Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon steffi » Fr 5. Mär 2010, 10:57

Hallo JMaria,

ja, das ist eine Metapher, die im Buch vorkommt: das Herz bzw. die Gefühle, für die das Herz steht und die man tief drinnen hat, Mut, Angst usw. Ich habe mir alles darunter vorgestellt, was das Herz zum pochen bringt - negativ und positiv.

Ich glaube, dass dir das Buch bestimmt gefallen würde, wenn es sogar bei mir unter die Top-Titel dieses Jahr schafft, obwohl ich nicht gerade der poetische Leser bin, dürfte es dir evtl. noch mehr gefallen. Auf jeden Fall ist der Stil einzigartig und eindrucksvoll.
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon steffi » Fr 5. Mär 2010, 11:04

Hallo JMaria,

ich sehe gerade, dass du Drood liest. Wie gefällt es dir ? Ich habe es ja noch vor mir, aber C... , der es ebenfalls gerade liest, ist begeistert.
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon JMaria » Fr 5. Mär 2010, 11:07

steffi hat geschrieben:Hallo JMaria,

ich sehe gerade, dass du Drood liest. Wie gefällt es dir ? Ich habe es ja noch vor mir, aber C... , der es ebenfalls gerade liest, ist begeistert.



Hallo Steffi,

"Drood" hat unglaubliche Atmosphäre!
und das merkt man bereits nach 67 Seiten, weiter bin ich leider noch nicht. Man merkt auch, dass Dan Simmons gut recherchiert hat, was mir im Grunde doch wichtig ist, neben all dem Lesespaß gehen die wahren Umstände nicht verloren. Sogar die Übertreibungen passen perfekt rein. Bisher gefällt mir das Buch sehr gut.


Herztier:
ja, das ist eine Metapher, die im Buch vorkommt: das Herz bzw. die Gefühle, für die das Herz steht und die man tief drinnen hat, Mut, Angst usw. Ich habe mir alles darunter vorgestellt, was das Herz zum pochen bringt - negativ und positiv.


Danke für die Erklärung, ließ mir das Wort doch keine Ruhe :-)

Gruß,
Maria
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Martina » Fr 5. Mär 2010, 13:31

Hallo Ihr Lieben,

ich habe Mittwoch "Das letze Ritual" von Yrsa Sigurðardóttir beendet. Ich bin sehr froh darüber, denn so richtig konnte ich mich nicht auf das Buch einlassen. Das hatte zwei Gründe: Ich habe beruflich und privat gerade viel um die Ohren, so dass meine Gedanken schnell abschweifen. Damit dass nicht passiert, brauche ich ein "rasantes" Buch, welches mich mitreisst. Das war aber der Haken an diesem Buch. Wenn es direkt um die Prota und den Fall bzw. die Ermittlungen ging, wurde ich mitgerissen. Dazwischen gab es aber Abschnitte - ich nenne es mal wissenschaftlich-historische Abhandlungen - die mir zu trocken waren und auf die ich mich nicht so konzentrieren konnte. Eigentlich mag ich so etwas. Diesmal war mir das aber zu ausführlich, und es riss mich aus meinem Lesesog raus. Zum Ende hin habe ich diese Abschnitte dann nur noch überflogen. Leider ging mir dadurch einiges vom Buch verloren, denn diese Abhandlungen waren schon häufig wichtig für die Handlung und die Lösung des Falls.

Ich werde mir trotzdem bald den 2. Band vornehmen und bin gespannt darauf. Eigentlich hat mir das Buch nämlich gut gefallen und vielleicht ist das ja im zweiten Band nicht so ausführlich, oder ich kann mich besser auf das Thema einlassen.

