Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mi 19. Okt 2011, 13:25

Ich lese seit einigen Tagen Die Bibliothekarin von Jean-Marie Gourio. Ein Buch aus meinem Lieblingsgenre und trotzdem komme ich nicht so recht voran. 212 Seiten hat das Büchlein und ich bin seit Montag erst auf Seite 84.
Es ist ein wenig wie bei den französischen Filmen, die ich früher sah. Als junges Mädchen verstand ich meist den tieferen Sinn nicht, aber ich kannte damals alle französischen Schauspieler.
In dieser Geschichte werde ich schnell warm mit den Figuren, aber die Geschichte an sich? Ja gut, es werden viel Buchtitel und Schriftsteller genannt, aber der Sinn der Geschichte erschließt sich mir nicht.

Ein junger Fallschirmjäger trifft auf einer Parkbank auf die reizende Bibliothekarin Mathilde und verliebt sich sofort in sie. Wie soll er, der noch nie ein Buch gelesen, sich an die junge Frau ranmachen? Er tut so, als würde er ihre Leseleidenschaft teilen.
Und dabei möchte er nichts anderes, als Mathilde ins Bett zu kriegen. Aber vorab gibt er sich auch mit dem Waschsalon, ja sogar der Bibliothek, in der sie arbeitet, zufrieden. Und immer sind Bücher dabei. Ich habe noch nie eine Sexszene gelesen, in der so viele Buchtitel und Autoren vorkamen. Und ich könnte dem jungen Mann eins auf den nackten Hintern klatschen, so mit Büchern umzugehen.

Ich habe ein bisschen quer weitergelesen und breche es ab. Es packt mich überhaupt nicht.
"Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Sandra » Mi 19. Okt 2011, 19:53

@ Bonny:
"Die geheime Geschichte" gehört zu meinen Lieblingsbüchern der "Neuzeit". Ich kenne nichts vergleichbares, dass so intensiv die Abhängigkeit verschiedener Personen in einer festen Gruppe darstellt.
Ich hab so sehr auf das 2. Buch von Donna Tartt gewartet, aber "Der kleine Freund" hat mich enttäuscht, was allerdings auch fast zu erwarten war.
gruß,
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Sandra » Mi 19. Okt 2011, 19:56

Ich habe im Übrigen in letzter Zeit kaum was gelesen, außer Bücher über modern gardendesign. davon allerdings bestimmt 20 :-)

Ich lese bisweilen immer noch in "Einmal rundherum" von den Mann-Geschwistern - beim Zähneputzen. Das ist drollig-arrogant und manchmal sehr unterhaltsam, aber nicht ernstzunehmen. :mrgreen:

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mi 19. Okt 2011, 21:25

Mein nächstes Buch wird wieder mal etwas fürs Herz sein. Und von einem Schriftsteller, von dem ich alle Bücher lesen möchte. Jede Menge habe ich von ihm im Regal stehen und morgen beim Frühstückskaffee beginne ich nun mit

Das Lächeln der Sterne von Nicholas Sparks
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Do 20. Okt 2011, 09:17

@ Sandra
Du liest beim Zähneputzen??? :lol:
Ich teile deine Meinung zur Geheimen Geschichte in Bezug auf die Intensität der Beziehungen untereinander in der Gruppe absolut. Ich empfinde es auch so, fast beklemmend intensiv...

Gestern habe ich im zweiten Buch ein paar Seiten weitergelesen. Den Fortgang der Geschichte empfinde ich nun, nach dem eigentlich sehr durchgeplanten und strukturierten ersten Teil, recht chaotisch, was aber natürlich an der Handlung liegt ;). Ich finde es irgendwie gerade alles sehr unruhig und habe auch gestern, obwohl ich Zeit hatte, nicht so viel geschafft wie ich wollte, aber ich war auch müde... ich denke, heute geht's weiter :).

@Didonia
Ich wünsche dir viel Spaß mit Nicolas Sparks! Da weißt du wenigstens, was dich erwartet und dass es dir gefällt :)
Liebe Grüße,
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon YvonneS » Do 20. Okt 2011, 10:20

Hallo Ihr Lieben,

ich habe mittlerweile "Der stumme Pianist" beendet. Nach den doch etwas durchwachsenen beiden letzten Büchern war dieses hier wieder ein kleines Bonbon. Eine etwas ungewöhnliche Erzählstruktur, eigentlich keine wirkliche Handlung, sondern eher die Aneinanderreihung vieler kleiner Geschichten und Momentaufnahmen. Ein Buch, das höchste Aufmerksamkeit fordert und dessen Sinn man erst ganz zum Schluss richtig begreift. Ich bin grad dabei, eine Rezension zu verfassen, was diesmal gar nicht so einfach ist.

