Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Doris » Di 20. Sep 2011, 15:06

Liebe Petra,

wow, das hört sich ja gut an und wenn das Buch letztendlich auf 9 Punkte aufgewertet werden konnte, dann hat es sich ja wirklich gelohnt.
Ich werde mir das Buch auch kaufen und zwar bei der Lesung von Olga Tocarczuk die während der Literaturtage hier in Bielefeld lesen wird. Da freue ich mich schon sehr drauf :D, außerdem auf die Lesung von Josef Haslinger und Andreas Maier. Ja, wir haben schon ein paar Hochkaräter hier :D

Im Übrigen bin ich grade ungefähr bei der Hälfte der Finkler-Frage. Wie ich gesehen habe hast du es dir gekauft und ich kann dich zu dem Entschluss nur beglückwünschen. Ich find´s toll!

beste Grüße
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Di 20. Sep 2011, 15:17

Doris hat geschrieben: außerdem auf die Lesung von Josef Haslinger und Andreas Maier. Ja, wir haben schon ein paar Hochkaräter hier :D



wow, Doris.
Andreas Maiers Romane möchte ich unbedingt mal lesen. Ich tendiere zu "Wäldchestag" oder "Klausen". Kennst du die bereits?

berichte doch bitte über die Lesung. Wir haben ja auch einen Thread über Lesungen. :-)
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Doris » Di 20. Sep 2011, 15:45

Hallo Maria,

das will ich gerne machen, dauert allerdings noch ein klein wenig. Die Lesungen sind allesamt in der Zeit vom 18.- 31.10.
Also ich muss sagen die Literaturtage in Bielefeld machen immer was her, man hat sich wirklich Mühe bei der Auswahl der Autoren gegeben. Uwe Timm z.b. kommt auch, aber da bin ich leider nicht da.

Ich habe auch noch nichts von Andreas Maier gelesen und tendiere genau wie du zu "Wäldchestag". Wenn er mich bei der Lesung begeistern kann, kommt es bestimmt zu einem ersten Andreas-Maier-Buch :D
Das Buch von Haslinger habe ich bereits, mal sehen ob ich es vorher schaffe.

beste Grüße
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Di 20. Sep 2011, 16:10

Hallo Doris,

dass Du eine Lesung von Olga Tocarczuk besuchst, ist klasse! Da kann sie Dich bestimmt direkt sehr schön auf das Buch einstimmen. Ich war selbst am Ende überrascht, dass meine Wertung doch noch deutlich anzog. Wirklich mal was anderes! :-)

Dass Du von "Die Finkler-Frage" so begeistert bist, freut mich sehr! Denn richtig, bei mir liegt es auch bereits und drängt nach Lesezeit. Schön, dass Du Zweifel, die die schlechten Wertungen aufkommen lassen könnten, zerstreuen kannst. Ehrlich gesagt, würde es mich auch wundern, wenn mir "Die Finkler-Frage" nun doch nicht gefällt. Denn an alle reingelesenen Stellen hätte ich am liebsten sofort verweilen mögen.

Aufgrund Deines und Marias Austausch über Andreas Maier bin ich nun auf "Wäldchestag" aufmerksam geworden. Das klingt wirklich gut. Und ich wäre an Deinen Eindrücken aus der Lesung auch sehr gespannt, auch wenn es noch ein bisschen hin ist.

Falls Josef Haslinger aus "Jáchymov" liest, würden mich Deinen Eindrücke auch interessieren. Das Buch könnte etwas für mich sein.

Dass Bielefeld sich da so ins Zeug legt, ist toll!
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 21. Sep 2011, 09:25

Hallo zusammen,

@Petra, Steffi
danke für eure abschließenden Leseberichte zu Der Gesang der Fledermäuse“ von Olga Tokarczuk und Quicksilver von Neal Stephenson .

Beides Bücher mit ganz eigener Dynamik und Eigenwilligkeit, wie mir scheint. :-)
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mi 21. Sep 2011, 10:58

@Petra: Dein Bericht und deine Rezi über "Der Gesang der Fledermäuse“ von Olga Tokarczuk machen mich richtig neugierig. Leider gibt es das Buch noch nicht für den kindle, aber ich werde es im Auge behalten !
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mi 21. Sep 2011, 14:57

Hallo zusammen,

da ich schon ein spezielles Buch im Hinterkopf hatte, fiel mir gestern die Auswahl neuen Lesestoffes nicht schwer. Inhaltlich und durch sein äußeres Erscheinen lockte Judith Schalanskys „Der Hals der Giraffe“ allzu sehr. Das Buch nahm mich beim anlesen direkt für sich ein. So war es entschieden.