Jetzt habe ich zu Andrea Schacht gegriffen: Pantoufle – Ein Kater zur See. Davon bin ich total begeistert. Leichte amüsante Unterhaltung, die mich mitzieht. Ich mag es einfach wie Andrea Schacht die Katzen und Menschen und deren Beziehungen zueinander zeichnet. So liebevoll und herzallerliebst. Der kleine „Schisserkater“ Pantoufle ist mir total ans Herz gewachsen. Als ich gestern beim Frisör saß, habe ich die einzige richtig traurige Stelle, die ich bisher in diesem Buch hatte, gelesen. Puh, war das schwierig mich zusammenzureißen. Ist doch sehr peinlich, wenn einem beim Frisör plötzlich die Tränen rinnen. Naja, lag dann wohl an dem Färbemittel. :D

Jedenfalls bin ich mit der Wahl sehr glücklich und hoffe, auch am Wochenende ein wenig zum Lesen zu kommen. Aber solche Lektüre ermuntert mich dann auch, mal kurz zwischendurch das Buch zur Hand zu nehmen, weil man auch ohne längere Lesezeit Spaß daran haben kann.
Liebe Grüße
Martina
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Petra » Fr 5. Mär 2010, 16:01

Hallo zusammen,

ich lese weiter an "Frankie Machine". Gefällt mir nach wie vor. Zwar nicht 10 Punkte, aber bisher so zwischen 7 und 8. Die ganzen Mafia-Familien, die Zusammenhänge und die einzelnen Namen der Mafiosis sind zwar - Doris erwähnte es, meine ich, schon - wirklich schwer zu begreifen und auseinander zu halten, aber gelingt schon noch einigermaßen und tut dem Lese-Vergnügen auch keinen Abbruch.

Mir fällt auf, dass Suhrkamp hier sehr viele Druckfehler hingenommen hat. Oder überhaupt Fehler - manchmal merkt man, dass nicht (oder nur oberflächlich) lektoriert wurde. Finde ich schade - hätte ich bei Suhrkamp eigentlich nicht gedacht. Ist es noch anderen aufgefallen?

@Yvonne: Ja, bei "Das Museum der Unschuld" hoffe ich auch auf das Hörbuch. Beim Buch bin ich ja bei ungefähr Seite 300 hängengeblieben. Trotz dass er so gut erzählt. Denn er entwickelt das für mich wirklich zu langsam. Ist ja auch eines seiner dickeren Bücher (ich meine ca. 550 Seiten). Als Hörbuch kann ich mir das auch besser vorstellen. Ich warte allerdings noch auf ein günstiges Angebot. Denn das kostet noch rd. 50,00 € ...

... habe anlässlich Deines Postings, liebe Yvonne, jetzt aber noch mal nachgesehen - und siehe da: Es ist im Moment von genau einem Anbieter für 19,00 € in neu zu haben (zuzüglich 3,00 € Versandkosten). Da habe ich jetzt mal sofort zugeschlagen, damit ich diesen Roman auch bis zum Ende kennenlernen kann. Denn als Buch wird das nichts mehr. Hören geht auf jeden Fall - zur Not jeden Tag 1 Track! Denn so mitten drin möchte ich das Buch jetzt echt nicht abbrechen. Zumal es mir ja sehr gefällt. Aber es ist für mich einfach zu langsam zum lesen. Ich packe das im Moment nicht. Es macht mich wirklich ganz fusselig! ;-)

Interessant zu sehen, dass es auch anderen so geht. Und ebenfalls interessant zu sehen, dass es auf andere wiederum eine beruhigende Wirkung hat.

Maria z. B.. :-)

@Maria: Ich muss dazu sagen, dass ich mich bei Kummer und Sorgen auch nicht sehr gut auf ein Hörbuch konzentrieren kann. Aber auf jeden Fall besser als auf ein Buch. Bei Dir ist das anscheinend genau andersherum. Interessant, nicht?!

Wenn ich innerlich unruhig bin (dafür muss es mir also nicht unbedingt schlecht gehen), geht zwar lesen bei mir. Aber dann darf es nichts zu langsames sein. Das macht mich wirklich ganz kribbelig!

Da ich mit innerer Unruhe zu kämpfen habe (ein ganz fieses Gefühl!), habe ich auch in Zeiten wo es besonders heftig war schon öfter mal überlegt autogenes Training zu machen. Aber die bloße Vorstellung macht mich schon ganz rastlos. Komisch!

@Josie: Wie gefällt Dir "Melnitz"? Das hört sich wirklich interessant an. Ich bin gespannt auf Deine weiteren Eindrücke!

