Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Do 6. Jun 2013, 19:39

steffi hat geschrieben:Heute habe ich mit einen neuen Buch meines Booker-Prize-Projektes angefangen, nämlich Alan Hollinghurst: Die Schönheitslinie. Der Roman bekam 2004 den Preis. Der Titel bezieht sich auf den Begriff in der Kunst, der eine S-förmige Linie in einer Komposition als ästhetisch und Ausdruck von Aktivität und Lebensfreude ansieht.

Die Handlung spielt in London, 1983, Thatcher-Ära. Der Protagonist Nick wohnt als Hausgast bei der reichen Familie Fedder und soll sich um die 19-jährige Tochter Catherine kümmern, die wohl eine bipolare Störung hat. Neben dem upper-class-Haushalt der Fedders macht Nick auch seine ersten homosexuellen Erfahrungen - ein starker Kontrast ! Schon jetzt gibt es sehr viele Anspielungen auf Kunst (Gemälde, Musik) im Gegensatz zu den politischen und gesellschaftlichen (in Bezug auf Homosexualität) Verhältnissen.



Wie der Zufall es will, lese ich gerade, bin fast schon am Ende des Buches, "Porträt des Meisters in mittleren Jahren von Colm Toibin, der zusammen mit Hollinghurst 2004 auf der Shortlist des Booker Prize war und sich der "Schönheitslinie" geschlagen geben mußte.

Auch eine würdige Nomination! Ich bin ganz vertieft in dieser Romanbiographie über "The Master", Henry James. Gekonnt deutet Toibin vieles an, lässt Raum für Spekulationen und für Henry James, der in seinem Leben sein "Ich" verborgen hielt, seine unterdrückte Homosexualität, vielleicht auch Bisexualität, und doch bei den Menschen immer nach dem Verborgenen Ich sucht und in seinen eigenen Romanen unterzubringen vermag.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Fr 7. Jun 2013, 09:38

Ein schöner Zufall ! Auch, dass sich der Protagonist Nick in Die Schönheitslinie mit Henry James beschäftigt :) Er will aber seine Homosexualität unbedingt ausleben, weiß nur noch nicht so recht, wie. Öffentlich, da es so eher dem modernen Lebenstil entspricht oder verborgen, wie es in der von ihm verehrten feinen Gesellschaft üblich ist und seinem Sinn für Ästhetik und "Gentlemaness" entspricht.

Freut mich, dass Toibin so unterhaltsam und gut schreibt, das Buch habe ich schon länger auf meiner Merkliste.
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Fr 7. Jun 2013, 17:04

steffi hat geschrieben:Ein schöner Zufall ! Auch, dass sich der Protagonist Nick in Die Schönheitslinie mit Henry James beschäftigt :) Er will aber seine Homosexualität unbedingt ausleben, weiß nur noch nicht so recht, wie. Öffentlich, da es so eher dem modernen Lebenstil entspricht oder verborgen, wie es in der von ihm verehrten feinen Gesellschaft üblich ist und seinem Sinn für Ästhetik und "Gentlemaness" entspricht.

Freut mich, dass Toibin so unterhaltsam und gut schreibt, das Buch habe ich schon länger auf meiner Merkliste.



Henry James hat sich für die Enthaltsamkeit, soweit man es aus der Romanbiographie interpretieren kann/darf, entschieden. Zu der Zeit fiel ja auch die Gerichtsverhandlung und Verurteilung Oscar Wildes, die einige Wogen in der Gesellschaft schlug.

und ich dachte, du hättest mich auf "Porträt des Meisters in mittleren Jahren von Colm Toibin aufmerksam gemacht.
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Turni » Sa 8. Jun 2013, 12:45

Von Henry James habe ich bisher nur Washington Square gelesen.

Die neuen Übersetzungen klingen interessant.
Ending a novel is almost like putting a child to sleep—it can't be done abruptly.