Mit meinem nächsten Buch bleibe ich indirekt bei der Musik, diesmal im Reich der Oper. Ich lese "Madame Butterflys Schatten" von Lee Langley. Die Autorin setzt dort ein, wo Puccinis Oper aufhört und sie spinnt die Geschichte von Butterflys Sohn weiter.

Was mir - wie schon bei "Der stumme Pianist", die ja beide aus derselben Edition stammen - sehr gut gefällt, ist die wunderschöne Aufmachung der Bücher, das Zusammenspiel von Einbandgestaltung und transparentem Cover. Kein Kindle könnte das ersetzen. ;)
Zuletzt geändert von YvonneS am Do 20. Okt 2011, 10:43, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Yvonne



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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Do 20. Okt 2011, 10:28

Hallo zusammen,

gestern habe ich atemlos “Bonbontag“ von Markus Nummi beendet, mit einem Kloß im Hals. Kinder sind in unserer Gesellschaft oft allein gelassen, vernachlässigt oder gar misshandelt. Und das ist alles gar nicht weit weg, sondern passiert täglich, direkt nebenan. Das verdeutlicht Nummi in seinem Roman. Aber auch, wie unfähig die Erwachsenen sich oft zeigen, welche Rolle auch immer sie innehaben: die des Sozialarbeiters, die der berufstätigen Mutter, oder die des Außenstehenden, der eigentlich oft lieber wegschauen möchte, als sich dem Problem eines Kindes anzunehmen, das nicht sein eigenes ist.

Unvergesslich wird mir auch der kleine Tomi bleiben. Oder eher Doc Kilmore, in dessen Rolle sich vieles besser ertragen lässt. Eine :arrow: Rezension habe ich auch schon geschrieben.

Da der Herbst sich nun so langsam von seiner kühlen und windigen Seite zeigt, war mir nach einem Krimi-Klassiker. So habe ich zu dem kürzlich erworbenen “Abschied auf Englisch“ von Peter Lovesey gegriffen. Wie der Untertitel („Mord auf hoher See-und ein Zahnarzt auf Spurensuche“) schon sagt, geht ein Zahnarzt auf einem Schiff auf Mörderjagd. Das amüsante ist, dass er durch eine pikante Sache in den Mordfall verwickelt wird. Denn er gibt sich auf dem Schiff als Inspektor Dew aus. Der Mann, der einst den legendären Dr. Crippen gefasst hat. Als dann an Bord ein Mord geschieht, überträgt der Kapitän dem Inspektor die Ermittlungen.

Schon die ersten Seiten zeigen, dass der Autor sich Zeit lässt. Zunächst werden die Figuren eingeführt. Erfreulicher Weise sind die nicht oberflächlich gezeichnet, sondern bekommen durch kleine Nebengeschichten Tiefe. So befasse ich mich gerade mit Alma, die sich während eines Zahnarztbesuchs in ihn heillos verliebt. Dumm nur, dass an dem Ringfinger des Zahnarztes ein Ehering aufblitzt. Da die beiden aber gemeinsam auf diese Schiffsreise gehen werden, wie man schon in der Inhaltsangabe erfährt, wird sich da gewiss etwas entwickeln.

Peter Lovesey hat mich dann so richtig gekriegt, als er mir näheres über Alma erzählte. In Kenntnis, dass der Zahnarzt sich als Inspektor Dew ausgeben wird (wahrscheinlich um unerkannt mit seiner Geliebten die gemeinsame Schiffsreise zu unternehmen), musste ich schmunzeln, dass es auch Alma nicht immer so genau mit der Wahrheit nimmt. Sie hat sich mal für ihre Freundinnen eine ganze Liebe zurechtgesponnen. Umwerfend, und so sympathisch! :-)

Ich freue mich aufs weiterlesen. Das ist genau das richtige Buch für den Herbst. Dazu ein feiner Tee, herrlich!

Shaftoe hatte kürzlich, als ich das Buch kaufte, gemeint, dass er diesen Krimi zu seinen Lieblingen zählt, und ihn sogar gern nochmal lesen möchte. Ich beginne das zu verstehen.