Vor der Balaclava-Reihe bekomme ich immer mehr "Angst". ;-)
Mir liegen solche absolut abgedrehten Handlungen ja nicht. Aber ich schaue einfach mal. Noch habe ich ja mindestens einen vor mir ("Freu dich des Lebens..."), der noch sehr gut sein soll! :-)

@Steffi: Auch von mir Dankeschön für die tolle Rezi zu Herta Müllers "Herztier" und die Erklärung, woher der Titel wohl rühren wird. Klingt wirklich sehr intensiv und reizvoll. Hab Dank fürs neugierig machen!

Poetisch muss ich es auch nicht unbedingt haben. Aber wenn es ausgesprochen gut gemacht ist, kann ich dafür auch schwärmen. Und das scheint mir bei Herta Müller der Fall zu sein - wenn ich Deinen zitierten Auszug von letztens bedenke.

@Maria: Über "Drood" berichte bitte weiter, ja? Ich habe eben im Charles Dickens-Thread schon mal auf Dein Posting dazu geantwortet. Ich mochte das Buch vom reinlesen her ja sehr, obwohl es eigentlich nicht so mein Ding ist mit den realen Figuren in fiktiven Romanen. Aber hier könnte ich glatt eine Ausnahme machen. Mal sehen. Denn die 1.000 Seiten müssen mich wenn schon sehr überzeugen, sonst ist es einfach zu viel Lesezeit für mich. Deshalb: Bitte berichte weiter, ja? (Und Du auch Steffi, wie es C.... weiter gefällt, ja?)

@Martina: Oh, das ist ja schade, dass Dir der erste Yrsa Sigurðardóttir nicht so ganz lag. Bzw. einfach nicht der richtige Zeitpunkt war. Du hast Recht, das kann natürlich an Dir selbst gelegen haben (falscher Lesezeitpunkt). Dennoch würde ich gern mal wissen: Wovon handeln denn die wissenschaftlichen Einschübe? Sowas kann auf mich sehr langweilig und ermüdend wirken. Es kann aber auch, wenn es den gut gemacht ist, die Sache sogar heben (ging mir so bei "Liebeswahn" von Ian McEwan).

@Rachel: Apropos: Wie gefällt Dir "Liebeswahn"? Ich fand es ja ganz große klasse!
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Martina » Fr 5. Mär 2010, 18:45

Liebe Petra,

es geht ja um das Thema Hexenverfolgung und -wahn in Island. In diesem Zusammenhang gibt es sowohl medizinische Ausführungen, wie Körper behandelt wurden, um zu den Hexen dazuzugehören. Das fand ich ganz interessant, wenn auch teilweise grauselig. Aber es war auch von alten Briefen und Büchern die Rede. Dabei wurden dann berichtet, wer der Verfasser, Urheber usw. war. Ich zitiere mal ein Stückchen:
"Die Urheber des Textes waren zwei Dominikanermönche, Jakob Sprenger, damaliger Rektor der Universität zu Köln, und Heinrich Kramer, Theologieprofessor der Universität zu Salzburg und offizieller Inquisitor von Tirol. Letzterer wurde als der eigentliche Verfasser des Buches beschrieben..."
Und in diesem Stil wird einiges beschrieben und das auch über mehr als eine Seite hinweg. Mir war das einfach zu lang und zu viel, zumal es der Geschichte nicht immer half.

Ich kann mich übrigens auch besser auf ein Buch konzentrieren als auf ein Hörbuch, wenn ich innerlich unruhig bin. Und es muss etwas sein, was mich mitreisst, also einen großen Lesesog für mich hat. Eine langsame Geschichte macht mich dann auch kribbelig bzw. ich schweife ständig ab, und habe dann nichts davon.
Liebe Grüße
Martina
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Binchen » Fr 5. Mär 2010, 22:27