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Sa 8. Jun 2013, 14:10

Hallo zusammen,

mein Urlaub ist rum, meine erste Arbeitswoche liegt hinter mir, und wie jedes Mal beginnt somit auch wieder die Zeit, in der ich regelmäßig zum lesen komme, was mir im Urlaub nie gelingt, weil da andere Dinge im Vordergrund stehen. Problemlos konnte ich mich wieder in Mansfield Park einfinden, und lese nun weiter mit Genuss. Die Geschichte nimmt immer mehr Fahrt auf. Edmund und Fanny sind beide auf ihre Art mit den Crawfords beschäftigt, und für beide entwickelt es sich derzeit nicht gut. Und beinahe tut mir Henry Crawford leid. Und auch mit Miss Crawford und Edmund empfinde ich Mitgefühl. Auch wenn man weiß, auf was die Handlung hinauslaufen soll, vermögen diese Verwicklungen zu fesseln und zum mitfühlen anzuregen. Sehr schön gemacht, Miss Austen! :-)

Zu Eurem Lesestoff aus der letzten Zeit möchte ich aber auch noch was schreiben:

@Maria: Deinen Bericht über „Der Besucher“ habe ich mit Interesse gelesen. Ich glaube, das ist wirklich ein schönes Buch. Besonders, da Du sagst, dass es u. a. auch eine gelungene Millieustudie ist, und die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen so gut beschrieben sind.

Einen Maigret-Krimi möchte ich übrigens auch gern mal lesen. Habe ich noch gar nicht, aber von den Non-Maigrets von Georges Simenon bin ich sehr angetan. Maigret wird mir somit bestimmt liegen.

@Steffi: „Die Schönheitslinie“ liegt auch noch auf meinem SUB. Schön von Dir darüber zu lesen, das entfacht neue Lust in mir, es endlich mal zu lesen.

@Maria @Steffi @Turni: Den Zufall finde ich auch schön! Alan Hollinghurst und Colm Toibin gemeinsam auf der Shortlist, als Hollinghurst dann für „Die Schönheitsline“ den Booker Prize gewonnen hat, und zudem Colm Toibin als Autor der Biografie über Henry James, der dann auch noch in „Die Schönheitslinie“ Erwähnung findet. :-)

Turni, „Washington Square“ habe ich als Hörbuch (gelesen von Gert Westphal) auf meinem iPod. Höre ich bestimmt in den kommenden Monaten endlich mal. Habe es schon lange vor.

@Yvonne: „Ein Brief aus England“ könnte mich wirklich durchaus auch interessieren. Ich danke Dir für Deine abschließenden Eindrücke. Der Autorin scheint die Gratwanderung gelungen zu sein, eine Figur glaubhaft in ihrer Gefühlskälte zu schildern, so dass sie sogar auf den Leser teils abstoßend wirkt, und gleichzeitig im Verlauf des Buches zu erklären, warum sie so geworden ist. Sowas finde ich, wenn es gut gemacht ist, spannender und besser, als eine Figur, die es von Natur aus leichter beim Leser hat.

Dass Du nach einem Flop dann den 3. Wien-Krimi von Beate Maxian lesen konntest, freut mich. Das hat Dich sicher für das abgebrochene „Die Hummerschwestern“ entschädigt. Und für „Zeilenkrieg“ interessierte ich mich auch mal. Da bin ich sehr gespannt, wie Dir der Roman weiter gefällt.

@Trixie: Wie ich sehe, warst Du mit „Imagine“ in einem Genre unterwegs, das Du gern liest. Ich habe Deinen Bericht dazu sehr gern verfolgt – Danke! :-)

@Didonia: Dass Dir „Der Club Dumas“ von Arturo Pérez-Reverte auch beim zweiten Lesen so ausgezeichnet gefallen hat, höre ich gern, denn für mich ist es auch ein ganz besonderes Lesevergnügen gewesen. Schon lange möchte ich weiteres von dem Autor lesen. Sollte ich endlich mal machen. Dies Jahr kommt auch etwas neues von ihm heraus.