Doris fiel das Erscheinungsbild des Buches ja auch auf positive Art ins Auge. Und sie fühlte sich bei der Gestaltung an ein Schulbuch erinnert. Das leuchtete mir ein, und ich fand es auch direkt ausgesprochen passend. Schließlich geht es bei dem Roman um eine Biologielehrerin, und die Romanhandlung ist auch in der Schule angesiedelt. Ich liebe es, wenn der Verlag sich um die Optik des Buches gründlich Gedanken macht, und den Inhalt durch das Äußere unterstreicht. Toll gelungen! Auch innen die Illustrationen von Lebewesen (von Quallen über Seekühe bis hin zu Pantoffeltierchen) unterstreichen den Inhalt aufs Feinste! Mit Bedacht gewählt.

Das allein überzeugt mich schon sehr. Aber auch sprachlich hat das Buch was zu bieten. So lässt Judith Schalansky die Erzählerin des Roman – die fünfundfünfzigjährige Biologielehrerin Inge Lohmark – die Dinge sehr exakt auf den Punkt bringen, ohne groß drum herum zu reden. In ihrer zwar intelligenten, aber auch sehr direkten, rationalen und kühlen Art sinniert sie über die Schule, an der sie lehrt, und die vom Aussterben bedroht ist. Denn die Menschen suchen sich – wie in der Natur – einen neuen Lebensraum, wo dort (in Vorpommern) nichts mehr zu holen ist. Auch über die Fortpflanzung denkt sie nach. Während einige Familien (die Asozialen), die sich nicht so sehr auf ihren Nachwuchs konzentrieren können oder wollen für Quantität sorgen (damit ihre Arterhaltung sichergestellt ist, auch wenn nicht alle überleben – weil sie vernachlässigt sind, oder im Leben scheitern), sorgen andere (Intellektuelle) für wenig Nachwuchs, aber dafür qualitativ hochwertig. So auch Inge Lohmark. Doch glücklich scheint sie darüber auch nicht zu sein, wenn man ihre verbissenen Bemerkungen liest, in denen sie sich beklagt, dass ihre Tochter seit Jahren in den USA lebt. Auch so eine Weggewanderte.

Inge Lohmarks Auftreten erinnert selbst ein bisschen an die Naturgesetze: rau, kompromisslos, erbarmungslos. Ihr Blickwinkel ist zwar anders, aber messerscharf. Als seziere sie für den Biologieunterricht ein Tier, um Zusammenhänge und Tatbestände offenzulegen. Ein indirekter, aber anschaulicher Unterricht in Sachen Mensch, Anpassung und Aussterben. Gar keine uninteressanten Themen, wenn man sich Inge Lohmarks Umfeld ansieht: Ein Gymnasium in Vorpommern, dem die Schüler wegsterben. Eine aussterbende Rasse, und sie, die Biologielehrerin, dort die letzte ihrer Art. Kein Wunder, dass ihr da Vergleiche kommen. Mir kommen sie auch, jetzt, wo ich genauer hinschaue.

Das ist sehr intelligent gemacht. Wenn es so bleibt, eines meiner Jahres-Highlights. Schade, dass sie es nicht auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat. Schön finde ich auch, wie sie die einzelnen Schüler einführt. Inge Lohmark lässt ihren Blick über die Köpfe der neuen Schüler gleiten. Auf der nächsten Seite finden sich eingezeichnete Pulte. Jedem Pult ist der Name eines Schülers zugeordnet, und im Folgenden findet sich eine kurze Beschreibung der Person. Wobei sie die Schüler nicht wirklich als Individuen sieht, sondern sie verschiedenen Arten zuordnet. Scharf beobachtet – es stimmt schon. In jeder Klasse finden sich bestimmte Typen. Rollen, die übernommen werden. Und Inge Lohmark fragt sich: Wer übernimmt wohl die Rolle XY in diesem Jahrgang? Dabei wirkt es gar nicht verallgemeinernd, sondern eher psychologisch und soziologisch sehr fein beobachtet.

Ihr seht: Mir kommen schon nach gerade mal 50 gelesenen Seiten unzählige Gedanken.

Übrigens habe ich mir das Leseerlebnis optisch noch verschönert mit einem ganz tollen Lesezeichen, das wie für dieses Buch gemacht zu sein scheint. Als 12er Set bei Jokers erhältlich. Hier ein :arrow: Bild, unten links kann man es (leider nicht so deutlich) sehen: Ein Giraffenhals, unten der Kopf, und eine Zunge, die ein Giraffenbaby schleckt.

@Maria @Steffi: Schön, dass ich Euch auf "Der Gesang der Fledermäuse" von Olga Tokarczuk neugierig machen konnte. Ich finde es auch schade, dass es das noch nicht als ebook gibt, wenn ich persönlich mich wegen des Covers auch trotzdem fürs Buch entschieden hätte.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Do 22. Sep 2011, 09:28

@Petra: Schön, dass dich Der Hals der Giraffe schon von Beginn an so beeindruckt und beschäftigt. Ich bin gespannt auf deine weiteren Berichte und wie sich die Geschichte entwickelt !