Huhu liebe Martina,

das ist ja echt Schade, dass das letzte Ritual nicht so doll war. Ich hab es mir vorhin gegriffen, weil ich eh auf der Suche nach einem neuen Buch war, mal sehen, wie ich das finden werde. Der Anfang vom gefrorenen Licht war schon mal ähnlich, auch wenn der Einstiegsfall dort erst einmal für einen Lacher bei mir sorgte. Hier noch nicht. Aber die Darstellung der Geschichte der Höfe war auch ein bisschen trocken. Mal sehen, wo ich den Unterschied ausmachen kann - ich melde mich ... :mrgreen:

Ach jaa - zuhören ist für mich auch schwieriger, wenn ich unruhig bin, ich kann dann besser lesen ...
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon AnjaB » So 7. Mär 2010, 00:12

Hallo zusammen,

ich lese derzeit immer noch Gaskells Roman "Cranford", und merke immer wieder, das unsere heutige Sprache mir irgendwie gradliniger erscheint, und mir diese ganzen Konventionen die die Leute da einengen aus heutiger Sicht ziemlich gegen den Strich gehen.
Beides zusammen, also eine "umständliche" Sprache und das Unverständnis für einige Handlungen machen es zu einer komplizierten Lektüre für mich.
Ich kämpfe immer wieder damit, dass ich nach zwei Seiten schon nicht mehr weiß wer eigentlich wer ist, das liegt aber auch daran, dass ich das Buch in der U-Bahn lese. "Die Fahrkarten bitte " "Guten Tag mein Name ist xyZ und ich verkaufe ..." 8-)

Wenn es gar nicht geht höre ich derzeit Terry Pratchetts Nachtwächter gelesen von Peer Augustinski, also komplett andere Richtung und ich werde im Anschluss von Cranford wohl weiter nach Ankh-Morpork reisen.


@ Petra,

also mit dem Ersten Band der Balaclava-Reihe kann man nicht viel verkehrt machen, finde ich.
Fällt für mich aber auch unter amüsante Lektüre.

LG AnjaB
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Petra » So 7. Mär 2010, 11:46

Hallo zusammen,

@Martina @Binchen: Ok, dann kann ich mir schon mal ungefähr vorstellen um welche wissenschaftlich-historischen Exkurse es in den beiden Bänden von Yrsa Sigurðardóttir geht. Ich bin auch darauf gespannt, wie es Dir mit dem ersten Band ergeht, Binchen. Berichte bitte! Und mir selbst natürlich, wenn ich ihn mal lese. Für mich kann sowas wie gesagt angenehm und interessant wirken, aber auch sehr störend. Kommt halt drauf an wie es gemacht ist oder ob es mich interessiert. Es reißt einen in erster Linie natürlich schon immer aus der eigentlichen Handlung raus. Hm.

Wobei ich schon ein wenig beruhigt bin, dass Du schreibst, liebe Martina, dass es doch über eine Seite hinausgeht. Ich höre da raus, dass es aber auch nicht unbedingt über 10, 20 oder 30 Seiten geht? Das sind dann nämlich oft die Bücher, bei denen es anfängt mich zu nerven und ermüden.

@Anja: Oh nein, nein... den ersten Band der Balaclava-Reihe kenne (und liebe) ich bereits! Die späteren sollen abgedrehter werden. Und da habe ich dann schon meine Befürchtungen, ob mir dass dann mal zu viel wird. Ich bin da schon etwas empfindlich. Aber ich denke auch mit dem zweiten ("Freu dich des Lebens...") habe ich erst noch einen vor mir, der ebenso gut und nicht übermäßig abgedreht ist, wie der erste. Und ich glaube, dann auch noch einige andere... bis es dann mal mit der übertriebenen Abgedrehtheit anfängt.

