Ich hatte mich sehr gefreut, dass mit "Abendlied" ein neuer Roman von Stewart O'Nan erscheint, in dem es wieder um Figuren aus "Abschied von Chautauqua", "Emily, allein" und "Henry persönlich" geht. Emily, aber auch Arlene (Emilys Schwägerin). Besonders auf Arlene freue ich mich, da ich mir schon länger gewünscht habe, dass Stewart O'Nan mal einen Roman aus ihrer Perspektive schreibt. Hier geht mein Wunsch zum Teil in Erfüllung. Sie ist eine von vier Frauenfiguren, die im Zentrum dieses Romans stehen. Neben den beiden lernt man zwei neue Figuren kennen, Kitzi und Susie. Sie vereint ein Club, den sie gegründet haben, um im Alter füreinander einzustehen. So kümmern sich die Frauen des Clubs gegenseitig umeinander, wenn sie Hilfe benötigen. Und da ist einiges zu tun im hohen Alter. Medikamente abholen, Krankenhausbesuche, Beerdigungen organisieren. Wie immer beleuchtet Stewart O'Nan das Alltägliche. Und das ist wie immer ein Genuss. Er kann das einfach unglaublich gut. Ich hatte einen kleinen Moment gebraucht, um reinzukommen. Aber nach zwei Kapiteln war ich drin, und erfreue mich an der Zeit, die ich mit den Figuren verbringen darf. Pittsburgh ist wieder der Ort der Handlung. Auch über die Stadt findet O'Nan genaue Beschreibungen. Ich freue mich sehr auf die Lesezeit mit diesem Roman!
Abends greife ich ja gerne zum ebook. Im vergangenen Jahr habe ich das nahezu überhaupt nicht mehr geschafft. Mein Vorhaben, das möglichst wieder aufzunehmen, beginne ich gerade umzusetzen. Ich lese "Ein frommer Mörder" von Liam McIlvanney, Sohn von William McIlvanney, der mit seiner Laidlaw-Reihe Bekanntheit erlangte, und vom Guardian damals als Godfather of tartan noir bezeichnet wurde, und zu dessen Ehren seit 2012 der McIlvanney Prize verliehen wird. Liam McIlvanney wurde für "Ein frommer Mörder" ("The Quaker") mit diesem Preis ausgezeichnet.
"Ein frommer Mörder" spielt im Jahr 1969 in Glasgow. Ein Serienkiller hält die Stadt in Atem, und durch falsche Hinweise verlaufen die Ermittlungen ins Leere. Deshalb zieht man den Ermittler DI McCormack hinzu, der die Ermittlungen in geordnete Bahnen lenken soll. Dies stößt bei den Glasgower Polizeibeamten auf wenig Zustimmung. Doch McCormack lässt nicht locker.
Bisher folge ich der Handlung mit viel Interesse. Die Atmosphäre kommt dicht rüber. Und ich freue mich jeden Abend aufs Weiterlesen. Das macht Mut, dass ich meine abendliche Lesezeit wieder in meinen Alltag besser integrieren kann.


