Hallo zusammen,
in manche Bücher verliebt man sich auf den ersten Blick. Bei mir war es mit
"Rückkehr nach Missing" von Abraham Verghese so. Ich hoffe, die Liebe ist beständig, denn immerhin umfasst dieses Epos 840 Seiten. Ich werde mich also eine Weil dort aufhalten.
Das reinlesen (neugierig geworden durch Doris’ Buchkauf) hatte mich schon so sehr überzeugt, dass ich doch sehr bald zu diesem dicken Wälzer greifen wollte. Und nun liegen die ersten 10 Seiten, und somit bald auch der Prolog, hinter mir. Marion Stone (ein Mann, der Name könnte anderes vermuten lassen) berichtet von den Anfängen, die sein Leben genommen hat. Er ist nach Missing zurückgekehrt und, so kündigt er an, kann nicht anders, als in der Zeit zurückzublättern. Denn Leben geschieht immer vorwärts – Leben verstehen nur rückwärts. Und erst am Ende kann man sehen, wie sich der Kreis durch Verbindung des Endes mit dem Anfang schließt.
Die Sprache, mit der hier erzählt wird, ist so voller Leben und Liebe und Leidenschaft, dass mir schon beim Prolog zweimal sehr warm ums Herz geworden ist. Ich glaube dieses Buch ist sehr liebevoll erzählt und enthält sehr viel
Mensch. Ich freue mich sehr auf die Seiten, die vor mir liegen.
Mir schwebte schon seit ein paar Tagen vor, als nächstes diesen Roman zu lesen. Aber wie es immer so ist, entscheidet es sich erst, wenn man das vorherige Buch zu Ende gelesen hat.
Gestern habe ich die letzten Seiten von
Peter Mays "Blackhouse" gelesen, und habe meine eindrücke auch schon in einer
Rezension zusammengefasst.
Rachel, Du warst an meiner abschließenden Meinung ja interessiert. Also, ich finde wichtig über das Buch zu wissen ist, dass es in zwei Erzählsträngen erzählt wird. Und die Rückblenden – die zurück in Fins Kindheit auf der Insel führen – nehmen irgendwann mehr Raum ein, als die Szenen in der Gegenwart. Somit erhält man keinen stringent erzählten Krimi. Wer das aber weiß und will, erhält darüber hinaus eine Insel-Geschichte, die sehr interessant und charismatisch ist. Mir hat dieser Rückblenden-Teil später fast mehr gefallen als der Gegenwarts-Strang. Aber auch der gewinnt am Ende wieder, da natürlich die Rückblenden auch nicht vergebens erzählt werden.
Gefallen hat mir, dass der Autor die Isle of Lewis nicht nur als Kulisse benutzt. Er füllt sie mit Leben und trägt dem Leser viel Wissenswertes über die Natur und das Leben dort zu. Ebenso über Traditionen. Und die Danksagung des Autors zum Schluss lässt vermuten, dass er intensive Recherchen betrieben hat. Diesen Flecken Erde nähergebracht zu bekommen, fand ich sehr schön. Zudem gelingt es Peter May die Natur dort spürbar zu machen. Ich hatte stellenweise die geschilderten Gerüche sogar in der Nase.
Wenn man den Angaben im Internet Glauben schenken kann, dann hat Peter May vor es nicht bei einem Einzelband zu belassen, der auf der Isle of Lewis spielt, sondern „Blackhouse“ soll der erste Teil einer Lewis-Trilogie sein. Sehr interessant – das werde ich im Auge behalten. Ich kann mir gut vorstellen noch mal auf die Insel zurückzukehren.
Ich bin froh, dass ich das Hörbuch zu "Blackhouse" noch habe. Zumal es so toll gesprochen wird von David Nathan. Diese Geschichte möchte ich bei Gelegenheit sehr gern noch mal erleben. Sie hatte viel Atmosphäre und war interessant angelegt.