Dass Du mit "Cranford" nicht so gut zurecht kommst, ist ja schade. Ich habe das Buch noch vor mir. Ja, die Konventionen damals (und auch die Ausdrucksweise) war schon sehr umständlich. Und unnötig einengend. Ich bin froh, dass ich heute so frei leben kann! Aber ich finde es auch immer sehr interessant die Welt mit den damaligen Augen zu betrachten. Das ist mir durch solch einen Klassiker möglich. Somit macht mich das nicht so sehr wütend, weil die Faszination überwiegt. Ich möchte gern verstehen, wie die Welt damals funktionierte. Wie die Gesellschaft aussah, was ihre Werte waren (so unnötig und hinderlich sie mir auch erscheinen mag) und vor welche Probleme die Menschen dadurch gestellt waren. Ich bin froh, dass es Autoren gibt, die damals die Probleme ihrer Zeit festgehalten haben. Für mich sehr wertvoll, da aus erster Hand. Aber ich kann auch gut verstehen, dass man damit seine lieben Probleme hat. Zumal noch in der U-Bahn, in der man mit den modernen Themen und Problemen (Fahrkarten bitte und wollen Sie dies und jenes kaufen? :mrgreen: ) und Geräuschen konfrontriert wird! ;-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Rachel » So 7. Mär 2010, 16:31

Hallo Petra,

Du hattest ja gefragt, wie mir Liebeswahn" gefallen hatte und endlich komme ich dazu, Dir das zu beantworten. Vorweg, ich hatte das Buch in nicht einmal 24 Stunden durch, was ja allein schon für das Buch spricht. Mich hat es wirklich gepackt und mich daran erinnert, dass McEwan nicht umsonst einer meiner Lieblingsschriftsteller ist. Die Schilderung dieser wahnhaften Liebe und ihre Auswirkungen auf Clarissas und Joes Ehe empfand ich als augesprochen gelungen. Generell kann McEwan tolle Charaktere zeichnen, und das schafft er auch hier. Joes Erzählstimme fand ich toll und auch Details wie die Kinderlosigkeit der beiden oder Joes berufliche Unzufriedenheit, fand ich großartig eingeflochten. Auch die wissenschaftlichen Ausführungen, sowohl Joes naturwissenschaftliche, als auch Clarissas literaturwissenschaftliche, empfand ich als faszinierend. Trotzdem kommt das Buch für mich nicht an McEwans beste Bücher heran (für mich "Abbitte" gefolgt von "Am Strand"). Nicht nur thematisch lagen mir diese Bücher einfach mehr, ich empfand sie auch als deutlich ausgereifter. Als sehr irritierend empfand ich hier beispielsweise dass ein zentrales Element der Handlung irgendwie unlogisch war (vielleicht stehe ich aber hier ja auch auf dem Schlauch?). Spoiler:Clarissa glaubt Joe ja nicht, da sie Parry niemals sieht. Jetzt erklärt Joe das damit, dass er von dem Fenster seiner Wohnung aus beobachtet, wie Parry von seiner Hausecke verschwindet sobald er Clarissa sieht. Da frage ich mich doch, warum er Clarissa nie ans Fenster holt und ihr von dort Parry zeigt?Spoilerende
Und dann noch weitere Kleinigkeiten, die mir zwar keinesfalls den Lesespass genommen haben, die mir aber einfach aufgefallen sind. Schade fand ich außerdem, dass ich hier die deutsche Ausgabe hatte und gelesen habe, bin ich doch immer wieder über einzelne Formulierungen gestolpert, bei denen ich gerne gewusst hätte, was da im Original steht. Und schon den deutschen Titel fand ich weniger passend als den englischen, "Enduring Love", der sich ja auch auf Spoiler: Clarissa und Joe beziehen kann.

Für mich ein sehr gutes Buch, mit einigen wirklich grandiosen Szenen, das mich darin bestätigt hat, dass ich McEwan zurecht sehr, sehr schätze, aber, für mich persönlich, nicht sein bestes Buch (da hängt die Latte aber auch sehr, sehr hoch :)) und mit einigen kleinen Abzügen. Als nächstes steht "Amsterdam" auf meiner Liste.

@Maria:
Deine Eindrücke zu "Drood" verfolge ich sehr gespannt, möchte ich das Buch doch auch unbedingt lesen. Das englische Taschenbuch liegt auch schon bereit. Schön, dass es Dir bisher so gut gefällt.

@Steffi:
Vielen Dank für deine tolle Rezi zu "Herztier", die mich sehr neugierig darauf gemacht hat, bald etwas von Herta Müller kennenzulernen. :)
Liebe Grüße,
Rachel

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