Und ich stimme mit Dir über das Cover der von Dir verlinkten Ausgabe von „Der Club Dumas“ absolut überein. Es ist auch eines meiner Lieblingscover. Und ich habe das Glück genau diese Ausgabe damals gekauft und gelesen zu haben. :-)

Ich sehe gearde, dass es „Allein aus Freundschaft“ von Nicci Gerhard auch als Hörbuch gibt. Das könnte was für mich sein. Schön zu wissen, dass es so spannend ist. Die Thriller von Nicci French habe ich zum Teil sehr gern gelesen. Da waren ein paar ausgesprochen spannende und unterhaltsame drunter. Nicht alle, aber einige.

@Bonny: Schade, dass „Das Mädchen auf den Klippen“ nicht überzeugend geschrieben war. Mit dem dritten Thriller von Linda Castillo hast Du da bestimmt eine bessere Wahl getroffen. Wie hat er Dir gefallen?

@Manuela: Oh wie toll, Du hast "Der Museumsmörder" gelesen. Ich liebe diesen Cozy-Krimi von Earlene Fowler, und habe schon 2 weitere Bände aus der Reihe gelesen, nachdem mich der Auftakt der Serie so begeistert hat. Ich fand es auch so witzig und schön. :-)

@DorisV: Du hast einiges gelesen. Mir sagen die Titel alle nichts, aber Otto Schenk natürlich. Schade, dass Du etwas eher schwaches von ihm mit „Warum mir so fad ist…“ erwischt hast.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Sandra » Mo 10. Jun 2013, 12:38

hallo ihr alle,
mann.... ich war so lange nicht mehr hier und musste jetzt erstmal viel nachlesen. Ich muss unbedingt wieder öfter herkommen und schreiben, aber das geht zur Zeit oft nur abends und da verbring ich meine Zeit nicht so gern am Rechner - da sitz ich ja schon den ganzen Tag dran.
Jedenfalls lest ihr alle ja viel Tolles und so richtig schön Unterschiedliches! Davon kann bei mir keine Rede sein, ich bleib grad fast ausschliesslich bei Krimis und auch bei wenigen Autoren. Ich lese mich grad durch das Werk von Fred Vargas nach 4 - tollen!- Büchern am Stück hatte ich dann aber doch einen Anfall von Übersättigung und bin dem mit einem kleinen Ausbruch zu "Zwei bemerkenswerte Frauen" von Tracy Chevalier begegnet. Das war leider nicht weiter bemerkenswert, aber sehr beschaulich und ganz nett. Ein bissel was gelernt über Fossilien hab ich auch. Die Autorin wollte auf den Jane Austen Zug im Stil aufspringen, hat ihn aber dann doch verfehlt.
Ich hab festgestellt, dass ich von all den Alpen-Eifel-sonstwas Krimis, die von Jörg Maurer um seinen Kommissar Jennerwein klasse finde und lese nicht reihenfolgengetreu aktuell Unterholz von ihm. Zur Hälfte bin ich durch - der Krimi darin, könnte krimimäßiger sein, aber sonst ist es sehr unterhaltsam und mit köstlichem Witz geschrieben. Danach wirds wohl wieder Vargas werden? Sicher bin ich mir noch nicht....
Liebe Grüße Sandra
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mo 10. Jun 2013, 15:46

Hallo Sandra,

schön Dich hier zu lesen. :-)
Aber ich verstehe Dich: Abends lässt man gern auch mal den PC aus, und so kann schnell einige Zeit verstreichen, bis man wieder aktiv im Forum ist.

