mit „Die Liebeshandlung“ von Jeffrey Eugenides bin ich seit vorgestern durch. Auch abschließend hat es mir ausgezeichnet gefallen. Es ist in jedem Fall eines meiner Jahreshighlights. Mal sehen, ob ich die nächsten Tage noch zu einer Rezension komme.
Gestern habe ich dann erst mal in meinem ebook weiter gelesen, da ich mich auf die Schnelle nicht für was neues entscheiden konnte. Was wieder für schöne und anrührende Szenen, die Charles Dickens da schildert. Der kleine David hat zu Hause eine schwere Zeit durchgemacht, und sich gern in die Welt der Bücher geflüchtet. „Robinson Crusoe“ oder aber am liebsten in die Romane von Smollett. Von Smolletts Helden hat es David Copperfield offenbar am meisten Peregrine Pickle angetan. Mich hat das zu weiteren Nachforschungen verleitet, mit dem Ergebnis, dass ich mich für Tobias Smolletts Romane durchaus interessieren könnte.
Gestern vor dem zu Bett gehen habe ich mich dann aber doch noch für ein neues Buch entschieden. Ich hatte mir kürzlich einige Romantic Thriller von Mary Roberts Rinehart bestellt. Für einen von ihnen habe ich mich entschieden: „Die Wand“, aus dem Jahr 1938. Der Herbst ist für mich immer die Zeit, in der ich Lust auf solche Krimi-Klassiker habe. Und genau diese Lust überfiel mich gestern. Da dachte ich mir, dass ich ihr unbedingt nachgeben sollte. „Die Wand“ las sich schon interessant an. Ich bin noch nicht weit gekommen, aber die ersten Seiten haben mich bereits auf dem Landsitz auf Rock Island, Nahe der Küste von Neuengland herumgeführt, und mir die Eigentümerin eines der Häuser auf der Insel bekannt gemacht. Gefällt mir, und ich hoffe das bleibt so. Es ist mein zweiter Versuch mit Mary Roberts Rinehart. Mein erster war „Die Wendeltreppe“, allerdings als Hörbuch. Mir war die Geschichte irgendwann zu wirr und fesselte mich, wider meiner Erwartung, auch leider gar nicht. Ich zog allerdings in Erwägung, dass es auch daran liegen könnte, dass es ein Hörbuch war. Hätte ich es selbst gelesen, hätte es vielleicht anders auf mich wirken können. So möchte ich dieser Autorin unbedingt noch mal eine Chance geben. Und auf den ersten Blick scheint sich die sehr zu lohnen. Schön, dass ich noch ein neues Exemplar aus der leider ja eingestellten DuMonts Kriminal-Bibliothek ergattert habe. Ich liebe allein schon die Gestaltung. Das Cover versetzt mich genau in die richtige Stimmung.

@Alle: Schöne Sachen lest Ihr alle derzeit. Ich folgen Euren Berichten mit Interesse! Schön, dass Ihr so fleißig berichtet.
@Bonny: Ich kenne das: Man quält sich durch ein Buch, oder weiß zumindest, dass man schon besseres gelesen hat, oder aber einer Art von Büchern (so wie Du in dem Fall) entwachsen ist, und trotzdem scheut man sich, es abzubrechen. Man sieht die schon gelesenen Seiten vor sich, und will nicht aufgeben. Ich kann Dich da sehr gut verstehen, auch wenn ich es inzwischen geschafft habe, mich von diesem (manchmal falschen) Ehrgeiz zu lösen. Der Gedanke, dass ich noch weitere Zeit verschwende, an ein Buch, das mich nicht fesselt oder überzeugt, schmerzt mehr als die schon gelesenen Seiten. Ich bin froh, dass ich das inzwischen viel, viel besser kann als früher. Denn wenn ich all die Bücher betrachte, die ich noch so gern lesen möchte, dann weiß ich, dass sie nie reichen wird. Und so möchte ich sie auch nicht an ein Buch verschwenden, was mich nicht wirklich fesselt. Vielleicht hilft Dir dieser Gedanke, wenn Du ihn in die Waagschale wirfst. Bei mir war das der ausschlaggebende Aspekt, ein Buch (auch wenn ich schon sehr weit bin) vorzeitig abzubrechen.


