Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Mi 3. Apr 2013, 12:41

Hallo Steffi,

ja, ich gebe dir Recht! Je mehr ich darüber nachdenke und je mehr Schlüsse ich ziehe desto besser gefällt mir nun doch irgendwie das Ende. Der Aha-Effekt kommt eben ein bisschen später... ;)
Wirklich ein ganz toller Roman!

@Maria
Ich kann dir nur empfehlen, dem Buch trotz Ich-Erzähler eine Chance zu geben! Steffi hat völlig Recht, man kann niemandem trauen, alles ist möglich, und ich als Leser hab ganz schön im Dunkeln getappt...
Liebe Grüße,
Sabine

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mi 3. Apr 2013, 15:34

Hallo zusammen,

Am Wochenende kam “Die schottische Selbstmord-Serie“ von John Dickson Carr an, und lag somit am Dienstag griffbereit, um mit auf die Bahnfahrt zur Arbeit genommen zu werden. Mir war ja nach was freundlichem und unterhaltsamen, was einem die Krimi-Klassiker der Dumont Krimibibliothek ja eigentlich immer bieten können. So war das ein glücklicher Griff. Ich amüsiere mich herrlich über die beiden Campbells, die sich zuerst öffentlich in einem Fachmagazin zerstritten haben, um sich dann im Zug wiederzubegegnen, mit demselben Ziel: Burg Shira in den Western Highlands. Allan Campbell, selbst schottischer Herkunft, aber nie dort gewesen, und Mr. Swan – ein Kanadier mit schottischen Wurzeln - lernen die schottischen Eigenheiten der Menschen, und wissen sich daran zu amüsieren – und mit ihnen auch der Leser. Die Begeisterung für die schottischen Eigenheiten, die schottische Landschaft, und die Burgen greift beim lesen auf mich vollends über. Ich würde gerade gern sofort meinen Koffer packen, und mich dorthin begeben. Nun bin ich gespannt, wie sich die Krimihandlung entfaltet, und wann Gideon Fell die Bühne betritt. Ein schöner Tipp – Danke noch mal Trixie! :-) Und zudem gerade genau das richtige für das immer noch so trübe kühle Wetter. Erwärmend und aufheiternd!

@Trixie: bei dem Krimi von Brian Kavanagh bedauert man mal wieder so richtig, dass er nicht in deutscher Übersetzung erhältlich ist. Klingt richtig gut. Schön, dass Du auch in einem Cosy-Krimi unterwegs bist. ;-)

@Maria: Auch Du bist mit einem Krimi beschäftigt. Ich glaube, das ist wirklich gerade das beste, was man bei dem frustrierenden Wetter machen kann. Und Charles Todd, da fällt mir sofort ein, dass Mariposa damals (Du kennst sie sicher noch) von dem Autor sehr begeistert war. Sie hatte fürs Buecher4um auch zwei Rezensionen geschrieben. Einmal zu :arrow:Auf dünnem Eis“ und einmal zu :arrow:Dunkle Spuren“. Ich weiß noch, wie sie mir damals begeistert von dieser authentischen Figur mit ihren Kriegsneurosen berichtet hat. Da dachte ich mir, das muss ich auch mal lesen. Du erinnerst mich nun daran.

Ich habe direkt mal Trixies Idee aufgegriffen, und die schriftstellerische Verbindung (Mutter und Sohn) im Schriftsteller-Familien-Thread aufgenommen. :-)

@Maria: Bei Carson McCullers ist man wirklich eher der stille Beobachter. Das hast Du gut geschrieben. Während man bei Brian Moore, Richard Yates oder Fitzgerald die Einsamkeit spürt, als sei sie auch ein bisschen die eigene, bleibt man bei Carson McCullers außen vor. Bei anderen Themen würde mich das vielleicht nicht so stören. Aber einfach die Einsamkeit beobachten war mir dann hier doch zu wenig. Aber ich denke auch, dass das Hörbuch eine gute Alternative ist. Ein weiteres Mal werde ich es aber wohl trotzdem mit ihr versuchen. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr Stil in „Spiegelbild im goldenen Auge“ besser greift. Neugierig genug bin ich noch darauf. Irgendwann versuche ich es damit.

