Hallo zusammen,
es ist nichts neues, dass man aus Büchern lernen kann. Es wäre auch schade, wenn man sich nicht aus den meisten Büchern etwas mitnehmen würde. Dennoch fällt mir in meinem Leben etwas auf, das ich ganz eindeutig von einem Buch "übernommen" habe. Und mich würde interessieren, ob Euch schon ähnliches passiert ist. Ich wäre an Euren Erlebnissen interessiert.
Ich habe etwas aus dem Roman "Durch dunkle Wälder" von Joseph Boyden übernommen, und ich fühlte mich gerade daran erinnert, weil ich in einem anderen Thread über Louise Erdrich schrieb, in deren Büchern auch die Vergangenheit und Gegenwart von Indianern thematisiert wird. Wie in Boydens Roman auch.
In Boydens "Durch dunkle Wälder" habe ich von dem Ritual der Cree-Indianer erfahren, die sich bei ihrer Beute bedanken. Sie bedankten sich für das Leben, dass das getötete Tier gelassen hat, damit sie, die Indianer, etwas zu Essen haben. Das zeugt von großem Respekt gegenüber der Nahrung, den ich persönlich in viel zu geringem Maße hatte.
Nun sage ich seither nicht Meegwetch (oder Danke) für mein Essen. Aber ich versuche (gerade bei Fleisch) bewusster einzukaufen. Nicht zu viel, so dass etwas weggeworfen wird. Denn wenn ein Lebewesen dafür sein Leben hätte lassen müssen, wäre das so traurig, sinnlos und von mir respektlos. Das habe ich mir aus diesem Buch mitgenommen, mir durch das Gelesene bewusst gemacht. Ich betrachte Lebensmittel seither mit viel mehr Respekt. Und bin mir bewusster, dass sie nicht selbstverständlich sind. Denn leider sind sie das irgendwie für uns hierzulande ja doch allzu leicht.
Ich bin gespannt, was Ihr aus Büchern kennengelernt, oder Euch bewusster gemacht habt.


