Hallo Didonia,
schöne Frage. Mich interessiert es auch, ob es da Vorlieben gibt und wenn ja welche.
Diogenes Bücher mag ich auch immer sehr gern! Aber mir reicht da die Sammlung der Autoren, von denen ich alles haben möchte. So habe ich zwangsläufig eine sehr lange Reihe an Patricia Highsmith-Bänden (die Neuübersetzungen), eine ebenfalls schon lange, aber noch nicht vollständige Reihe von Dick Francis-Büchern. Eine beachtliche Sammlung an Non-Maigrets von Georges Simenon. Fast alles von Leon de Winter. Und von Ian McEwan ebenfalls eine Menge. Donna Leon sammelte ich auch - doch inzwischen nicht mehr, da mir die Bände ab Nr. 13 nicht mehr gefallen haben. Ich denke, ich werde nur die aufheben, die mir gefallen haben, und für mich an der Stelle die Reihe abschließen. Ich habe dann noch ein oder zwei Bände, die ich loswerden will. Neue kommen nicht mehr hinzu.
Angetan hatte es mir ebenfalls die Dumont Krimi-Bibliothek. Vollständig habe ich da die Boston-Serie von Charlotte MacLeod. Die Balaclava-Reihe habe ich in zwei Sammelbänden von einem anderen Verlag. Von der Dumont Krimi-Bibliothek habe ich noch vereinzelt andere Krimis. Ich finde die Ausgaben total toll! Aber leider gibt es die Dumont Krimi-Bibliothek ja nicht mehr. So würde hier einer möglichen Sammlung der Gar ausgemacht.
Die Insel-Bücherei hat auch wunderschöne Büchlein, da gebe ich Dir recht, Didonia! Ich habe von der Insel-Bücherei die Nr. 998 -
"Das Kopfkissenbuch der Dame Sei Shonagon"Auch freue ich mich, wenn wieder neue Agatha Christie-Sonderausgaben der kleinen schwarzen Büchlein von Fischer herauskommen. Aber auch da geht es mir nicht um Vollständigkeit, sondern nur um die Bände, die ich noch nicht kenne, und nicht lieber hören anstatt lesen möchte.
Aber sammeln oder extra nach Verlag Bücher auswählen, würde ich meine Bücher nicht.
Mir ist am wichtigsten, eine möglichst gute Ausgabe zu haben. Bei Klassikern kommt noch die Übersetzung hinzu, da es ja meist mehrere zur Auswahl gibt. Das würde mir schnell jede Sammlung zerstören oder mich in meiner Auswahl zu sehr einschränken. Deshalb bin ich froh, dass ich von solchen Sammlungen weitestgehend abgerückt bin.
So habe ich z. B. von Emiliy Bronte die dtv-TB-Ausgabe gekauft, da ihr eine sehr gute Übersetzung zugrunde liegen soll. Die Übersetzung der Manesse-Ausgabe gefiel mir im Vergleich nicht so gut. Schade, denn natürlich hätte mein Sammlerherz lieber die Manesse-Ausgabe gehabt. Aber da haben die sachlichen Werte gesiegt. Hingegen "Jane Eyre" soll im Manesse Verlag sehr gut übersetzt sein, deshalb fiel bei dem Buch meine Wahl auf diese Ausgabe.
Da freut es einen dann schon, wenn ein Verlag alle Bände solcher Autoren in wirklich guter Übersetzung herausbringt. Fast ging es mir so mit Jane Austen. Die Übersetzungen von Christian und Ursula Grawe liegen mir sehr! Und so kaufte ich mir die Bände von Reclam ganz schnell zusammen. Leider haben die aber nicht alle Austens herausgegeben, so dass ich mir die anderen Bände von anderen Verlagen hinzugekauft habe. Das macht mir aber nichts aus. Außer dass ich hier bedauere, dass ich in den Fällen nicht die tolle Grawe-Übersetzung haben kann, tut mir daran nichts wirklich leid. Es wäre schöner, eine einheitliche Reclam-Sammlung hierzu zu haben. Aber so ist es auch ok. Zum Glück. Früher hätte mir das Herz geblutet.
Mit Charles Dickens geht es mir genauso. Die beste Übersetzung soll die von Gustav Meyrink sein. Zweitausendeins gab einen Schuber mit vielen Dickens-Romanen in der Meyrink-Übersetzung heraus. Wunderbar! Aber auch das konnte keine vollständige Sammlung werden, da einige Romane fehlen. Die habe ich mir dann von anderen Verlagen hinzugestellt. Auch hier: Schade, aber nicht schlimm.
Somit ist mir die einzelne Ausgabe lieber und eine komplette Sammlung von einem Verlag kommt eher nicht zustande bei mir. Manchmal, weil sie nicht vollständig einen Autor herausbringen, oder aber nicht immer in guten Übersetzungen. Und von einem Verlag alles sammeln, nur weil es von dem Verlag ist, geht mir auch zu weit. Wenn ich auch finde, dass z. B. die Dumont Krimi-Bibliothek ein guter Anwärter dafür ist, besonders wenn man, wie Trixie, Krimi-Klassiker liebt.
Ich bin ausgesprochen gespannt auf eventuelle Sammlungen, von bestimmten Verlagen.

PS: Was auf mich aber auf jeden Fall zutrifft, ist, dass ich auf die Neuerscheinungen mancher Verlage ein besonderes Augenmerk richte. Aber auch hier hat die inhaltliche Qualität Vorrang. Rein wegen der Optik und äußeren Qualität nicht.
Edit: Inzwischen mag ich meine ganz persönliche Sammlung sogar sehr! Früher fand ich es schon schmerzlich, wenn ein Verlag seine Gestaltung einer Reihe änderte. Von TB auf HC-Ausgaben innerhalb einer Serie umstieg, die Covergestaltung veränderte, etc.. Das stört mich heute bei Weitem nicht mehr so. Zwar hätte auch ich gern einiges einheitlich, und mag solche Brüche nicht. Aber ich bemerke sie im Regal kaum noch. Da darf der Franzen "Die Korrekturen" in kleinformatiger Sonderausgabe neben dem imposanten HC von "Freiheit" stehen, ohne dass es mir komisch vorkommt, obwohl es das bei näherer Betrachtung ist. Es freut mich, dass mich das sehr frei gemacht hat. Früher war ich eindeutig da eingeschränkter, durch die Optik oder bestimmte Verlage, die es möglichst sein sollten. Manchmal entscheidet auch das Cover, so dass ich mir von einem Autor gern auch mal ein Buch von diesem Verlag, und ein anderes von jenem hole, falls das Buch im Laufe der Zeit mehrfach verlegt wurde. Oder das Schriftbild kann eine Rolle spielen.