Fred Vargas, da sagst Du was. Die Autorin möchte ich so lange schon für mich entdecken. Mit Deinem kleinen Marathon erinnerst Du mich gerade daran. :-)

"Zwei bemerkenswerte Frauen" habe ich als Hörbuch noch vor mir. Versprochen habe ich mir davon tatsächlich etwas in der Art von Jane Austen. Dass man ihr schlecht gerecht werden kann, merke ich auch gerade in P. D. James' "Der Tod kommt nach Pemberley" (mein aktueller Hörstoff). Jane Austen mag eine kleine Dame gewesen sein, aber ihre Schuhe sind verdammt groß! :mrgreen:

Viel Lesespaß mit Jörg Maurer ("Föhnlage" kenne ich, und das gefiel mir ganz gut - allerdings war auch das Hörstoff bei mir), und bis hoffentlich bald. :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Di 11. Jun 2013, 08:10

Hallo zusammen,

habe fertig mit Wenn die Nacht verstummt. Wie JMaria schon geschrieben hat, ein wirklich tragischer Fall mit überraschenden Wendungen. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, wobei ich sagen muss, dass mich die Rumreiterei auf der dramatischen Vergangenheit der Protagonisten manchmal auch schon ein bisschen nervt... aber nur ein bisschen, und deshalb freue ich mich schon auf die Weiterführungt der Reihe, man muss ja nicht alles hintereinander weglesen ;).

Ich habe diesmal etwas länger gebraucht, weil ich anderweitig viel beschäftigt war. Anfang Juni haben wir die Goldhochzeit meiner Schwiegereltern gefeiert, da war sehr viel zu tun, aber es hat auch viel Freude gemacht. Es ist wunderbar, so etwas zu erleben, und nachahmenswert :).

Für eine neue Lektüre habe ich mich noch nicht entschieden, das lass ich mal noch auf mich zukommen.

@Petra, schön, dass du immer noch so viel Freude an Mansfield Park hast. Mh, mal sehen, ob ich als nächstes auch mal Lust auf Jane Austen habe...
Liebe Grüße,
Sabine

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Di 11. Jun 2013, 15:05

Bonny hat geschrieben:habe fertig mit Wenn die Nacht verstummt. Wie JMaria schon geschrieben hat, ein wirklich tragischer Fall mit überraschenden Wendungen. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, wobei ich sagen muss, dass mich die Rumreiterei auf der dramatischen Vergangenheit der Protagonisten manchmal auch schon ein bisschen nervt... aber nur ein bisschen, und deshalb freue ich mich schon auf die Weiterführungt der Reihe, man muss ja nicht alles hintereinander weglesen ;).

..



Hallo Bonny,

stimm dir zu, - die Reihe hat schon auch Schwächen, doch der Reiz überwiegt noch immer. Den neuen "Tödliche Wut" (Juli 2013) werd ich mir als ebook kaufen. Dann ist wieder etwas Zeit vergangen ;)
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mi 12. Jun 2013, 12:51

Die Schönheitslinie von Alan Hollinghurst habe ich beendet. Ein sehr intensives Zeitporträt der britischen 80er Jahre unter Thatcher, das Selbstverständnis der upper class ist sehr interessant eingefangen. Daneben der junge Nick, der als Gast doch nur zuschaut, aber meint, er gehöre dazu - ich könnte mir vorstellen, dass das auch eine Feststellung in Bezug auf das Volk ist, das nicht wirklich zu den Regierenden gehört und die Kluft zwischen den Klassen ist unmerklich, aber gewaltig ! Es läuft alles nach bestimmten Regeln ab, die ein Außenstehender nicht wirklich begreift. Am melancholischen Ende dann merkt auch Nick, wie brüchig seine Beziehungen sind, dass es um Wahrheit nicht geht und dass Ästhetik (die Schönheitslinie), die doch die ganze Kunst und Kultur der upper class auszeichnet, mit deren Leben nichts zu tun hat.

Ein wunderbares Buch, das auch noch das wichtige 80er-Jahre Thema Homosexualität und Aids nicht ausklammert.
Ein weiteres Highlight 2013 !
Gruss von Steffi

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