Hallo zusammen,
mir sind jetzt auch die ersten (wenn auch kleinen) Kritikpunkte an Ian Rankins "Ein reines Gewissen" aufgefallen.
Ich weiß nicht, ob er das in den Rebus-Krimis auch so macht. Er benennt seine Figuren oft mit Vor- und Zunamen. Irgendwann weiß man aber ja, dass Malcoms Kollege Tony Kaye heißt. Reicht dann ja, wenn man schreibt "Tony meinte..." anstatt "Tony Kaye meinte". Besonders fällt mir das auf, wenn Malcom Fox mit seinem Vater Mitchell (genannt Mitch) Fox zusammen ist. Da ist es noch unnötiger ständig den Nachnamen hinten anzuhängen. Da führen die beiden ein Gespräch und es heißt allzu oft "sagte Mitch Fox". Oder "Malcom Fox nickte zustimmend". Mitch und Malcom reicht doch (spätestens nach den ersten Szenen). Und dann krönt Rankin das auch noch, indem er irgendwann (sinngemäß natürlich nur) schreibt "Mitch Fox wollte an die frische Luft". Fox stimmte ihm zu. (Da hätte man doch viel besser schreiben können "Malcom stimmte ihm zu". Oder
sein Sohn). Mir ist das zu oft eine vollständige Namensnennung. Wirkt dadurch irgendwie stellenweise leicht verkrampft oder gekünstelt. Und verwirrend, wenn bei einem Gespräch zwischen Vater und Sohn nur noch von
Fox die Rede ist. Da lässt der Autor schon einen Namensteil weg, dann aber auch prompt den falschen.

Eine Kleinigkeit, aber sie ist mir jetzt schon ein paar mal aufgestoßen. Trübt den Lesespaß aber nicht. Doch sagt: Ist das bei den Rebus-Krimis auch so?
Die zweite Sache: Malcom weiß manchmal über Kollegen, die nicht in der Inneren arbeiten, mehr als sie wissen sollen. Da muss man dann bei persönlichem Umgang mit diesen Kollegen schon vorsichtig sein, was man preisgibt. Mir verplappert sich Malcom ein bisschen zu oft versehentlich. Ich denke ein Ermittler der Inneren wäre da irgendwann doch etwas besser auf der Hut. Zumal dieses zurückhalten von Wissen ja eigentlich zu seinem Job gehört. Das passiert ja täglich oder zumindest oft, dass man mit Kollegen in Kontakt kommt, über die man mehr weiß, als sie wissen sollen. Das halte ich manchmal für ein bisschen plump. bzw. zu gewollt.
Auch sind manche Dialoge merkwürdig. Nicht oft, aber manchmal stellt er sich doch wirklich etwas dumm an, wenn er was herauskitzeln will. Spoiler in Spoilerschrift:
Z. B. als er bei der Frau des verschwundenen Immobilienhais Informationen herauslocken möchte. Er nimmt ja unberechtigter Weise das Notizbuch an sich, da sie es eh der Polizei aushändigen sollte. Doch er ist ja nicht befugt, bzw. sogar suspendiert. Und wenn man das dann schon ausnutzt und das Notizbuch an sich nimmt, weil diese Frau nicht wissen kann, dass er nicht befugt ist und sogar suspendiert ist, fragt man doch nicht noch dumm, was seine Kollegen mit dem Notizbuch wollen.Wie gesagt, stört nicht allzu dolle, und nimmt vor allem nicht den Lesespaß. Aber unbemerkt bleiben diese Details auch nicht. Deshalb wollte ich sie mal erwähnen. Vielleicht fallen sie ja irgendwann noch mal jemandem ins Auge und man kann sich drüber austauschen. Vielleicht finden andere Leser solche Dinge auch nicht so nennenswert wie ich. Wäre mal interessant dazu andere Eindrücke zu hören.
@Doris: Vielen Dank für Deine Eindrücke zu den "36 Argumente für die Existenz Gottes". Das klingt auf jeden Fall interessant. Auch gut zu wissen, dass man sich auf eine Autorin einstellen muss, die nicht klar macht, was sie eigentlich schreiben wollte: Sachbuch oder Roman. So ist man darauf vorbereitet. Ich werde bei Gelegenheit mal reinschauen. Denn das Thema interessiert mich auf jeden Fall! Und das scheint Dein Interesse ja durchaus schon wachgehalten haben. Das wäre mir für das Buch die Hauptsache.
@Turni: Auf die Brenner-Bücher kann ich mich dann ja freuen! Wie schön, dass Steffi mir den ersten zu Weihnachten schenkte!
