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Anne Enright / Das Familientreffen

Beitragvon Momo111 » Do 1. Nov 2012, 22:37

Habe schon mit meiner neuen Wochenendlektüre begonnen und auch schon die ersten fünfzig Seiten durch.

Auch hier trifft man wieder ein düsteres Bild zu Irland; Armut, Kinderreichtum, Elend...

Veronica Hegarty, die Erzählerin, ein Kind von zwölf Geschwister, klagt rückblickend ihre Mutter an, dass sie sich als Frau so sehr hat demütigen lassen, und sich hat zwölf Kinder machen lassen, zuvor zählten noch sieben Fehlgeburten... . Ein ziemlich hartes und abfälliges Bild zur Mutter. Um die Eltern besser verstehen zu können, holt sie noch weiter aus, und macht einen Rückblick, der bis zu den Großeltern reicht.

Nun ist eines ihrer Brüder gestorben, und die Familienmitglieder, die überall auf der Welt verstreut leben, werden zusammengetrommelt...

Das Buch wird wieder in meinem Blog vorgestellt, s. Signatur.
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Anne Enright / Das Familientreffen

Beitragvon JMaria » Fr 2. Nov 2012, 19:29

Anne Enright / Das Familientreffen


Hallo Momo,

bei unserem letzten Bücherbummel hat sich Steffi das Buch gekauft, war erst kürzlich. Petra hat's bereits gelesen, ich glaube es gibt auch eine Rezi dazu im Forum. Bei dramatischen Familienromane warte ich immer gerne mehrere Meinungen ab.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Anne Enright / Das Familientreffen

Beitragvon Momo111 » Fr 2. Nov 2012, 21:30

JMaria hat geschrieben:Anne Enright / Das Familientreffen


Hallo Momo,

bei unserem letzten Bücherbummel hat sich Steffi das Buch gekauft, war erst kürzlich. Petra hat's bereits gelesen, ich glaube es gibt auch eine Rezi dazu im Forum. Bei dramatischen Familienromane warte ich immer gerne mehrere Meinungen ab.


Ja, danke, Maria. Ich bilde mir immer erst selbst meine Meinung und vergleiche später. Mir ist die eigene Meinung sehr wichtig, möchte daher nicht beeinflusst werden.

Wenn ich aber das Buch durch habe, und ich mir meine Notizen gemacht habe, dann interessiert es mich schon sehr, wie andere das Buch erlebt haben. Beim Lesen nimmt ja jeder ganz unterschiedlich wahr ... .

Ich habe nun die ersten hundert Seiten durch, und die Themen sind schon typisch irisch. Ich hatte zwei Themen oben vergessen; Alkoholismus, sex. Missbrauch, und der Katholizismus.
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Anne Enright / Das Familientreffen

Beitragvon Momo111 » Sa 3. Nov 2012, 17:04

Ich finde das Buch gar nicht so einfach zu lesen, weil Veronica, die Protagonistin, einen hauptsächlich mit Reflexionen konfrontiert, ohne dass man selbst an den Handlungen teilnimmt. Es entstehen dadurch jede Menge Verknüpfungen zu anderen Familienmitgliedern. Durch Lians Tod, der um ein Jahr ältere Bruder, reflektiert sie nochmals den Tod ihrer Großeltern und den ihrer Eltern und vergleicht sie miteinander, auch die verschiedenen Lebensweisen.

Manche Textpassagen sind total schön ausgedrückt, hebe sie mir aber für meinen Blog auf.

Das Familienbild, an dem Veronica einen teilhaben lässt, ist schon recht hart, aber manchmal auch mit Witz erzählt, an vielen Stellen spürt man aber auch die Wut, die Irland gilt. Wut an die Gesellschaft, Männer wie auch Frauen.
Zuletzt geändert von Momo111 am So 4. Nov 2012, 19:21, insgesamt 2-mal geändert.
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Anne Enright / Das Familientreffen

Beitragvon Momo111 » So 4. Nov 2012, 13:36

Ich habe nun die letzten hundert Seiten vor mir und weiß nicht, ob ich sie durchhalten werde.

Das Buch hat eine schöne und gewählte Sprache, sehr fantasievoll und tiefgründig.

Für mich ein wenig zu hart, was aber auf meine Persönlichkeit zurückzuführen lässt und nicht auf die Autorin. Was mir auffällt, ist, dass man sich durch die Bücher verändert, auch wenn man das selbst nicht merkt. Während mir vor zwanzig Jahren kein Buch hart genug sein konnte, hat sich mein Leseverhalten in die entgegengesetzte Richtung verändert. Heute ist es eher so, wenn mir ein Buch zu hart erscheint, lässt meine Konzentration nach.
Dies zu mir!

Aber nun zu dem Titel Das Familientreffen, so finde ich, dass der Titel nicht wirklich gut gewählt oder übersetzt ist. Ich hatte mir tatsächlich ein Familientreffen vorgestellt, was aber nur von Veronica angedeutet wird. Ich habe mir durch den Titel das Buch ganz anders vorgestellt. Ich dachte, dass jedes Familienmitglied zu Worte kommen wird, aber es sind immer wieder die Reflektionen Veronicas, die beschrieben werden.
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Re: Anne Enright / Das Familientreffen

Beitragvon Momo111 » So 4. Nov 2012, 13:36

Ich habe nun die letzten hundert Seiten vor mir und weiß nicht, ob ich sie durchhalten werde.

Das Buch hat eine schöne und gewählte Sprache, sehr fantasievoll und tiefgründig.