Nach der doch etwas anstrengenden Lektüre von Quicksilver musste ich zu einem leichten Buch greifen, das mit JMaria ausgeliehen hat:

Gail Carriger: Glühende Dunkelheit : die 26-jährige Alexia, seelenlos, zu große Nase und zu dunkler Teint, ist im viktorianischen England noch immer unverheiratet. Oder liegt es eher an ihrer frechen Klappe, ihrem unkonventionellen Auftreten oder ihren Freunden, die u.a. aus Vampiren und Werwölfen bestehen ? Die Geschichte ist eine Mischung aus Romance und ein bisschen Steampunk , der altmodische Stil von Jane Austen wird gebrochen mit modernen Mitteln und damit nicht nur die Klassiker sondern auch die gängigen Vampirromane parodiert, gleichzeitig ist es spannend und superwitzig.

Auch JMaria und Trixie waren davon schon angetan und Yvonne hat es in ihrem SUB:
:arrow: http://www.buecher4um.de/Foren/viewtopi ... eit#p25059

Für mich ein Highlight dieses Jahr, allein schon wenn ich an verschiedene Episoden denke, muss ich grinsen. Leider bin ich schon fast fertig. @JMaria: wie sieht es mit den Folgebänden aus ?
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Do 22. Sep 2011, 09:40

steffi hat geschrieben:@Petra: Schön, dass dich Der Hals der Giraffe schon von Beginn an so beeindruckt und beschäftigt. Ich bin gespannt auf deine weiteren Berichte und wie sich die Geschichte entwickelt !


Nach der doch etwas anstrengenden Lektüre von Quicksilver musste ich zu einem leichten Buch greifen, das mit JMaria ausgeliehen hat:

Gail Carriger: Glühende Dunkelheit : die 26-jährige Alexia, seelenlos, zu große Nase und zu dunkler Teint, ist im viktorianischen England noch immer unverheiratet. Oder liegt es eher an ihrer frechen Klappe, ihrem unkonventionellen Auftreten oder ihren Freunden, die u.a. aus Vampiren und Werwölfen bestehen ? Die Geschichte ist eine Mischung aus Romance und ein bisschen Steampunk , der altmodische Stil von Jane Austen wird gebrochen mit modernen Mitteln und damit nicht nur die Klassiker sondern auch die gängigen Vampirromane parodiert, gleichzeitig ist es spannend und superwitzig.

Auch JMaria und Trixie waren davon schon angetan und Yvonne hat es in ihrem SUB:
:arrow: http://www.buecher4um.de/Foren/viewtopi ... eit#p25059

Für mich ein Highlight dieses Jahr, allein schon wenn ich an verschiedene Episoden denke, muss ich grinsen. Leider bin ich schon fast fertig. @JMaria: wie sieht es mit den Folgebänden aus ?



:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

meine Schwester liest gerade den 2. Band und ich habe vor ein paar Tagen den 3. Band erhalten.

Du bekommst also Nachschub :lol:

Der 2. Band endet mit einem fiesen Cliffhanger *eg*
aber wenn man den 3. Band parat hat, dann ist es ja nicht weiter schlimm.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Fr 23. Sep 2011, 10:02

Hallo zusammen,

nach "Tod in den Anden" von Mario Vargas Llosa habe ich mich nun für "Ein Mord den jeder begeht" von Heimito von Doderer entschieden, das mir Steffi ausgeliehen hat.

Nach dem präzisen Erzählstil von Vargas Llosa, ist es schon eine erhebliche Umgewöhnung sich wieder in die Welt von Heimito von Doderer zu begeben, mit seinen ausführlichen Beschreibungen. Doch es ist auch schön, wieder langsam in eine Geschichte hineingetragen zu werden UND Doderer ist immer etwas ganz besonderes.

Schon die ersten Sätze gewinnen, die im Forum schon mal von Steffi erwähnt wurden:

Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer. Später erst zeigt sich, was darin ist. Aber ein ganzes Leben lang rinnt das an uns herunter, da mag einer die Kleider oder auch kostüme wechseln wie er will.

Sehr bedächtig wird der Leser durch die Kindheit von Conrad Castiletz, genannt Kokosch, geführt. Seine Mutter, eine hübsche Frau, die mit 23 Jahren einen über 20 Jahre älteren Mann geheiratet hat und kaum eine Chance für eine persönliche Entwicklung hatte, versucht mühsam Conrad vor den gewalttätigen Ausbrüchen seines Vaters zu schützen, was kaum gelingt. Der Vater ein einschüchterner Mann, der dennoch unter Komplexen leidet und schon aus den Augen seiner Frau persönliche Kritik zu lesen mag.

Conrads Kindheit wird mit der Molchzeit verglichen. Molche die er eine zeitlang sammelte und aufzog. Der Vergleich bringt einen zum Nachdenken. Ich frage mich, wie das wohl gemeint ist.

Die ersten 43 Seiten sind wunderbar geschrieben, wie nicht anders erwartet :-)
Schöne Grüße, Maria
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