@Shaftoe: Vielen Dank – was Du über „Die nachhaltige Pflege von Holzböden“ erzählst, klingt genauso amüsant wie der Titel. Gefallen hat mir auch, dass man ihm bei Amazon einen guten Erzählstil bescheinigt. Ich mag es, wenn Humor ansprechend verpackt ist, und nicht platt daher kommt. Ich werfe bei Gelegenheit einen Blick in das Buch. Mir scheint es einen Blick wert! :-)

@Bonny: „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ klingt nach einer wirklich wunderbaren Geschichte mit Tiefgang. Das, was dort über Harold Fry gesagt wird (dass er noch nie weiter als bis zu seinem Auto gegangen ist, und dass er entweder jetzt – ohne Vorbereitung – auf seine Reise nach Schottland gehen muss, oder es nie tun wird), trifft gewiss auf viele Menschen zu. Mich erfüllt so etwas immer mit einer großen Traurigkeit. Sehen, welche Gelegenheiten Menschen ungenutzt lassen, die Dinge nicht tun, die sie tun wollen, nicht sind, wer sie sein könnten oder gar möchten. Das Leben ist irgendwann vorbei – schneller als uns lieb ist. Und dann ist es nicht mehr wieder gut zu machen. Es ist wichtig, in sich zu horchen, und das umzusetzen, was man dort im Inneren findet. Ich glaube, ich werde mir dieses Buch mal näher anschauen. Vielleicht auch als Hörbuch – ich meine es gibt eines dazu.

Dass ich Deinen Blick schon auf Christian Jungersens „Ausnahme“ lenken konnte, freut mich sehr. Ich finde auch dieses Thema sehr wichtig. Und ja, durch unserer Vergangenheit verstellen wir uns oft den Blick auf die Völkermorde in anderen Ländern. Das sollten wir nicht tun, denn auch der Blick auf andere Länder und ihre Verbrechen an der Menschheit öffnen uns den Blick dafür, dass so was, was hier passiert ist, jederzeit wieder passieren kann. Es liegt in uns Menschen.

@Steffi @Bonny @Maria: Auf „Der Besucher“ macht Ihr mich nun noch neugieriger. Und was Du über den Schreibstil sagst, Bonny, hatte ich beim reinlesen auch so empfunden. Ich glaube, das ist ein Buch, das ich auch gerne lesen würde, weil mir der Stil so behagt. Maria, Dir viel Spaß mit der Lektüre. Ich bin gespannt, ob es Dich auch zu fesseln vermag, oder ob Dir dieser Ich-Erzähler, dem nicht zu trauen ist, ein Bein stellt.

@Didonia: Deine Zusammenfassung von „Jeder stirbt für sich allein“ habe ich gern gelesen. Und auch, dass es Dich auch so bewegt hat. Zu den vorgenommenen Kürzungen hatten wir in unserer Leserunde einen guten Vergleich, denn unserer Leserunde lagen beide Versionen zugrunde: Die unzensierte Neuausgabe und die alte Ausgabe. So konnten wir einiges vergleichen. Und in der unzensierten Neuausgabe wurde auch über die ursprünglichen Streichungen Stellung genommen. Ich habe aus einem meiner Postings zur Leserunde mal zitiert:

Petra hat geschrieben: Die Bearbeitung des Romans durch den Lektor Paul Wiegler beinhaltet wohl insbesondere Frau Quangels Verehrung für den Führer und ihrem Posten in der Frauenschaft. Dies sind wohl insbesondere die Punkte, die aus Falladas Manuskript herausgestrichen wurden. Besonders im 17. Kapitel, wenn ich es recht verstehe, ist von dem 17. Kapitel so wenig übrig geblieben, dass man es dem ursprünglich 18. Kapitel zugeschlagen hat. Maria, Deine Ausgabe dürfte somit nur 72 Kapitel haben? Ist das richtig?