@Didonia: Schade, dass „Die Bibliothekarin“ nicht halten kann, was sie zu versprechen schien. Manchmal ist es bei solchen Büchern vielleicht auch so, dass jemand unbedingt etwas mit Nebenthema „Bücher“ schreiben möchte, aber die eigentliche Hauptgeschichte nur als Aufhänger benutzt. Dass das dann nicht so rund und überzeugend wirkt, ist allzu verständlich. Vielleicht ist genau das hier passiert?

Schade, denn das Buch hört sich wirklich so vielversprechend an!

Nun wünsche ich Dir aber viel Vergnügen mit dem Seelenfutter von Nicholas Sparks!

@Sandra: "Einmal rundherum" von den Mann-Geschwistern sagt mir gar nichts. Ich konnte es auch bei Amazon nicht finden. Scheint ja ein amüsantes Buch zu sein. Ich verkürze mir die Zeit beim Zähneputzen ja auch immer – allerdings mit Stöpseln in den Ohren (Hörbuch).

„Die geheime Geschichte“ las ich ja auch vor kurzem. Und da habe ich wirklich oft an Dich gedacht, Sandra, da Du mir das Buch damals so nahe gelegt hat. Es hat mir auch wirklich sehr viel Freude gemacht. Ein wirklich intensives Leseerlebnis mit einer sehr dichten Atmosphäre.


@Bonny: Ja, diese Unruhe und das Chaos im zweiten Buch bringt der Verlauf der Geschichte nun mit sich. Auch das hat Donna Tartt toll eingefangen, wie ich finde. Die Not und der Druck der Täter greift auf den Leser über.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Do 20. Okt 2011, 11:04

Danke, Bonny,

das stimmt, bisher hat mich auch noch kein Buch von ihm enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Dafür, dass er ein Mann ist, schreibt er sehr schön über die Gefühle der Frauen, ohne dabei ins Kitschige abzugleiten.
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Do 20. Okt 2011, 11:08

Hallo Petra,

es mag ja sein, dass jemand anderes die Geschichte ganz toll findet. Vielleicht komme ich wirklich nur mit diesem französischen Touch nicht klar :) .
Aber ich denke mal, Buchliebhaber stößt man mit solchen Szenen, in denen die Bücher durch die Gegend fliegen, nur um Spaß zu haben, vor den Kopf. Aber Leute, denen an Büchern nicht so viel liegt, denen es nur um die Geschichte geht, haben vielleicht ihren Spaß dran :mrgreen:
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Do 20. Okt 2011, 11:12

YvonneS hat geschrieben:Hallo Ihr Lieben,

ich habe mittlerweile "Der stumme Pianist" beendet. Nach den doch etwas durchwachsenen beiden letzten Büchern war dieses hier wieder ein kleines Bonbon. Eine etwas ungewöhnliche Erzählstruktur, eigentlich keine wirkliche Handlung, sondern eher die Aneinanderreihung vieler kleiner Geschichten und Momentaufnahmen. Ein Buch, das höchste Aufmerksamkeit fordert und dessen Sinn man erst ganz zum Schluss richtig begreift. Ich bin grad dabei, eine Rezension zu verfassen, was diesmal gar nicht so einfach ist.

Mit meinem nächsten Buch bleibe ich indirekt bei der Musik, diesmal im Reich der Oper. Ich lese "Madame Butterflys Schatten" von Lee Langley. Die Autorin setzt dort ein, wo Puccinis Oper aufhört und sie spinnt die Geschichte von Butterflys Sohn weiter.

Was mir - wie schon bei "Der stumme Pianist", die ja beide aus derselben Edition stammen - sehr gut gefällt, ist die wunderschöne Aufmachung der Bücher, das Zusammenspiel von Einbandgestaltung und transparentem Cover. Kein Kindle könnte das ersetzen. ;)


Hallo Yvonne,

dann werde ich deine Rezi(s) gespannt erwarten. Ich kenne nämlich einen Musikliebhaber und ihm geschenke ich sehr gerne Romane die über Musik handeln. Mir geht so langsam der "Stoff" aus, denn nicht jeder Roman eignet sich, da dieser Bekannte einen anspruchsvollen Geschmack hat.
Schöne Grüße, Maria
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250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann (24. Jan.)
100. Geburtstag Siegfried Lenz (17. März)
100. Geburtstag Ingeborg Bachmann (25. Juni)
100. Todestag von Rainer Maria Rilke (29.Dez.)


Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden ( Tacitus )
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Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe (Rainer Maria Rilke)
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