Für mich ein wenig zu hart, was aber auf meine Persönlichkeit zurückzuführen ist und nicht auf die Autorin. Was mir auffällt, ist, dass man sich durch die Bücher verändert, auch wenn man das selbst nicht merkt. Während mir vor zwanzig Jahren kein Buch hart genug sein konnte, hat sich mein Leseverhalten in die entgegengesetzte Richtung verändert. Heute ist es eher so, wenn mir ein Buch zu hart erscheint, lässt meine Konzentration nach.
Dies zu mir!

Aber nun zu dem Titel Das Familientreffen, so finde ich, dass der Titel nicht wirklich gut gewählt oder übersetzt ist. Ich hatte mir tatsächlich ein Familientreffen vorgestellt, was aber nur von Veronica angedeutet wird. Ich habe mir durch den Titel das Buch ganz anders vorgestellt. Ich dachte, dass jedes Familienmitglied zu Worte kommen wird, aber es sind immer wieder die Reflektionen Veronicas, die beschrieben werden.
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Anne Enright / Das Familientreffen

Beitragvon Momo111 » So 4. Nov 2012, 17:20

So, ich habe das Buch nun durch und ich muss sagen, dass der literarische Ausdruck super ist. Ich gebe nur dem Ausdruck alleine zehn von zehn Punkten.

Was der Inhalt betrifft, so frage ich mich wiederholt, ob die Autorin nicht auch Biografisches in dem Werk hat einfließen lassen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese Schwere an Gedanken und Erlebnissen erfinden kann, ohne sie selbst erlebt zu haben... .

Ich werde nachher in meinem Blog schreiben.

In dem Schluss kam ein so schönes Zitat, mit dem man glaubt, dass Veronica sich durch die nächste Generation mit ihrem Schicksal, Mitglied einer Großfamilie zu sein und all den schweren Ereignisse, ausgesöhnt hat.

Veronica zieht sich in ein Hotel zurück, auch fern von ihren Kindern, zwei Töchter, als fließe sie vor ihnen und sie schließlich merkt, dass es gar nicht möglich ist, ihre Kinder zurückzulassen, da sie in Gedanken immer bei ihr sind und spürt im Bett das seidige Haar ihrer Tochter und macht plötzlich folgene Erkenntnis:

"Was für ein großartiger und leiser Sieg es ist, meine Kinder in der Welt zu haben."

Eine höhere Wertschätzung kann es gar nicht mehr geben den Kindern gegenüber, sich selbst gegenüber.

Zum Schluss, nachdem Veronica nun ihre Geschichte erzählt hat und sie damit verarbeitet hat, sich mit ihrem Leben ausgesöhnt hat, gibt sie zu erkennen, dass sie gar kein anderes Schicksal haben wolle, sie wolle kein anderes Leben, keine andere Familie, keinen anderen Ehemann... .

Vielleicht sind wir Menschen auf der Welt, um genau dieses Leben zu leben, das wir leben, um daraus Erkenntnisse zu machen.

So, alles weitere bespreche ich in meinem Blog, kopiere mir auch diesen Text hier dort rüber... .

P.S. Ab Seite 300 bekommt man doch ein wenig von der Trauerfeier mit den anderen Angehörigen mit, das sind aber nur kurze Ausschnitte gewesen.
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Fabio Geda / Fabios wundersame Reise

Beitragvon Momo111 » Mo 5. Nov 2012, 17:30

Habe gestern Abend mit dem Buch begonnen und es in meinem Blog vorgestellt.

Könnt ihr dort nachlesen, so wie auch meine Gedanken zu dem Buch von Anne Enright.

Sowohl das Buch von Enright als auch von Geda hat Didonia für mich aus meiner großen SuB-Liste ausgesucht, und viele andere, die im Anschluss noch kommen werden.
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Fabio Geda / Fabios wundersame Reid

Beitragvon Momo111 » Mi 7. Nov 2012, 18:54

So, das Buch hat mir so gar nicht gefallen, und habe es nicht ganz durch gekriegt.

Wer genaueres darüber erfahren will, kann im Blog nachlesen.
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J. R. R. Tolkin / Der Hobbit

Beitragvon Momo111 » Mi 7. Nov 2012, 20:58

Ich habe gestern Abend damit begonnen und bin neugierig, ob ich die vielen Abenteuer durchhalte. Ich bin ein wenig wie Bilbo Beutlin, der auch eine enorme Angst davor hat, doch ausgerechnet Bilbo Beutlin wird auserwählt, an dem Abenteuer teilzunehmen und muss sich den dreizehn Zwergen anschließen. Der arme Hobbit, der lieber zu Hause im Gemütlichen und in Sicherheit sitzt. Eigentlich ist er ja zufrieden mit seinem kleinen Leben, und nun erscheint dieser unverschämte Zauberer Gandalf und hetzt ihm diese dreizehn Zwerge auf den Hals. Die dreizehn Zwerge können nur dann die Abenteuerreise antreten, wenn sie ein letztes Mitglied gefunden haben. Dieses Mitglied muss die Diebeskunst beherrschen, was Bilbo Beutlin auszeichnet :mrgreen:. Hier scheint ja das Stehlen eine wertschätzende Tugend zu sein... .

Die Reise geht auf einen einsamen Berg und Die Reisetruppe muss einen Drachen bezingeln, der umgeben ist von wichtigen Schätzen, den er freiwillig nicht herausgeben möchte, obwohl der Drache mit den Schätzen rein gar nichts anfangen kann, eigentlich ohne jeglichen Wert für ihn ist.

Man ahnt schon, dass sowohl die Zwerge als auch Bilbo Beutlin eine wichtige Lebensprüfung zu bestehen haben...

Das Buch wird in meinem Blog vorgestellt.
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