Fallada sollte zu den zunächst nur kritisierten Punkten Stellung beziehen. Durch seinen Gesundheitszustand (und Klinikaufenthalte) kam es jedoch nicht mehr dazu. Und die Streichungen wurden vorgenommen. Aus Falladas Vision eines Romans über eben nicht typische Widerständler, sondern ursprüngliche Mitläufer, wurde somit ein Roman, der doch wieder nur aufzeigt, dass es auch gute Menschen gab, die sich Hitler widersetzt haben. Das entspricht aber nicht den Hampels, und nicht den Quangels, und somit nicht dem, was Fallada erzählen wollte. Die Gründe für die Streichungen werden wohl in der gewünschten Entnazifizierung der Zeit, zu der Fallada den Roman schrieb, gesehen. Die Quangels passten da nicht rein, mit ihrer ursprünglichen Regimetreue. Falladas Roman wurde auch wegen anderer Punkte (Ungenauigkeiten) kritisiert, und wohl auch zum Teil überarbeitet. In der mir vorliegenden Neuausgabe sind fast alle Korrekturen und Änderungen zurückgenommen, und somit der Originaltext wiederhergestellt worden. Von kleinen logischen Fehlern, Satzzeichen und ausgelassenen Wörtern abgesehen. Ich denke, wir werden einiges zu entdecken haben. Das Nachwort hat mir ein wenig Aufschluss darüber gegeben, an welchen Stellen man diese Stellen suchen kann. Man sagt, der Roman sei dadurch rauer geworden, aber auch authentischer.


Mehr Infos finden sich im :arrow: Lit-Chatten-Thread zu dieser Leserunde.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mi 3. Apr 2013, 20:13

Vielen Dank, liebe Petra,

ja, die Runde werde ich mir in Ruhe durchlesen, da bin ich gespannt drauf :)
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Fr 5. Apr 2013, 09:12

Ich habe gestern mit dem 2. Teil der Monk-Reihe von Anne Perry begonnen: Gefährliche Trauer.

Auch im zweiten Teil ermittelt Monk wieder in der feinen Londoner Gesellschaft.
Gleich auf der ersten Seite tauchen zwei bekannte Namen auf: Runcorn, Monks Vorgesetzter, der ihn nur zu gerne scheitern sehen würde, und Evan, der Monk im ersten Fall unterstützt hat und den er als seinen Freund ansieht. Auch hier sollen die beiden wieder zusammenarbeiten.
Und in diesem Fall geht es um die Familie von Sir Basil Moidore, die in einem Londoner Stadthaus leben und bei denen sich täglich die Reichen und Mächtigen einfinden. Sir Basils verwitwete Tochter Oktavia wird erstochen in ihrem Bett aufgefunden.

Zur Handlung schreibe ich wieder weiter in meinem Blog, damit ich hier nicht zu viel verrate :)
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Fr 5. Apr 2013, 20:08

Hallo Didonia,

das freut mich, dass Du die Leserunde über "Jeder stirbt für sich allein" in Ruhe nachlesen möchtest. Du findest bestimmt viel interessantes (wegen unserer Ausgaben-Vergleiche) darin.

Viel Spaß mit Anne Perrys Monk! :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Manuela » Sa 6. Apr 2013, 12:18

Ich lese derzeit den vierten Teil von "Hexenflammen - Ein Band aus Wasser" von Cate Tiernan.
Nebenbei noch "Galerie der Angst" von Vena Cork und auf meinen Kindle "Dunkles Feuer" von Elvira Zeißler, was mich auch am meisten fesselt derzeit.
Was tun die Personen in einem Buch, wenn es gerade niemand liest?
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Sa 6. Apr 2013, 19:54

Heute habe ich Das Regenorchester von Hansjörg Schertenleib beendet. Mir ging es etwas zwiespältig mit dem Buch. Es gibt zwei Handlungsstränge, einmal die Gegenwart, in der ein schweizer Auswanderer in einer Lebenskrise eine schwerkranke irische ältere Frau triff und ihre Lebenserinnerungen aufzeichnet und dann ihre Lebenserinnerungen selbst. Der Teil mit den Erinnerungen hat mich unheimlich gefesselt, fast atemlos hab ich sie verschlungen, während ich für die Gegenwart kaum Interesse aufbringen konnte. Ich war immer froh, wenn dieser Teil zu Ende war. Aber Schertenleib schreibt poetisch und so ein Regenorchester sollte ich mir vielleicht auch bauen !

