indignierte hat mich auch immer amüsiert.

lg
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mo 19. Aug 2013, 16:46

Hallo Sandra,

die Krimis von Stuart MacBride sind klasse! Vielleicht holst Du Dir für den Urlaub aber auch erst den ersten Band ("Die dunklen Wasser von Aberdeen"), da lernst Du die Figuren kennen, die auch in Band 2 agieren.

Ich amüsiere mich königlich über die Typen, und lese gerade mit dem größten Vergnügen! :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Sandra » Mo 19. Aug 2013, 19:44

Petra hat geschrieben:Vielleicht holst Du Dir für den Urlaub aber auch erst den ersten Band ("Die dunklen Wasser von Aberdeen"), da lernst Du die Figuren kennen, die auch in Band 2 agieren.


Ein guter Tipp! Danke!
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Sandra » Mo 19. Aug 2013, 19:47

Sandra hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:Vielleicht holst Du Dir für den Urlaub aber auch erst den ersten Band ("Die dunklen Wasser von Aberdeen"), da lernst Du die Figuren kennen, die auch in Band 2 agieren.


Ein guter Tipp! Danke![/qu

Nachtrag: uaaaah. ich les grad, dass es da um tote Kinder geht. :shock: Das kann ich nicht mehr so gut ab, seit Raphael auf der Welt ist. Da bin ich wirklich hochsensibel geworden. Da muss ich vorerst die Finger von lassen...

lg
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Di 20. Aug 2013, 08:19

Die Spiegelbeichte von Horacio Castellanos Moya habe ich beendet. Der Stil hat mir sehr gefallen, auch, dass alles nur von einer Person reflektiert wird. Man erfährt einiges über die Gesellschaft, in der für die Frauen eher Langeweile vorherrscht, während die Männer sich in Machtspielchen üben. Am etwas überraschenden Ende versteht man dann auch den Titel. Das Buch lebt aber hauptsächlich nicht von der Geschichte/Krimihandlung sondern vom Stil und der Protagonistin, das ist raffiniert gemacht.
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mi 21. Aug 2013, 22:20

Stefanie Zweigs Eltern sind vor den Nazis nach Kenia geflüchtet. Als sie 1947 zurückkamen, zog die Familie in eben diese Rothschildallee Nr. 9 ein. Und nachdem St. Zweig nun schon über ihre eigene Familie geschrieben hat, hat sie der Geschichte dieses Hauses nachgeforscht und wollte mal über andere Menschen schreiben.

Es ist der 27. Januar 1900, "Kaisers Geburtstag", und wir lernen einen glücklichen jüdischen Kaufmann Johann Isidor Sternberg und seine Familie kennen. Die Familie lebt in Frankfurt, in der Rothschildallee.
Anfangs zieht sich die Geschichte. Aber Stefanie Zweig hat so einen tollen Schreibstil, dass mich das gar nicht stört. Ganz in Ruhe kann ich die Familienmitglieder kennenlernen. Den Kaufmann Johann Isidor Sternberg, dem seine Geschäfte so gut laufen, dass er sich zwei Häuser kaufen kann. Seine Frau Betsy, die ihm treu zur Seite steht und von der er denkt, dass sie nicht alles mitbekommt. Und dann die Töchter, die ihm das Geld aus der Tasche ziehen, und die Söhne, von denen einer zum Militär und der andere Künstler werden will.
Doch dann kommt der 28. Juni 1914. Die Familie ist zur Kur in Baden-Baden. Der Hotelier berichtet seinen Gästen, dass der Erzherzog Franz Ferdinand und Sophie Gräfin Chotek, Herzogin von Hohenberg, in Sarajewo erschossen wurden.
Als am 1. August 1914 der Erste Weltkrieg beginnt, muss Sohn Otto zum Militär. Und im November desselben Jahres bekommt die Familie Nachricht, dass er im Oktober bei Ypern gefallen ist.
Und so geht das Leben weiter. Vater Isidor genehmigt sich einen Seitensprung. Und so bekommt er im Abstand von nur drei Wochen zwei Töchter, denn auch seine Frau Betsy war schwanger.

Johann Isidor hatte besessen den uralten Traum der Juden in Deutschland geträumt, sie würden eines Tages von ihren nichtjüdischen Mitbürgern als Gleiche unter Gleichen akzeptiert werden. Des Kaisers Wort zu Kriegsbeginn "Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche" hatte diesen Besessenen in einen Rausch versetzt. Nach einem solchen Satz, wie ihn Kaiser Wilhelm II. vom Balkon seines Berliner Stadtschlosses gerufen hatte, hatte das Herz der deutschen Juden seit den Anfängen der Aufklärung gehungert.


Umso schwerer traf es ihn, dass im Oktober 1916 angeordnet wurde, den Anteil der Juden an den deutschen Streitkräften zu berechnen. Er begriff, dass er einer Illusion aufgesessen war.
Und während man im August 1914 noch dachte, der Krieg sei Weihnachten zu Ende, werden auch bei den wohlhabenden Sternbergs 1916/17 die Lebensmittel knapp.
Im April erfährt Johann Isidor Sternberg, dass die Mutter seiner unehelichen Tochter Anna gestorben ist. Der Mann, mit dem sie verheiratet war, kann sich nicht um das Kind kümmern, da er damit rechnet, jeden Augenblick zum Wehrdienst eingezogen zu werden. So holt Johann Isidor seine Tochter zu sich.
"Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."

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