Dann habe ich ja noch von John Banville Der Unberührbare zu Ende gelesen. Ich mag seinen Stil und die Erzählweise sehr, auch hier wieder, ein bißchen schwer, reinzukommen aber dann ganz toll, melancholisch und entlarvend.

Juli Kagawa -Plötzlich Fee 3 Herbstnacht habe ich auch diese Woche gelesen, wie erwartet ein schöner pageturner, den man genüsslich verschlingen kann. Auch wenn das Ende nicht unerwartet war, hat es mir sehr gefallen und auch hier hat sich der Teil wieder ein bißchen gesteigert. Da alle meinen, der 4. Teil sein noch besser, werde ich mir diesen für den Urlaub aufheben, denn ich brauch für den Flug etwas spannende Ablenkung - und es ist immer gut, so einen pageturner in der Hinterhand zu haben. Ich denke, dann werden meine beiden den 5. Teil verschlingen.
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon DorisV » Sa 6. Apr 2013, 20:34

Ich habe in den letzten Wochen so einiges gelesen, aber wie in letzter Zeit üblich, eher Sachbücher.

Kurt PAHLEN: Lachen ist Musik - ein wirklich nettes Zwischendurch-Buch

Barend Jan TERWIEL: Thailand's Political History - ein sehr interessantes Buch über Thailand und seine Regenten, das in dieser überarbeiteten Fassung auch sehr detailliert auf die Geschehenisse 2010 eingegangen ist. Meine Familie und ich waren damals - bei den noch friedlichen Demonstrationen - live dabei.

Edith KNEIFL: Blutiger Sand - eine meiner Lieblings-Krimiautorinnen aus Österreich.

Harvey G. COHEN: Duke Ellington's America - für mein Biographieprojekt, weil ich Jazz liebe und Duke Ellington sowieso einer meiner Götter ist, und weil auch viel über das Leben der Afro-Amerikaner erzählt wird.

Schönen Abend,
DorisV
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » So 7. Apr 2013, 09:28

Hallo zusammen,

@Doris,
Edith KNEIFL: Blutiger Sand - eine meiner Lieblings-Krimiautorinnen aus Österreich.

die Autorin möchte ich demnächst mal lesen. Du machst mich neugierig :-)


@Steffi,
ich habe gesehen, du liest Siegfried Lenz "Der Verlust" . Ich habe mit "Brot und Spiele" begonnen um seine frühen Romane abzuschließen. Zu anfangs las es sich überraschend schwer, denn es gibt keine Absätze, wie der beschriebene 10.000 m Lauf fließt der Erinnerungsstrom dahin. Zwischenzeitlich habe ich mich daran gewöhnt und das Zusammenfließen von Gegenwart und Vergangenheit ist sehr reizvoll zu lesen.

Um was gehts in "Der Verlust"?


@Petra,
Mariposas Buchbesprechungen zu den Inspector Rutledge Krimis von Charles Todd habe ich mir durchgelesen und ich kann ihr nur zustimmen, es liest sich authentisch. Die zwei Rezis geben mir auch den Einblick, daß Scotland Yard den Inspector auch weiterhin in ländlichen Gegenden einsetzt, was mir einen zusätzlichen Anreiz gibt weiterzulesen, wenn die Fälle und der Typ nicht schon interessant genug wären, so kommt man als Leser auch noch in England viel herum :-)
Schöne Grüße, Maria
Aktuell:

250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann (24. Jan.)
100. Geburtstag Siegfried Lenz (17. März)
100. Geburtstag Ingeborg Bachmann (25. Juni)
100. Todestag von Rainer Maria Rilke (29.Dez.)


Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden ( Tacitus )
Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang v. Goethe)
Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe (Rainer Maria Rilke)
JMaria
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Momo111 » So 7. Apr 2013, 15:50

Von Siegfried Lenz habe ich auch ei n paar Werke gelesen und mit jedem Buch eine andere Erfahrung gemacht. Die schönsten beiden Bücher fand ich "Die Deutschstunde" und "Heimatmuseum" und von "Die Schweigeminute" war ich richtig enttäuscht.

Brot und Seele, und Der Verlust sind mir unbekannt.
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